Schutzimpfungen vor Corona gibt es in Deutschland in immer größerem Umfang. Bis man jedoch einfach zum Arzt seiner Wahl geht und auf Wunsch die ersehnte Immunisierung bekommt, wird es wohl noch etwas dauern. Um nun einen geordneten Ablauf der Impfungen und eine sichere Übergangszeit zu garantieren, sind alle Bürger aufgefordert sich selbst für die Impfkampagne zu registrieren. Damit Sie sicher an Ihren Termin kommen, räumen wir alle Unklarheiten aus.

Der Weg zur Corona-Impfung erscheint auf den ersten Blick komplex. Viele Regeln und Verfahren bestimmen, wann und wo man den Schutz erhält. Darüber muss sich der einzelne Bürger zum Glück nicht den Kopf zerbrechen - das übernehmen Algorithmen und die Behörden. Wenn Sie eine Corona-Impfung erhalten und erfolgreich durchführen wollen, müssen Sie grundsätzlich diese sechs Schritte befolgen:

  1. Anmeldung bei einem Impfzentrum oder Arzt
  2. Nachweise sammeln, falls benötigt
  3. Termin nach Erhalt bestätigen
  4. Dokumente zum Termin mitnehmen
  5. Impfausweis gut aufbewahren
  6. Zum zweiten Termin den Impfausweis mitnehmen

Wo kann ich mich zum Impfen anmelden?

Im Grunde genommen gibt es drei Wege, um sich für eine Impfung bei den öffentlichen Impfzentren zu registrieren:

  • Zentrales Impfportal
  • Örtliches Impfzentrum
  • Bundesweite Hotline

Der erste ist die Anmeldung über das zentrale Impfportal des Freistaats Bayern. Dort legt man zunächst einen Account an und gibt Informationen für die Einstufung in der Impfreihenfolge an. Das zentrale Portal ordnet registrierte Personen dem Wohnort entsprechend dem jeweiligen Impfzentrum zu. Der Account und die damit verbundenen Informationen können auch wieder gelöscht werden.

Zweitens gibt es die Möglichkeit, sich telefonisch beim örtlichen Impfzentrum anzumelden. Eine Übersicht der Zentren und der Telefonnummern findet man auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege unter "Terminvergabestellen in Bayern (nach PLZ)"

Zuletzt gibt es eine bundesweit eingerichtete Hotline unter der Nummer 116 117. Die Hotline verbindet Sie direkt mit dem für Sie zuständigen Impfzentrum. Sie ist aktuell von 8 bis 22 Uhr an sieben Tagen in der Woche zu erreichen.

Da alle drei Verfahren im gleichen System landen und auf einen Impftermin im örtlichen Impfzentrum hinauslaufen, sollte man sich für eine der Varianten entscheiden. Eine mehrfache Anmeldung ergibt hier keinen Sinn.

Kann ich die Impfung bei meinem Arzt bekommen?

Seit Ostern werden Impfstoffe gegen das Coronavirus auch an Hausärzte verteilt. Es ist also im Moment möglich, die Impfung bei seinem Hausarzt zu bekommen. Da die Ärzte auch an das Priorisierungsverfahren gebunden sind, ist hierfür eine Anmeldung notwendig - ähnlich wie bei den Impfzentren.

Die Registrierung beim Hausarzt kann zusätzlich zur Registrierung bei der zentralen Impfstelle vorgenommen werden. Die Systeme sind unabhängig voneinander und Hausärzte besitzen sogar etwas Spielraum bei der Impfreihenfolge. So kann es sein, dass man seinen Impftermin beim Hausarzt noch vor dem im Impfzentrum bekommt.

Stand 19.04. stehen noch nicht genügend Impfstoffe zur Verfügung, dass Arztpraxen einfach auf Nachfrage Impfungen an jeden vergeben können. Man sollte sich also frühzeitig anmelden.

Wann bin ich mit dem Impfen dran?

Ist man einmal registriert, richtet sich der Zeitpunkt der Impfung nach einer Risikoeinstufung, der sogenannten Priorisierung. Personen mit hohem Risiko und Menschen, welche viel mit ihnen zu tun haben, sind zuerst an der Reihe. Diejenigen mit geringerem Risiko kommen danach. 

Kriterien für die Einstufung sind beispielsweise das Alter, der Gesundheitszustand, die gesellschaftliche Relevanz des Berufes und so weiter. Genaue Details über die Einstufung in Prioritätsgruppen finden Sie auf der Info-Website der Bundesregierung zur Corona-Schutzimpfung. Auch ein Blick auf die Seite Ihres Landratsamtes kann sich lohnen: In Regionen mit besonders hohen Inzidenzen, zum Beispiel an der Grenze zu Tschechien, wurde die Impfreihenfolge bereits gelockert. Grob lassen sie sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Höchste Priorität: Menschen über 80, Personen mit sehr hohem Risiko für einen schweren Verlauf, medizinisches Personal in Kontakt mit Corona oder Risikogruppen
  • Hohe Priorität: Menschen über 70, Personen mit hohem Risiko für schweren Verlauf, enge Kontaktpersonen, Einsatz- & Rettungskräfte, Personen in stationären Einrichtungen
  • Erhöhte Priorität: Menschen über 60, Personen mit erhöhtem Risiko für schweren Verlauf, Personen in gesellschaftlich relevanter Position, sonstige Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko

Ist man in der Impfzentrale registriert, erhält man eine SMS oder Mail zur Vereinbarung eines Impftermins. Der Zeitpunkt hängt von der individuellen Einstufung ab. Man bestätigt diesen Termin per Klick auf den gesendeten Link. Lässt man sich bei einem Arzt impfen, kann die Mitteilung auf unterschiedliche Art erfolgen. Die Ärzte geben die Auskunft hierüber im Anschluss an die Registrierung.

