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  • Thüringen schafft als erstes Bundesland Maskenpflicht ab
  • SPD kritisiert Corona-Lockerung in Thüringen
  • USA mit fast 100.000 Toten über über 1 Million aktuell Infizierten
  • Mediziner warnen vor zweiter Welle
  • Kontaktbeschränkungen werden bis mindestens 5. Juni verlängert
  • Informationen zur Ausbreitung in Live-Karte

Das Coronavirus "SARS CoV 2" breitet sich weltweit aus. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de. Sie wollen einen Mundschutz online bestellen? Hier gibt es noch Corona-Masken.

Update vom 24.05.2020, 16.15 Uhr: "Ganz klar ein Fehler" - SPD kritisiert Corona-Lockerung in Thüringen

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält das Vorpreschen Thüringens mit Blick auf die Corona-Beschränkungen für falsch. «Das ist ganz klar ein Fehler», sagte Lauterbach der «Saarbrücker Zeitung». «Denn wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus.» Thüringen stelle genau die Maßnahmen in Frage, «denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken hat».

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.

Lauterbach kritisierte in der Zeitung, Ramelow relativiere damit die Krankheit. Es gebe bislang weder ein wirksames Medikament noch eine Impfung. «Von daher gibt es überhaupt keinen Grund, das aufzuheben, was wir mühsam gelernt haben - etwa Abstand zu halten und eine Maske zu tragen.»

"Wer schützt jetzt die vielen Vernünftigen vor den wenigen Verantwortungslosen?"

Michael Roth (SPD), Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, twitterte am Sonntag, er wünsche allen Thüringerinnen und Thüringern und denen, die das Land besuchten, viel Gesundheit. «Der Föderalismus lässt es mal so richtig krachen und zeigt, was in ihm steckt. Wer schützt jetzt die vielen Vernünftigen vor den wenigen Verantwortungslosen?»

SPD-Chefin Saskia Esken hat die geplante Lockerung der Corona-Auflagen in Thüringen kritisiert. «Der Übergang von Ver- zu Geboten in Thüringen klingt verlockend, zumal die Corona-Statistik eine positive Entwicklung zeigt», sagte sie der «Welt». Zugleich aber seien aktuelle Berichte über Verstöße gegen das Abstandsgebot beunruhigend. «Menschen brauchen offenbar weiterhin Klarheit, Sicherheit und Orientierung durch überregionale Regeln wie zur Hygiene, zum Abstandhalten und zur Eingrenzung naher Kontakte», sagte Esken. Nicht alle gingen verantwortlich mit neuen Freiheiten um.

Auch die Unionsfraktion zeigte sich kritisch. Ramelow setze sehr früh allein auf Selbstverantwortung und lokal begrenzte Maßnahmen, sagte Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) der Zeitung. «Der Wunsch, schnell in die Normalität zurückzukehren, ist nachvollziehbar, aber auch gefährlich.» Die Kontrolle über das Infektionsgeschehen könne sehr schnell wieder entgleiten, wenn Lockerungen zu forsch angegangen würden.

Update vom 24.05.2020, 8.45 Uhr: Fast 100.000 Tote in den USA, Mediziner warnen in Deutschland vor zweiter Welle

Während in vielen Ländern die Zahl der Corona-Patienten zurückgeht, steigt die Zahl in den USA weiter an. Inzwischen sind über eine Million Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Über 97.000 Menschen sind mit Corona in den USA gestorben. 

In Deutschland warnen Mediziner unterdessen vor einer zweiten, noch heftigeren Welle. Grund für die Besorgnis seien Öffnungen zum Beispiel von Bars und die anstehende Reisezeit. 

Durch Reisen könne sich das Virus noch flächendeckender ausbreiten als bislang schon, erklärte Max Geraedts von der Universität Marburg der Deutschen Presseagentur.

Update vom 23.05.2020, 12.40 Uhr: Thüringen schafft Maskenpflicht ab

Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören.

«Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen», sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen (Samstag). Die Details sollen nach Angaben einer Regierungssprecherin in der Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden.

An die Stelle der landesweiten Vorgaben sollen dann nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch. Der Wert wird nach den zuletzt von der Staatskanzlei veröffentlichten Infektionszahlen lediglich in einem Landkreis überschritten: dem Kreis Sonneberg im Süden des Freistaates. Den Plänen zufolge soll der Landeskrisenstab aufgelöst und durch ein Alarmsystem ersetzt werden, bei dem das Gesundheitsministerium die zentrale Steuerung übernimmt.

