• Ein neues Medikament soll nach der Einnahme sofort vor Corona schützen.
  • Eine Forscherin spricht von einer "Alternative zur Impfung".
  • Die Zulassung könnte noch im Frühjahr 2021 erfolgen.

Corona-Medikament mit Sofortwirkung auf dem Prüfstand: Am 4. Januar 2021 wurde in Großbritannien der erste Patient mit dem neuen Vektorimpfstoff von "AstraZeneca" behandelt. Bis der Wirkstoff seinen Schutz voll und ganz entfaltet hat, dauert es allerdings mehrere Wochen. Ähnlich sieht es beim Impfstoff von "Biontech" aus, mit dem in Deutschland geimpft wird. Das britische Unternehmen "AstraZeneca" arbeitet nebenher allerdings noch einer weiteren, kurzfristigeren Lösung: In Planung ist ein Corona-Medikament, das sofortigen Schutz gewährt. Derzeit ist es noch in der Testphase.

Neuer Corona-Wirkstoff: Medikament von "AstraZeneca" soll vor Infektion schützen

Während sich die Wirkung von Impfstoffen meist um mehrere Wochen verzögert, können Medikamente akut Abhilfe schaffen. In Kooperation mit dem "University College London Hospitals NHS Foundation Trust (UCLH)" arbeitet "AstraZeneca" bereits seit längerem an einem Wirkstoff, der sofort gegen Covid-19 immunisieren soll.

Das Mittel ist unter dem Namen "AZD7442" bekannt und besteht aus zwei Antikörpern, die auskurierten Covid-19-Patienten entnommen wurden, heißt es in der Pharmazeutischen Zeitung. Die Antikörper sollen Menschen, die dem Coronavirus direkt ausgesetzt waren, davor schützen die Krankheit Covid-19 zu entwickeln, heißt es im The Guardian. Das Medikament könne insgesamt zwischen sechs und zwölf Monate vor einer Infektion schützen.

Medikament wird getestet: "Spannende Ergänzung" zur Impfung?

"Wenn wir nachweisen können, dass diese Behandlung funktioniert und verhindert, dass Menschen, die dem Virus ausgesetzt sind, weiter an Covid-19 erkranken, wäre das eine spannende Ergänzung des Arsenals an Waffen, die zur Bekämpfung dieses schrecklichen Virus entwickelt werden", erklärte Virologin Dr. Catherine Houlihan vom "UCLH" gegenüber The Guardian.

Besonders effektiv sei das Medikament bei der Kontrolle von größeren Corona-Ausbrüchen, wie beispielsweise in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Die direkte Wirksamkeit sei hier ausschlaggebend. "Der Vorteil dieses Medikaments ist, dass man sofort Antikörper bekommt", betont Studienleiterin Houlihan.

Derzeit durchläuft "AZD7442" die entscheidende Phase-3-Studie, in der beobachtet wird, ob sich Konsumenten des Medikaments mit Sars-CoV-2 infizieren können. Insgesamt nehmen rund 1100 Probanden an den Untersuchungen teil. "Wir wollen diejenigen, für die eine Impfung nicht funktioniert, beruhigen, dass wir eine Alternative anbieten können, die genauso gut schützt“, zitiert The Guardian Nicky Longley, Leiterin der aktuellen Studie. Eine mögliche Zulassung sei bereits im März oder April möglich.

Nicht nur in England wird an einem Corona-Medikament geforscht. In Amerika soll Forschern der "Durchbruch" mit einem Grippemittel gelungen sein, welches die Übertragung von Covid-19 blockieren soll. Außerdem wurde in England ein neuer Impfstoff zugelassen, auch die EU hat mehrere 100 Millionen Dosen dieses Impfstoffs vorbestellt. Hier finden Sie außerdem eine detaillierte List, aller Nebenwirkungen des "Biontech"-Impfsotffs.