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Coronavirus-Ticker

Coronavirus: Weltärztepräsident Montgomery kritisiert Söders Vorgehen scharf und warnt vor den Folgen - Live-Ticker

Alle Informationen zur Corona-Krise finden Sie im News-Ticker von inFranken.de.
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  • Bayerns Ministerpräsident Söder mit neuen Details zu Anti-Corona-Maßnahmen
  • Deutschland-Rückkehrer müssen zwei Wochen in Quarantäne
  • Aktuell 27.564 Infizierte in Bayern
  • 1861 Corona-Tote in Deutschland, davon mindestens 564 in Bayern (Stand 8. April 2020, 12.45 Uhr)
  • Ausgangsbeschränkungen in Bayern bis 19. April 2020
  • Informationen zur Ausbreitung in Live-Karte

Das Coronavirus SARS CoV 2 breitet sich weltweit aus. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de.

Update vom 08.04.2020, 19.35 Uhr: Weltärztepräsident kritisiert Söder scharf

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat das Vorgehen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Corona-Krise harsch kritisiert. „Seine Politik der harten Hand führt offensichtlich nicht zum Erfolg“, sagte der frühere Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund dem „Münchner Merkur“ (Ausgabe vom morgigen Donnerstag).

Der Freistaat stehe bundesweit bei den Infektionszahlen am schlechtesten da, habe die höchste Sterbequote und die niedrigste Verdopplungszeit bei den Infektionen. „Dass Herr Söder da Ängste entwickelt, kann ich nachvollziehen“, betonte Montgomery. „Es hilft aber nichts, das Denken auszuschalten. Wir brauchen Vernunft, keine dramatischen Aktionen.“

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Statt „dieses nach außen vorgetragene Auftreten als harter Mann“ plädierte Montgomery dafür, auf Freiwilligkeit zu setzen und die Menschen mitzunehmen. Je länger Kontakteinschränkungen vorgeschrieben würden, umso problematischer werde die Situation gerade von älteren und einsamen Menschen. „Da muss man in bestimmtem Umfang Freiheiten zulassen, sonst gerät die Situation aus den Fugen und der Konsens in der Gesellschaft geht verloren.“

Update vom 08.04.2020, 14.30 Uhr: Söder stellt Oktoberfest-Absage in den Raum

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich am Mittwoch (08.04.2020) in einem Video-Interview zur Corona-Lage. Dabei hat er auch eine Absage des Oktoberfests in München in den Raum gestellt. Darüber werden im Juni entschieden, sagte Söder im Interview mit der Bild

Söder erteilte vorzeitigen Lockerungen der Coroan-Maßnahmen im Bild-Interview eine klare Absage. Wer zu schnell handele, riskiere einen Rückfall, erklärte der Ministerpräsient. Ebenso eindeutig äußerte er sich zu finanziellen Hilfen für von Corona besonders stark betroffene europäische Länder:  „Ein klares Nein zu Euro-Bonds. Ein klares Ja zu anderen Hilfen", meinte Söder. Es gebe "andere Intrumentarien", um betroffene Länder schnell zu unterstützen als die unter anderem von Frankreich und Italien geforderten "Euro-Bonds" oder "Corona-Bonds". 

Update vom 08.04.2020, 12.45 Uhr: RKI nennt neue Zahlen

Das "Robert-Koch-Institut (RKI)" hat neue Zahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht: Demnach sind derzeit 103.228 Menschen in der Bundesrepublik mit dem Virus infiziert. Davon kommen 27.564 aus Bayern. 

Insgesamt gibt es 1861 Todesfälle, wovon 564 aus dem Freistaat sind. 

Update vom 08.04.2020, 11.45 Uhr: Landeskriminalamt informiert zu häuslicher Gewalt

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) gibt Tipps für die Opfer von häuslicher Gewalt, die in Corona-Zeite zunimmt. Das eigene Zuhause, die eigene Wohnung sollte eigentlich ein Ort der Entspannung, der Harmonie und des Friedens sein. Doch leider verläuft das Zusammenleben zuhause nicht immer so entspannt und friedlich, wie es wünschenswert wäre. Und gerade in Zeiten von Corona und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen, wenn Menschen viel Zeit auf engem Raum verbringen, kann es zu Spannungen und Streitigkeiten bis hin zur körperlichen oder sexuellen Gewalt kommen, heißt es in einer Pressemitteilung. 

"Doch niemand muss Gewalt vom Partner erdulden! Werden Sie aktiv, holen Sie sich Hilfe!", rät das BLKA.  Es gibt viele Stellen, an die sich Betroffene telefonisch, per Mail oder persönlich wenden können, um Beratung und Hilfe zu erhalten. Bei der Polizei gibt es hierfür bei allen Polizeipräsidien die sogenannten “Beauftragten der Polizei für Kriminalitätsopfer”.

Dabei handelt es sich um Kriminalbeamtinnen, die Sie bei häuslicher oder sexueller Gewalt beraten und unterstützen. Sie erfahren dort auch, welche anderen geeigneten Beratungsstellen und Hilfeeinrichtungen es in Ihrer Nähe gibt. Und sie erklären Ihnen, wie ein Strafverfahren abläuft und welche Rechte Sie haben, falls Sie Anzeige erstatten möchten. Wie Sie die für Sie zuständige Polizeibeamtin erreichen können, erfahren Sie hier.  

Wenn Sie sich jedoch nicht gleich an die Polizei wenden möchten, können Sie natürlich auch Kontakt mit jeder anderen Frauen- oder Männerberatungsstelle in Ihrer Nähe aufnehmen. Nachfolgend  Tipps für bundesweite Hilfsangebote:

  • Hilfetelefon 08000 116 016 - Gewalt gegen Frauen, www.hilfetelefon.de, Beratung telefonisch, per E-Mail oder Chat, bei Bedarf in 17 verschiedenen Sprachen
  • Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern: www.nummergegenkummer.de, Kinder- und Jugendtelefon: 116 111, Elterntelefon: 0800 – 111 0 550
  • Opfertelefon 116 006 des Weißen Rings, www.weisser-ring.de

Grundsätzlich rät das LKA: Verständigen Sie in Notfällen umgehend die Polizei über den Notruf 110.

 

Update vom 08.04.2020, 11. Uhr: Keine Sommerurlaube für Deutsche - Ärztechef mit klarer Ansage

Viele Urlaubsländer trifft die Corona-Krise in größerem Ausmaß als Deutschland. Das wird auch Auswirkungen auf die Sommerurlaube vieler Deutscher haben, wie Klaus Reinhardt, Präsident der "Bundesärztekammer", betonte. Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können." 

Beispielsweise hätten Urlaubsländer wie Italien oder Spanien noch lange mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen, so Reinhardt. Selbst bei einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität und zum Alltag werde die Pandemie diese Länder noch mindestens bis zum Sommer 2020 beschäftigen.

Update vom 08.04.2020, 06.00 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Infizierte in Deutschland

In Deutschland sind bis Dienstagabend mindestens 103.036 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Im Vergleich dazu: 6. April 2020, Stand 20.15 Uhr: mehr als 98.700 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1815 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Im Vergleich dazu: 6. April 2020, 20.15 Uhr: 1575 Tote). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30.600 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 26.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 495 Toten, Nordrhein-Westfalen (NRW) mit mehr als 21.800 Fällen und mindestens 363 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20.600 Fällen und mindestens 464 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 203,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 123,9. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Update vom 07.04.2020, 14.00 Uhr: Söder erwartet Schutzmasken-Pflicht 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet im Zuge der Corona-Krise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken.

"Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben“, sagte der CSU-Chef am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung. Dies sehe er als hochwahrscheinlich an.  Alle Details zur Pressekonferenz erfahren Sie hier. 

In Nürnberg wird bereits eine Masken-Pflicht diskutiert: Wie realistisch ist diese?

Update vom 07.04.2020, 11.15 Uhr: Einschränkungen in Gastronomie bleiben länger 

Am Dienstagvormittag tagt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemeinsam mit mehreren Ministern in der bayerischen Staatskanzlei. Im Anschluss will die Staatsregierung die neuesten Entwicklungen bekanntgeben. 

Bereits am Montagabend (6. April 2020) deutete Söder an, was sich in Bezug auf die Beschränkungen in Bayern verändern könnte - und was eben nicht: "Wir müssen die Menschen auf ein leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich auch das verstärkte Tragen von Masken dazu", sagte Söder. 

Zudem sagte er: "Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben."

Update vom 07.04.2020, 10.15 Uhr: Mehr als 1600 Corona-Tote in Deutschland

Das "Robert-Koch-Institut (RKI)" hat am Dienstagvormittag neue Fallzahlen zum Coronavirus bekanntgegeben: Demnach sind bisher 1607 Menschen an den Folgen von "Covid-19" gestorben. 

Im Durchschnitt waren die Verstorbenen 80 Jahre alt. Die jüngste verstorbene Person war laut Angaben des "RKI" 28 Jahre alt. 

Das "RKI" schätzt, dass bisher 33.000 Menschen in Deutschland wieder genesen sind: "Das ist sehr erfreulich", sagte "RKI"-Präsident Wiehler. Infiziert sind aktuell 99.225 Menschen. 

Update vom 07.04.2020, 09.00 Uhr: Söder mahnt zu Geduld - "Wir müssen vorsichtig sein"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Montagabend (6. April 2020) zu Geduld im Bezug auf die geltenden Ausgangsbeschränkungen gemahnt. "Wir müssen vorsichtig sein", sagte der 53-Jährige im TV.  

Auf die Frage hin, ob Maßnahmen wie in Österreich denkbar seien, sagte Söder: "Wir sind besser beraten, dass wir unsere Maßnahmen fortsetzen. Wir dürfen keine falsche Sicherheit vermitteln, müssen aufpassen, dass wir durch zu schnell Maßnahmen keinen schweren Rückfall bekommen." Österreich hatte am Montag eine erste Lockerung der bisher strengen Corona-Maßnahmen verkündet. 

Während Bayern an den Ausgangsbeschränkungen festhalten will, tut dies auch die Bundesrepublik. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte am Montag ebenfalls, dass es noch zu früh sei, ein Lockerungsdatum zu nennen. Schließlich stehe der Gesundheitsschutz im Vordergrund. 

Corona-Krise: Söder am Dienstagvormittag mit Pressekonferenz

Söders Kabinett tagt am Dienstagvormittag (10 Uhr) erstmals digital. In einer Videoschalte besprechen sich der Ministerpräsident, Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml sowie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Inhaltlich soll es um die angekündigte Einmalzahlung von 500 Euro an Pflegekräfte in Bayern gehen. Die Zudem ist ein Update bezüglich von Corona-Neuinfektionen im Freistaat angekündigt. Anschließend treten die Beteiligten vor die Presse. 

Update vom 06.04.2020, 21.40 Uhr: Britischer Premierminister Boris Johnson auf Intensivstation

Der Zustand des mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierministers Boris Johnson hat sich verschlechtert. Er sei auf eine Intensivstation gebracht worden, bestätigte eine Regierungssprecherin am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur in London.

Update vom 06.04.2020, 19.30 Uhr: Mutter von Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola nach Corona-Erkrankung gestorben

Die Mutter des spanischen Fußball-Startrainers Pep Guardiola vom Premier-League-Club Manchester City ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das verkündete Guardiolas Verein am Montag auf Twitter. Dolors Sala Carrió sei in Manresa in der Nähe von Barcelona im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte Man City mit.

"Alle, die mit dem Club in Verbindung stehen, senden Pep, seiner Familie und all seinen Freunden in dieser äußerst schmerzlichen Zeit ihr tief empfundenes Mitgefühl", hieß es in der Mitteilung.

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Auch der FC Bayern München kondolierte. "Lieber Pep, der gesamte FC Bayern ist in Trauer mit Dir und Deiner Familie verbunden!", schrieb der Verein auf Twitter. Der 49-jährige Guardiola war von 2013 bis 2016 Coach des deutschen Rekordmeisters.

Update vom 06.04.2020, 17.15 Uhr: Merkel: Datum für Maßnahmen-Exit noch zu früh

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt. «Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten», sagte die CDU-Politikerin am Montag (06.04.2020) bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne. Merkel hatte sich zuhause isoliert, nachdem sie Kontakt mit einem Arzt hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Die Einhaltung dieser «sehr, sehr harten Regeln» gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

Die Auflagen müssten schrittweise gelockert werden, stellte sie in Aussicht. Es sei aber noch zu früh, um ein Datum zu nennen. Der Gesundheitsschutz stehe im Vordergrund. Es gebe zwar den Wunsch nach einer Lockerung, aber die Diskussion würde sich in ihr Gegenteil verkehren, wenn Menschen wegen einer Überlastung des Gesundheitssystems stürben.

Auf eine Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, deren Meinung sich inzwischen zum Positiven wandle. Wichtig sei aber der richtige Umgang mit Stoffmasken: «Unsachgemäßer Umgang wäre noch fataler», sagte sie - also regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle. «Dabei nie die Abstandsregeln vergessen», warnte sie. «Die Pflege dieser Masken ist dann auch ganz, ganz wichtig.» Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht.

Update vom 06.04.2020, 16.59 Uhr: Kanzlerin für eigene Produktion von Schutzkleidung

Deutschland muss als Konsequenz aus der Corona-Krise nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine eigene Produktion für Schutzbekleidung aufbauen. Dazu werde im Bundeswirtschaftsministerium ein eigener Stab eingerichtet, kündigte Merkel am Montag (06.04.2020) in Berlin an.

