• Söder kündigt Pressekonferenz am Montag zu Bilanz und Ausblick in der Coronakrise an
  • 40 Tote in Franken
  • Coronavirus-Zahlen steigen an: Mehr als 13.000 Infektionen und 110 Tote in Bayern
  • Weltweit mehr als 30.000 Tote, 10.000 Tote in Italien
  • Informationen zur Ausbreitung in Live-Karte

Das Coronavirus SARS CoV 2 breitet sich weltweit aus. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de.

Update vom 29.03.2020, 21 Uhr: 40 Tote in Franken - Söder kündigt Pressekonferenz an

Am Montag wird sich der bayerische Ministerpräsident in einer Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen des Freistaats in der Coronakrise äußern. Das wurde am Sonntag bekannt. 

Zusammen mit den Kabinettsmitgliedern Joachim Herrmann, Hubert Aiwanger und Melanie Huml wird Söder einen Überblick über die Zahlen geben, sicherlich aber auch bekannt geben, wie es mit den bislang bis 3.4.2020 terminierten Ausgangsbeschränkungen weitergehen wird. Das Bayerische Fernsehen sowie Bayern 2 und Bayern 5 werden die Pressekonferenz am Montag ab 12.25 Uhr live übertragen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Maßnahmen bereits Ende der Woche gelockert werden - vielmehr ist davon auszugehen, dass sie fortgesetzt oder gar verschärft werden. 

In Franken steigen die Zahlen der Infizierten und Toten unterdessen weiter an. Am Wochenende gab es mehrere Todesfälle in der Region - inzwischen sind 40 Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Davon alleine 13 Todesopfer sind in einem Seniorenheim in Würzburg zu beklagen. 

 

Update vom 29.03.2020, 16.20 Uhr: Post plant Einschränkungen wegen Coronavirus - wie oft kommen noch Briefe?

Die Deutsche Post teilte am Sonntag mit, dass sie sich aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie auf weitere Einschränkungen vorbereite. "Der Umgang mit solchen Einschränkungen ist uns in besonderen lokalen Quarantäne-Gebieten bereits vertraut", heißt es in einer Mitteilung der Post. Bisher gebe es keine Einschränkungen in der Versorgung mit Briefen und Paketen in Deutschland, so die Post. 

"Wir tun alles, um sowohl unsere Mitarbeiter wie auch unsere Kunden soweit es geht zu schützen und die Postversorgung wie gewohnt aufrecht zu erhalten", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit und machte darüber hinaus keine weiteren Angaben.

Was "Einschränkungen" konkret bedeuten könnten, berichtet die "Welt am Sonntag": 

  • In extremen Situationen in "geschlossenen Gebieten" würden demnach nur Einschreiben und Sendungen an Behörden und Gesundheitseinrichtungen zugestellt
  • Ab einem Krankenstand von 30 Prozent bei der Post sollen Briefe und Pakete nur an drei Tagen pro Woche zugstellt werden
  • Ab einem Krankenstand von 80 Prozent sollen dann Zusteller nur noch einmal pro Woche Briefe und Pakete austragen. 

Update vom 29.03.2020, 13.00 Uhr: Söder verteidigt bayerischen Sonderweg: „Jeder Tag kann Leben kosten“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die strengen Auflagen für Bayerns Bürger in der Corona-Krise erneut verteidigt. Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Derlei sei nötig gewesen, „weil zu spüren war, dass Appelle allein nicht reichen. Viele haben sich vorbildlich verhalten, andere haben es ignoriert oder nicht ernst genommen“, sagte er dem Magazin „Spiegel“. „Ich kann auch verstehen, dass man sein gewohntes Leben gerne weiterführt. Alle Experten haben uns aber zu zügigem Handeln geraten.“ Das Verlassen der Wohnung ist – zunächst befristet bis einschließlich 3. April – nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch „Sport und Bewegung an der frischen Luft“ – das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält – etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern – muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

Später hatten sich der Bund und die Länder auf ein bundesweites Kontaktverbot verständigt. Der bayerische Weg hatte unter den Ministerpräsidenten für Verstimmungen gesorgt.
„Wenn Sie dann zum Ergebnis kommen, dass bestimmte Maßnahmen ohnehin sein müssen, stellt sich die Frage, warum man dann noch drei bis fünf Tage warten soll“, sagte Söder. „Jeder Tag bedeutet eine erhöhte Infektionsgefahr, die Leben kosten kann.“

