• Neuer Corona-Impfstoff  Valneva unterscheidet sich drastisch von anderen Impfstoffen
  • Valneva soll Impf-Skeptiker überzeugen
  • Valneva ist der einzige in Zulassung befindliche Totimpfstoffe in Europa

Kann der neue Impfstoff von Valneva auch Impf-Skeptiker überzeugen? Die Impf-Debatte rund um Schutzimpfungen gegen das Coronavirus "SARS-CoV-2" ist gerade in Deutschland extrem aufgeheizt. Auf der einen Seite stehen ganze Länder mit einer hohen Impfquote, wie Dänemark mit mehr als 80 Prozent Geimpften (Anteil der Gesamtbevölkerung) und aufgehobenen Infektionsschutzmaßnahmen. Auf der anderen, Menschen mit Sorgen vor den Impfstoffen, weil sie nicht von der Sicherheit überzeugt sind, oder schlichtweg darauf vertrauen, dass sich ausreichend andere Menschen impfen lassen. So soll eine eigene Impfung überflüssig werden. Der neue Impfstoff von Valneva könnte auch Impf-Skeptiker überzeugen.

Neuer Impfstoff Valneva: Totimpfstoff bringt entscheidenden Vorteil mit

Die neueste Hoffnung vieler Impf-Skeptiker und Wissenschaftler sowie Wissenschaftlerinnen ist nun der Impfstoff von Valneva, weil er sich in einem Punkt drastisch von den anderen Vakzinen unterscheidet. Der Impfstoff von Valneva setzt nicht wie Biontech/Pfizer, Johnson und Johnson oder Moderna auf neue Impf-Entwicklungen, sondern bedient eine Jahrzehntelang erprobte Art der Impfung: die sogenannte "Tot-Impfung". 

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Bei der sogenannten Tot-Impfung werden abgetötete Virus-Zellen mit dem Impfstoff in den Körper injiziert. Der Körper reagiert auf diese, bereits abgetöteten, Impfstoffe, mit entsprechenden Antikörpern, die den Geimpften vor einem schweren Corona-Verlauf in Verbindung mit einem Krankenhaus-Aufenthalt schützen sollen. Die mit einer Tot-Impfung verabreichen Viruszellen können sich nicht mehr vermehren und stellen daher auch keine Gefahr dar. Die Art der Totimpfung findet bereits bei Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus oder auch der Grippe regelmäßig Anwendung. 

Sprich: Bei der Valneva-Impfung wird der Krankheitserreger des Virus Sars-CoV-2 chemisch inaktiviert. Zusätzlich werden dem Impfstoff Wirkverstärker zugefügt. Die Folge: Der Körper produziert Antikörper, ohne dass die Krankheit ausbrechen kann. In der ganzen Europäischen Union befindet sich derzeit nur ein Totimpfstoffe im Zulassungsverfahren. Der Impfstoff von Valneva, genannt "VLA2001": Entwickelt wird der Impfstoff von der französisch-österreichischen Firma Valneva. Die Herstellung soll in Schottland stattfinden, abgefüllt werden soll das Vakzin in Schweden.

Corona-Impfstoff Valneva: Wann kommt die Zulassung?

Die Zulassung des Impfstoffs befindet sich in der finalen dritten Phase, und seit August auch in einem sogenannten "rollenden Verfahren" in Großbritannien. Dabei bewerten die Expertinnen und Experten der Gesundheitsbehörde MHRA (Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency) die erhobenen Daten schon, bevor die Tests abgeschlossen sind. Damit kann die Gesundheitsbehörde schneller auf einen anstehenden Zulassungsantrag reagieren, und muss bei dem Antrag nicht erst beginnen, die Daten zu sichten. Im Vorfeld der dritten Testphase hatte England mehr als 100 Millionen Impfdosen des neuen Vakzins bestellt. Österreich 1,2 Millionen, Deutschland 11 Millionen. Am Dienstag, 14. September, stornierte Großbritannien jedoch seine Bestellung des Impfstoffs vollumfänglich.

Zu den Gründen äußerte sich der britische Gesundheitsminister mit der Aussage, dass bereits klar gewesen sei, dass Impfstoff im Land nicht zugelassen werden würde. "Es gibt kommerzielle Gründe, warum wir den Vertrag gekündigt haben, aber was ich Ihnen sagen kann, ist, dass uns auch klar war, dass der fragliche Impfstoff, den das Unternehmen entwickelte, von der MHRA hier im Vereinigten Königreich nicht zugelassen werden würde", erklärte er bei einer Stellungnahme. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte eine französische Regierungsquelle, "dass die Gespräche zwischen Valneva und der Europäischen Kommission andauern" und fortgeschritten seien. "Die EU ist immer noch an diesem Impfstoff interessiert", erklärte der Sprecher. 

In Sondierungsgesprächen einigten sich die Europäische Union und das Unternehmen auf einen Vertrag, laut dem alle Mitgliedsstaaten ein Recht auf gemeinsam 30 Millionen Impfdosen haben. Auch eine Option auf weitere 30 Millionen Impfdosen sei vertraglich festgehalten. Ein Sprecher des französisch/österreichischen Unternehmens Valneva erklärte indes, dass die britische Regierung am Montag dem Unternehmen vorgeworfen habe, gegen Verpflichtungen aus der Liefervereinbarung verstoßen zu haben. Valneva wies diesen Vorwurf entschieden zurück.

Valneva-Chef appelliert jedoch: "Jede Impfung besser als keine Impfung"

Das Bio-Tech-Unternehmen Valneva erklärte zudem, dass man weiterhin damit rechne, noch in diesem Jahr eine Erstzulassung zu bekommen. "Valneva bleibt weiter engagiert bei der Entwicklung von VLA2001 und wird sich verstärkt um andere mögliche Kunden bemühen", so ein Sprecher des Unternehmens. 

Laut den Forschenden von Valneva seien zwei Impfungen in einem Zeitraum von 28 Tagen notwendig, um gegen das Coronavirus geschützt zu sein. Ebenfalls wahrscheinlich ist, dass der Impfstoff von Valneva als Auffrischungsimpfstoff genutzt werden wird. Die Wirkung anderer Impfstoffe verliere mit der Zeit an Wirkung. Daher laufen seit September die Corona-Drittimpfungen für Risikogruppen. Jens Spahn (CDU), der Bundesgesundheitsminister, wolle mittelfristig jedem ein solches Impfangebot unterbreiten können.

Schon vor den Streitigkeiten mit der britischen Regierung sagte der Chef von Valneva, Thomas Lingelbach, man solle sich mit dem Impfstoff immunisieren lassen, der gerade zur Verfügung stehe. "Bei Corona ist jede Impfung besser als keine Impfung", hielt er im Gespräch mit ORF-Radio fest. "Ich versuche jeden, mit dem ich rede, dazu zu ermutigen, sich impfen zu lassen und nicht auf diesen Impfstoff zu warten", fügte er hinzu.

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