Laden...
Franken
Coronavirus

Britische Corona-Mutation besonders für eine Personengruppe gefährlich

Die Corona-Mutation aus Großbritannien breitet sich weiter aus. Die neue Variante B117 ist ansteckender - und möglicherweise tödlicher als das für Pandemie verantwortliche Coronavirus. Eine Personengruppe ist von der Mutante besonders betroffen. inFranken.de gibt Ihnen einen Überblick.
 
B117: Eine Personengruppe ist von der Corona-Mutation besonders betroffen. Symbolbild: Fusion Medical Animation/unsplash.com
B117: Eine Personengruppe ist von der Corona-Mutation besonders betroffen. Symbolbild: Fusion Medical Animation/unsplash.com
  • Corona-Mutation verbreitet sich rasant: Der neue Stamm B117 soll wesentlich ansteckender sein  
  • Forscher: B117 könnte zusätzlich um 30 Prozent tödlicher sein
  • Eine Personengruppe ist besonders gefährdet. 
  • Was wir bis jetzt über die Mutation wissen: ein Überblick. 

Das Coronavirus ist mutiert - und laut ersten Erkenntnissen wesentlich ansteckender als die bisher bekannte Variante des Coronavirus Sars-CoV-2. Der sogenannte B1.1.7. -Stamm des Coronavirus löst Besorgnis aus. Allerdings gibt es noch keine Hinweise darauf, ob das neuartige Virus tatsächlich gefährlicher ist und beispielsweise für schwerere Verläufe einer Infektion sorgt. Was wissen wir bis jetzt darüber? 

Das Coronavirus ist mutiert: Was wir bis jetzt wissen

Nicht nur das Coronavirus mutiert, sondern Viren im allgemeinen - und das ständig. Im Grunde ist eine Virenmutation also nichts Außergewöhnliches. Auch das bisherige Coronavirus ist schon öfter mutiert. Nur eben ohne Folgen. 

Die jetzige Mutation, die in Großbritannien ausgebrochen ist, löst allerdings bei etlichen Virologen Besorgnis aus. Der Grund: Der neue sogenannte B1.1.7. Stamm ist nach ersten Erkenntnissen um bis zu 70 Prozent ansteckender, als das eigentliche Virus. Dadurch könnten sich noch mehr Menschen infizieren - und in Zusammenhang mit dem Virus sterben. Besonders Menschen unter 20 Jahren sind besonders betroffen von der neuen Virus-Mutation. Das belegen erste Studien aus England. Die neue Virus-Variante wurde bei dieser Personengruppe zwischen Ende November und Anfang Dezember so stark wie bei keiner anderen Personengruppe nachgewiesen. Dafür kann es aber eine einfache Erklärung geben: "Die frühen Daten wurden während des Lockdowns im November gesammelt, als die Schulen geöffnet waren und die Aktivitäten der erwachsenen Bevölkerung eingeschränkter waren", sagte der Wissenschaftler Axel Gandy vom Londoner Imperial College gegenüber BBC News.

Zum ersten Mal nachgewiesen wurde das neue Virus laut scienxx.de bereits am 20. und 21. September 2020 in Proben aus Südengland und London. 1600 Fälle ließen sich dem neuen Stamm zuordnen, wobei Epidemiologen von weit mehr Betroffenen ausgehen. 

Um 30 Prozent tödlicher: B117 gefährlicher als gedacht?

Laut einer vorläufigen Analyse des britischen Experten-Gremiums Nervtag (The New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group) könnte die Corona-Mutante B117 zusätzlich um 30 Prozent tödlicher sein. Das berichtet die Zeit. Die Experten seien in einer ersten Auswertung von Studiendaten aus Großbritannien zu dem Schluss gekommen, dass Patienten, die an der B.1.1.7-Mutante erkranken, wahrscheinlich häufiger sterben.

FFP2-Masken bei Amazon ansehen

Das Nervtag-Komitee habe Ergebnisse aus verschiedenen Studien des Imperial College London, der London School of Hygiene and Tropical Medicine, von Public Health England (PHE) und der University of Exeter  verglichen. Dabei ging es darum, ob sich die Sterblichkeitsrate durch Infektionen mit der Coronavirusvariante B117 verandert. 

