Seit Montag (28.12.2020) wird nach ersten Startschwierigkeit in ganz Franken gegen das Coronavirus und die daraus resultierende Covid 19-Erkrankung geimpft. In Bayern haben aktuell 43.000 Menschen die erste Corona-Impfung erhalten (Stand 02.01.2021). Doch viele sind noch unentschlossen. Warum sollte man sich impfen lassen, wie bekommt man mit, ob man impfberechtigt ist, welche Nebenwirkungen sind zu erwarten und gibt es einen Impfstoff für Kinder? InFranken.de gibt Antworten auf die meist gestellten Fragen rund um das Coronavirus. 

1. Warum sollte ich mich gegen Covid-19 impfen lassen?

Die Impfung soll in erster Linie den Geimpften vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen, und damit vor einer Erkrankung an der Lungenkrankheit Covid-19. Diese kann einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf nehmen. Selbst wenn eine Infektion mit dem Coronavirus symptomlos verläuft, kann der Betroffene seine Mitmenschen unbewusst anstecken. Eine Impfung soll helfen, die aktuelle Pandemie einzudämmen. Alle Informationen zur Corona-Lage in Deutschland finden Sie in unserem Live-Ticker. Laut RKI zeige der erste in Deutschland zugelassene Impfstoff von Biontech/Pfizer eine sehr hohe Wirksamkeit. Studien zeigten, dass der Impfstoff einen bis zu 95 prozentigen Schutz vor einer Corona-Infektion bietet. Eine sogenannte Herdenimmunität in der Bevölkerung würde laut mathematischen Modellen wohl erst ab einer Impfquote von circa 70 Prozent bestehen. 

2. Wie lange wirkt die Impfung?

Nach der ersten Impfung, muss die Person 21 Tage später eine zweite Dosis erhalten, erst dann ist der Impfschutz vollständig. Laut RKI müsse die Impfserie nicht neu begonnen werden, wenn der Abstand zwischen den beiden Impfungen mehr als die vorgegeben 21 Tage beträgt. Wichtig: Die zweite Impfung sollte mit dem gleichen Wirkstoff erfolgen wie die erste Dosis - auch wenn in der Zwischenzeit ein weiterer Impfstoff zugelassen wurde. Wie lange die Impfung tatsächlich vor einer Erkrankung an Covid-19 schützt, ist aktuell noch nicht klar. Dazu sind längere Studien nötig. 

3. Kann ich trotz Impfung andere mit dem Coronavirus anstecken?

Auch diese Frage ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings stellt das RKI klar, dass der Impfstoff einen "sehr guten individuellen Schutz vor der Erkrankung" bietet. Solange die Frage nach einer Erregerübertragung nicht abschließend geklärt ist, sind auch die aktuellen Debatten rund um mögliche Lockerungen für Geimpfte nicht umzusetzen.

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4. Warum werden Senioren zuerst geimpft?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat einen Impfplan vorgelegt, laut welchem zunächst die Altersgruppe ab 80 Jahren sowie Bewohner und Personal von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden. Der Grund dafür ist, dass vor allem schwere bis tödliche Verläufe einer Covid-19-Erkrankung verhindert werden sollen. Laut RKI gelten zwar auch Menschen mit Vorerkrankungen als Risikogruppe, doch je älter eine Person ist, desto größer ihr Risiko schwer zu erkranken. 

5. Warum gibt es keinen Impfstoff für Kinder?

Für Kinder unter 16 Jahren wurden aktuell noch keine Impfstudien durchgeführt. Prinzipiell ist ein Impfstoff für Kinder geplant, allerdings sind laut RKI Kinder aus ethischen Gründen nicht für frühe Tests vorgesehen. Zudem soll der Impfstoff zunächst die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen schützen, das sind vor allem ältere Menschen. Außerdem legen Studien nahe, dass Kindergarten- und Schulkinder keine Infektionstreiber sind. Sie scheinen weniger häufig und stark zu erkranken als Erwachsenen. Die Hoffnung ist auch, dass sich ausreichend Erwachsene gegen das Coronavirus impfen lassen und durch eine Immunität in der Bevölkerung auch die Kinder mit schützen. 

6. Wann kann ich mich impfen lassen und wer sagt mir Bescheid?

Impfinteressierte müssen in Bayern selbst aktiv werden und sich an das zuständige Impfzentrum am eigenen Wohnort wenden. Eine Übersicht aller Impfzentren in Bayern samt Anschrift finden Sie auf unserer interaktiven Karte. Wer sich impfen lassen möchte, kann sich aber auch an die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 wenden, um ans zuständige Impfzentrum weitergeleitet zu werden. Ein Online-Portal zur Anmeldung ist für den Januar geplant. Termine in den Impfzentren werden vorerst nur an die priorisierte Personengruppe vergeben. Diese Priorisierung sieht wie folgt aus: 