«Es ist wichtig, dass wir als eine Erfahrung aus dieser Pandemie lernen, dass wir hier auch eine gewisse Souveränität brauchen oder zumindest eine Säule der Eigenfertigung», sagte Merkel. «Das kann in Deutschland sein. Wir werden es aber auch versuchen, europaweit abzustimmen. Auf jeden Fall brauchen wir hier Fähigkeiten.»

Merkel sagte, man sei bei der Versorgung mit Gesichtsmasken vorangekommen, aber noch nicht im wünschenswerten Umfang. «Wir müssen hart arbeiten, damit Krankenhäuser, Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, damit das Personal dort wirklich ausreichend und auch nicht von Tag zu Tag lebend mit den entsprechenden Schutzgütern ausgestattet ist.»

Update vom 06.04.2020, 16.45 Uhr: Deutschland-Rückkehrer müssen zwei Wochen in Quarantäne

Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Auf diese Empfehlung an die Bundesländer einigte sich das Corona-Krisenkabinett am Montag (06.04.2020) in Berlin. Wie aus dem Beschluss hervorgeht, gilt die neue Regelung aber erst ab dem 10. April und nur für Menschen, die sich für mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben - und damit nicht für Berufspendler. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lastwagenfahrer und medizinisches Personal.

Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon seit Mitte März nur noch aus einem «triftigen Reisegrund» nach Deutschland kommen. Das betrifft etwa EU-Bürger, die durch Deutschland in ihr Heimatland reisen. Grundsätzlich sind Einreisen aus Drittstaaten in die EU nur noch in ausgewählten Fällen zulässig.

Für Pendler sowie Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, werde keine Quarantäne angeordnet, heißt es in dem Beschluss weiter. Gleiches gelte für Personen, die beruflich grenzüberschreitend Menschen, Waren und Güter auf der Straße, auf der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren müssten sowie für Reisende im Transit auf dem Weg in das Land ihres ständigen Aufenthalts.

Wer für einen mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt einreisen wolle, müsse nachweisen können, dass eine zweiwöchige Quarantäne sichergestellt sei oder gleichwertige betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung gelten. Damit soll Saisonarbeitern vor allem in der Landwirtschaft die Tätigkeit in Deutschland ermöglicht werden.

Seit dem 16. März finden an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark in Abstimmung mit den Nachbarstaaten vorübergehend Grenzkontrollen statt. An diesen Grenzen wurden bis zum 5. April nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 70 000 Personen abgewiesen, die keinen dringenden Einreisegrund vorweisen konnten.

In Grenzregionen, in denen es keine solchen Grenzkontrollen gebe, nutze die Bundespolizei die bestehenden Fahndungs- und Kontrollinstrumente, hieß es im Beschluss des Krisenkabinetts. Das bedeutet, dass auch Menschen, die von dort einreisen, in Quarantäne geschickt oder zurückgeschoben werden können, wenn sie von der Polizei im 30-Kilometer-Grenzraum angesprochen werden.

Scharfe Kritik kam von der Deutschen Polizeigewerkschaft, die umfassende Grenzkontrollen und eine vom Bund angeordnete Quarantäne-Regelung bevorzugt hätte. «In den Niederlanden wird jetzt erfahrungsgemäß der Osterreiseverkehr bald einsetzen, es ist ein völlig falsches Signal, hier weiterhin keine Grenzkontrollen mit Zurückweisungen einzurichten», sagte ihr Bundesvorsitzender Rainer Wendt. Die AfD forderte, Asylbewerbern die Einreise nicht mehr zu gestatten.

Update vom 06.04.2020, 16.10 Uhr: Spanien jetzt das europäische Land mit den meisten Corona-Infektionen

Spanien hat Italien als das Land Europas mit den meisten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus überholt. Insgesamt gab es nach einer am Montagmittag (06.04.2020) veröffentlichten Auswertung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bislang 130 759 Covid-19-Fälle in Spanien und damit rund 1800 mehr als in Italien. Wie aus den am Montag auf Twitter veröffentlichten Zahlen hervorgeht, löste Spanien Italien bereits am Wochenende als das europäische Land mit den meisten bestätigten Infektionen ab.

Deutschland lag in der Auswertung vom Montag mit mehr als 95 000 Infektionsfällen auf Rang drei. Die US-Universität Johns Hopkins sah die Bundesrepublik bis dahin bereits bei mehr als 100 000 Fällen.

Italien hat nach ECDC-Angaben mit 15 889 Covid-19-Toten weiter die höchste Todesopferzahl weltweit. In Europa liegen dahinter Spanien (12 418), Frankreich (8078) sowie Großbritannien (4934). Deutschland kommt auf 1434 verstorbene Covid-19-Erkrankte.

Die ersten Fälle des neuartigen Coronavirus in Europa waren Ende Januar in Frankreich und Deutschland aufgetaucht. Seit Ende Februar waren die Zahlen vor allem in Italien massiv angestiegen, in Spanien setzte der rasante Zuwachs erst Mitte März ein.

Update vom 06.04.2020, 14.30 Uhr: Weiter kein Stichtag für Exit aus Corona-Maßnahmen

Trotz der geplanten Lockerung der Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie in Österreich hält die deutsche Bundesregierung an ihrer Linie fest, derzeit keine Stichtage für ein Zurückfahren der Beschränkungen zu nennen. Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte am Montag (06.04.2020) die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie noch keinen solchen Stichtag nennen könne und dies in der jetzigen Situation auch unverantwortlich wäre.

Die Kanzlerin hatte in ihrem am Freitagabend (03.04.2020) veröffentlichten wöchentlichen Podcast wörtlich gesagt, sie würde «absolut unverantwortlich handeln, wenn ich Ihnen heute einfach einen konkreten Tag nennen würde, an dem die Maßnahmen aufgehoben, zumindest aber gelockert werden könnten, dieses Versprechen dann aber nicht einhalten könnte, weil die Infektionszahlen es nicht zulassen.» Und: «Wir alle werden eine ganz andere Osterzeit erleben als je zuvor.»

Seibert sagte nun, er habe den Eindruck, dass sich die allermeisten Menschen an die Einschränkungen hielten, und bedankte sich dafür.

In Deutschland gelten zurzeit umfassende Kontaktsperren für die Bürger, außerdem sind unter anderem Restaurants, Theater, Kinos sowie Spielplätze und viele Geschäfte geschlossen. Zum Teil gehen die Beschränkungen in Österreich noch weiter.

Update vom 06.04.2020, 13.05 Uhr: Laut Bericht: Bundesregierung will Anti-Corona-Maßnahmen lockern 

Laut einem Konzeptpapier des Innenministeriums, das der Nachrichtenagentur Reuters am Montag (06.04.2020) vorlag, plant die Bundesregierung eine Lockerung der Einschränkungen, die gegenwärtig wegen der Corona-Pandemie gelten. Zuerst sollten der Einzelhandel, Restaurants und in bestimmten Regionen die Schulen wiedereröffnet werden, berichtet die Bild-Zeitung. Großveranstaltungen und private Feiern blieben allerdings vorerst verboten. Die aktuellen Einschränkungen sollen bislang bis zum 19. April gültig bleiben.

Update vom 06.04.2020, 13.01 Uhr: Österreich setzt auf Lockerung von Anti-Corona-Maßnahmen nach Ostern

Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit. Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

«Die schnelle und restriktive Reaktion gibt uns jetzt auch die Möglichkeit, schneller wieder aus dieser Krise herauszukommen», sagte Kurz. «Allerdings nur, wenn wir weiter alle konsequent die Maßnahmen einhalten und so gut zusammenstehen, wie wir das bisher gemacht haben.» Vor allem mit Blick auf das Osterfest bat Kurz die Menschen darum, weiter soziale Kontakte zu meiden und voneinander Abstand zu halten. Er fügte hinzu: «Bleiben sie zusammen mit den Menschen, mit denen sie gemeinsam wohnen.»

Österreich ist damit eines der ersten europäischen Länder, das im Kampf gegen das Coronavirus seine Maßnahmen schon direkt nach Ostern wieder etwas lockern will. Auch in Dänemark hat Regierungschefin Mette Frederiksen angekündigt, das Land wahrscheinlich nach Ostern schrittweise wieder öffnen zu wollen. Einen genauen Plan hat sie aber noch nicht vorgelegt. In Tschechien wird aktuell über kleinere Ausnahmeregelungen für den Handel diskutiert, das Minderheitskabinett ist in dieser Frage aber heftig zerstritten.

Österreich läuft seit dem 16. März auf Minimalbetrieb: Mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Drogerien ist der Einzelhandel geschlossen, sämtliche Lokale und Restaurants sind ebenfalls zu. Außerdem gelten Ausgangsbeschränkungen, das Zusammenstehen in Gruppen ist nicht erlaubt. Im besonders betroffenen Bundesland Tirol gilt zudem bis Ostermontag eine Quarantäne für alle Gemeinden. Die Menschen dürfen dort ihren Wohnort nur mit triftigem Grund verlassen. Auch im Bundesland Salzburg stehen Gemeinden unter Quarantäne, darunter etwa das bei Wintersportlern beliebte Saalbach-Hinterglemm.

Zuletzt wurde deutlich, dass diese Maßnahmen offensichtlich wirken: Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 steigt seit mehreren Tagen nur noch langsam an, die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen stagniert. Mit Stand Montag, 8.00 Uhr, gab es in Österreich 12 008 bestätigte Infektionen - das entspricht rund 136 Fällen pro 100 000 Einwohnern.

Die tägliche Steigerungsrate bei den Neuinfektionen lag zuletzt bei rund zwei Prozent - im Vergleich zu 20 Prozent und mehr zu Beginn der Maßnahmen Mitte März. Seit Samstag steigt zudem die Zahl der Genesenen schneller als die der neu bestätigten Fälle. Weniger als 3 aus 100 000 Menschen infizieren sich in Österreich derzeit pro Tag neu mit Sars-CoV-2.

Update vom 06.04.2020, 10.30 Uhr: Was ist an Ostern erlaubt?

Ostern steht vor der Tür. In Zeiten des kursierenden Coronavirus betonte Kanzlerin Merkel jedoch zuletzt: "Eine Pandemie kennt keine Feiertage." Die diesjährigen Osterfeiertage werden folglich deutlich kontaktärmer. Die Bundesländer sind sich diesbezüglich weitesgehend einig. Allerdings gibt es kleine aber feiner Unterschiede.  Was an Ostern wo erlaubt ist: 

  • Familienbesuche: Jemanden aus der Familie an Ostern zu besuchen, wird nicht empfohlen und ist auch nicht überfall in Deutschland möglich. Beispielsweise gibt es in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Einreiseverbote. Darunter fallen unter anderem Zweitwohungsbesitzer und Touristen. In Niedersachen ist die Auslegung noch etwas strenger: Dort sind Besuche in anderen Wohnungen, außer der eigenen, strengstens verboten. 

    In Baden-Württemberg ist dies nicht der Fall. Zwar sind Versammlungen von mehr als fünf Menschen untersagt. Dies gilt aber nicht für Personen, die direkt miteinander verwandt sind, wie Eltern und Kinder. Gegenüber watson.de appelliert allerdings ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums, "sich eine Auszeit zu nehmen und Abstand zu halten." Gleiches gilt für die Regelung in Nordrhein-Westfalen (NRW).
  • Spaziergänge an Ostern: In vielen Bundesländern wurden bereits beliebte Ausflugsziele gesperrt, da es dort zu massenhaften Versammlungen von Menschen kam. Allerdings ist der Aufenthalt an der frischen Luft weiterhin erlaubt. Dies gilt jedoch unter strengen Auflagen. Dazu zählt, dass man sich nicht mit mehr als einer Person aufhalten soll, die nicht im selben Haushalt lebt. Zudem wird immer wieder an den Mindestsicherheitsabstand erinnert, der 1,5 Meter ist.

Während Deutschland darüber spricht, wie dieses Jahr das Osterfest verbracht wird, gibt es Fortschritte in der Entwicklung der Corona-App. Laut Angaben des Kanzleramtes soll diese in den kommenden Wochen einsatzbereit sein. Das sagte Kanzleramtschef Helge Baun am Montag im TV. Die Tracking-App, die auf freiwilliger Basis angeboten wird, ist demnach Teil einer Exit-Strategie der Bundesregierung, so Braun bei RTL.

Update vom 06.04.2020, 06.15 Uhr: Söder kündigt 500-Euro-Bonus-für Pflegekräfte in Bayern an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angekündigt, dass rund 250.000 Pflegekräfte aus dem Freistaat eine Bonuszahlung erhalten sollen. Wie Söder via Twitter am Sonntag (5. April 2020) mitteilte, soll es sich dabei um eine Einmalzahlung von 500 Euro handeln. 

Diese Bonuszahlung soll nicht nur für das Pflegepersonal in Krankenhäusern, sondern auch für Angestellte in bayerischen Pflege-, Alten- sowie Behindertenheimen gelten. Für den Freistaat entstehen somit Kosten von rund 126 Millionen Euro.

"Ein bisschen Anerkennung sollte auch finanziell drin sein", betonte Söder im TV. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte er, dass die Bonuszahlung "ein herzliches Dankeschön einfach für alle, die jetzt diesen großen Dienst leisten", sei.

Das bayerische Kabinett will die Bonuszahlungen am Dienstag (7. April 2020) in München beschließen. 