Dabei kamen die verschiedenen Studien zwar zu ziemlich weit auseinanderliegenden Ergebnissen, so die Zeit. In der Summe hätten die Forscher nun aber geschätzt, dass die Sterblichkeit sich bei B117 um ein Drittel erhöht. Noch bewegt sich die Zunahme offenbar auf einem niedrigen Gesamtlevel. Man müsse mitbedenken, dass Sars-CoV-2 an sich nicht extrem tödlich sei - anders als etwa Ebola, das viel mehr Menschen umbringt. Die geschätzte Erhöhung um ein Drittel würde bei Covid-19 laut Zeit bedeuten: Sterben bei der früheren Virus-Variante 10 von 1000 diagnostizierten Infizierten, wären es bei der neuen Variante dann 13 bis 16 von 1000. 

Covid-19: Wo kommt die Mutation her?

Doch wo kommt die Mutation eigentlich her? Virologen gehen laut scinexx.de davon aus, dass sich der mutierte Stamm unter besonderen Umständen entwickelt haben muss.

Ursprung könnte eine immungeschwächte Person gewesen sein, die zusätzlich eine chronische Infektion hatte.

Bei dieser Person könne sich eine Infektion mit dem Coronavirus über Monate hinweg ziehen. Wurde diese Person dann mit antigenkörperhaltigem Rekonvaleszenten-Plasma behandelt, könnte dies dafür gesorgt haben, dass besonders "fitte" und "starke" Coronaviren sich trotzdem halten - und mutieren.

Mutation ist besorgniserregend: Reicht ein Lockdown noch aus?

Besorgniserregend könnte für die Wissenschaftler auch der r-Wert der Mutation sein. Das Coronavirus habe von Natur aus einen r-Wert von ungefähr 3,5. Dieser Wert beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person durchschnittlich ansteckt. 

Würde sich dieser r-Wert um 0,4 oder gar mehr erhöhen, würden die bisherigen Lockdown-Maßnahmen nicht ausreichen, um das Virus einzudämmen, heißt es weiter. 

Auch der deutsche Virologe Christian Drosten betrachtet die Lage um die Mutation kritisch. Auf twitter schrieb er "Das sieht nicht gut aus". Entgegen der Angst anderer Virologen, dass die Lockdown-Maßnahmen möglicherweise nicht gegen die Mutation helfen könnten, äußerte Drosten: "Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante". Das berichtet die Zeit.

Mutation scheidet die Geister: Wie sieht die Zukunft aus?

Andere Virologen, wie John Edmunds der London School of Hygiene & Tropical Medicine, geht laut scinexx.de davon aus, dass uns "harte Zeiten bevorstehen" - und das nach all den Schwierigkeiten, die das eigentliche Virus schon mit sich brachte. 

Hoffnung setzen auch hier viele auf den Corona-Impfstoff. Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel erläutert gegenüber der Apotheken Umschau: "Selbst wenn eine Mutation vorhanden ist, verhindert dies nicht die Erkennung durch das Immunsystem."

Das bedeutet, dass einzelne Mutationen nicht ausreichen, um etwas gegen die komplexe Immunabwehr auszurichten, heißt es weiter. 

Corona-Impfstoffe wohl wirksam gegen Mutationen

Biontech-Firmenchef Ugur Sahin sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass er es für sehr wahrscheinlich hält, dass der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die Mutation hilft. "Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert", erklärte er weiter. 

Desinfektionsmittel bei Amazon ansehen

Positiv an den neu entwickelten Corona-Impfstoffen sei, dass sie keine vollständigen Viren enthalten, sondern lediglich einen "Bauplan". Dieser Plan ließe sich schnell "umbauen" und auf eine Mutation anpassen.

Fazit

  • Virologen gehen davon aus, dass die Mutation bis um 70 Prozent ansteckender ist.
  • Laut ersten Untersuchungen könnte B117 auch um 30 Prozent tödlicher sein.
  • Besonders jüngere Personen sind von der neuen Virus-Variante betroffen.
  • Etliche Virologen sehen die Mutation als problematisch an. 
  • Der Impfstoff soll nach ersten Erkenntnissen allerdings auch dagegen schützen.
  • Man könne den "Bauplan" des Impfstoffs leicht auf Mutationen verändern, wenn nötig.  

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.