Aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 und den teils landesweiten Ausgangssperren in Europa und der Welt greifen etliche Leute vermehrt auch auf Online-Händler zurück. Der wohl größte globale Dienstleister Amazon* beschränkt seine Lieferdienste bereits in zwei europäischen Staaten und den USA. Nun ist auch Deutschland von Einschränkungen und der Priorisierung bestimmter Produkte betroffen.

 Lebensmittel und Drogerieartikel sind in diesen Tagen besonders gefragt . Deswegen bevorzugt Amazon nun auch in Deutschland solche Bestellungen, zunächst bis zum 5. April 2020 . Amazon geht diesen Schritt, um die Lieferversorgung sicherzustellen. Bei anderen, nicht lebenswichtigen Produkten kann es – etwa in den USA – dadurch zu Lieferzeiten von bis zu einem Monat kommen.

Bevorzugte Artikel für den Versand in Deutschland

Auf der Webseite von Amazon.de heißt es dazu*, dass man die Lieferung von Artikeln des täglichen Bedarfs sicherstellen will: „Aus diesem Grund priorisieren wir [Amazon.de] vorübergehend den Eingang von Waren für den täglichen Bedarf, medizinischen Verbrauchsgütern, Büchern sowie Artikel, die Sie zum Arbeiten von zu Hause benötigen könnten“. 

Laut Amazon sind folgende Artikel essentiell und damit bevorzugt für den Versand: 

  • Gesundheits- und Haushaltsartikel
  • Kosmetika
  • Babyprodukte
  • Lebensmittel
  • Artikel für Haustiere
  • Artikel für Industrie und Forschung

Ähnlich lange Lieferzeiten – wie in den USA von bis zu einem Monat – sind bis jetzt in Deutschland nicht in Sicht. inFranken.de führte eine  Stichprobe am Freitagmittag, 27. März 2020, anhand von fünf Bestseller-Artikeln durch.

In den Bereichen Herren-Bekleidung (Kapuzenpullover), Elektronik & Foto (Fire TV Stick), Möbel (Wandhalterung), Fitness & Sport (Widerstandsbänder) und Fahrradzubehör (Standpumpe) liefert Amazon.de* die Artikel im Durchschnitt in drei Tagen. Dabei schwanken die Lieferzeiten zwischen einem und sieben Tagen. Dieser kleine Test zeigt, dass die Lager noch recht gut gefüllt sein müssten, was sich allerdings auch im Laufe der Zeit ändern könnte.

Am 30. März haben wir erneut bei Amazon.de* bestellt: Wein, Kinderspielzeug, Trockenhefe und Einweghandschuhe. Bei sämtlichen Produkten - bis auf die Handschuhe sicher keine "essentiellen" Dinge - war der Lieferzeitraum mit Ende April bis Anfang Mai angegeben. Alle Artikel gingen aber bereits am Folgetag in den Versand, der Wein und das Spielzeug sind schon angekommen.

Es scheint, als würde Amazon.de vorsorglich einen längeren Lieferzeitraum angeben, obwohl die meisten Produkte vorrätig sind und auch die Lieferung selbst bislang nicht viel länger dauert als sonst.

Auswirkung auf Händler

Der Marktplatz und der eigene Geschäftsbereich werden getrennt bei Amazon geführt. Das bedeutet, dass der Marktplatz von Händlern für den Verkauf von Waren genutzt wird. Hier handelt Amazon.de* als Mittelsmann, teilweise übernimmt Amazon auch den Versand. Den eigenen Onlinehandel betreibt Amazon, indem sie eigene (auch eingekaufte) Waren verkaufen und versenden.

Dies bedeutet für Händler des Amazon Marktplatzes, dass besonders die Anlieferung von stark nachgefragten und essentiellen Artikeln bevorzugt wird. Andere Artikel werden auch noch von Amazon teils selbstständig angefragt, nur etwas weniger als üblich. Es handelt sich deswegen keineswegs um einen Anlieferungsstopp für alle anderen Artikel. 

 

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