Update vom 06.04.2020, 05.45 Uhr: Coronavirus-Impfung für Milliarden: Gates fordert weltweite Lösung

Die gegenwärtige Lage kann sich nach Ansicht von Bill Gates erst dann wieder völlig normalisieren, wenn es für alle Menschen auf der Welt einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Es müsse mit Hochdruck an dessen Entwicklung gearbeitet werden, damit möglichst schnell eine „Kapazität von Milliarden Dosen“ verfügbar sei, sagte der Microsoft-Gründer und Co-Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Stiftung am Sonntag dem Sender Fox News. Mit einem regulären Impfstoff wird frühestens nächstes Jahr gerechnet.

„Wir sitzen hier alle im gleichen Boot“, sagte Gates. Reiche Länder wie die USA könnten das Virus früher oder später eindämmen, wenn es sich dann aber in ärmeren Ländern ausbreite, werde es auch wieder zurück in die USA kommen, warnte er. „Wir müssen das Virus auf der ganzen Welt besiegen“, forderte er. Das sei langfristig nur mit einem wirksamen Impfstoff für alle Menschen auf der Welt möglich. Bis es soweit sei, könne das Leben nicht zum Normalzustand zurückkehren.  

Gates hatte die US-Regierung am Donnerstag aufgefordert, schon jetzt Fabriken zur Produktion der zur Zeit erprobten Impfstoffe zu bauen. Davon würden manche wohl nie gebraucht werden, womit Milliarden Dollar in den Sand gesetzt würden. Deswegen könne kein Privatunternehmen ein solches Risiko eingehen, argumentierte Gates. Aber nur so könne eine sofortige Massenproduktion eines zugelassenen Impfstoffs sichergestellt werden. 

Die Gates-Stiftung, die vor allem Gesundheitsprogramme finanziert, hat nach eigenen Angaben bereits 105 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie bereitgestellt. Weltweit gibt es nach Angaben von US-Forschern bereits 1,2 Millionen bekannte Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Update vom 05.04.2020, 18.45 Uhr: 24.350 Coronavirus-Fälle in Bayern - 411 Tote

In Bayern sind inzwischen 24.350 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Die Zahl der Todesfälle ist nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit binnen 24 Stunden um 41 gestiegen: von 370 auf 411. Das teilte das Landesamt am Sonntag (Stand 10.00 Uhr) mit. Den Angaben zufolge waren es am Vortag in Bayern 23.049 Infizierte.

Update vom 05.04.2020, 10.52 Uhr: Mehr als 96.000 Infizierte in Deutschland

In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 96.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (Live-Karte) hervor.

Mindestens 1444 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben auch im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben laut Deutscher Presse-Agentur Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,9. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Inwiefern auch die Kommunalwahlen vom 15. März 2020 bei den hohen Fallzahlen in Bayern eine Rolle spielen, ist nicht bekannt. Die Wahlen wurden in Bayern durchgepeitscht - Teilweise in Altenheimen, die als Wahllokale fungierten -, obwohl der Ernst der Situation längst klar war. Am Tag darauf wurde in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen.

Update vom 05.04.2020, 06.27 Uhr: Queen hält Ansprache an die Nation

Königin Elizabeth II. (93) ruft die Briten dazu auf, der Coronavirus-Pandemie mit charakteristisch britischer Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. «Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind», wird die Queen am Sonntagabend in einer Ansprache an das britische Volk und den Commonwealth sagen. Das geht aus Rede-Auszügen hervor, die vorab vom Buckingham-Palast veröffentlicht wurden. Die Ansprache gilt als Zeichen, dass die Regierung zunehmend über die rasch wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 beunruhigt ist.

Das britische Gesundheitsministerium verzeichnete am Samstag mit 708 Toten die bislang höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages. Insgesamt starben in britischen Krankenhäusern bisher 4313 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, darunter auch ein fünf Jahre altes Kind. Medienberichten zufolge soll es sich um das bisher jüngste Opfer der Corona-Pandemie in Großbritannien handeln.

Die Rede der Queen soll an diesem Sonntag um 20.00 Uhr (21.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden. Darin werde die Königin auch den Mitarbeitern des nationalen Gesundheitsdienstes NHS sowie anderen Menschen danken, die in der Krise besonders gefordert sind, hieß es.

Update vom 04.04.2020, 17.56 Uhr: 200.000 Schutzmasken verschwunden - Berlin spricht von "moderner Piraterie"

Der Berliner Senat bemüht sich um Aufklärung, was genau mit einer aus Asien stammenden Lieferung von 200 000 Schutzmasken passiert ist, die nie in der Hauptstadt ankam. «Wir sind dabei, die Details zu klären», sagte der Sprecher der Innenverwaltung, Martin Pallgen, am Samstag. Momentan lägen noch keine Informationen vor, was genau auf dem Flughafen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok passiert sei.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, die Masken, die für die Berliner Polizei bestimmt waren, seien in Bangkok auf Betreiben der USA «konfisziert» worden. Er warf Washington einen «Akt moderner Piraterie» vor und sprach von «Wildwest-Methoden». Das Portal t-online.de zitierte einen hohen US-Regierungsbeamten mit der Aussage, die Vorwürfe aus Berlin seien «komplett falsch».

Die CDU warf dem Senat «bewusste Irreführung» und «Desinformation» vor. «Der Senat sucht einen Schuldigen, um seine eigene Unfähigkeit bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen zu verschleiern», erklärte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger. «Er hat für die Krise nicht vorgesorgt. Und jetzt zeigt er sich nicht in der Lage, in der Krise Material zu beschaffen.»

Insgesamt habe die Berliner Polizei bei einem deutschen Fachhandel 400 000 medizinische Masken der Schutzklasse FFP-2 bestellt und bezahlt, erläuterte Sprecher Pallgen am Samstag. Er korrigierte damit Angaben der Innenverwaltung vom Vortag, in denen von einer Bestellung bei einem US-Hersteller die Rede gewesen war.

Die Aussage, dass die Masken in Bangkok konfisziert worden seien, basiert dem Sprecher zufolge auf Angaben des Fachhändlers. «Der Händler hat die Polizei informiert, dass die Lieferung aufgrund einer US-Direktive storniert und das Frachtflugzeug mit der Lieferung nicht nach Deutschland, sondern in die USA geflogen ist.»

Bei den fraglichen 200 000 Masken, die vor Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können, handele es sich um die erste Charge der Bestellung, sagte der Sprecher weiter. Gemeinsam mit dem Fachhandel und der Berliner Polizei versuche der Senat nun, die genaue Lieferkette nachzuvollziehen. Wo die Masken produziert worden seien und von welchem Hersteller, sei momentan nicht bekannt.

Berliner Medien hatten gemutmaßt, dass die Masken beim US-Konzern 3M bestellt worden seien, der sie in einem Werk in China hergestellt habe. Dazu erklärte das Unternehmen am Freitagabend (Ortszeit): «3M hat keine Beweise, die darauf hindeuten, dass 3M-Produkte beschlagnahmt worden sind. 3M hat keine Unterlagen über eine Bestellung von Atemschutzmasken aus China für die Berliner Polizei.»

Medizinische Schutzmasken sind in der Corona-Krise weltweit eine heiß begehrte Ware. Sie müssen zu großen Teilen auf dem Weltmarkt beschafft werden, auf dem enorme Konkurrenz herrscht. Immer wieder gibt es auch Berichte, dass die USA anderen Staaten bestelltes Schutzmaterial zum mehrfachen Preis vor der Nase wegkauften. Der Berliner Senat hat Pallgen zufolge derzeit keine Erkenntnisse, dass das im konkreten Fall so lief.

Dregger glaubt hingegen fest daran. «Die USA haben einfach mehr bezahlt», behauptete er bei Twitter. Woher er diese Erkenntnis hat, teilte er nicht mit. «Ich erwarte vom Senat, dass er sich auf das Geschäftsgebaren anderer einstellt und direkt vor Ort die Beschaffungen durchführt», so Dregger. «Aufwachen: Flugzeug chartern, Geld mitnehmen und handeln!» Mehrere Politiker der rot-rot-grünen Koalition warfen Dregger daraufhin «billige Polemik» und Stimmungsmache vor, darunter Senatskanzleichef Christian Gaebler (SPD).

«Klar ist, dass die Berliner Polizei Schutzmasken braucht», ergänzte der Sprecher der Innenverwaltung. Man bemühe sich nun, auch andere Möglichkeiten zur Beschaffung zu finden. Momentan kostet eine Maske, für die früher etwa 50 Euro-Cent fällig wurden, um die 6 Euro. Bei 400 000 Masken kommen so rund 2,4 Millionen Euro zusammen statt vor der Corona-Pandemie 200 000 Euro.

Update vom 04.04.2020, 12.27 Uhr: Häusliche Gewalt nimmt zu

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht vor allem in den Städten die Gefahr einer Zunahme häuslicher Gewalt im Zuge der Corona-Krise. «Aus den Ländern bekommen wir unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Aus ländlichen Regionen, wo es mehr Möglichkeiten gebe, raus zu gehen und wo Menschen nicht so sehr auf engem Raum lebten, sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch. «Dort hören wir noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen», sagte Giffey. Bereits in der vergangenen Woche habe sie aber aus Berlin die Rückmeldung bekommen, dass die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen seien.

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, sind in den meisten Bundesländern seit nunmehr drei Wochen die Schulen und Kitas geschlossen. Zudem gibt es weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Wegen der Situation wird mit einer Zunahme häuslicher Gewalt gerechnet.

Beim Hilfetelefon «Nummer gegen Kummer» gebe es einen Anstieg der Anrufe um mehr als 20 Prozent, sagte die Ministerin «Zeit Online». «Es rufen sowohl mehr Kinder als auch mehr Eltern an.» Ein Teil des Zuwachses könne auch dadurch begründet sein, dass man massiv für die Nummer geworben habe. Kinder- und Jugendliche, die Hilfe suchen, können sich an die deutschlandweite kostenfreie Nummer 116 111 wenden. Für Mütter, Väter oder Großeltern gibt es die 0800 111 0550.

Die Beraterinnen und Berater verstehen sich als «erster Ansprechpartner» und vermitteln bei Bedarf Kontakt zu weiteren Hilfsangeboten vor Ort.

Update vom 03.04.2020, 21.30 Uhr: Aufnahmestopp in bayerischen Pflegeheimen

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml verstärkt im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Schutz für die Menschen in Pflegeheimen.

Huml betonte am Freitag (03.04.2020) in München: "Für ältere und pflegebedürftige Menschen besteht eine besonders hohe Gefahr, an COVID-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken. Deshalb gibt es ab dem Samstag einen Aufnahmestopp für Pflegeeinrichtungen in Bayern, um weitere Ansteckungen möglichst zu verhindern. Eine entsprechende Allgemeinverfügung haben wir heute erlassen."

Update vom 03.04.2020, 16.30 Uhr: Mindestens 2300 medizinische Arbeiter infiziert

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilt, sind inzwischen mindestens 2300 Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings muss laut RKI mit einer noch höheren Zahl gerechnet werden, das derzeit vermutlich nicht alle Daten sofort an das Institut weitergeleitet werden. In Deutschland sind mit Stand Donnerstagnachmittag mehr als 77 500 mit dem Coronavirus Infizierte registriert worden. Die meisten nachgewiesenen Erkrankungen – absolut und im Verhältnis zur Einwohnerzahl – gibt es in Bayern.

Update vom 03.04.2020, 14.00 Uhr: Schulbetrieb wie vor Corona nicht in Sicht

An den Schulen in Deutschland wird nach Einschätzung von Lehrerverbänden, Bildungspolitikern und -gewerkschaften auch bei möglichen Lockerungen der strengen Anti-Corona-Maßnahmen für längere Zeit keine Normalität einkehren. „Die Schulen werden auf absehbare Zeit nicht mehr so sein wie vor Corona“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe amFreitag(3. April 2020). Schulkonzerte, Ausflüge, Klassenfahrten - das alles werde es erstmal nicht mehr geben.

Falls die Schulen nach den Osterferien wieder schrittweise geöffnet werden sollten, könnten laut Meidinger zunächst die Abschlussklassen wieder zurückkommen. Diese Schüler benötigten die Schule jetzt wegen der Prüfungen am dringendsten, sagte er am Freitag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Eine Möglichkeit wäre nach Meidingers Ansicht, wenn Schülerinnen und Schüler mit Mundschutz in die Schulen zurückkämen. Da sei allerdings die große Frage, ob die Landesregierungen in der Lage seien, diese zur Verfügung zu stellen. „Unterstützend kann man sich vorstellen, die Schüler weiter auseinanderzusetzen.“

Die Vorsitzende des Grundschulverbandes, Maresi Lassek, schloss sich am Freitag Meidingers Einschätzung an, dass an den Schulen für längere Zeit keine Normalität einkehren werde. Sie sehe es zudem als „absolut dringlich“ an, dass bei weiter andauernden Schulschließungen, Kinder aus benachteiligten Familien das Recht erhielten, an der Notbetreuung in ihrer Schule teilzunehmen. Denkbar sei auch, dass zunächst nur einige Klassen in die Schulen zurückkämen, um die Abstands- und Hygienevorschriften einzuhalten. So könnten an den Grundschulen an einigen Tagen die Klassen eins und zwei kommen, an den anderen die Klassen drei und vier. Denkbar sei auch, dass die Abschlussklassen zurückkämen, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. 