Zum Thema Exitstrategie – also der Lockerung oder Abschaffung der Auflagen – sagte der CSU-Politiker: „Aber wann und in welcher Form wir wieder zur Normalität zurückkehren, hängt davon ab, wie sich die Zahlen der Infektionen und Todesfälle entwickeln. Aus heutiger Sicht kann es keine vorschnelle Entwarnung geben. Die Lage bleibt sehr ernst. Im Moment steigen die Zahlen noch steil an.“

Update vom 29.03.2020, 11.55 Uhr: Ministerium: 13.263 Coronavirus-Fälle und 110 Tote in Bayern

In Bayern sind inzwischen 13 263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit. Den Angaben zufolge sind bislang 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

Update vom 29.03.2020, 09.15 Uhr: Experte warnt vor heftigen Auswirkungen auf den bayerischen Arbeitsmarkt

Die aktuelle Corona-Krise wird nach Meinung von Experten den Arbeitsmarkt in Bayern massiv beeinträchtigen. Die aktuelle Situation habe wesentlich stärker zugeschlagen als die Finanzkrise 2009, sagte ein Experte aus dem Arbeitsministerium. Eine genaue Prognose über die Entwicklung der Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen in den nächsten Monaten sei derzeit zwar nicht möglich. Sicher sei aber, dass sich die Kurzarbeit massiv erhöhen werde. Auch von steigenden Arbeitslosenzahlen sei auszugehen. „Die Lage ist momentan extrem schwierig. Alles hängt von der Länge der Pandemie und der Wirkung der notwendigen Maßnahmen zu deren Eindämmung ab“, sagte er.

Einen Hinweis darauf, dass zunächst die Kurzarbeit in Bayern sehr stark steigen werde, seien die Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen. Am 20. März lagen den Arbeitsagenturen dem Experten zufolge 14 600 Anzeigen von Betrieben vor. Tendenz deutlich steigend. Zum Vergleich hatte diese Zahl im Januar bei 262 Kurzarbeitsanzeigen gelegen. „Das zeigt die Dimension, um die es momentan geht, und es werden derzeit Unterstützungsmaßnahmen in riesigem Ausmaß ergriffen“, sagte der Fachmann.

Die Auswirkungen der durch das Coronavirus ausgelösten Krise schlügen sich nicht nur im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Messebau und im Tourismus nieder. „Die Krise hinterlässt quer durch sämtliche Branchen gravierende Spuren, weil durch die weltweite Pandemie einerseits Absatzmärkte weggebrochen und andererseits Lieferketten unterbrochen sind“, sagte der Experte aus dem Ministerium in München.

Update vom 29.03.2020, 08.30 Uhr: Vizekanzler Scholz: Lockerung der Corona-Maßnahmen nicht an wirtschaftliche Fragen knüpfen

In der Debatte über die Einschränkungen wegen der Corona-Krise bekommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unterstützung vom Koalitionspartner SPD. Die schnellstmögliche Rückkehr zur Normalität sei „unser aller Ziel“, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag). „Aber so weit sind wir noch nicht. Die Bundeskanzlerin hat mit ihrer Mahnung recht. Die Spitze der Infektionswelle steht uns noch bevor.“ Merkel hatte die Bürger am Samstag um Geduld angesichts der Corona-Krise gebeten. „Noch geben uns die täglichen Zahlen der Neuinfektionen leider keinen Grund, nachzulassen oder die Regeln zu lockern“, sagte sie in ihrem Wochenend-Podcast.

