Ein YouTube-Video von einer hitzigen Corona-Maßnahmen-Kritik eines 34-Jährigen aus Bayern erobert die virtuelle Welt. Weil er in der Zeit unterwegs war, in der in Bayern die nächtliche Ausgangssperre gilt, wurde der Autofahrer am 4. Januar 2021 gegen 21.45 Uhr von Beamten der Polizei kontrolliert. Diese Angaben stammen aus dem Video, das der Mann bei YouTube hochgeladen hat.

Diese Kontrolle filmte der 34-Jährige, der zusammen mit einer Begleiterin unterwegs war, mit einer Handykamera. In der Folge drohen Martin G. aus Beilngries im Landkreis Eichstätt nun drei Verfahren, unter anderem auch wegen Beleidigung von Markus Söder. 

Was genau war passiert?

Im Video wird die sechseinhalb-minütige allgemeine Verkehrskontrolle des verärgerten Autofahrers gezeigt. Zu Beginn des Videos wird ganz klar erkenntlich, dass der Mann und seine weibliche Begleiterin das Video absichtlich vor der Polizeikontrolle starten. Anscheinend ist die gezeigte Verkehrskontrolle nicht die erste, schließlich sagt die weibliche Beifahrerin: "Und schon wieder...". Daraufhin fragt Markus G., ob das Video laufe und sagt in die Kamera, dass es losgehe.

 

Die Polizeibeamten verfolgten den Mann nahe der Stadt Beilngries und hielten ihn eine Dreiviertelstunde nach Beginn der in Bayern geltenden Ausgangssperre an. Schnell wollten die Beamten von dem Mann wissen, ob er einen "triftigen Grund" hätte, das Haus zu dieser Uhrzeit noch zu verlassen. Der 34-Jährige beharrte darauf, dass er selbstverständlich einen solchen triftigen Grund habe, diesen aber nicht nennen müsse. Die Polizei sei nun in der Beweispflicht, ihm nachzuweisen, keinen triftigen Grund zu haben.

Der 34-Jährige äußerte sich im weiteren Verlauf des Gesprächs enorm negativ über die geltenden Vorschriften, bezeichnete diese als "Müll" und "Schwachsinn". Zudem ärgerte sich über den "blöden Söder" und kritisierte, dass ihn die Polizei mit hoher Geschwindigkeit verfolgt hatte.

Mehr als eine Millionen Aufrufe bei YouTube

Für diese hitzige Diskussion erntete Martin G. im Internet deutlichen Zuspruch und wurde als "Mann des Tages" gefeiert. Sein Ärger über die Corona-Maßnahmen und den Ministerpräsidenten erhielt großen Respekt. Die Polizei fand die ausufernde Unterhaltung eher weniger achtungsvoll und bestrafte ihn mit drei Verfahren. Diese beziehen sich zum einen auf den Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung nach 21 Uhr und zum anderen auf die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes.

Das Strafverfahren der Beleidigungen gegen den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder werden jedoch erst in Gang gesetzt, wenn dieser auch einen Strafantrag gegen den wütenden Autofahrer stellt.

Weitere Informationen zu den geltenden Corona-Maßnahmen wie der 15-Kilometer-Regel finden Sie hier.