Update vom 03.04.2020, 10.55 Uhr: Mehr als 1000 Corona-Tote in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Toten am Freitag auf mehr als 1000 angestiegen. Insgesamt starben inzwischen 1107 Menschen in Deutschland, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren. Ob das Virus die unmittelbare Todesursache ist oder die Patienten mit dem Coronavirus gestorben sind, danach wird derzeit in der Statistik nicht unterschieden. Auf der Live-Karte der Johns Hopkins Universität kann man die Entwicklung der Infizierungen und Todesfälle jederzeit nachvollziehen. 

Die Virologin Ulrike Protzer aus München spricht unterdessen davon, dass die Zahl der Corona-Toten in Deutschland ohne die getroffenen Maßnahmen förmlich explodiert wäre. „Ohne etwas zu tun, hätte das in Deutschland eine Million Menschenleben gekostet“, sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München (TUM) am Freitag (3. April 2020). Ohne etwas zu tun - damit meint Protzer geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen.

Mit den nun getroffenen Maßnahmen könne man davon ausgehen, dass „man diese Zahl auf deutlichst unter 100.000, hoffentlich unter 20.000 senken“ könne. Sie warnte aber auch: „Wir haben immer noch in einer Zahl des exponentiellen Wachstums.“ Nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steigen „die Zahlen weiter an, jeden Tag“. Es sei aber „ein leicht positiver Trend erkennbar“. Söder betonte: „Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die dramatisch entwickelt, wäre vielleicht sogar eskaliert.“

Update vom 03.04.2020, 9.55: Die Söder-PK im Live-Ticker

inFranken.de berichtet von der Söder-PK zur Corona-Lage mit einem Live-Ticker.

Update vom 03.04.2020, 05.41 Uhr: Wegen Corona Änderungen beim Elterngeld 

Werdende oder frischgebackene Eltern sollen wegen der Corona-Krise keine Abstriche beim Elterngeld hinnehmen müssen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) strebt dafür eine Änderung im Berechnungsmodus an. Das sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Grundlage für die Höhe des Elterngeldes ist normalerweise das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt.
 
Bei Müttern und Vätern, die das Elterngeld jetzt oder demnächst beantragen und wegen der Krise Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, sollen die entsprechenden Monate nicht mit in die Berechnung einfließen, weil das die Elterngeldhöhe negativ beeinflussen würde.
 

 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will am heutigen Freitag erneut vor die Kameras treten. Um 9.55 Uhr will er eine Pressekonferenz geben. Worüber er sprechen will ist noch unklar.

Update vom 02.04.2020, 17.10 Uhr: Tausende Ärzte und Pfleger mit Coronavirus infiziert

Laut Angaben des "Robert-Koch-Institutes (RKI)" haben sich in Deutschland mindestens 2300 Menschen aus dem Gesundheitswesen mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte das "RKI" auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung

Zudem muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, so das "RKI". Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (NRW), sagte zuletzt dem WDR, dass die Patientenzahl ohne bemerkbare Symptome sieben bis zehnmal höher sei, als die offizielle Zahl.  Lothar H. Wieler, Präsident des "RKI", werde nur jeder Zweite tatsächlich "krank", der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe. 

Nach Recherchen der SZ, des NDR und des WDR, ist die Zahl der infizierten Ärzte und Pfleger weitaus höher. Demnach sollen Tausende betroffen sein. 

Update vom 02.04.2020, 16.00 Uhr: RKI mit neuer Einschätzung zum Mundschutz

Das "Robert-Koch-Institut" hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen – auch ohne Symptome – vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde.

 

Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das "RKI" den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben. Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

"Siemens" hat nun ähnlich wie "Bosch" einen Corona-Test entwickelt.

Update vom 02.04.2020, 15.00 Uhr: Knapp 20.000 Corona-Infizierte in Bayern

In Bayern sind inzwischen 19.153 Menschen positiv auf das Coronavirus "Sars-CoV-2" getestet worden. Gestorben sind bisher 277 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (2. April 2020, Stand: 10.00 Uhr) mit. Den Angaben zufolge waren es am Vortag 17.151 infizierte Personen und 241 Todesfälle.

Update vom 02.04.2020, 14.35 Uhr: Bonner Virologe kritisiert Datengrundlage des RKI

Der Virologe Hendrik Streeck äußerte sich in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" zu den aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise. Streeck ist Direktor des "Instituts für Virologie und HIV-Forschung" an der Universität Bonn. In der Sendung stellte er die Zuverlässigkeit der momentan als Entscheidungsgrundlage dienenden Daten in Frage. Das "Robert Koch-Institut (RKI)" habe die Chance versäumt, wichtige Daten zu erheben. So führe das "RKI" etwa keinerlei Studien in den Hochburgen von "Covid-19"-Erkrankten durch. Das habe ihn sehr gewundert.

Streeck ist der Ansicht, dass - mit anderen Daten als Grundlage - ein Weg aus den strikten Ausgangsbeschränkungen gefunden werden könnte (Stichwort Exit-Strategien). Als relevante Daten hierfür sieht er etwa Erhebungen zu Sterblichkeitsraten oder Infektionswegen an.

"Wir reden sehr viel über Spekulationen und Modellrechnungen. Dabei muss aber nur ein Faktor falsch sein und dann fällt das Ganze in sich zusammen wie ein Kartenhaus", so Streeck. "Wir wissen, dass es keine Schmierinfektion ist, die über Anfassen von Gegenständen übertragen wird, dass aber eng aneinander tanzen und ausgelassen feiern schon zu Infektionen führte."

Jetzt gelte es, die Nuancen dazwischen zu finden. Es sei zum Beispiel fraglich, so Streeck weiter, ob man sich bei einem Friseur- oder Restaurantbesuch überhaupt mit dem Virus infizieren könne. Seiner Ansicht nach wäre ein runder Tisch mit Experten nötig, um das vorhandene Wissen zum Thema Corona zusammenzutragen.  

Update vom 02.04.2020, 12.55 Uhr: Coronavirus-Soforthilfe erst bei 5 Prozent der Unternehmen angekommen

Unternehmen brauchen Geduld, wenn sie Soforthilfe beantragt haben. Laut dem Bund der Selbständigen (BDS), dem größten branchenübergreifenden Wirtschaftsverband im Freistaat, sei der Zuschuss erst bei 5 Prozent der Antragsteller angekommen. Demnach habe eine Umfrage unter Unternehmen ergeben, dass 94,9 Prozent noch auf eine Auszahlung der Hilfsgelder warten, obwohl sie diese beantragt haben. 

Laut dem Wirtschaftsverband nahmen 1557 Unternehmen innerhalb von 24 Stunden an der am vergangenen Freitag gestarteten Umfrage teil. Darüber hinaus gaben 85,6 Prozent der Teilnehmer an, dass sie bereits negative Folge für ihr Unternehmen spüren. 58,9 Prozent der Unternehmen haben Hilfsmaßnahmen ergriffen. Am meisten genutzt werden Kurzarbeit (28,2 Prozent) und die Reduzierung von Steuervorauszahlungen (22,7 Prozent). Jeder Vierte gab an, bereits Kredite für sein Unternehmen beantragt zu haben. 

Update vom 02.04.2020, 08.30 Uhr: Kassenärztliche Vereinigung kritisiert Söder scharf

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat das Corona-Krisenmanagement der bayerischen Staatsregierung massiv kritisiert. Bayerns Sonderweg sei «brandgefährlich», sagte der KV-Vorstandschef Andreas Gassen am Mittwoch im «Frühstart» der RTL/ntv-Redaktion. Er kritisierte konkret, dass einige Bundesländer - darunter Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein - die Verteilung der Schutzmaterialien vom Bund künftig selbst übernehmen wollten, statt dies wie zuvor den Kassenärztlichen Vereinigungen zu überlassen.

Heftige Kritik übte Gassen auch an den Plänen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der KV die Zuständigkeit für die ärztliche Versorgung im Land zu entziehen.  "Vielleicht will sich Herr Söder als Krisenmanager beweisen".

In Bayern kümmert sich im Zuge der Krise pro Landkreis oder kreisfreie Stadt ein sogenannter «Versorgungsarzt» um eine ausreichende ärztliche Versorgung. "Man kann nur hoffen, dass der größte Teil der Krise bewältigt ist. Denn das ist das Chaotisieren der bestehenden Strukturen." Gassen sagte gegenüber ntv, er sei froh, nicht in Bayern leben zu müssen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wies die Kritik als nicht nachvollziehbar und absolut unverständlich zurück. Der Einsatz der Versorgungsärzte sei richtig, da gegebenenfalls in der Krise medizinische Maßnahmen auch per Anordnung umgesetzt werden müssten.

«Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn vor Ort keine Einigung über die Festlegung von Schwerpunktpraxen für die Untersuchung und Behandlung von Covid-19-Patienten möglich ist oder sich auf freiwilliger Basis nicht ausreichend Personal zum Betrieb von Schwerpunktpraxen, örtlichen Testzentren oder für die Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung gewinnen lässt», äußerte Huml.

Auch die Umstrukturierungen bei der Materialverteilung sei angemessen und Gassens Kritik auch inhaltlich falsch. «Richtig ist: Bei der Verteilung der beschafften Materialien und Gegenständen der persönlichen Schutzausrüstung werden auch künftig ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte neben Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorrangig bedacht», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Am Anteil an den Materiallieferungen für niedergelassene Ärzte ändere sich dadurch nichts.

Zur Versorgung von Corona-Patienten fordert die KV mehr Schutzausrüstung. Sechs von sieben Corona-Patienten würden ambulant in den Praxen behandelt, sagte Gassen. «Wenn diese sechs Patienten auch noch in die Krankenhäuser kommen, dann haben wir bald doch noch italienische Verhältnisse.»

Auch der Landkreistag kritisierte Gassens Aussagen scharf: «Die bayerischen Landkreise mussten seit Beginn der Krise immer wieder Aufgaben der KVB übernehmen, damit überhaupt etwas funktioniert und waren teilweise unerträglichen Situationen ausgesetzt», sagte Verbandspräsident Christian Bernreiter (CSU). Dazu gehöre etwa eine tagelange Nicht-Erreichbarkeit der Telefonnummer 116117. «Bis heute ist seitens der Kassenärztlichen Vereinigung nicht eine Maske bei unseren niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angekommen.»

Update vom 01.04.2020, 20.45 Uhr: Bringen Mundschutze etwas gegen Corona? WHO prüft Wirksamkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft, ob das Tragen von Mundschutz in der allgemeinen Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann. Das sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. "Die WHO trägt alle verfügbaren Informationen zusammen und wägt ab, ob das umfassendere Tragen von Mundschutz Ansteckungen eindämmen kann“, sagte Tedros.

Österreich hatte nach anderen Ländern am Mittwoch (1. April 2020) das Tragen von Mundschutz beim Einkaufen verpflichtend gemacht. In Deutschland wurde auch darüber diskutiert, aber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Dienstag, er sehe keine Notwendigkeit für eine Verpflichtung zum Maskentragen.

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Die WHO warnte sogar, dass das Tragen von Masken die Menschen in falscher Sicherheit wiegen und verleiten könne, andere Vorsichtsmaßnahmen wie das gründliche Händewaschen zu vernachlässigen. Tedros betonte, dass diese Maßnahmen unabhängig von Mundschutz unbedingt eingehalten werden müssen.

Sie wollen einen Mundschutz selbst nähen? Hier geht es zu einer Anleitung.

Update vom 01.04.2020, 17.36 Uhr: Corona-Beschränkungen in Bayern fallen am 20. April nicht komplett weg

Corona-Beschränkungen bleiben laut Söder länger bestehen: Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise werden nach Aussage von CSU-Chef Markus Söder auch im Falle einer Verbesserung nach dem 19. April nicht komplett wegfallen können. Es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April, einem politisch festgelegten Termin, "alles wird wie vorher“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch (1. April 2020) nach der Telefonkonferenz von Bund und Ländern.
 
In der Konferenz hatten sich die Regierungschefs darauf verständigt, die bestehenden scharfen Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien zu verlängern. Es brauche jetzt keine Verschärfung, aber auch keine Exit-Strategien zu den Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland.

Update vom 01.04.2020, 16.21 Uhr: Keine Maskenpflicht in Bayern und Deutschland

In der Corona-Krise wird es zunächst keine Maskenpflicht geben. Beim Krisengespräch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Mittwochnachmittag (1. April 2020) habe große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle, berichtet die dpa. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage.

Update vom 01.04.2020, 15.55 Uhr: Kontaktbeschränkungen werden verlängert

Im Zuge der aktuellen Coronavirus-Krise werden die Kontaktbeschränkungen verlängert. Sie gelten mindestens bis zum Ende der Osterferien. Die Bürger "bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, heißt es in einer der dpa am Mittwoch (1. April 2020) vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Die Bürger werden demnach aufgefordert, „generell auf private Reisen und Besuche auch von Verwandten zu verzichten“. Dies gelte auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge, heißt es in dem Papier weiter. Die entsprechenden Regelungen sollen nach diesen Informationen zunächst bis zum 19. April gelten. In fast allen Bundesländern enden an diesem Tag die Osterferien der Schüler.

Nach dpa-Informationen mahnten Merkel für die Bundesregierung und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Regierungschefs der Länder an, dass es vor Ostern keinerlei Diskussion über Lockerungen der bestehenden Maßnahmen geben solle. Am 14. April - dem Dienstag nach Ostern - wolle man erneut über die Lage beraten. 

Update vom 01.04.2020, 15.37 Uhr: Merkel spricht mit Ministerpräsidenten – wie erfolgreich ist Krisenpolitik?

