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Epidemie

Corona-Positiv? So wird die Infektionskette nachverfolgt

Ein wichtiger Punkt im Kampf gegen das Coronavirus ist die Rückverfolgung durch Infektionsketten. Aber wie werden diese Netze aufgebaut? Und was passiert eigentlich, wenn ich mit einem Infizierten Kontakt hatte? Lesen Sie hier, wie das Gesundheitsamt die Ausbreitung des Virus zu überwachen versucht.
 
Corona Infektionskette Landratsamt Würzburg / Gesundheitsamt
Es steckt viel Arbeit hinter einer Infektionskette. Gerade große Menschenversammlungen sind für das Gesundheitsamt schwierig. Foto: Lucas Kesselhut Foto: Landratsamt Würzburg

Der Kampf gegen das Coronavirus hält an. Doch Deutschland stellt sich dem Virus entgegen. Immer wieder werden Infektionsketten zurückverfolgt, um dadurch viele Menschen schützen zu können. Aber wie funktioniert das eigentlich? Lesen Sie hier, wie man dem Virus Schritt für Schritt auf den Versen bleibt. 

Der 5. März 2020 war der entscheidende Stichtag für die Stadt Würzburg. Der erste Infizierte wurde gemeldet - seitdem bleibt die Situation ernst. Außenstehenden mag es vielleicht nicht bewusst sein, was eine einzelne Neuinfektion für einen Stein ins Rollen bringt, aber wie das Landratsamt Würzburg nun mitteilt, sind die darauf folgenden Maßnahmen enorm. 

Große Menschenansammlungen sind besonders problematisch

Es gilt sofort festzustellen, mit wem der oder die Infizierte in den letzten Stunden zusammen war. Man möchte dadurch sichergehen, dass dem Virus nicht woanders unbemerkt Türen und Tore geöffnet werden. Da man bekannterweise erst nach 10 bis 14 Tagen erste Symptome zeigt, aber trotzdem während des gesamten Zeitraums das Virus in sich trägt dient, ist das Coronavirus ein schwieriger Gegner für das ansässige Gesundheitsamt

Kommt es zu einer Neuinfektion, wird umgehend das Gesundheitsamt informiert. Die Mitarbeiter nehmen Anfragen diesbezüglich Tag und Nacht entgegen. Gegebenenfalls wird auch die Polizei hinzugezogen, um die infizierte Person zu erreichen. Die Polizei ermittelt die Kontaktdaten, sodass ein Infizierter schnellstmöglich informiert werden kann. Anschließen wird dem Infizierten eine zweiwöchige häusliche Quarantäne auferlegt. 

Grundlegend wichtig ist dann das Nachvollziehen der Infektionskette. Hier werden alle Kontakte als gefährdet betrachtet, die mit dem Infizierten im infektiösen Zeitraum länger als 15 Minuten auf einem Radius von unter 1,5 Metern in Kontakt waren. Gerade Menschenansammlungen wie Partys oder Feiern werden hier besonders zum Problem. Da es ohnehin nicht immer klar ist, wann der Infizierte bereits infektiös war, ist es ebenso schwierig, alle Kontakte auf Partys und Menschenansammlungen zu erhalten. 

In der Quarantäne gilt es auf Symptome zu achten 

Die ermittelten Kontaktpersonen werden umgehend vom Gesundheitsamt kontaktiert und müssen ebenfalls für  14 Tage in  häusliche  Quarantäne. Ebenso wird stets mit dem Infizierten und mit den Kontaktpersonen Rücksprache gehalten, um mögliche Fragen zu klären. Selbst wenn ein negativer Coronatest vorliegt, gilt es dennoch die Quarantäne einzuhalten, da Kontakt zu einem Infizierten bestand. 

Hier endet die Arbeit für das Gesundheitsamt aber noch nicht. Denn der Infizierte muss sich schließlich auch irgendwo infiziert haben. Somit baut das Gesundheitsamt die Infektionskette auf und sucht von unten nach oben den Ursprung. Die immer höher werdenden Fallzahlen entpuppen sich dabei zunehmend als Herausforderung. Wegen der ansteigenden Zahlen fordert auch Ministerpräsident Markus Söder erneut eine stärkere Maskenpflicht.