Vorsorgeuntersuchungen, die Erneuerung von Füllungen oder ein dringender Notfall - während der Corona-Krise stellt sich die Frage, wann es noch vertretbar ist, zum Zahnarzt zu gehen.

Seit dem erneuten Lockdown-Beschluss von Bund und Ländern sind viele verunsichert, wie sie sich korrekt verhalten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. 

Update vom 19.11.2020: Sollte ich derzeit auf den Zahnarztbesuch verzichten?

Laut dem Council of European Dentists (CED) sollen zahnärztliche Versorgungen auch während der Corona-Pandemie kontinuierlich aufrechterhalten werden. Dazu zählt auch die Durchführung präventiver Behandlungen. 

Auch das Informationszentrum Zahn- und Mundgesundheit (IZZ) weist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus in den Praxen zurück und verweist auf die hohen Hygienestandards in den Praxen. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer bestätigt, dass es seit Ausbruch der Corona-Pandemie keine nennenswerten Infektionszahlen in Zahnarztpraxen gegeben habe. Nach wie vor sollten je nach Möglichkeit die generellen Hygieneregeln eingehalten werden.

Corona-Krise: Auch Zahnarztpraxen leiden unter fehlender Schutzausrüstung

Aufgrund von fehlender Schutzausrüstung mussten bereits einige Praxen schließen, teilte die Bayerische Landes-Zahnärzte-Kammer mit. 
Durch diese Engpässe und das Vermeiden von Sozialkontakten bittet auch die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns aufschiebbare Behandlungen nach Ende der Schulschließung durchführen zu lassen.

Bei Notfällen besteht für den Zahnarzt eine Behandlungspflicht. Aber die Behandlung muss für den Arzt und dessen Personal zumutbar sein. Wenn beim Patienten also der Verdacht besteht, an Covid-19 erkrankt zu sein, muss abgewägt werden: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko? Und was ist der Grad des Notfalls?

"In den ersten Tagen nach einer Infektion sind die Viren vor allem im Rachenraum hoch konzentriert. Beim Bohren, wenn sich mit dem Wasser ein feiner Nebel bildet, könnten Viren auch aus dem Rachenraum und der Mundhöhle in die Luft gelangen", sagte Professor John Ziebuhr, Leiter des Instituts für Medizinische Virologie der Universität Gießen, der "Apotheken Umschau".

Wer sich nicht sicher ist, ob sein zahnärztliches Problem aufschiebbar ist, sollte das individuell mit seinem Zahnarzt abklären.

Ausgangsbeschränkung und Kontaktsperren sollen das Coronavirus eindämmen. Weiterhin erlaubt ist es, sich außerhalb der Wohnung sportlich zu betätigen - zumindest unter bestimmten Voraussetzungen. Wie groß ist die Gefahr einer Infektion für Jogger und Spaziergänger?