Walter-Borjans sagte, selbstverständlich müsse die schrittweise Rücknahme der Einschränkungen verantwortungsbewusst geplant werden. „Aber bitte in dem Wissen, dass das Schüren falscher Erwartungen die mühsam erreichten Verhaltensänderungen aufs Spiel setzt“, warnte Walter-Borjans. „Im schlimmsten Fall droht dann beides: eine desaströse Infektionswelle und ein wirtschaftlicher Kollaps.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte der „Bild am Sonntag“: „Erst mal gilt es abzuwarten, welche Wirkung die Maßnahmen zeigen.“ Um den 20. April wisse man da hoffentlich mehr. „Jetzt geht es darum, dass wir alle uns an die Regeln halten, Abstand bewahren und die Ansteckung verlangsamen.“ Der Vizekanzler mahnte: „Ich rate allen dringend davon ab, eine Lockerung an wirtschaftliche Fragen zu knüpfen.“ Es gehe um Leben und Tod. „Ich wende mich gegen jede dieser zynischen Erwägungen, dass man den Tod von Menschen in Kauf nehmen muss, damit die Wirtschaft läuft. Solche Abwägungen halte ich für unerträglich.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte unterdessen, schon jetzt über eine Strategie für eine künftige Lockerung der Einschränkungen nachzudenken. „Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch“, schrieb Laschet in einem Gastbeitrag in der Zeitung „Welt am Sonntag“. „Jetzt ist die Zeit, Maßstäbe für die Rückkehr ins soziale und öffentliche Leben zu entwickeln, damit auch diese Entscheidung anhand transparenter Kriterien erfolgt.“ Auch er betonte am Samstagabend in der Sendung „ZDF spezial“ aber, eines sei klar: „Man kann jetzt nicht über das Ende der Maßnahmen spekulieren.“ Ende April, nach Ostern sei der Zeitpunkt, wo das untersucht werden solle. „Und bis dahin muss sich jeder an die Regeln halten.“

FDP-Chef Christian Lindner hatte bereits eine Exit-Strategie gefordert und legte nun nach: „Der jetzige Zustand darf keinen Tag länger dauern, als es medizinisch geboten ist.“

Update vom 29.03.2020, 06.40 Uhr: Bayerns Krankenhäuser wappnen sich für Anstieg an Corona-Patienten 

Für den Fall stark steigender Zahlen an Corona-Patienten sind die Krankenhäuser in Bayern aus Sicht von Gesundheitsministerin Melanie Huml vorbereitet. Ein Notfallplan sei erfolgreich angelaufen, sagte die CSU-Politikerin in München. „Für die Zeit der Krise gilt eine weitreichende Kooperationspflicht.“ Zudem arbeitet die Staatsregierung am Aufbau von Not- oder Hilfskrankenhäusern.

„Krankenhäuser, die zunächst nicht vorrangig mit der Behandlung von Corona-Fällen betraut werden, müssen die anderen Krankenhäuser mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entlasten“, erklärte Huml. Das bedeute in erster Linie, dass Patienten übernommen werden. Es könne aber auch darum gehen, mit Personal oder Ausstattung zu helfen. Weiter sagte die Ministerin: „Um für den Fall einer massiven Zunahme stationär behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten gewappnet zu sein, erarbeiten das bayerische Gesundheitsministerium und das bayerische Innenministerium darüber hinaus ein Konzept zum temporären Aufbau sogenannter Not- oder Hilfskrankenhäuser.“ Derzeit würden mögliche Varianten sowie die damit verbundenen logistischen, personellen und organisatorischen Fragen geprüft. „Konkrete Standortfestlegungen gibt es aber noch nicht“, so Huml.

In Bayern ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 fünfstellig. Täglich werden Hunderte neue Fälle gemeldet. Inzwischen gibt es auch Dutzende Tote.

Seit Freitag arbeiten in allen 26 bayerischen Leitstellenbereichen den Angaben nach Mediziner mit dem Titel „Ärztliche Leiter“ und weitreichenden Entscheidungsbefugnissen. „Sie sollen Patientenströme in den Landkreisen und kreisfreien Städten dezentral innerhalb der regionalen Krankenhausstrukturen steuern“, erläuterte Huml. „Für die Verteilung der Patienten auf die Akutkrankenhäuser brauchen wir effiziente Strukturen.“ Auf Ebene der Kreisverwaltungsbehörden würden zudem Covid-19-Koordinierungsgruppen der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen eingerichtet, die sich unter anderem mit den Ärztlichen Leitern und niedergelassenen Ärzten abstimmen sollen.

