• Totimpfstoffe gegen Corona: Viele Skeptiker haben sehnlich darauf gewartet
  • Novavax wird in Deutschland nun verimpft: Ist das Vakzin wirklich ein Totimpfstoff?
  • Was steckt hinter der Behauptung, Novavax sei keiner?

Was ist eigentlich ein Totimpfstoff? Obwohl einige Menschen auf die Corona-Impfstoff-Alternative warten, können wahrscheinlich die wenigsten Skeptiker diese Frage beantworten.  Das Vakzin des Herstellers Valneva befindet sich noch im EU-Zulassungsverfahren. Der "Totimpfstoff" von Novavax wird nun in Deutschland bereits verimpft. Letzterer soll nun angeblich gar kein Totimpfstoff sein. Was steckt hinter der Behauptung?

Novavax kein Totimpfstoff? Experten werfen Zweifel auf

In der öffentlichen Debatte werden die Impfstoffe von Novavax und Valneva als sogenannte Totimpfstoffe bezeichnet, um sie von anderen Impfstoffen - wie mRNA-Impfstoffen oder Vektor-Impfstoffen - abzugrenzen. In den Sozialen Medien äußerte sich Impfstoffexperte Professor Florian Krammer kürzlich zum Vakzin von Novavax: "Kann man bitte aufhören den Impfstoff von Novavax als Totimpfstoff zu bezeichnen? Es ist ein rekombinanter Proteinimpfstoff. Dafür wird das Spike Protein mithilfe von Baculoviren in Mottenzellen hergestellt und dann mit Matrix-M Adjuvant (ein Saponin) formuliert."

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stimmte dem Experten daraufhin zu. Er sei der Meinung, der Impfstoff werde nur als "Totimpfstoff" bezeichnet, weil viele Impfskeptiker genau auf diese Art Vakzin warten.

Aber warum warten so viele auf den Totimpfstoff? 

Was genau ist ein Totimpfstoff eigentlich - und wie unterscheidet er sich von anderen Vakzinen?

Totimpfstoffe unterscheiden sich von Lebendimpfstoffen nur dadurch, dass abgetötete Teile eines Erregers verabreicht werden, die sich im Körper nicht vermehren können. Eigentlich ist das auch bei Vektor- und mRNA- Impfstoffen der Fall. Anders ist es bei Lebendimpfstoffen wie beispielsweise den Vakzinen, die wir gegen Masern, Mumps oder Röteln kennen: Hier wird der komplette, abgeschwächte Erreger verimpft. Dieses Vorgehen ruft eine Immunreaktion des Körpers hervor, die meist ein Leben lang anhält.

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Der entscheidende Unterschied zu den mRNA-Impfstoffen ist also nicht, dass es sich bei Novavax um einen Totimpfstoff handelt, sondern, dass das Vakzin im Gegensatz zu den Impfstoffen von Biontech und Moderna keinen genetischen Bauplan für das Spike-Protein des Virus enthält. 

Streng genommen ist der Impfstoff von Novavax also ein sogenannter proteinbasierter Impfstoff. Die Virenproteine werden hier künstlich erzeugt und zwar meist in Mottenzellen. Durch einen Wirkungsverstärker lösen diese Virenproteine dann beim Geimpften eine Immunreaktion aus. Valneva dagegen ist tatsächlich ein klassischer Totimpfstoff. Hier wurden Coronaviren in einer Zellkultur vermehrt, abgetötet und dann erst verimpft. Auch hier kommt ein Wirkungsverstärker zum Einsatz, um das Immunsystem auszulösen. Durch die Wirkungsverstärker könne es nach Expertenmeinung zu starken Impfreaktionen kommen. 

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