Ein ähnliches Vorgehen gibt es in Thüringen bereits mit Blick auf Regionen mit einer besonders hohen Infektionsrate. Liegt diese in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt über dem Wert von 50, müssen die örtlichen Behörden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergreifen, die über die Vorgaben des Landes hinausgehen. Das hatte bisher die Kreise Greiz und Sonneberg getroffen. Dabei hatten die Landratsämter unter Kontrolle des Gesundheitsministeriums strengere Beschränkungskonzepte ergreifen müssen.

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes gilt bis 5. Juni. Dann sollen den Angaben nach auch für Schulen und Kindergärten weitere Schritte hin zu einem regulären Betrieb gegangen werden, hieß es. Dazu müssten Lehrer und Erzieher die Möglichkeit erhalten, auch ohne Krankheitssymptome auf das Virus Sars-CoV-2 getestet zu werden. Die Kosten dafür soll den Plänen zufolge das Land tragen.

Nach Zahlen der Staatskanzlei lag die Infektionsrate landesweit zuletzt bei 5,8 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Insgesamt haben sich in Thüringen bisher nachweislich mehr als 2800 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 151 sind an oder mit einer solchen Infektion verstorben. Die Zahl der inzwischen genesenen Patienten wird auf mehr als 2400 geschätzt.

Update vom 23.05.2020, 6.30 Uhr: Studie zeigt schwere Lungenschäden durch COVID-19

Eine Studie der Augsburger Uniklinik hat gezeigt, dass Corona-Patienten schwere, "teils mutmaßlich irreversible Schäden" im Lungengewebe hatten. Die Ärzte der Uniklinik obduzierten verstorbene COVID-19-Patienten. Die ungewöhnlich schweren Schäden in der Lunge seien nicht bei der Beatmung, sondern direkt durch das Virus entstanden, heißt es in einer Mitteilung der Klinik am Freitag. 

Die Veränderungen sind nach Ansicht der forschenden Ärzte die Todesursache gewesen. Das Team hat laut Mitteilung 19 Tote obduziert. Die Ergebnisse beschrieben die Ärzte im „Journal of the American Medical Association“ („Jama“). Die obduzierten Patienten hatten ein Durchschnittsalter von 79 Jahren. Sie litten an schweren Grunderkrankunegn, "die jedoch nicht unmittelbar zum Tod führten", so Professor Bruno Märkl, Direktor der Pathologie an der Uniklinik. In den übrigen Organen seien keine schweren Veränderungen nachgewiesen worden. 

Update vom 22.05.2020, 16.06 Uhr: Sterbefallzahlen in Deutschland drei Prozent über dem Durchschnitt

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat einen deutlichen Anstieg der Sterbefallzahlen in der vorletzten Aprilwoche (20. bis 26.04.2020) vermeldet. Damit seien die Sterbefallzahlen im Vergleich zur Vorwoche (13. bis 19.04.2020) zwar um 882 Fälle gesunken, sie liegen jedoch noch immer etwa 3 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29.03.2020). In der 15. Kalenderwoche war die Abweichung mit 2.251 Fällen beziehungsweise 13 Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt am größten, so den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge.

Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen sei auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt. Im Vergleich mit den weiteren europäischen Ländern sei das Ausmaß der Übersterblichkeit aber als gering einzustufen. 

Update vom 22.05.2020, 09.00 Uhr: Die aktuellen Corona-Fallzahlen vom RKI

Das "Robert-Koch-Institut" hat am Freitagmorgen die Fallzahlen bezüglich des Coronavirus "Sars-CoV-2" aktualisiert. Demnach wurden in Bayern bislang 46.024 Infektionen festgestellt. Das sind 95 mehr als am Donnerstag. 2358 Todesfälle in Folge einer Corona-Ansteckung wurden bislang im Freistaat verzeichnet.

In der gesamten Bundesrepublik sind bisher 177.212 Infektionsfälle aufgetreten. 8174 Todesfälle verzeichnete das "RKI" bislang. Damit kommt mindestens jeder vierte Corona-Tote aus Bayern. 