Ferner wurden die Krankenhäuser Huml zufolge verpflichtet, „alle geeigneten Maßnahmen zum Ausbau insbesondere der Intensivbehandlungsplätze mit Beatmungsmöglichkeit zu ergreifen“. Sämtliche Behandlungen, die aus medizinischer Sicht aufgeschoben werden können, würden zunächst zurückgestellt. „So sollen die Kapazitäten in den Kliniken für den zu erwartenden Patientenandrang kurzfristig erhöht werden“, erklärte die Gesundheitsministerin.

Update vom 29.03.2020, 04.30 Uhr: Auch die Anspannung durch Coronakrise kann krank machen

Der Ruheforscher Hans-Günter Weeß hat vor krankmachender Anspannung durch die Corona-Krise gewarnt. „Bleiben Sie über Telefon und neue Medien in ausreichendem Austausch mit Freunden und Angehörigen, denn soziale Kontakte wirken sich entspannend aus“, rät der Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums im rheinland-pfälzischen Klingenmünster. „Wem es gelingt, trotz der Herausforderungen durch das Coronavirus gelassen zu bleiben, erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine entspannte Nacht“, betonte der Buchautor („Schlaf wirkt Wunder“). Besonders in den Gesundheitsberufen sei es wichtig, zwischen Schichten auf sich zu achten und für ausreichend Ruhe zu sorgen. Für guten Schlaf könne hilfreich sein, sich Belastendes von der Seele zu reden oder zu schreiben. „Tauschen Sie sich mit dem Partner oder mit Freunden am Telefon aus oder schreiben Sie Ihre Sorgen und Nöte auf ein Blatt Papier oder in ein Tagebuch“, sagte der 56-Jährige.

Weeß rät auch dazu, sich nur bei glaubwürdigen Quellen über den Stand der Pandemie zu informieren. „Vermeiden Sie aber eine exzessive Nutzung der Medien. Setzen Sie sich bewusst ein zeitliches Limit für Fernsehen und Social Media.“ Die ständige Beschäftigung mit der Lage und das Warten auf Nachrichten erhöhten die psychische Belastung. Viele würden die Corona-Krise als Situation erleben, in der sie sich noch nicht befunden haben. „Dieser gesellschaftliche Ausnahmezustand geht nicht spurlos an den Menschen vorüber. Das Coronavirus ist zwar eine körperliche Erkrankung. Aber viele Menschen haben große Nöte um Gesundheit, Job, Angehörige und Freunde. Diese Sorgen können zu einer psychischen Belastung und zu Schlafstörungen führen“, sagt Weeß.

Gerade in der aktuellen Krise sei ausreichender Schlaf wichtig. „Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm des Menschen. Und ganz wichtig zu wissen in Zeiten der Corona-Pandemie: Tiefer und fester Schlaf stärkt Immunsystem und Abwehrkräfte.“

Update vom 29.03.2020, 00.02 Uhr: Mit Coronavirus infiziertes Baby stirbt in den USA

Im US-Bundesstaat Illinois wird der Tod eines Babys untersucht, das mit dem Coronavirus infiziert war. In Verbindung mit der Erkrankung Covid-19 habe es bislang noch keinen Todesfall eines Babys gegeben, erklärte das Gesundheitsamt des Staates am Samstag (Ortszeit) in einer Mitteilung. Eine „umfassende Untersuchung“ solle die genaue Todesursache klären, hieß es weiter. Das verstorbene Kind war demnach jünger als ein Jahr. 

Zur Risikogruppe für das Coronavirus zählen vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Kranke, Ältere und Schwangere. In Illinois waren 85 Prozent der Toten 60 Jahre oder älter. Das Gesundheitsamt wies allerdings daraufhin, dass die Krankheit bei Menschen aller Altersklassen einen schweren Verlauf nehmen könne. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge scheint der Krankheitsverlauf bei Kindern häufig geringer ausgeprägt zu sein als bei Erwachsenen. Jedoch kämen auch – insbesondere bei jüngeren Kindern – schwere Verläufe vor. 

In Frankreich hatte zuletzt der Tod einer 16-Jährigen viel Aufmerksamkeit erzeugt.