Zwischenbilanz in Coronavirus-Krise: Am Mittwochnachmittag (01. April 2020) beratschlagt sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Im Mittelpunkt der Telefonschalte dürften folgende Punkte stehen:

  • Zahl der Neuinfektionen mit Coronavirus in Deutschland
  • Aktuelle Lage des Gesundheitssystems

Dabei könnte es auch um die Frage gehen, wie erwartete Lieferungen von Schutzausrüstung wie Atemmasken oder Beatmungsgeräte innerhalb Deutschlands verteilt werden sollen. Es dürfte um eine Bewertung der bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen gehen.

Bund und Länder hatten am 22. März strenge Kontaktbeschränkungen für die Menschen beschlossen, die mindestens bis zum 5. April gelten sollten. Diese Maßnahmen dürften nun verlängert werden. Viele Länder hatten die Kontaktbeschränkungen allerdings ohnehin schon bis zum 20. April beschlossen - an diesem Tag enden häufig die Osterferien der Schüler. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte am Wochenende erklärt, die Entwicklung bei der Zahl der neuen Infektionen gebe der Bundesregierung keinen Anlass, eine Aufhebung von Maßnahmen zu erwägen.

Merkel wollte sich im Anschluss bei einer Telefonschalte zu dem Ergebnis der Beratungen äußern.

Update vom 01.04.2020, 12.44 Uhr: Jüngster Corona-Toter ohne Vorerkrankung in Großbritannien

13-Jähriger verstirbt nach Coronavirus-Infektion: Nur wenige Tage nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb ein 13-Jähriger an der Lungenerkrankung Covid-19. Er soll das bisher jüngste Opfer der Pandemie ohne bekannte Vorerkrankungen in Großbritannien sein. Die Familie des Jungen namens Ismail warte noch auf das Obduktionsergebnis, berichtete am Mittwoch (01. April 2020) die Nachrichtenagentur PA.

Der 13-Jährige war am vergangenen Donnerstag mit Atemwegsproblemen in das King's College Hospital im Süden der Hauptstadt gebracht worden und am Montag (30. März 2020) gestorben. Die Klinik bestätigte, dass sich der Junge mit dem Coronavirus angesteckt hatte, nannte aber keine Details.

Für die Beerdigungskosten und zur Unterstützung der Familie wurde eine Spendenaktion initiiert: Ismails Vater war an Krebs gestorben, die Mutter hat noch sechs weitere Kinder.

Ältere Menschen sind generell wesentlich stärker durch das Coronavirus gefährdet als jüngere. Ganz vereinzelt sterben aber auch Jugendliche und Kinder. Mehrere Länder haben solche Fälle in den vergangenen Tagen gemeldet.

Update vom 01.04.2020, 11 Uhr: Galeria Karstadt Kaufhof mit Brief an Vermieter - ab heute keine Mietzahlungen mehr

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen „keine andere Wahl“.

Vor dem Hintergrund der Pandemie, habe die Geschäftsführung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH entschieden, „die Miete ab dem 1.4.2020 nicht zu zahlen“, heißt es in dem Brief. Dies gelte zunächst für den Zeitraum bis Juni 2020. Wie es danach weiter gehe, werde Galeria Karstadt Kaufhof zu gegebener Zeit entscheiden. Das Unternehmen werde alles daransetzen, „eine neue wirtschaftliche Basis zum nachhaltigen Betrieb unserer Warenhäuser“ zu finden.

Die wegen der Corona-Krise angeordneten Ladenschließungen stellen zurzeit viele deutsche Handelsketten vor große Probleme, weil plötzlich der Umsatz fehlt, die Kosten aber weiterlaufen. Auch andere Einzelhändler und Hersteller wie Adidas, Deichmann und H&M haben in den vergangenen Tagen bereits die Aussetzung der Mietzahlungen angekündigt. Für Galeria Karstadt Kaufhof ist die Situation allerdings doppelt schwierig. Denn die Krise trifft das angeschlagene Unternehmen mitten in einem Restrukturierungsprozess.

Durch die Schließung seiner Warenhäuser verliert das Unternehmen aktuell jede Woche mehr als 80 Millionen Euro Umsatz, wie in Unternehmenskreisen zu erfahren ist. Bereits vor Wochen hatte der Konzern deshalb für weite Teile der Belegschaft Kurzarbeit beantragt. Am Mittwoch sei dies nun auch für die 1300 Mitarbeiter der Zentrale geschehen, hieß es. Gleichzeitig bemüht sich der Konzern um staatliche Hilfsgelder. Doch erwies sich eine Einigung mit den Banken bislang als schwieriger als erhofft. In Unternehmenskreisen wurde zuletzt geklagt, der Prozess sei bürokratisch und aufwendig. Es koste wertvolle Zeit.

Update vom 01.04.2020, 07.35 Uhr: Frauen und Männer dürfen nicht mehr zeitgleich das Haus verlassen

In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Maßnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hieß es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet. 

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6.30 und 19.30 Uhr draußen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen – welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab. Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

In Panama wurden bisher 1181 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 30 Todesfälle bestätigt. Das kleine Land zwischen Kolumbien und Costa Rica mit nur etwa vier Millionen Einwohnern gehört damit zu den lateinamerikanischen Staaten mit den meisten bekannten Covid-19-Fällen.

Update vom 31.03.2020, 21.55 Uhr: 191 Corona-Tote in Bayern

In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 67.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 15.500 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 15.250 Fällen und 148 Toten und Baden-Württemberg mit mehr als 13.300 Fällen und 196 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,6.

Mindestens 700 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Update vom 31.03.2020, 21.15 Uhr: Corona-Krise trifft Bayern besonders hart

Die bayerische Wirtschaft wird von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders hart getroffen. In einer am Dienstag veröffentlichten Berechnung geht das Münchner "Ifo"-Institut davon aus, dass die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Freistaat höher als im deutschen Durchschnitt sind. Sollten die Schließungen von Firmen drei Monate lang anhalten, erwarten die Wirtschaftsforscher Kosten zwischen 68 und 138 Milliarden Euro. Bei zwei Monaten wären es 49 bis 94 Milliarden.

Anstelle eines leichten Wachstums wird die bayerische Wirtschaft den Berechnungen zufolge 2020 deutlich schrumpfen. Der Unterschied zwischen alter und neuer Prognose liegt bei einer dreimonatigen Schließung zwischen 10,8 und 22,1 Prozentpunkten. "Somit ist Bayern etwas stärker bedroht als Deutschland“, sagt "Ifo"-Präsident Clemens Fuest. In einer vergangene Woche veröffentlichten Berechnung war das "Ifo" für Deutschland im vergleichbaren Szenario von einem Einbruch um 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte ausgegangen.

Dass Bayern besonders stark betroffen ist, liegt laut Andreas Peichl vom Ifo-Institut an der Ausrichtung der Wirtschaft im Freistaat. Diese sei unter anderem stark in besonders von der Krise betroffenen Bereichen wie Export, Tourismus oder dem sogenannten sozialen Konsum, also Betrieben wie Kinos oder Gaststätten, sagte er. Das führe zu stärkeren Belastungen.  

Fuest warb für starke Maßnahmen in der Corona-Krise: "Die hohen Kosten des Shutdown zeigen: Es lohnt sich, auch extrem teure zusätzliche Investitionen in Gesundheitsschutz zu tätigen, die es ermöglichen, eine schrittweise Aufhebung des Shutdown mit einer Eindämmung der Epidemie zu verbinden.“

Update vom 31.03.2020, 16.50 Uhr: Innenminister Seehofer rechtfertigt Prognose für Deutschland

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat zuletzt mit Aussagen zu einem Corona-Schreckensszenario für Deutschland für Aufsehen gesorgt. In einem internen Papier seines Ministeriums war die Rede davon, dass es im schlimmsten Fall zur Todeszahlen in Millionenhöhe kommen könnte. 

Im Gespräch mit der Bild rechtfertigte er nun diese Prognose: "Das ist ein Worst-Case-Szenario für den Fall, dass keine Maßnahmen getroffen werden oder unzureichende Maßnahmen getroffen werden", sagte er. 

Der Minister sagte zudem, dass Ministeriumsmitarbeiter mehrere Szenarien durchspielen würden. Darunter befänden sich auch solche, "die man nicht gerne hört, aber mit denen man sich beschäftigen muss", so Seehofer. Im Netz erntet der 70-Jährige für seine Aussagen Kritik. Auf Twitter schreibt beispielsweise ein Nutzer: "Das ist propagandistischer Unsinn und unverantwortliche Panikmache."

Update vom 31.03.2020, 14.45 Uhr: Forscher entwickeln schnelleren Corona-Test

Frankfurter Forscher haben einen Test zur schnelleren und großflächigeren Analyse von Infektionen mit dem Coronavirus entwickelt. "Damit wird es möglich, die von allen Wissenschaftlern und auch Politikern geforderte Ausweitung der Testung in weitere Bevölkerungsgruppen auch bei den begrenzten Testkit-Ressourcen früher umzusetzen, als bisher angenommen wurde“, erklärte Erhard Seifried, Professor an der Frankfurter Goethe-Universität.

Wissenschaftler des Blutspendedienstes des "Deutschen Roten Kreuzes (DRK)" und des "Instituts für Medizinische Virologie" des Universitätsklinikums haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Abstriche von mehreren Testpersonen zusammen untersucht werden. Die Proben werden in einem sogenannten "Mini-Pool“ zusammengeführt und mit Hilfe eines Genomnachweises untersucht. Bei einem negativen Ergebnis haben alle enthaltenen Proben ein zuverlässig negatives Ergebnis. Bei einem positiven Befund werden Einzeltests der ursprünglichen Probe gemacht, die positive Probe könne so innerhalb von vier Stunden identifiziert werden.

Trotz des Zusammenführens der Proben sei das Verfahren zuverlässig. "Wir haben genau die gleiche Empfindlichkeit wie bei Einzeltests“, sagte Seifried. Man habe bei der Entwicklung keine Unterschiede in den Ergebnissen der Einzel- und Pooltests gefunden. Der Preis eines solchen gemeinsamen Tests sei genau so hoch wie ein Einzeltest – man erhalte aber fünf Ergebnisse. Die nötigen Reagenzien seien kein Problem. "Jeder Test, der auf Markt verfügbar ist, kann dafür verwendet werden.“ Damit lasse sich in ganz Deutschland die aktuelle Anzahl von rund 40.000 Untersuchungen pro Tag auf 200.000 bis 400.000 Untersuchungen steigern.

Sinnvoll sei der Pool-Test vor allem bei Gruppen, die eine geringe Infektionswahrscheinlichkeit aufwiesen und die man regelmäßig testen wolle wie medizinisches Personal, Pflegekräfte und Heimbewohner. Bei einer großen Wahrscheinlichkeit, dass eine Covid-19-Infektion vorliegt, mache ein Pooltest wenig Sinn – weil man bei einem positiven Ergebnis alle Proben im Pool einzeln nachtesten muss. "Menschen, die symptomatisch sind, würden wir nicht in einem Fünfer- oder Zehnerpool testen, sondern in einem Zweier-Pool", sagt Seifried.

Erst kürzlich hatte "Bosch" einen Corona-Test offiziell vorgestellt. Dieser soll ab April in zahlreiche Praxen und Krankenhäusern verfügbar sein. 

Update vom 31.03.2020, 11.50 Uhr: Coronavirus-Sterberate wird sich erhöhen

Das "Robert Koch-Institut (RKI)" aus Berlin rechnet damit, dass sich die Coronavirus-Sterberate in Deutschland erhöhen wird. Derzeit liegt diese bei 0,8 Prozent, wie RKI-Präsident Lothar Wieler der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.  „Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf“, erläuterte er. „Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird.“ 

Die aus den erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests. Deshalb seien in Deutschland auch viele leichte Fälle registriert, die nicht zum Tod führten. Bislang liege das Durchschnittsalter der Infizierten bei 47 Jahren, pro Woche würden rund 350.000 Menschen in Deutschland getestet.

Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich, sagte Wieler. In Deutschland sind aktuell 61.913 Menschen infiziert. 583 Menschen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben. Diese Zahlen veröffentlichte das RKI am Dienstag um 8.15 Uhr. Die meisten Infizierten gibt es derzeit in Bayern. Im Freistaat sind nach gleichem Stand der Veröffentlichung 14.810 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. 

Update vom 31.03.2020, 11.00 Uhr: Erste deutsche Stadt will Mundschutz-Pflicht

Die thüringische Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. „In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden“, teilte die Stadt mit. Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine Grundausstattung an Masken. Damit wolle man Pflegekräfte, Ärzte, Fahrer im öffentlichen Nahverkehr und andere Menschen in systemrelevanter Infrastruktur versorgen. An die Bevölkerung erging die Bitte: „Nähen Sie sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.“

Eine Mundschutzpflicht unter anderem für Einkäufe in Supermärkten hatte auch bereits die österreichische Regierung am Montag angekündigt. Dabei ist der Nutzen der Masken umstritten: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutz-Tragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnähmen und sich dabei womöglich infizierten.

Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie in Österreich sei derzeit nicht geplant, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Zuerst müsse man abwarten, ob die in Deutschland getroffenen Maßnahmen helfen. „Es ist wichtig, dass wir uns jetzt an die grundlegenden Beschränkungen halten (...) und nicht über Exit-Strategien nachdenken“, sagte Söder. 

Der CSU-Chef forderte zugleich eine „nationale Notfallproduktion“ von Schutzmasken. „Was wir dringend brauchen sind mehr Masken und zwar die hochwertigen Masken für unser gesamtes Personal in den Krankenhäusern und Arztpraxen“, sagte er. „Wichtig ist, dass wir eine nationale Notfallproduktion endlich bekommen.“ Die deutsche Wirtschaft müsse jetzt darauf umstellen. Es brauche einen ausreichenden Vorrat in Krankenhäusern, Arztpraxen und Altersheimen.

