• Können sich werdende Mütter bedenkenlos gegen Corona impfen lassen?
  • Stiko spricht über eine Impfempfehlung für Schwangere
  • In den USA werden schwangere Frauen bereits gegen Covid-19 geimpft

Laut einer Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (Stiko) kann eine Impfung gegen Covid-19 Schwangeren empfohlen werden, die Vorerkrankungen oder ein "erhöhtes Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände" haben. In der fünften Aktualisierung der Stiko-Impfempfehlung heißt es nun: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden."

Stiko über Impfung für Schwangere: Noch keine uneingeschränkte Empfehlung möglich

Marianne Röbl-Mathieu, Stiko-Mitglied und Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), bezeichnet die Anpassung als "Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung großzügig empfehlen kann."

Hierfür können Schwangere, die sich nicht von ihrem Frauenarzt impfen lassen können, ein Schreiben bei ihrem Hausarzt oder im Impfzentrum vorlegen, dass sie zur Impfung berechtigt. Sie werden nach Ansicht von Röbl-Mathieu wie ihre Kontaktpersonen in Priorisierungsgruppe 2 eingeordnet.

Eine uneingeschränkte Impfempfehlung stellte die Stiko bisher jedoch nicht aus. "Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen", so Röbl-Mathieu. Daraus könne man aber nicht folgern, dass die Stiko ein erhöhtes Risiko für Schwangere befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.

In den USA werden Schwangere schon länger bevorzugt gegen Covid-19 geimpft

In den USA haben sich inzwischen mehr als 100 000 Schwangere impfen lassen. Eine US-Studie zeigt, dass gebildete Antikörper an das Baby weitergetragen werden und auch in der Muttermilch zu finden sind. 

Schwangere wurden in ersten Zulassungsstudien nicht berücksichtigt, weshalb die Stiko bisher auf eine Empfehlung der Impfung für Schwangere verzichtet hat. Fachgesellschaften dagegen sprachen sich schon länger für eine Impfung in besonders risikoreichen Fällen aus.

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