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Youtube-Video: "Odysseus" warnt vor Coronavirus - was ist dran an den Behauptungen?

Der Youtuber "Odysseus" hat ein viel beachtetes Video zum Coronavirus veröffentlicht. Darin wirft er "den Medien" vor, gezielt Informationen zurückzuhalten. Was ist dran an den Behauptungen und wie glaubhaft ist das Video? inFranken.de klärt auf.
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"Gefährlicher als SARS" ist nur eine der Aussagen, die "Odysseus" in seinem Video getätigt hat. Beweise bleibt er allerdings schuldig. Screenshot: Youtube
"Gefährlicher als SARS" ist nur eine der Aussagen, die "Odysseus" in seinem Video getätigt hat. Beweise bleibt er allerdings schuldig. Screenshot: Youtube

Youtube-Video zu Coronavirus sorgt für Wirbel: Das Coronavirus beschäftigt Menschen aus allen Ländern und Bevölkerungsschichten. Inzwischen gibt es auch einen bestätigten Fall in Bayern. Mehr zur aktuellen Entwicklung und alle Hintergründe zum Coronavirus lesen Sie in unserem Ticker-Artikel. Aufgrund des aktuellen Interesses am Thema ist es auch kein Wunder, dass auf der Video-Plattform YouTube bereits zahlreiche Videos zum Coronavirus existieren. Eines davon ist von dem Video-Ersteller "Odysseus". Dieses Video verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Auf Facebook, Whatsapp und zahlreichen weiteren Youtube-Kanälen finden sich Kopien des Videos. Doch was ist dran an den Behauptungen, die "Odysseus" zum Coronavirus aufstellt?

Vielen Behauptungen, kaum Fakten

Odysseus beginnt sein Video mit der Behauptung, dass "die Medien" gezielt Informationen zurückhalten würden. Im weiteren Verlauf folgen dann Äußerungen, wie "23 Millionen infizierte Menschen" oder dass es sich bei dem Coronavirus "um eine stärkere Version des SARS-Virus" handeln würde. Diese Behauptungen kann er jedoch nicht mit Fakten stützen. Sein einziges Argument: Er habe "geheime" Informationen zugespielt bekommen.

Coronavirus schlimmer als SARS? Reine Panikmache

Dr. Sebastian Maurer-Stroh, stellvertretender Direktor der Forschung am Institut in Singapur, unter der Leitung der Agentur für Wissenschaft, Technologie und Forschung, erklärt gegenüber mimikama.at: "Der Unterschied zwischen 2019-nCoV (allgemein bekannt als "Coronavirus") und SARS ist so groß wie der zwischen Hund und Katze."

Scott Gottlieb, einstiger FDA-Kommisar erklärte in einem Bericht gegenüber dem amerikanischen Portal CNBC, dass "2019-nCoV" zwar ansteckender sein könnte, weil die Ausbreitung des Virus schneller sei. Allerdings bestätigt auch er, dass das Virus kein Vergleich zum SARS-Virus darstelle.

Ein leitender Wissenschaftler der John Hopkins Universität, Eric Toner, bestätigt die beiden Aussagen: "Ein erster erster Eindruck zeigt, dass dieses Virus deutlich milder als SARS ist", erzählte er dem Magazin Business Insider.

Das Coronavirus (2019-nCoV) und SARS haben aber den Wirkungsbereich gemeinsam. Beide Viren befallen die Lungen. Das kann unter Umständen tödlich sein.

Fake-News oder auch "Alternative Fakten"

Des Weiteren hat "Odysseus" behauptet, dass das Virus durch Flüssigkeiten langlebiger und stärker würde. Hier reicht der Blick in ein Biologie-Buch. Viren verbreiten sich, indem sie an eine Wirtzelle andocken. Flüssigkeiten haben keinerlei Auswirkungen auf sie.

Die Aussage, dass das Virus mit keinem Medikament behandelbar und demzufolge nicht heilbar wäre, ist zumindest halb wahr. Da das Virus relativ neu ist, kann es aber auch noch keine Impfungen dagegen geben. Dennoch arbeiten zahlreiche Ärzte und Forscher bereits an Impfstoffen, um gegen das Virus gewappnet zu sein.

Coronavirus: Die Faktenlage

Auch weitere seiner Aussagen, wie die angebliche exponentielle Ausbreitung oder die Behauptung, am 12. Januar sei die Stadt abgeriegelt worden, halten einer genauen Betrachtung nicht stand. Keine seriöse Quelle konnte eine exponentielle Ausbreitung verifizieren.

Außerdem waren in Wuhan am 12. Januar lediglich 41 Fälle bekannt. Darunter ein Todesopfer.

Aus diesem Grund riet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Reise- oder Handelsbeschränkungen ab.

Werbung mit der Angst: Kalkül und Panikmache

Daher bleibt nur der Schluss: Das Video ist, entgegen den Behauptungen des Erstellers, reine Panikmache. Weder werden Quellen genannt, noch werden Beweise für die Behauptungen geliefert. Stattdessen arbeitet das Video mit alten Handyaufnahmen aus dem Januar 2019 und einem gewissen Kalkül der Verbreitung. Und damit auch der kostenlosen Werbung.

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