Update vom 22.05.2020, 07.45 Uhr: Kretschmer gegen Gutscheine für Urlaub in Corona-Krise

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich gegen den Vorschlag aus Bayern ausgesprochen, in der Corona-Krise Gutscheine für Urlaub in Deutschland auszugeben. "Die Situation ist so ernsthaft und sensibel, dass wir uns auf die absolut notwendigen Dinge konzentrieren sollten", sagte Kretschmer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Urlaubsgutscheine gehören nicht dazu."

Angesichts der Corona-Epidemie hatte die CSU kürzlich eine finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland in diesem Jahr vorgeschlagen. Mit finanziellen Anreizen in den Sommermonaten könnte man "ein Stück Entlastung für die Branche, aber auch Freude für die Menschen bringen", hatte CSU-Chef Markus Söder gesagt. Denkbar seien entweder Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit.

Kretschmer sagte den Funke-Zeitungen: "Ich bin dafür, die Gastronomie zu stärken: Reduzierte Mehrwertsteuer nicht nur ein Jahr - und auch für Getränke." Er fügte hinzu: "Aber wir sind nicht bei den Verschenkern. Wir arbeiten mit dem Geld der Steuerzahler und müssen die Schulden wieder zurückzahlen." Das Bundeskabinett hatte zur Stärkung der Gastronomie beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Speisen für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent zu reduzieren.

Update vom 21.05.2020, 17.45 Uhr: Söder äußert sich zu möglicher Impfpflicht in Deutschland

CSU-Chef Markus Söder rechnet nicht mit einer Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland. «Es wird aus meiner Sicht keine Impfpflicht geben, aber klare Empfehlungen, für welche Gruppen das Impfen gut wäre», sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Münchner Merkur".

Die aktuelle Debatte um die Einführung einer Impfpflicht halte er für absurd. «Wir haben ja noch nicht mal einen Impfstoff! Wenn es einen gibt, werde ich mich auf jeden Fall als einer der ersten impfen lassen.» Damit könne er sich selbst und andere vor einer Ansteckung schützen.

Impfen - ja oder nein? Unser Kommentator spricht sich deutlich für das Impfen aus. Und er macht klar, warum es aus seiner Sicht keinen Sinn ergibt, weiterhin gegen das Impfen zu sein.

Bayern: Söder will deutlich mehr Menschen auf Corona testen lassen

In Bayern sollen nach den Worten von Söder künftig deutlich mehr Menschen auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus getestet werden. «Wir werden nächste Woche ein Konzept beschließen, Tests insgesamt massiv auszuweiten», sagte der CSU-Chef dem "Merkur". «Ich möchte, dass wir alle Kapazitäten klug nutzen. Priorität hat das Personal in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen.»

Söder betonte, er wolle aber auch über deutlich mehr freiwillige Tests bei Erziehern und Lehrern reden: «Generell soll sich auch die Dauer verkürzen. Wir brauchen da raschere Ergebnisse.» Die vermehrten Tests im ganzen Land seien auch wichtig, um über weitere Lockerungen von Beschränkungen zu sprechen.

Mit Blick auf die Betreuung von kleinen Kindern gab sich Söder optimistisch, dass bis zu den Sommerferien alle Beschränkungen in Bayern fallen könnten. «Am Montag starten die Vorschulkinder und nach Pfingsten weitere Gruppen. Immer dann, wenn die Zahlen stabil bleiben. Wenn es gut läuft, könnten vor Sommer noch mal alle Kinder ihre Kita sehen.»

Update vom 21.05.2020, 13.07 Uhr: Tourismus in Österreich startet wieder - Tausende Corona-Tests geplant

Die österreichische Regierung setzt beim Neustart des Tourismus ab dem 29. Mai auf Corona-Tests für möglichst viele Mitarbeiter in Hotels und Beherbergungsbetrieben. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. «Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe Testkapazitäten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmäßig Mitarbeiter, die am Gast tätig sind, zu testen», sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Donnerstag in Wien.

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, erklärte, dass bis Anfang Juli Kapazitäten für wöchentlich 65 000 Tests für die Mitarbeiter in den Unterkünften aufgebaut werden sollen. Der Bund werde die Kosten für die Tests übernehmen. Mahrer sprach von «einem der besten Investments, dass man für den Tourismus-Standort machen kann.»