  • Höchste Priorität: Über 80-Jährige; Bewohner und Angestellte von Senioren- und Pflegeheimen; medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko (Notaufnahme, Impfzentren, etc.).
  • Hohe Priorität: Über 70-Jährige;  Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung; nach Organtransplantationen; enge Kontaktpersonen der Genannten sowie von Schwangeren; medizinisches Personal mit hohem Risiko (Blutspendedienste, Corona-Testzentren); Polizei- und Ordnungskräfte; Beschäftigte, der Krankenhausinfrastruktur; Bewohner und Beschäftigte  in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen.
  • Erhöhte Priorität: Über 60-Jährige; Personen mit chronischen Erkrankungen (Adipositas, Nierenerkrankung, Lebererkrankung, Immundefizienz, HIV, Diabetes, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD, Asthma, Autoimmunerkrankungen, Rheuma); Personen aus Justiz, Regierung und Verwaltung; Erzieher und Lehrer; Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen. (Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Stand: 30. Dezember 2020).

7. Welche Nebenwirkungen hat der Impfstoff?

Prinzipiell ist wichtig zu sagen, dass jedes Medikament und jeder Impfstoff Risiken hat. Vor einer Zulassung wird überprüft, ob der Nutzen des Impfstoffes das Risiko überwiegt. Das sei bei dem Corona-Impfstoff laut RKI der Fall. Studien zum Biontech/Pfizer-Impfstoff zeigten folgende Nebenwirkungen:
In der Altersgruppe 16-55 Jahre berichteten 83 Prozent der Geimpften, aber auch 14 Prozent der Teilnehmer aus der Placebo-Gruppe von lokalen Reaktionen. Also von Schmerzen an der Einstichstelle, 6 Prozent klagten über eine Schwellung. Weitere Nebenwirkungen waren Abgeschlagenheit (Impf-Gruppe: 47 Prozent, Placebo-Gruppe: 33 Prozent), Kopfschmerzen (Impfgruppe: 42 Prozent, Placebo-Gruppe: 34 Prozent), Muskelschmerzen (Impf-Gruppe: 21 Prozent, Placebo-Gruppe: 11 Prozent). Schwere Reaktionen traten in der Impf- sowie der Placebo-Gruppe gleich häufig auf. Als impfbezogen wurden laut RKI vier Fälle kategorisiert. Dabei handelte es sich um eine Schulterverletzung; axilläre Lymphadenopathie (Lympfknotenschwellung); paroxysmale ventrikuläre Arrhythmie (Herzrhythmusstörungen); Parästhesie (Fehlempfindung) des rechten Beins. Es kam in keiner der beiden Gruppen zu Todesfällen.  Sollten nach einer Corona-Impfung Nebenwirkungen bemerkt werden, können diese unter https://nebenwirkungen.bund.de gemeldet werden. Selbst eine enorme Überdosierung wie in den vergangenen Tagen in Stralsund geschehen zeigte keine lebensbedrohlichen Nebenwirkungen. 

8. Verändert der mRNA-Impfstoffe unser Erbgut?

Nein, der Corona-Impfstoff enthält genetische Informationen des Coronavirus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA). Gespritzt, regen die mRNA das menschliche Immunsystem an, damit es gezielt Antikörper gegen SARS-CoV-2  bildet. Laut RKI wird die mRNA nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie steht nicht in irgendeinem Zusammenhang mit dem menschlichen Erbgut, wird nicht in DNA umgebaut und hat demnach auch keinen Einfluss auf die menschliche DNA. 

9. Wer darf sich NICHT impfen lassen?

Der Impfstoff ist für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht zugelassen. Diese dürfen nicht geimpft werden. Für eine Impfung in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit gibt es noch zu wenige Daten, daher empfiehlt das RKI in so einem Fall eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung. Bei Erkältungen (Fieber über 38,5 Grad) oder anderweitig akuten Erkrankungen, sollte erst geimpft werden, wenn die Person wieder gesund ist. Sowohl in den USA als auch in Großbritannien kam es bei der Impfung in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen. Wer bereits auf Impfungen (z.B. gegen Grippe) allergisch reagiert hat oder unter anderweitigen Allergien und Überempfindlichkeiten leidet, sollte dies vor der Impfung unbedingt dem Arzt mitteilen. So kann der Mediziner den Patienten nach der Impfung etwas länger beaufsichtigen, um bei einer eventuellen allergischen Reaktion eingreifen zu können. 

10. Wenn ich bereits mit dem Coronavirus infiziert war, muss ich mich dann impfen lassen?

Aktuell ist noch nicht abschließend geklärt, wie lange eine Person nach einer bereits überstandenen Infektion mit dem Coronavirus immun gegen eine erneute Erkrankung ist. Prinzipiell gehen Forscher erstmal davon aus, dass grundsätzlich eine Immunität besteht. Laut RKI müssen sich Menschen, die bereits erkrankt, waren vorerst nicht impfen lassen. Das RKI stellt aber auch klar: "Bei unbemerkt durchgemachter Infektion ist eine Impfung jedoch nicht schädlich."

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