• Studien mit neuen Ergebnissen zur Corona-Immunität
  • Antikörper könnten mehrere Jahre vor Covid-19 schützen
  • Ergebnisse auch für Impfstoffforschung von Bedeutung

Bin ich nach einer Corona-Infektion gegen das Virus geschützt? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler bereits seit Beginn der Pandemie und bisher waren die Meinungen gespalten: Auf der einen Seite immer wieder von Antikörpern und Immunität die Rede ist, andererseits häufen sich die Fälle von Corona-Zweitinfektionen. Neue Studien versuchen Klarheit zu schaffen und kommen zu einem Ergebnis: Eine Immunität gegen das Coronavirus könnte deutlich länger anhalten, als bisher angenommen.

Covid-19-Antikörper: Infektionsschutz durch das Immungedächtnis

Das "Imperial London College" hat vor einiger Zeit darüber berichtet, dass die Anzahl an Sars-CoV-2 Antikörpern im Blut bereits wenige Monate nach der Infektion stark absinken würde. Die logische Schlussfolgerung wäre, dass mit dem Absinken des Antikörperspiegels das Risiko einer Zweitinfektion wieder zunehmen würde. 

Dabei wird oftmals das Immungedächtnis unseres Körpers außen vor gelassen. Es dient als Schutzmechanismus bei wiederkehrenden Krankheiten.

Im Falle einer Zweiterkrankung reagieren sogenannte B- und T-Lymphozyten mit einer Abwehrreaktion und beschleunigen den Aufbau neuer Antikörper. Die T- und B-Zellen dienen in unserem also als kleine Fabriken für Antikörper.

Neue Studien: Immungedächtnis funktioniert auch bei Corona

Dass dieses immunologische Gedächtnis auch bei Sars-CoV-2 gute Dienste leisten kann, hat eine Studie des "La Jolla Institute for Immunology" aus Kalifornien festgestellt.

Dort wurden 185 Patienten untersucht, die eine Corona-Infektion bereits erfolgreich hinter sich gebracht hatten. Der größte Teil der Probanden besaß auch acht Monate nach der Infektion noch eine ausreichende Menge an T-Zellen, um eine Covid-19-Zweitinfektion abzuwehren. "Dieses Ausmaß an Gedächtnis schützt wahrscheinlich die überwiegende Mehrheit der Menschen für viele Jahre davor, schwer zu erkranken", schreibt Shane Crotty, Leiter der Studie.

Ein weiterer Studienbericht aus den USA spricht ebenfalls von einer langanhaltenden Corona-Immunität. Die New York Times berichtet von Forschungsergebnissen, die davon ausgehen, dass die Antikörper nach einer überstandenen Corona-Infektion bis zu ein Jahr lang vor dem Virus schützen können.

Doch die Studienresultate sind nur mit Vorsicht zu genießen: Beide Berichte wurden bisher nur in auf Preprint-Servern veröffentlicht und sind somit noch nicht von anderen Forschern wissenschaftlich überprüft worden.

Experten vertrauen auf Studien: Immunsystem könnte Langzeitschutz bilden

Dennoch werden derartige Studien von Wissenschaftlern als Beleg für die Wirksamkeit des menschlichen Immunsystems angesehen. Experten gehen davon aus, dass der menschliche Körper durchaus in der Lage sein sollte, eine  jahrelange  oder sogar dauerhafte Immunabwehr gegen Sars-CoV-2 aufzubauen. Die Immunologin Akiko Iwasaki der "Yale University" in New Haven zeigte sich im Interview mit der New York Times über die neusten Studienerkenntnisse durchaus euphorisch: "Das sind großartige Neuigkeiten". Jedoch sei sie von den Ergebnissen wenig überrascht, da die Immunreaktion des Körpers auch "genau das ist, was auch passieren soll."

Das macht Hoffnung und könnte auch für die Impfstoffforschung von Bedeutung sein. Eine Impfung funktioniert wie die Schulung des körpereigenen Immunsystems. Ein gutes immunologisches Gedächtnis ist dabei zentraler Bestandteil. Immunologe Danny Altmann vom "Imperial College London" schreibt: "Während die natürliche Infektion zu einem schlechten Immungedächtnis führen kann, das möglicherweise nicht von Dauer ist, gibt Ihnen der Impfstoff ein starkes dauerhaftes Gedächtnis".

Unternehmen wie "Biontech" arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung und Produktion eines effektiven massentauglichen Corona-Impfstoffs. Damit könnte auch das Ende des Lockdowns eingeleitet werden. Alle Corona-Regeln für das Bundesland Bayern finden Sie hier.

aa