Update vom 30.03.2020, 19.20 Uhr: Auch dritter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kann immer mehr aufatmen: Auch bei ihrem dritten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag (30.03.2020) in Berlin mit. Er ergänzte: „Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen.“

Merkel hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

Update vom 30.03.2020, 17.00 Uhr: Corona-Krise: Italien denkt über Schritte Richtung Normalität nach

Angesichts von Hoffnungen auf eine Stabilisierung bei den Corona-Neuinfektionen hat in Italien eine Debatte über Wege zur Lockerung der Beschränkungen begonnen. Gleichzeitig warnten Experten, eine Rückkehr zur Normalität werde nur in kleinen Schritten erfolgen.

„Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser“, sagte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes ISS, Silvio Brusaferro, der Zeitung „La Repubblica“ vom Montag.
„Wir warten bis Ostern und werden dann die Zahlen prüfen, um weitere Schritte zu unternehmen“, beschrieb er den möglichen Zeitrahmen.

In Italien gelten bis Freitag strenge Ausgangsverbote mit wenigen Ausnahmen. Es wird erwartet, dass die Regierung sie verlängert.  Den richtigen Weg aus den Maßnahmen mit ihren harten Folgen für Bürger und Wirtschaft zu treffen, werde schwer.

„Das Problem besteht darin, herauszufinden, welche Öffnungsformen sicherstellen, dass die Kurve nicht wieder wächst“, sagte der Regierungsberater. Möglich sei, dass der Staat mehr Freiheiten erlaube und sie wieder zurücknehmen müsse. Über den Einsatz von Apps, die die Bewegung von Patienten kontrollieren, werde nachgedacht. Aktuell steuert Italien auf 100.000 bestätigte Sars-CoV-2-Infektionen zu.

Vorsicht müsse noch für Monate das Leben bestimmen, mahnte der für Gesundheit zuständige Regionalkommissar der Lombardei, Giulio Gallera. Seine Region ist der Brennpunkt des Ausbruchs. Nach einem Neustart werde man sich länger „an eine andere Lebensweise gewöhnen müssen, das Haus mit Atemschutz zu verlassen, Distanz zu anderen zu halten“, sagte er in einem Fernsehinterview.

Der Regionalpräsident Venetiens, Luca Zaia, sprach im Fernsehen von einer „weichen Landung“ mit Zwischenschritten. Was möglich werde, hänge auch davon ab, wann die Forschung Antikörper-Tests bereitstelle, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ansa.

Update vom 30.03.2020, 14.00 Uhr: Über 14.000 Corona-Infizierte, 133 Tote in Bayern

Auf der Pressekonferenz in der Bayerischen Staatskanzlei hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die neuesten Fallzahlen aus dem Freistaat bekanntgegeben.

Stand, 30. April 2020, 14.00 Uhr, sind 14.437 Menschen in Bayern mit dem Coronavirus infiziert. 133 Menschen sind an den Folgen von "Covid-19" bisher gestorben.

Update vom 30.03.2020, 12.25 Uhr: Söder mit neuen Details zu Ausgangsbeschränkungen in Bayern

Alle aktuellen Entwicklungen zu den Ausgangsbeschränkungen, was Markus Söder sagt und wie es in Bayern weitergeht, erfahren Sie hier. 

Update vom 30.03.2020, 05.30 Uhr: Söder am Montag mit neuen Details 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich am Montag (30. März 2020) erneut zu den vorherrschenden Ausgangsbeschränkungen äußern. Diese gelten vorübergehend bis zum 3. April 2020. Für die Mittagsstunden ist eine Pressekonferenz in der Staatskanzlei anberaumt. 

In den vergangenen Tagen kursierten vermehrt Stimmen, dass die Beschränkungen bereits Mitte April 2020 gelockert werden könnten. So äußerte sich beispielsweise Hubert Aiwanger (Freie Wähler): "Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben", sagte der Wirtschaftsminister im TV. Von einem möglichen Ende der Ausgangsbeschränkungen in Bayern war bislang keine Rede gewesen. 

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach sich gegen eine vorzeitige Lockerung der Ausgangsbeschränkungen aus. "So lange das Virus so wütet, ist der Schutz der Menschen alternativlos", sagte der 70-Jährige der Süddeutschen Zeitung

Was die konkreten Regelungen für Bayern anbetrifft, hat allerdings nicht Seehofer, sondern Söder die Entscheidungshoheit. Aber selbst Söder hatte zuletzt vor einem frühen Ende der Auflagen gewarnt. 

Auch bezüglich möglicher Lockerungen des derzeitigen Kontaktverbotes gab es zuletzt Äußerungen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) machten zuletzt deutlich, dass eine schnelle Lockerung der Beschränkungen noch nicht im Raum stehe: "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte Braun zum Tagesspiegel.

Es bleibt abzuwarten, wie die Politik auf Bundesebene fortfahren wird, nachdem Bayerns Ministerpräsident Söder am Montagmittag neue Details zur Lage rund um die Ausgangsbeschränkungen gegeben hat.

Update vom 29.03.2020, 21 Uhr: 40 Tote in Franken - Söder kündigt Pressekonferenz an

Am Montag wird sich der bayerische Ministerpräsident in einer Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen des Freistaats in der Coronakrise äußern. Das wurde am Sonntag bekannt. 

Zusammen mit den Kabinettsmitgliedern Joachim Herrmann, Hubert Aiwanger und Melanie Huml wird Söder einen Überblick über die Zahlen geben, sicherlich aber auch bekannt geben, wie es mit den bislang bis 3.4.2020 terminierten Ausgangsbeschränkungen weitergehen wird. Das Bayerische Fernsehen sowie Bayern 2 und  B5 Aktuell werden die Pressekonferenz am Montag ab 12.25 Uhr live übertragen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Maßnahmen bereits Ende der Woche gelockert werden - vielmehr ist davon auszugehen, dass sie fortgesetzt oder gar verschärft werden. 

In Franken steigen die Zahlen der Infizierten und Toten unterdessen weiter an. Am Wochenende gab es mehrere Todesfälle in der Region - inzwischen sind 40 Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Davon alleine 13 Todesopfer sind in einem Seniorenheim in Würzburg zu beklagen. 

Update vom 29.03.2020, 16.20 Uhr: Post plant Einschränkungen wegen Coronavirus - wie oft kommen noch Briefe?

Die Deutsche Post teilte am Sonntag mit, dass sie sich aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie auf weitere Einschränkungen vorbereite. "Der Umgang mit solchen Einschränkungen ist uns in besonderen lokalen Quarantäne-Gebieten bereits vertraut", heißt es in einer Mitteilung der Post. Bisher gebe es keine Einschränkungen in der Versorgung mit Briefen und Paketen in Deutschland, so die Post. 

"Wir tun alles, um sowohl unsere Mitarbeiter wie auch unsere Kunden soweit es geht zu schützen und die Postversorgung wie gewohnt aufrecht zu erhalten", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit und machte darüber hinaus keine weiteren Angaben.

Was "Einschränkungen" konkret bedeuten könnten, berichtet die "Welt am Sonntag": 

  • In extremen Situationen in "geschlossenen Gebieten" würden demnach nur Einschreiben und Sendungen an Behörden und Gesundheitseinrichtungen zugestellt
  • Ab einem Krankenstand von 30 Prozent bei der Post sollen Briefe und Pakete nur an drei Tagen pro Woche zugstellt werden
  • Ab einem Krankenstand von 80 Prozent sollen dann Zusteller nur noch einmal pro Woche Briefe und Pakete austragen. 

Update vom 29.03.2020, 13.00 Uhr: Söder verteidigt bayerischen Sonderweg: „Jeder Tag kann Leben kosten“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die strengen Auflagen für Bayerns Bürger in der Corona-Krise erneut verteidigt. Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Derlei sei nötig gewesen, „weil zu spüren war, dass Appelle allein nicht reichen. Viele haben sich vorbildlich verhalten, andere haben es ignoriert oder nicht ernst genommen“, sagte er dem Magazin „Spiegel“. „Ich kann auch verstehen, dass man sein gewohntes Leben gerne weiterführt. Alle Experten haben uns aber zu zügigem Handeln geraten.“ Das Verlassen der Wohnung ist – zunächst befristet bis einschließlich 3. April – nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch „Sport und Bewegung an der frischen Luft“ – das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält – etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern – muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

Später hatten sich der Bund und die Länder auf ein bundesweites Kontaktverbot verständigt. Der bayerische Weg hatte unter den Ministerpräsidenten für Verstimmungen gesorgt.
„Wenn Sie dann zum Ergebnis kommen, dass bestimmte Maßnahmen ohnehin sein müssen, stellt sich die Frage, warum man dann noch drei bis fünf Tage warten soll“, sagte Söder. „Jeder Tag bedeutet eine erhöhte Infektionsgefahr, die Leben kosten kann.“

Zum Thema Exitstrategie – also der Lockerung oder Abschaffung der Auflagen – sagte der CSU-Politiker: „Aber wann und in welcher Form wir wieder zur Normalität zurückkehren, hängt davon ab, wie sich die Zahlen der Infektionen und Todesfälle entwickeln. Aus heutiger Sicht kann es keine vorschnelle Entwarnung geben. Die Lage bleibt sehr ernst. Im Moment steigen die Zahlen noch steil an.“

Update vom 29.03.2020, 11.55 Uhr: Ministerium: 13.263 Coronavirus-Fälle und 110 Tote in Bayern

In Bayern sind inzwischen 13 263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit. Den Angaben zufolge sind bislang 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

Update vom 29.03.2020, 09.15 Uhr: Experte warnt vor heftigen Auswirkungen auf den bayerischen Arbeitsmarkt

Die aktuelle Corona-Krise wird nach Meinung von Experten den Arbeitsmarkt in Bayern massiv beeinträchtigen. Die aktuelle Situation habe wesentlich stärker zugeschlagen als die Finanzkrise 2009, sagte ein Experte aus dem Arbeitsministerium. Eine genaue Prognose über die Entwicklung der Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen in den nächsten Monaten sei derzeit zwar nicht möglich. Sicher sei aber, dass sich die Kurzarbeit massiv erhöhen werde. Auch von steigenden Arbeitslosenzahlen sei auszugehen. „Die Lage ist momentan extrem schwierig. Alles hängt von der Länge der Pandemie und der Wirkung der notwendigen Maßnahmen zu deren Eindämmung ab“, sagte er.

Einen Hinweis darauf, dass zunächst die Kurzarbeit in Bayern sehr stark steigen werde, seien die Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen. Am 20. März lagen den Arbeitsagenturen dem Experten zufolge 14 600 Anzeigen von Betrieben vor. Tendenz deutlich steigend. Zum Vergleich hatte diese Zahl im Januar bei 262 Kurzarbeitsanzeigen gelegen. „Das zeigt die Dimension, um die es momentan geht, und es werden derzeit Unterstützungsmaßnahmen in riesigem Ausmaß ergriffen“, sagte der Fachmann.

Die Auswirkungen der durch das Coronavirus ausgelösten Krise schlügen sich nicht nur im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Messebau und im Tourismus nieder. „Die Krise hinterlässt quer durch sämtliche Branchen gravierende Spuren, weil durch die weltweite Pandemie einerseits Absatzmärkte weggebrochen und andererseits Lieferketten unterbrochen sind“, sagte der Experte aus dem Ministerium in München.

Update vom 29.03.2020, 08.30 Uhr: Vizekanzler Scholz: Lockerung der Corona-Maßnahmen nicht an wirtschaftliche Fragen knüpfen

In der Debatte über die Einschränkungen wegen der Corona-Krise bekommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unterstützung vom Koalitionspartner SPD. Die schnellstmögliche Rückkehr zur Normalität sei „unser aller Ziel“, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag). „Aber so weit sind wir noch nicht. Die Bundeskanzlerin hat mit ihrer Mahnung recht. Die Spitze der Infektionswelle steht uns noch bevor.“ Merkel hatte die Bürger am Samstag um Geduld angesichts der Corona-Krise gebeten. „Noch geben uns die täglichen Zahlen der Neuinfektionen leider keinen Grund, nachzulassen oder die Regeln zu lockern“, sagte sie in ihrem Wochenend-Podcast.