Update vom 28.03.2020, 18.45 Uhr: Mehr als 10.000 Tote in Italien

 In Italien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Der Zivilschutz meldete am Samstag 889 neue Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten auf 10.023.

Update vom 28.03.2020, 18.15 Uhr: Bundeskanzlerin bittet Deutschland um Geduld

Aus der heimischen Quarantäne meldete sich Kanzlerin Angela Merkel am Samstag zur aktuelen Coronakrise:  "Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte die Kanzlerin im Podcast.

Aktuell steigen die Zahlen noch stark an. Merkel sieht noch keinen Grund, die Einschränkungen zu lockern. Erst, wenn sich die Zahl der Neuinfektionen nur etwa alle zehn Tage verdoppeln würden, könne man darüber sprechen, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern.

Update vom 28.03.2020, 15.30 Uhr: Mehr als 800 Tote in Spanien an einem Tag

Zwei Wochen nach dem Beginn des strengen Ausgehverbots wegen des Coronavirus hat Spanien die bislang höchste Zahl neuer Todesopfer verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden wurden 832 Tote registriert, die Gesamtzahl kletterte damit bis Samstagmittag auf knapp 5700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Trotz dieser verheerenden Bilanz herrscht bei den Behörden vorsichtiger Optimismus: Die Zahl der Infizierten stieg zwar ebenfalls weiter und belief sich am Samstag auf rund 72 000, etwa 8000 mehr als am Vortag. Der Anstieg nimmt prozentual gesehen aber seit Tagen ab und lag am Samstag nur noch bei elf Prozent.

Spanien hofft, den Höhepunkt der Krise bald zu überschreiten. Der Alarmzustand mit extremen Beschränkungen für die Bevölkerung war vor wenigen Tagen um zwei weitere Wochen bis zum 11. April verlängert worden. Die Regierung gibt sich zuversichtlich, dass die Ansteckungskurve sich bis dahin abgeflacht haben könnte.

Update vom 28.03.2020, 12.15 Uhr: Neue Zahlen vom Robert-Koch-Institut - über 11.000 Infizierte in Bayern

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 48.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Laut Zahlen des Robert-Koch-Insituts (RKI) hat Bayern bereits die 11.000er-Marke geknackt. Das RKI meldete 11.150 Infizierte im Freistaat (Stand 28.03. 10.10 Uhr) - ein Plus gegenüber dem Vortag von 1669 Fällen.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen. Mehr als 316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Update vom 28.03.2020, 11.42 Uhr: Zwei Deutsche sterben auf Zypern und Kreta an Coronavirus

Ein 67-Jähriger deutscher Tourist ist auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies habe das Krankenhaus im türkischen besetzten Nordteil der Insel mitgeteilt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Samstag. Vor zwei Tagen war auf der griechischen Insel Kreta ein 42 Jahre alter deutscher Mathematikprofessor an einer Lungenembolie als Folge einer Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben.

Update vom 28.03.2020, 11.20 Uhr: Geburten während Corona-Pandemie: Huml spricht Klartext

Auch während der Corona-Krise werden Kinder geboren. In Bayern gab es zuletzt Irritationen, weil etwa die Regiomed-Kliniken werdende Väter wegen einer möglichen Coronavirus-Ansteckungsgefahr nicht mehr in den Kreißsaal lassen wollten. Die Kliniken ruderten inzwischen zurück und erlaubten es den Vätern wieder, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein - allerdings unter Bedingungen. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml meldete sich in der Sache zu Wort.  Huml hat darauf hingewiesen, dass bei der Geburt von Kindern deren Väter und engste Angehörige trotz der Coronavirus-Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern die Mutter besuchen können: "Die Geburt eines Kindes ist ein außergewöhnliches Ereignis. Deshalb haben wir hierfür eine Ausnahme vorgesehen."

