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Sars-CoV-2

Kommt die Wende? Experten erwarten Ende von Corona in wenigen Monaten

Gibt es schon bald eine "Wende" in der Pandemie? Trotz Ausbreitung der Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika, geht die Zahl der Infektionen weltweit zurück. Experten vermuten sogar, dass die Corona-Krise in wenigen Monaten schon vorbei sein könnte, doch was ist dran an den Behauptungen?
 
Experten vermuten, dass die Corona-Krise in wenigen Monaten schon vorbei sein könnte. Die WHO untersucht aktuell den Corona-Ursprung in Wuhan.
Experten vermuten, dass die Corona-Krise in wenigen Monaten schon vorbei sein könnte. Die WHO untersucht aktuell den Corona-Ursprung in Wuhan. Auf dem Foto: Ein Mitarbeiter der Abfallbehandlungsanlage Wuhan Beihu Yunfeng Environmental Protection Technology Co. Ltd. belädt einen Lkw mit leeren medizinischen Abfalltonnen. Foto: Li He/XinHua/dpa
  • Corona-Zahlen sinken weltweit
  • Mutationen scheinen Infektionsgeschehen nicht zu beschleunigen
  • Mutation ist Anfang vom Ende einer Pandemie?
  • Laut Experten könnte Pandemie in wenigen Monaten vorbei sein
  • Es ist die Rede von einem "normalen" Herbst

Deutschland befindet sich noch immer im Lockdown. Aus Angst vor den neuartigen Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika bleibt das öffentliche Leben weitestgehend heruntergefahren. Doch nun scheint es einen Hoffnungsschimmer zu geben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldet ein weltweit sinkendes Infektionsgeschehen. 

Corona-Zahlen sinken: Infektionen innerhalb von sechs Wochen halbiert

Die Infektionszahlen in Deutschland stagnieren seit mehreren Wochen. Doch die Wiedereröffnung von Gastronomie und Einzelhandel sind - bis auf wenige Ausnahmen - noch nicht absehbar. Zu groß ist die Furcht vor einer dritten Welle, ausgelöst durch die neuen Sars-CoV-2-Varianten.

Und diese Furcht ist nicht unberechtigt, betrachtet man das Infektionsgeschehen der letzten Monate. Erst in der zweiten Januarwoche erreichte das Coronavirus seinen globalen Höhepunkt (mehr als 800.000 Infektionen an einem Tag).

Doch nun scheint sich das Blatt zu wenden: Die WHO berichtet von einem starken weltweiten Rückgang der Infektionszahlen. Innerhalb von nur sechs Wochen wurden die Fallzahlen mehr als halbiert (rund 350.000 Infektionen pro Tag), mit weiter sinkender Tendenz. Erstmals seit Beginn der Pandemie werden nun auch rund um den Erdball rückläufige Todeszahlen vermeldet. Eigenlicht ist diese Entwicklung verwunderlich, wenn man bedenkt, dass mittlerweile fast alle Länder mit den Mutationen B.1.1.7 und B.1.351 zu kämpfen haben.

WHO-Experte: Covid-19 soll in wenigen Monaten vorbei sein

In Anbetracht der sinkenden Zahlen mag der harte Lockdown in Deutschland überzogen erscheinen, doch die jetzige Entwicklung scheint vielversprechend und könnte die Wiederöffnung des Einzelhandels und der Gastronomie in absehbare Nähe bringen

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Während man in Deutschland also langsam aber sicher den Weg zurück zur Normalität sucht und in kleinen Schritten Lockerungen vornimmt, sieht der WHO-Regionaldirektor Hans Henri Kluge die gesamte Lage entspannter: In einem Gespräch mit dem Dänischen Rundfunk verkündet der Belgier, dass die Pandemie bereits in wenigen Monaten vorbei sei, das Schlimmste sei bereits überstanden. "Es wird weiterhin ein Virus geben, aber ich glaube nicht, dass Einschränkungen nötig sein werden. Das ist eine optimistische Aussage", so Kluge. Schon vor Kurzem erklärte eine Studie, wie dazu kommen könnte, dass das Coronavirus schon bald nur noch eine harmlose Grippe sein könnte. Die "Teilimmunität" spielte dabei eine wichtige Rolle.

Darum sinken die Sars-CoV-2-Zahlen

Laut Kluge seien Mutationen normal und würden nicht dazu führen, dass das Coronavirus außer Kontrolle gerät. Und betrachtet man die Inzidenzen verschiedener Länder, scheint er damit nicht Unrecht zu haben: Die Infektionen der Länder mit hoher Mutationsinzidenz fallen ebenso stark, wie in Regionen mit nur wenigen Mutationsfällen.

Doch wie kann dieser massive Rückgang erklärt werden? An den bisherigen Impfungen kann es wohl nicht liegen, da bisher nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung mit einem Impfstoff behandelt wurde. 

Mehreren Medienberichten zufolge erklären sich Experten die sinkenden Infektionszahlen folgendermaßen: 

  • Die Hygienemaßnahmen vieler Länder wirken.
  • Die Immunisierung der Weltbevölkerung schreitet weiter fort. Ein großer Teil der Bevölkerung war bereits einmal angesteckt.
  • Mutationen machen das Virus nicht gefährlicher, sondern harmloser. In der Regel enden Pandemien sogar durch Mutationen, die weniger pathogen (krankheitserregend) sind als ihre Vorgänger.

Tatsächlich zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass Pandemien genauso schnell verschwinden können, wie sie auftauchen.

Sars-CoV-2 ähnlich wie Spanische Grippe? Mutationen könnten Anfang vom Ende sein

Auch die Spanische Grippe 1918/19 (mehr als 50 Millionen Tote) errichte während der zweiten Welle ihren Höhepunkt und brach kurz nach der dritten relativ schnell zusammen.

Ganz verschwunden ist sie allerdings nie. Bis heute existiert das H1N1-Virus, allerdings in einer solch abgeschwächten Form, dass es sich kaum noch von einer üblichen Grippe unterscheidet. Man könnte fast sagen, dass Mutationen der Anfang vom Ende einer Pandemie sind.

Diese These wird auch von einer neuen Studie des renommierten Fachmagazins Science unterstützt. Dort prognostizieren Forscher der Universitäten in Atlanta und Pennsylvania, dass das Coronavirus schon bald nur noch "endemisch", also örtlich begrenzt, sein wird. Die globale Impfkampagne werde diesen erfreulichen Prozess beschleunigen.

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Auch Professor Heiner Fangerau, Direktor des Instituts für Medizingeschichte der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, rechnet mit einem schnellen Abgang des Coronavirus: "Ich rechne damit, dass die Corona-Pandemie ähnlich verlaufen wird. Schon das Frühjahr 2021 sollte spürbar unbeschwerter sein, der Sommer schon fast wieder normal und der Herbst so gut wie normal", so der Professor laut NTV.

Fazit: Positiver Corona-Trend macht Mut - WHO ruft dennoch zur Vorsicht auf

Die sinkenden Corona-Zahlen machen also Mut, sollten aber nicht zum Übermut verleiten. Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus appelliert: "Jetzt müssen wir den positiven Trend verstetigen. Das Feuer ist noch nicht aus, und wenn wir es nicht weiter bekämpfen, kommt es lodernd zurück." Wie NTV berichtet, spricht der WHO-Direktor auch von einer "sehr ermutigenden" Entwicklung und "einer Wende". 

Ob sich die sinkenden Fallzahlen auch auf Deutschland auswirken und wie die aktuelle Corona-Lage ist, finden Sie in unserem Corona-Ticker. Alle wichtigen Informationen im Überblick.

aa

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