In Österreich dürfen Hotels und Beherbergungsbetriebe ab dem 29. Mai wieder öffnen. Im Eingangsbereich sowie an der Rezeption gilt dann eine Mundschutzpflicht. Gästegruppen sollen aber ähnlich wie Menschen aus einem gemeinsamen Haushalt behandelt werden und müssen demnach untereinander keinen Sicherheitsabstand einhalten. Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch die hoteleigenen Wellness-Einrichtungen dürfen genutzt werden.

Da ab Mitte Juni die deutsch-österreichische Grenze wieder ohne Einschränkungen passierbar sein soll, ist auch für Deutsche der Sommerurlaub in Österreich nach aktuellem Stand möglich. Die deutschen Gäste sind für den österreichischem Tourismus die wichtigste Urlaubergruppe.

Update vom 20.05.2020, 15.43 Uhr: Reisegutscheine für geplatzten Urlaub bleiben freiwillig

Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurückverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte gleichwohl an Betroffene, einen Gutschein zu akzeptieren: «Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten.»

Der Reiseverband DRV sprach von einer «Scheinlösung», die die Probleme der Branche nicht löse. Gutscheine hätten nur geringe Akzeptanz. «Reiseveranstalter müssen daher weiterhin an den Großteil ihrer Kunden Geld rückerstatten – Geld, das schlicht nicht vorhanden ist», sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Es gehe um ein Volumen von sechs Milliarden Euro. «Die Stornierungen ziehen auch den Reisebüros den Boden unter den Füßen weg.» Fiebig bekräftigte die Forderung der Branche nach staatlicher Unterstützung.

Die ursprünglichen Berliner Pläne waren am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission gescheitert, weil europäisches Reiserecht für derartige Fälle einen Anspruch auf Erstattung vorsieht. Mit einer verpflichtenden Gutschein-Lösung wollte die Regierung Reiseveranstalter und Reisebüros vor Insolvenzen schützen.

Bei vor dem 8. März 2020 gebuchten Pauschalreisen, die wegen der Corona-Pandemie nicht stattfanden, sollen Reiseveranstalter Kunden statt der Erstattung Gutscheine für spätere Reisen anbieten können. Die Gutscheine sind laut Bundesregierung über die bisherige Versicherung abgesichert und falls nötig darüber hinaus durch eine staatliche Garantie über den kompletten Wert - diese Garantie würde auch dann greifen, wenn ein Anbieter in die Insolvenz geht. Wird ein Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, werde das Geld ausgezahlt. Reisende können das Angebot aber auch ablehnen und auf der sofortigen Auszahlung des Geldes bestehen.

Das Bundesjustizministerium will die Details nun in einem Gesetzentwurf formulieren. Darüber hinaus wolle die Regierung der Reisebranche ermöglichen, bestehende Hilfsprogramme zu nutzen, kündigte Lambrecht an.

Update vom 20.05.2020, 11.24 Uhr: Forscher aus China haben angeblich ein vielversprechendes Medikament entwickelt

Chinesische Wissenschaftler der renommierten Peking-Universität haben eigenen Angaben zufolge ein vielversprechendes Medikament entwickelt, das bei der Behandlung von an Covid-19-Erkrankten helfen und deren Genesung unterstützen soll. Darüber berichteten gestern (19.05.) unter anderem bild.de und stern.de. Das Mittel basiere auf Antikörpern aus dem Blut von Menschen, die die Infektion mit dem Coronavirus bereits durchgemacht haben, heißt es in der Berichterstattung. 

Die Antikörper wurden infizierten Mäusen injiziert – nach fünf Tagen sei die Viruslast bei den Versuchstieren um den Faktor 2500 zurückgegangen, sagte der Leiter des Pekinger Innovationszentrums für Genetik, Sunney Xie, der Nachrichtenagentur AFP. 

Die Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse bereits im Fachmagazin "Cell" veröffentlicht. Eine klinische Studie sei nach Angaben von Xie in Vorbereitung, heißt es bei bild.de. Man hoffe, dass das fertige Medikament bis zum Ende des Jahres zur Verfügung stehen könne.

Trotz der positiven Nachricht aus China bleiben Zweifel: Ob die Ergebnisse aus den Tests mit den Mäusen auch auf den Menschen übertragbar seien, sei noch nicht abzusehen, berichtet der Spiegel.  Auch könne die Entwicklung solcher neutralisierender Antikörper unter Umständen Monate oder Jahre dauern. Als Pandemie-Stopper sei es ein solches Medikament eher ungeeignet und könne einen Impfstoff nicht ersetzen.