Walter-Borjans sagte, selbstverständlich müsse die schrittweise Rücknahme der Einschränkungen verantwortungsbewusst geplant werden. „Aber bitte in dem Wissen, dass das Schüren falscher Erwartungen die mühsam erreichten Verhaltensänderungen aufs Spiel setzt“, warnte Walter-Borjans. „Im schlimmsten Fall droht dann beides: eine desaströse Infektionswelle und ein wirtschaftlicher Kollaps.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte der „Bild am Sonntag“: „Erst mal gilt es abzuwarten, welche Wirkung die Maßnahmen zeigen.“ Um den 20. April wisse man da hoffentlich mehr. „Jetzt geht es darum, dass wir alle uns an die Regeln halten, Abstand bewahren und die Ansteckung verlangsamen.“ Der Vizekanzler mahnte: „Ich rate allen dringend davon ab, eine Lockerung an wirtschaftliche Fragen zu knüpfen.“ Es gehe um Leben und Tod. „Ich wende mich gegen jede dieser zynischen Erwägungen, dass man den Tod von Menschen in Kauf nehmen muss, damit die Wirtschaft läuft. Solche Abwägungen halte ich für unerträglich.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte unterdessen, schon jetzt über eine Strategie für eine künftige Lockerung der Einschränkungen nachzudenken. „Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch“, schrieb Laschet in einem Gastbeitrag in der Zeitung „Welt am Sonntag“. „Jetzt ist die Zeit, Maßstäbe für die Rückkehr ins soziale und öffentliche Leben zu entwickeln, damit auch diese Entscheidung anhand transparenter Kriterien erfolgt.“ Auch er betonte am Samstagabend in der Sendung „ZDF spezial“ aber, eines sei klar: „Man kann jetzt nicht über das Ende der Maßnahmen spekulieren.“ Ende April, nach Ostern sei der Zeitpunkt, wo das untersucht werden solle. „Und bis dahin muss sich jeder an die Regeln halten.“

FDP-Chef Christian Lindner hatte bereits eine Exit-Strategie gefordert und legte nun nach: „Der jetzige Zustand darf keinen Tag länger dauern, als es medizinisch geboten ist.“

Update vom 29.03.2020, 06.40 Uhr: Bayerns Krankenhäuser wappnen sich für Anstieg an Corona-Patienten 

Für den Fall stark steigender Zahlen an Corona-Patienten sind die Krankenhäuser in Bayern aus Sicht von Gesundheitsministerin Melanie Huml vorbereitet. Ein Notfallplan sei erfolgreich angelaufen, sagte die CSU-Politikerin in München. „Für die Zeit der Krise gilt eine weitreichende Kooperationspflicht.“ Zudem arbeitet die Staatsregierung am Aufbau von Not- oder Hilfskrankenhäusern.

„Krankenhäuser, die zunächst nicht vorrangig mit der Behandlung von Corona-Fällen betraut werden, müssen die anderen Krankenhäuser mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entlasten“, erklärte Huml. Das bedeute in erster Linie, dass Patienten übernommen werden. Es könne aber auch darum gehen, mit Personal oder Ausstattung zu helfen. Weiter sagte die Ministerin: „Um für den Fall einer massiven Zunahme stationär behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten gewappnet zu sein, erarbeiten das bayerische Gesundheitsministerium und das bayerische Innenministerium darüber hinaus ein Konzept zum temporären Aufbau sogenannter Not- oder Hilfskrankenhäuser.“ Derzeit würden mögliche Varianten sowie die damit verbundenen logistischen, personellen und organisatorischen Fragen geprüft. „Konkrete Standortfestlegungen gibt es aber noch nicht“, so Huml.

In Bayern ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 fünfstellig. Täglich werden Hunderte neue Fälle gemeldet. Inzwischen gibt es auch Dutzende Tote.

Seit Freitag arbeiten in allen 26 bayerischen Leitstellenbereichen den Angaben nach Mediziner mit dem Titel „Ärztliche Leiter“ und weitreichenden Entscheidungsbefugnissen. „Sie sollen Patientenströme in den Landkreisen und kreisfreien Städten dezentral innerhalb der regionalen Krankenhausstrukturen steuern“, erläuterte Huml. „Für die Verteilung der Patienten auf die Akutkrankenhäuser brauchen wir effiziente Strukturen.“ Auf Ebene der Kreisverwaltungsbehörden würden zudem Covid-19-Koordinierungsgruppen der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen eingerichtet, die sich unter anderem mit den Ärztlichen Leitern und niedergelassenen Ärzten abstimmen sollen.

Ferner wurden die Krankenhäuser Huml zufolge verpflichtet, „alle geeigneten Maßnahmen zum Ausbau insbesondere der Intensivbehandlungsplätze mit Beatmungsmöglichkeit zu ergreifen“. Sämtliche Behandlungen, die aus medizinischer Sicht aufgeschoben werden können, würden zunächst zurückgestellt. „So sollen die Kapazitäten in den Kliniken für den zu erwartenden Patientenandrang kurzfristig erhöht werden“, erklärte die Gesundheitsministerin.

Update vom 29.03.2020, 04.30 Uhr: Auch die Anspannung durch Coronakrise kann krank machen

Der Ruheforscher Hans-Günter Weeß hat vor krankmachender Anspannung durch die Corona-Krise gewarnt. „Bleiben Sie über Telefon und neue Medien in ausreichendem Austausch mit Freunden und Angehörigen, denn soziale Kontakte wirken sich entspannend aus“, rät der Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums im rheinland-pfälzischen Klingenmünster. „Wem es gelingt, trotz der Herausforderungen durch das Coronavirus gelassen zu bleiben, erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine entspannte Nacht“, betonte der Buchautor („Schlaf wirkt Wunder“). Besonders in den Gesundheitsberufen sei es wichtig, zwischen Schichten auf sich zu achten und für ausreichend Ruhe zu sorgen. Für guten Schlaf könne hilfreich sein, sich Belastendes von der Seele zu reden oder zu schreiben. „Tauschen Sie sich mit dem Partner oder mit Freunden am Telefon aus oder schreiben Sie Ihre Sorgen und Nöte auf ein Blatt Papier oder in ein Tagebuch“, sagte der 56-Jährige.

Weeß rät auch dazu, sich nur bei glaubwürdigen Quellen über den Stand der Pandemie zu informieren. „Vermeiden Sie aber eine exzessive Nutzung der Medien. Setzen Sie sich bewusst ein zeitliches Limit für Fernsehen und Social Media.“ Die ständige Beschäftigung mit der Lage und das Warten auf Nachrichten erhöhten die psychische Belastung. Viele würden die Corona-Krise als Situation erleben, in der sie sich noch nicht befunden haben. „Dieser gesellschaftliche Ausnahmezustand geht nicht spurlos an den Menschen vorüber. Das Coronavirus ist zwar eine körperliche Erkrankung. Aber viele Menschen haben große Nöte um Gesundheit, Job, Angehörige und Freunde. Diese Sorgen können zu einer psychischen Belastung und zu Schlafstörungen führen“, sagt Weeß.

Gerade in der aktuellen Krise sei ausreichender Schlaf wichtig. „Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm des Menschen. Und ganz wichtig zu wissen in Zeiten der Corona-Pandemie: Tiefer und fester Schlaf stärkt Immunsystem und Abwehrkräfte.“

Update vom 29.03.2020, 00.02 Uhr: Mit Coronavirus infiziertes Baby stirbt in den USA

Im US-Bundesstaat Illinois wird der Tod eines Babys untersucht, das mit dem Coronavirus infiziert war. In Verbindung mit der Erkrankung Covid-19 habe es bislang noch keinen Todesfall eines Babys gegeben, erklärte das Gesundheitsamt des Staates am Samstag (Ortszeit) in einer Mitteilung. Eine „umfassende Untersuchung“ solle die genaue Todesursache klären, hieß es weiter. Das verstorbene Kind war demnach jünger als ein Jahr. 

Zur Risikogruppe für das Coronavirus zählen vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Kranke, Ältere und Schwangere. In Illinois waren 85 Prozent der Toten 60 Jahre oder älter. Das Gesundheitsamt wies allerdings daraufhin, dass die Krankheit bei Menschen aller Altersklassen einen schweren Verlauf nehmen könne. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge scheint der Krankheitsverlauf bei Kindern häufig geringer ausgeprägt zu sein als bei Erwachsenen. Jedoch kämen auch – insbesondere bei jüngeren Kindern – schwere Verläufe vor. 

In Frankreich hatte zuletzt der Tod einer 16-Jährigen viel Aufmerksamkeit erzeugt.

Update vom 28.03.2020, 18.45 Uhr: Mehr als 10.000 Tote in Italien

 In Italien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Der Zivilschutz meldete am Samstag 889 neue Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten auf 10.023.

Update vom 28.03.2020, 18.15 Uhr: Bundeskanzlerin bittet Deutschland um Geduld

Aus der heimischen Quarantäne meldete sich Kanzlerin Angela Merkel am Samstag zur aktuelen Coronakrise:  "Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte die Kanzlerin im Podcast.

Aktuell steigen die Zahlen noch stark an. Merkel sieht noch keinen Grund, die Einschränkungen zu lockern. Erst, wenn sich die Zahl der Neuinfektionen nur etwa alle zehn Tage verdoppeln würden, könne man darüber sprechen, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern.

Update vom 28.03.2020, 15.30 Uhr: Mehr als 800 Tote in Spanien an einem Tag

Zwei Wochen nach dem Beginn des strengen Ausgehverbots wegen des Coronavirus hat Spanien die bislang höchste Zahl neuer Todesopfer verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden wurden 832 Tote registriert, die Gesamtzahl kletterte damit bis Samstagmittag auf knapp 5700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Trotz dieser verheerenden Bilanz herrscht bei den Behörden vorsichtiger Optimismus: Die Zahl der Infizierten stieg zwar ebenfalls weiter und belief sich am Samstag auf rund 72 000, etwa 8000 mehr als am Vortag. Der Anstieg nimmt prozentual gesehen aber seit Tagen ab und lag am Samstag nur noch bei elf Prozent.

Spanien hofft, den Höhepunkt der Krise bald zu überschreiten. Der Alarmzustand mit extremen Beschränkungen für die Bevölkerung war vor wenigen Tagen um zwei weitere Wochen bis zum 11. April verlängert worden. Die Regierung gibt sich zuversichtlich, dass die Ansteckungskurve sich bis dahin abgeflacht haben könnte.

Update vom 28.03.2020, 12.15 Uhr: Neue Zahlen vom Robert-Koch-Institut - über 11.000 Infizierte in Bayern

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 48.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Laut Zahlen des Robert-Koch-Insituts (RKI) hat Bayern bereits die 11.000er-Marke geknackt. Das RKI meldete 11.150 Infizierte im Freistaat (Stand 28.03. 10.10 Uhr) - ein Plus gegenüber dem Vortag von 1669 Fällen.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen. Mehr als 316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Update vom 28.03.2020, 11.42 Uhr: Zwei Deutsche sterben auf Zypern und Kreta an Coronavirus

Ein 67-Jähriger deutscher Tourist ist auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies habe das Krankenhaus im türkischen besetzten Nordteil der Insel mitgeteilt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Samstag. Vor zwei Tagen war auf der griechischen Insel Kreta ein 42 Jahre alter deutscher Mathematikprofessor an einer Lungenembolie als Folge einer Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben.

Update vom 28.03.2020, 11.20 Uhr: Geburten während Corona-Pandemie: Huml spricht Klartext

Auch während der Corona-Krise werden Kinder geboren. In Bayern gab es zuletzt Irritationen, weil etwa die Regiomed-Kliniken werdende Väter wegen einer möglichen Coronavirus-Ansteckungsgefahr nicht mehr in den Kreißsaal lassen wollten. Die Kliniken ruderten inzwischen zurück und erlaubten es den Vätern wieder, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein - allerdings unter Bedingungen. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml meldete sich in der Sache zu Wort.  Huml hat darauf hingewiesen, dass bei der Geburt von Kindern deren Väter und engste Angehörige trotz der Coronavirus-Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern die Mutter besuchen können: "Die Geburt eines Kindes ist ein außergewöhnliches Ereignis. Deshalb haben wir hierfür eine Ausnahme vorgesehen."

Update vom 28.03.2020, 10.00 Uhr: Impfstoff gegen Coronavirus frühestens Ende 2020

Die Bundesforschungsministerin Anja Karliczeck sieht frühestens Ende des Jahres einen Impfstoff gegen das momentan wütende Coronavirus. "Wir müssen davon ausgehen, dass ein Impfstoff, mit dem breite Teile der Bevölkerung geschützt werden können, erst gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung steht", sagt die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

Für die Impfstoffforschung gelte: "Wir wollen so schnell wie möglich laufen - aber wir dürfen dabei nicht hinfallen. Wir müssen sicher sein, dass die Impfung wirkt und dem Patienten nicht schadet." Karliczeck sagte weiter:" Wir reizen die Forschungsmöglichkeiten bis aufs Letzte aus. Wir sind bereit, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, wenn es erfolgsversprechende Projekte gibt. Am Geld wird die Corona-Forschung nicht scheitern."

Update vom 27.03.2020, 19.50 Uhr: Betrüger nutzen Corona-Krise, um sich selbst zu bereichern - Bayern veröffentlicht Bußgeldkatalog

Betrüger nutzen die Corona-Krise für neue Maschen aus. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) warnte am Freitag in München davor, dass sich Kriminelle beispielsweise als vermeintliche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben. Ihr Vorwand: Sie wollten einen Coronavirus-Test machen und Räume desinfizieren. So würden sie sich Zugang zu Wohnungen verschaffen, um an Geld und Wertgegenstände zu gelangen. 

Auch im Internet haben sich durch die Corona-Pandemie neue Betrugsmaschen entwickelt: So bieten gefälschte Online-Plattformen laut LKA zum Beispiel gegen Vorkasse Atemschutzmasken an. „Sie bezahlen, erhalten aber niemals eine Gegenleistung für Ihr Geld“, warnte das LKA.

In abgeänderter Form werde außerdem weiterhin der Enkeltrick genutzt. Dabei geben sich Betrüger als Angehörige aus, die sich mit dem Coronavirus infiziert hätten und um Geld für die Behandlung bitten. Das LKA appellierte an die Menschen, besonders vorsichtig zu sein: „Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit.“

Bußgeldkatalog in Bayern - Verstöße werden teuer

Indes veröffentlichte das bayerische Gesundheitsministerium heute einen Bußgeldkatalog. Der gilt nun ab sofort und sanktioniert Verstöße gegen die Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus mit Summen von 150 bis 5.000 Euro. Alle Details dazu gibt es in unserem separat dafür angelegten Artikel.

