• Welche medizinischen Gründe sprechen gegen eine Corona-Impfung?
  • Immunologe beantwortet Fragen zur Impf-Ablehnung 
  • Was sollten Schwangere beachten?
  • Sind Vorerkrankungen problematisch?

Die Impfkampagne in Deutschland verliert an Schwung. Wurden zeitweise über eine Million Menschen am Tag  geimpft, sind es aktuell noch knapp 500.000 (Stand 11. August). Von den verbliebenen Menschen, die theoretisch eine Impfung erhalten könnten, sind immer weniger zu einer Impfung bereit. Einige lehnen Impfungen grundsätzlich ab oder leugnen gleich ganz die Existenz von Covid-19. Andere hingegen treibt die Angst vor Nebenwirkungen um oder so bringen medizinische Gründe für ihre Impfablehnung ins Feld. Aber welche medizinischen Gründe gibt es eigentlich, die tatsächlich gegen eine Corona-Impfung sprechen?

Corona: Welche medizinischen Gründe sprechen gegen eine Impfung

Der Immunloge Carsten Watzl, Leiter des Forschungsbereichs Immunologie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der TU Dortmund, hatte diese Frage auf Twitter beantwortet. Auf einem ziemlich leeren weißen Blatt finden sich nur zwei Einträge:

  • Menschen, die bekanntermaßen auf einen Inhaltsstoff der Impfstoffe allergisch sind
  • Kinder unter 12 Jahren, für die es noch keine Impfempfehlung gibt

Sind dies wirklich die einzigen Gründe, die aus medizinischer Sicht gegen eine Corona-Impfung sprechen? Im Prinzip ja. Diskutiert werden Einschränkungen der Impfempfehlung bei anderen Lebenssituationen und Vorerkrankungen.

Was ist bei der Schwangerschaft zu beachten?

Die Stiko hat ihre Empfehlung für Schwangere bisher nicht geändert. Seit Mai werden Impfungen für Schwangere nicht empfohlen, aber eben auch nicht nicht empfohlen. Aufgrund der fehlenden Studiendaten werde "die Stiko keine generelle Impfempfehlung für Schwangere aussprechen."

Aber: "Der freien Entscheidung der Schwangeren für eine Impfung soll jedoch durch die aktualisierte Stiko-Empfehlung mehr Raum gewährt werden." Heißt im Klartext: In Absprache mit dem jeweiligen Arzt/Ärztin ist eine Impfung auch für Schwangere möglich, vor allem ab dem 2. Trimenon. In anderen Ländern werden Schwangere ohne Probleme geimpft.

Astrazeneca und Johnson&Johnson ausgeschlossen: Das Kapillarlecksyndrom

Tatsächlich wird für Menschen mit Kapillarlecksyndrom eine Impfung mit Astrazeneca und Johnson&Johnson nicht empfohlen. Stattdessen sollte auf einen mRNA-Impfstoff zurückgegriffen werden. Die positive Nachricht: Das Kapillarlecksyndrom ist äußerst selten: Bisher wurden seit Beginn weltweit weniger als 500 beobachtet - insgesamt.

Herzmuskelentzündung

Im Frühjahr sorgte eine Meldung für Aufsehen: Nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna seien Herzmuskelentzündungen beobachtet worden. Sollten Menschen, die früher schon mal eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) erlitten haben, deshalb auf eine Impfung verzichten? Eine solche Empfehlung gibt es laut Watzl nicht. Wer jedoch an einer Herzmuskelentzündung nach der ersten Corona-Impfung erkrankt ist, sollte bei der zweiten Impfung lieber mit einem anderen Impfstoff  geimpft werden. Rein statistisch dürften deshalb 68 Menschen in Deutschland keine zweite mRNA-Impfung bekommen (wenn tatsächlich alle 83 Millionen Deutsche geimpft werden würden und die Herzmuskelentzündung mit der bisher erfassten Häufigkeit auftreten würde).

Bekannte Gerinnungsstörungen/Faktor-V-Leiden

Sinusvenenthrombosen nach Astranzeneca-Impfungen sind selten. Aber hat man eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine solche zu bekommen, wenn man bereits an einer Gerinnungsstörung leidet? Nein, sagt Watzl - und auch von der Stiko gibt es keine Kontraindikation. 

Autoimmunerkrankungen

Bei Autoimmunerkrankungen gibt es laut Watzl wie "bei jeder Infektion oder Impfung [...] das sehr seltene Risiko, dass ein Schub ausgelöst wird. Das ist auch bei der COVID-19 Impfung nicht anders." Dies sei jedoch kein genereller Impfausschluss.

Immunschwäche

Auch ein geschwächtes Immunsystem ist laut des Immunologen kein Grund, sich nicht impfen zu lassen. Im Gegenteil: Da schwere Covid-19-Verläufe für Menschen mit geschwächtem Immunsystem wahrscheinlicher sind und eine Impfung sie nicht so gut schützt, sei sogar eine frühere Nachimpfung möglich oder nötig. 

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