Welche Dokumente benötige ich für die Impfung?

Am wichtigsten ist die Terminbestätigung. Falls vorhanden, sollte auch der Impfausweis zu der Impfung mitgebracht werden, denn die Corona-Schutzimpfung wird, wie jede andere Impfung auch, im Impfausweis oder in einer Impfbescheinigung dokumentiert. 

Wurde man aufgrund einer Krankheit, einer Tätigkeit oder engem Kontakt höher eingestuft, sollten auch wichtige Unterlagen nicht fehlen:

  • Herzpass
  • Diabetikerausweis
  • Medikamentenliste
  • Nachweis über Tätigkeit in Form einer Bestätigung des Arbeitgebers oder ein Dienstausweis
  • Bestätigung für enge Kontaktpersonen

Je nachdem welche Gründe man für eine höhere Einstufung der eigenen Person angegeben hat, benötigt man entsprechende Formulare. Ist man beispielsweise eine enge Kontaktperson für einen Pflegefall, so muss dies auch bescheinigt werden. Die Formulare oder entsprechende Anweisungen erhält man nach der Registrierung.

Wann sollte ich mich für eine Impfung anmelden?

Da eine Impfung nur auf freiwilliger Basis geschieht, müssen sich Interessierte früher oder später eigenständig anmelden. Je früher dies geschieht, desto höher ist die Chance auf einen zeitigen Impftermin. Gerade bei Hausärzten kann es sein, dass auch Personen mit niedrigerer Risikoeinstufung in der Reihenfolge nach vorne rücken. Die Ärzte müssen bei der Reihenfolge nur ihre eigenen Patienten beachten, anstatt auf den gesamten Fortschritt, wie es bei den Impfzentren der Fall ist.

Was muss ich vor der Impfung beachten?

Wie bei jeder anderen Impfung sollte man dem Personal vor der Impfung alle relevanten Informationen mitteilen. Das könnte beinhalten:

  • Vorerkrankungen
  • Allergien
  • Beeinträchtigungen des Immunsystems
  • Schwangerschaft oder Schwangerschaftsplanung
  • Stillzeit
  • Vorliegen von Medikamentallergien

Diese Dinge sollten bereits vor der Impfung mit der Einverständniserklärung formal erfasst werden. Ist Ihnen ein persönlicher Risikofaktor bekannt, welcher nicht abgefragt wurde, dann teilen Sie diesen unbedingt mit! Sollten Sie zu Medikamentallergien neigen oder Kreislaufprobleme nach dem Verabreichen von Spritzen bekannt sein, kann Sie das Personal auch ein paar Minuten länger da behalten, um Ihren Gesundheitszustand unmittelbar nach der Impfung im Auge zu behalten.

Worauf muss ich nach der Impfung achten?

Nach der Impfung sollte man zunächst ein Auge auf ungewöhnliche Nebenwirkungen haben. Leichte bis moderate Schmerzen an der Einstichstelle, körperliche Erschöpfung und Kopfschmerzen können auftreten und sollten innerhalb von wenigen Tagen komplett abklingen. Nebenwirkungen über das übliche Spektrum der körperlichen Erschöpfung hinaus sind extrem unwahrscheinlich, sollten jedoch unmittelbar dem Hausarzt gemeldet werden.

Da eine Impfung das Immunsystem stimuliert, kann es durch die erhöhte Bereitschaft auch zu leichtem Fieber kommen. Ist das der Fall, können fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Auch hierbei kann der Arzt beraten.

Im Regelfall spricht nichts gegen körperliche Betätigung nach einer Impfung, übertreiben sollte man es allerdings nicht. Extreme Ausdauer- und Kraftsportarten sollten in den darauffolgenden Tagen vermieden werden, bis eventuelle Nebenwirkungen abgeklungen sind. Ansonsten kann es passieren, dass sich unerwünschte Nebeneffekte verstärken, da der Körper stärker belastet wird.

Auf Alkoholkonsum sollte nach der Impfung ebenfalls verzichtet werden. Als Richtlinie können drei Tage genommen werden. Alkohol beeinträchtigt das Immunsystem des Körpers und schwächt die Reaktion auf die Impfung. Wie sich das auf die Wirksamkeit auswirken kann, lesen sie hier: "Darum sollten Sie nach der Corona-Impfung auf Alkohol verzichten"

Ob man nach einer Impfung noch ansteckbar ist, oder das Virus an andere Menschen weitergeben kann, ist Stand 21.04.2021 noch nicht wirklich erforscht. Hierzu liegen noch zu wenige Daten vor, welche jedoch in den kommenden Wochen und Monaten vorhanden sein werden.