Update vom 27.03.2020, 15.45 Uhr: Fallzahlen steigen weiter - über 10.000 Infizierte allein in Bayern

Bayernweit haben sich mittlerweile mehr als 10.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit meldet am Freitag (27.03.2020, Stand: 10 Uhr) 10.180 Menschen, die sich bereits mit dem Erreger infiziert haben. Bislang gibt es im Freistaat 59 Todesfälle zu verzeichnen, die mit einer Codid-19-Erkrankung in Verbindung stehen. 

Update vom 27.03.2020, 12.25 Uhr: Bundesrat beschließt umfassendes Hilfspaket

Die gewaltigen Hilfen in der Corona-Krise können fließen. Der Bundesrat beschloss am Freitag endgültig das milliardenschwere Hilfspaket mit Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Die Beschlüsse fielen einstimmig. Die ersten Gelder sollen damit noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

Viel Geld nimmt der Staat vor allem in die Hand, um bedrohte Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu retten. Für kleine Firmen und Selbstständige gibt es direkte Zuschüsse in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro. Die Anträge laufen über die Bundesländer. Bereits gestartet ist zudem ein unbegrenztes Kreditprogramm über die Förderbank KfW. Große Firmen können unter einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm schlüpfen und notfalls auch ganz oder zum Teil verstaatlicht werden.

Die Krankenhäuser bekommen eine Finanzspritze für neue Intensivbetten mit künstlicher Beatmung und vorsorglich verschobene Operationen. Außerdem darf der Bund Maßnahmen zur Beschaffung von Schutzausrüstung ergreifen.

Ebenfalls beschlossen wurde ein Kündigungsschutz für Mieter, die wegen der Krise ihre Miete nicht zahlen können. Hartz IV und Kinderzuschlag sollen einfacher fließen. Eltern, die ihre Kinder wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen, können vom Staat für zunächst sechs Wochen 67 Prozent des Lohns erhalten.

Das Finanzministerium rechnet mit Kosten für die Hilfsprogramme von mehr als 122 Milliarden Euro. Zugleich kommen wohl 33,5 Milliarden Euro weniger Steuern rein. Deshalb plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro.

Update vom 27.03.2020, 11.10 Uhr: Expertin hält flächendeckende Corona-Tests in Deutschland für unmöglich

Die Vorsitzende des "Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes" sieht in Deutschland keine Möglichkeit für eine massive Ausweitung von Coronavirus-Tests. "Flächendeckende Corona-Tests wie in Südkorea sind in Deutschland undurchführbar", sagte Ute Teichert  t-online.de.

"Dafür haben wir zu wenig Personal und zu wenig Laborkapazität." Der öffentliche Gesundheitsdienst sei "runtergespart" worden, sagte Teichert. Die Politik habe weggesehen.Bund und Länder streben einem Bericht der Bild zufolge eine Ausweitung der Testkapazitäten für Infektionen mit dem Virus an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag gesagt, die Kapazität liege mit 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Er bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen im Medizinbereich beginnen konnte.

Update vom 27.03.2020, 09.00 Uhr: Corona-Infektionsketten per Handy-App zurückverfolgen

Im Kampf gegen die rasche Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 wollen Politiker der Union möglichst bald eine App einsetzen, die Bürger freiwillig auf ihrem Handy installieren. Sie soll wie eine Art digitales Tagebuch funktionieren und – falls sich sein Besitzer mit dem Coronavirus infiziert – automatisch anonymisierte Hinweise an alle Menschen versenden, die in den zurückliegenden zwei Wochen mit ihm Kontakt hatten.

Spahn hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren. Die Behörden hätten zudem Verkehrsdaten zur Bestimmung des Aufenthaltsortes nutzen dürfen – etwa um den Betroffenen über sein persönliches Risiko zu informieren.

 

Update vom 26.03.2020, 13.45 Uhr: Spahn warnt: "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm"

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Anstrengungen zur Erhöhung der Behandlungskapazitäten in Krankenhäusern betont.

"Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm", sagte er am Donnerstag in Berlin. "Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt", ergänzte er. Daher müsse man es schaffen, die Intensivkapazitäten zu erhöhen. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der derzeit 28.000 Intensivbetten in deutschen Kliniken zu verdoppeln.
   Spahn sagte, Ärzte, Pflegekräfte und alle anderen im Gesundheitswesen würden sich "auf die wohl größte Herausforderung in 75 Jahren" einstellen.

Die Politik sei im Krisenmodus und die Bürger erlebten die tiefsten Einschnitte in die bürgerlichen Freiheiten in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die derzeitigen Einschränkungen seien notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sagte Spahn. Zugleich müsse überlegt werden, wie es danach weitergeht. „Es wird eine Zeit geben, in der wir noch gegen das Virus kämpfen, aber in der das Leben sich wieder schrittweise normalisiert“, sagte der Minister. Nach seinen Worten sollen nach Ostern Konzepte zwischen den Ministerpräsidenten der Bundesländer und der Bundesregierung besprochen werden. Das berichtet der epd.

Update vom 26.03.2020, 12.00 Uhr: Wegen Corona-Krise - neue Regeln für Kinder-Vorsorge

Die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder haben eigentlich feste Termine. Wegen der Corona-Krise werden diese nun aber teilweise aufgehoben. Das haben die "Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)" und der "Spitzenverband der Krankenkassen (GKV)" beschlossen.

Konkret bedeutet das: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr - Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Keine Änderungen gibt es bei den früheren Untersuchungen U2 bis U5: Das sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll. Die neuen Regeln zur Kinder-Vorsorge gelten ab sofort und bis Ende September 2020.

Update vom 26.03.2020, 10.00 Uhr: Seehofer gegen zu schnell Corona-Lockerungen - "Nicht mit mir"

"So lange das Virus so wütet, ist der Schutz der Menschen alternativlos", stellt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) klar. Eine Exit-Strategie könne man aus seiner Sicht erst dann angehen, wenn man die schnelle und aggressive Verbreitung des Coronavirus im Griff habe, so der 70-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte zuvor in Aussicht gestellt, dass es Mitte April 2020 Lockerungen geben werde. Aiwanger sagte dies in Bezug auf den derzeitigen wirtschaftlichen Stillstand in einigen Branchen. Seehofer widerspricht dem: "Die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen unter Inkaufnahme von vielen Toten oder auch Kranken, die geheilt werden, aber bleibende Schäden haben, scheidet für mich aus", betonte Seehofer. 

Aktuell gibt es in Deutschland 37.900 Coronavirus-Infizierte. Das "Robert-Koch-Institut (RKI)" meldet 215 Todesfälle. 

Update vom 26.03.2020, 08.40 Uhr: Aiwanger nennt Deadline für den aktuellen Stillstand

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat ein mögliches Datum für eine Lockerung der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise angedeutet. Besonders mit Blick auf die Wirtschaft sagte Bayerns stellvertretender Ministerpräsident im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks: „Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben.“

Derzeit seien vor allem Gastronomie und Hotellerie, aber auch global agierende Unternehmen aus Maschinenbau und Autoindustrie betroffen, sagte der Politiker der Freien Wähler am Mittwochabend im BR-extra-Interview. „Der Stillstand wäre nicht auf Dauer durchzuhalten, weil das die Wirtschaft so abwürgt, dass wir am Ende mehr Tote hätten, weil die Grundversorgung nicht mehr funktioniert.“

Update vom 26.03.2020, 06.40 Uhr: Zwei ganze Ortsteile unter Quarantäne

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in einem Pflegeheim stehen in der Stadt Jessen (Sachsen-Anhalt) zwei Ortsteile ab Donnerstagmorgen unter Quarantäne: Jessen und Schweinitz. Der Landrat des Landkreises Wittenberg habe eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 erlassen, teilte der Sprecher des Kreises am Mittwochabend mit. Ab Donnerstag, 07.00 Uhr, seien die Stadtteile gesperrt. 


Personen sei der Zutritt oder die Zufahrt nur gestattet, wenn sie dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. „Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen“, sagte der Sprecher.
Anlass für die Verfügung sei die kritische Entwicklung in einem Pflegeheim, sagte der Sprecher. Seit Anfang der Woche seien elf Bewohner und fünf Mitarbeiter des Seniorenheims positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Drei infizierte Bewohner mussten demnach ins Krankenhaus. Zuvor hatte die „Volksstimme“ über den Ausbruch berichtet. 


In den beiden Stadtteilen in Jessen gebe es insgesamt 41 Corona-Infizierte. Eine Feierrunde in einem Autohaus sei der Auslöser der Häufung.

Update vom 25.03.2020, 20.20 Uhr: Bundestag beschließt in Corona-Krise historisches Hilfspaket

Der Bundestag hat am Mittwoch (25.03.2020) in der Corona-Krise ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger.

Der Bundesrat muss am Freitag (27.03.2020) noch zustimmen, allerdings sind nicht alle Gesetze zustimmungspflichtig. Konkret verabschiedete der Bundestag einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm für größere Firmen. Der Staat will in großem Umfang Garantien geben und notfalls wichtige Unternehmen auch ganz oder zum Teil verstaatlichen.

Für kleine Firmen und Selbstständige soll es direkte Zuschüsse im Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro geben. Dazu wird derzeit an einer Bund-Länder-Vereinbarung gearbeitet, das Geld soll über die Länder ausgezahlt werden.

Auch um dies zu finanzieren, beschloss der Bundestag einen Nachtragshaushalt. Das Finanzministerium rechnet mit Kosten für die Hilfsprogramme von insgesamt mehr als 122 Milliarden Euro. Zugleich kommen wohl 33,5 Milliarden Euro weniger Steuern herrein. Deshalb plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro. Das sind rund 100 Milliarden mehr, als die Schuldenbremse im Grundgesetz erlaubt. Deswegen wurde eine Notfallregel gezogen - diese wurde mit der erforderlichen Kanzlermehrheit beschlossen.

Für Mieter beschloss der Bundestag Regelungen, dass ihnen nicht mehr gekündigt werden kann, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Außerdem sollen weitere soziale Härten abgefedert werden. Daneben gibt es eine große Finanzspritze für die Krankenhäuser. Der Bund bekommt zudem mehr Kompetenzen beim Seuchenschutz. Das Insolvenzrecht wird gelockert, so dass Firmen nicht so schnell pleite gehen.

Update vom 25.03.2020, 15.00 Uhr: Was bedeutet das neue Infektionsschutzgesetz in Bayern?

Der Bayerische Landtag hat am Mittwoch (25. März 2020) das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Alle Fraktionen des Parlaments stimmen dem Entwurf zu. 

Doch was bedeutet das für den Freistaat?
Konkret bedeutet diese politischen Veränderungen: 

  • Das neue Infektionsschutzgesetz erleichtert für die Staatsregierung den Zugriff auf Personal, wie Ärzte oder Pfleger. Davon nicht betroffen sind Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, z.B des "Bayerischen Roten Kreuzes (BRK)".
  • Hintergrund dessen ist, dass so flexibel auf akute Notsituationen reagiert werden kann. 
  • Zudem können Behörden in Zukunft im äußersten Notfall "von jeder geeigneten Person die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen" verlangt werden. 
  • Grundlage dieser politischen Befugnisse ist die Ausrufung des "Gesundheitsnotstandes". Der Bayerische Landtag kann diesen zu jeder Zeit aufheben. 
  • Das Gesetz zum "Gesundheitsnotstand" ist bis Ende 2020 befristet.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte am Rednerpult, dass es zudem nun möglich sei, Unternehmen zur Produktion bestimmter Materialien zu verpflichten.

Update vom 25.03.2020, 13.00 Uhr: Ebay-Kleinanzeigen startet Corona-Nachbarschaftshilfe

Mit einer neuen Kategorie namens Nachbarschaftshilfe will Ebay-Kleinanzeigen Hilfsangebote der Nutzerinnen und Nutzer rund um die Corona-Krise besser auffindbar machen. Die neue Rubrik sei ausschließlich für Anzeigen bestimmt, in denen kleinere Hilfen und Dienstleistungen, wie etwa für jemanden einkaufen gehen, kostenlos angeboten werden, teilt das Unternehmen mit.

Man habe auf zahlreiche Anzeigen reagiert, in denen Hilfsangebote wegen der aktuellen Krise gemacht werden. Die Kategorie Nachbarschaftshilfe soll dieses Engagement stärken und es den Menschen erleichtern, sich gegenseitig zu unterstützen.
Um Preiswucher Einhalt zu gebieten, hat Ebay-Kleinanzeigen sowohl Desinfektionsmittel als auch Atemschutzmasken vorübergehend vom Handel auf der Plattform ausgeschlossen. Wer unzulässige Angebote entdeckt, die durchs Filtersystem gerutscht sind, kann dies melden.
Zudem rückt der Marktplatz aus Infektionsschutzgründen von der normalerweise geltenden Empfehlung zur persönlichen Übergabe von Waren ab und rät zum Versand sowie grundsätzlich zum digitalen, bargeldlosen Bezahlen.

Der Grundsatz, wonach Verkäufer auf Ebay-Kleinanzeigen zwingend auch eine Abholung ermöglichen müssen, sei bis auf weiteres ausgesetzt, so das Unternehmen.
Weiterführende Tipps zum sicheren Handeln im Allgemeinen und in der aktuellen Krisensituation finden Nutzerinnen und Nutzer online auf einer speziellen Themenseite.

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