Der Hamburger Lungenarzt Hans Klose vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf warnt eindringlich vor den Spätfolgen des Coronavirus. Nach einer Studie über Corona-Langzeitschäden geben ihm auch andere Ärzte recht: "Jetzt sagt meine Kollegin, der ich zustimme: Dieses Virus will ich auf keinen Fall bekommen. Covid-19 ist nicht nett, es führt zu sehr unangenehmen Folgeschäden", so der Mediziner gegenüber dem Hamburger Abendblatt

Das Virus könnte neben Senioren auch für Jüngere schwere Folgen mit sich bringen. Wie schwer diese Folgen tatsächlich sein können, das ist den wenigsten bewusst, so Klose weiter. "Ich habe einige Corona-Patienten gesehen, die wie ich Anfang 50 waren, die sind zwar nicht gestorben, hatten aber einen harten Verlauf“, erzählt er in dem Bericht. "Sie wurden längere Zeit beatmet, rutschten von 90 Kilo auf 60 Kilo ab, hatten keine Muskeln mehr und mussten erst mal wieder stehen und gehen lernen. Da ist man gut fünf Monate beschäftigt, um halbwegs wieder der Alte zu sein."

Corona-Spätfolgen: Studie mit erschreckendem Ergebnis

Klose arbeitete zuletzt an einer Studie über die Folgeerscheinungen des Coronavirus. Demnach untersuchte er Corona-Patienten mit verschiedenen Verläufen direkt nach der Erkrankungen und 12 bis 24 Monate später. Viele würden unter Luftnot leiden, die Muskulatur würde nicht mehr richtig funktionieren, berichtet der Focus über Kloses Ergebnisse. 

Die Studie brachte zudem auch Überraschungen ans Licht - allerdings keine erfreulichen: "Was wir nicht erwartet haben, sind die psychovegetativen Erscheinungen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen sowie Merk- und Gedächtnisstörungen", erklärt der Hamburger Lungenarzt. 

Für ihn seien deshalb die Hygienemaßnahmen und Corona-Regelungen oberstes Gebot. Wie der Focus schreibt, appelliert Klose: "Um ein normales Leben aufrechtzuerhalten, um Bereiche wie unsere Wirtschaft und die Schule am Laufen zu halten, müssen wir uns zusammenreißen und durchhalten bis zum Impfstoff.“