Update vom 28.03.2020, 10.00 Uhr: Impfstoff gegen Coronavirus frühestens Ende 2020

Die Bundesforschungsministerin Anja Karliczeck sieht frühestens Ende des Jahres einen Impfstoff gegen das momentan wütende Coronavirus. "Wir müssen davon ausgehen, dass ein Impfstoff, mit dem breite Teile der Bevölkerung geschützt werden können, erst gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung steht", sagt die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

Für die Impfstoffforschung gelte: "Wir wollen so schnell wie möglich laufen - aber wir dürfen dabei nicht hinfallen. Wir müssen sicher sein, dass die Impfung wirkt und dem Patienten nicht schadet." Karliczeck sagte weiter:" Wir reizen die Forschungsmöglichkeiten bis aufs Letzte aus. Wir sind bereit, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, wenn es erfolgsversprechende Projekte gibt. Am Geld wird die Corona-Forschung nicht scheitern."

Update vom 27.03.2020, 19.50 Uhr: Betrüger nutzen Corona-Krise, um sich selbst zu bereichern - Bayern veröffentlicht Bußgeldkatalog

Betrüger nutzen die Corona-Krise für neue Maschen aus. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) warnte am Freitag in München davor, dass sich Kriminelle beispielsweise als vermeintliche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben. Ihr Vorwand: Sie wollten einen Coronavirus-Test machen und Räume desinfizieren. So würden sie sich Zugang zu Wohnungen verschaffen, um an Geld und Wertgegenstände zu gelangen. 

Auch im Internet haben sich durch die Corona-Pandemie neue Betrugsmaschen entwickelt: So bieten gefälschte Online-Plattformen laut LKA zum Beispiel gegen Vorkasse Atemschutzmasken an. „Sie bezahlen, erhalten aber niemals eine Gegenleistung für Ihr Geld“, warnte das LKA.

In abgeänderter Form werde außerdem weiterhin der Enkeltrick genutzt. Dabei geben sich Betrüger als Angehörige aus, die sich mit dem Coronavirus infiziert hätten und um Geld für die Behandlung bitten. Das LKA appellierte an die Menschen, besonders vorsichtig zu sein: „Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit.“

Bußgeldkatalog in Bayern - Verstöße werden teuer

Indes veröffentlichte das bayerische Gesundheitsministerium heute einen Bußgeldkatalog. Der gilt nun ab sofort und sanktioniert Verstöße gegen die Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus mit Summen von 150 bis 5.000 Euro. Alle Details dazu gibt es in unserem separat dafür angelegten Artikel.

Update vom 27.03.2020, 15.45 Uhr: Fallzahlen steigen weiter - über 10.000 Infizierte allein in Bayern

Bayernweit haben sich mittlerweile mehr als 10.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit meldet am Freitag (27.03.2020, Stand: 10 Uhr) 10.180 Menschen, die sich bereits mit dem Erreger infiziert haben. Bislang gibt es im Freistaat 59 Todesfälle zu verzeichnen, die mit einer Codid-19-Erkrankung in Verbindung stehen. 

Update vom 27.03.2020, 12.25 Uhr: Bundesrat beschließt umfassendes Hilfspaket

Die gewaltigen Hilfen in der Corona-Krise können fließen. Der Bundesrat beschloss am Freitag endgültig das milliardenschwere Hilfspaket mit Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Die Beschlüsse fielen einstimmig. Die ersten Gelder sollen damit noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

Viel Geld nimmt der Staat vor allem in die Hand, um bedrohte Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu retten. Für kleine Firmen und Selbstständige gibt es direkte Zuschüsse in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro. Die Anträge laufen über die Bundesländer. Bereits gestartet ist zudem ein unbegrenztes Kreditprogramm über die Förderbank KfW. Große Firmen können unter einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm schlüpfen und notfalls auch ganz oder zum Teil verstaatlicht werden.

Die Krankenhäuser bekommen eine Finanzspritze für neue Intensivbetten mit künstlicher Beatmung und vorsorglich verschobene Operationen. Außerdem darf der Bund Maßnahmen zur Beschaffung von Schutzausrüstung ergreifen.

Ebenfalls beschlossen wurde ein Kündigungsschutz für Mieter, die wegen der Krise ihre Miete nicht zahlen können. Hartz IV und Kinderzuschlag sollen einfacher fließen. Eltern, die ihre Kinder wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen, können vom Staat für zunächst sechs Wochen 67 Prozent des Lohns erhalten.

Das Finanzministerium rechnet mit Kosten für die Hilfsprogramme von mehr als 122 Milliarden Euro. Zugleich kommen wohl 33,5 Milliarden Euro weniger Steuern rein. Deshalb plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro.

Update vom 27.03.2020, 11.10 Uhr: Expertin hält flächendeckende Corona-Tests in Deutschland für unmöglich

Die Vorsitzende des "Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes" sieht in Deutschland keine Möglichkeit für eine massive Ausweitung von Coronavirus-Tests. "Flächendeckende Corona-Tests wie in Südkorea sind in Deutschland undurchführbar", sagte Ute Teichert  t-online.de.

"Dafür haben wir zu wenig Personal und zu wenig Laborkapazität." Der öffentliche Gesundheitsdienst sei "runtergespart" worden, sagte Teichert. Die Politik habe weggesehen.Bund und Länder streben einem Bericht der Bild zufolge eine Ausweitung der Testkapazitäten für Infektionen mit dem Virus an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag gesagt, die Kapazität liege mit 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Er bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen im Medizinbereich beginnen konnte.

Update vom 27.03.2020, 09.00 Uhr: Corona-Infektionsketten per Handy-App zurückverfolgen

Im Kampf gegen die rasche Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 wollen Politiker der Union möglichst bald eine App einsetzen, die Bürger freiwillig auf ihrem Handy installieren. Sie soll wie eine Art digitales Tagebuch funktionieren und – falls sich sein Besitzer mit dem Coronavirus infiziert – automatisch anonymisierte Hinweise an alle Menschen versenden, die in den zurückliegenden zwei Wochen mit ihm Kontakt hatten.

Spahn hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren. Die Behörden hätten zudem Verkehrsdaten zur Bestimmung des Aufenthaltsortes nutzen dürfen – etwa um den Betroffenen über sein persönliches Risiko zu informieren.

 

Update vom 26.03.2020, 13.45 Uhr: Spahn warnt: "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm"

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Anstrengungen zur Erhöhung der Behandlungskapazitäten in Krankenhäusern betont.

"Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm", sagte er am Donnerstag in Berlin. "Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt", ergänzte er. Daher müsse man es schaffen, die Intensivkapazitäten zu erhöhen. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der derzeit 28.000 Intensivbetten in deutschen Kliniken zu verdoppeln.
   Spahn sagte, Ärzte, Pflegekräfte und alle anderen im Gesundheitswesen würden sich "auf die wohl größte Herausforderung in 75 Jahren" einstellen.

Die Politik sei im Krisenmodus und die Bürger erlebten die tiefsten Einschnitte in die bürgerlichen Freiheiten in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die derzeitigen Einschränkungen seien notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sagte Spahn. Zugleich müsse überlegt werden, wie es danach weitergeht. „Es wird eine Zeit geben, in der wir noch gegen das Virus kämpfen, aber in der das Leben sich wieder schrittweise normalisiert“, sagte der Minister. Nach seinen Worten sollen nach Ostern Konzepte zwischen den Ministerpräsidenten der Bundesländer und der Bundesregierung besprochen werden. Das berichtet der epd.

Update vom 26.03.2020, 12.00 Uhr: Wegen Corona-Krise - neue Regeln für Kinder-Vorsorge

Die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder haben eigentlich feste Termine. Wegen der Corona-Krise werden diese nun aber teilweise aufgehoben. Das haben die "Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)" und der "Spitzenverband der Krankenkassen (GKV)" beschlossen.

Konkret bedeutet das: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr - Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Keine Änderungen gibt es bei den früheren Untersuchungen U2 bis U5: Das sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll. Die neuen Regeln zur Kinder-Vorsorge gelten ab sofort und bis Ende September 2020.

Update vom 26.03.2020, 10.00 Uhr: Seehofer gegen zu schnell Corona-Lockerungen - "Nicht mit mir"

"So lange das Virus so wütet, ist der Schutz der Menschen alternativlos", stellt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) klar. Eine Exit-Strategie könne man aus seiner Sicht erst dann angehen, wenn man die schnelle und aggressive Verbreitung des Coronavirus im Griff habe, so der 70-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte zuvor in Aussicht gestellt, dass es Mitte April 2020 Lockerungen geben werde. Aiwanger sagte dies in Bezug auf den derzeitigen wirtschaftlichen Stillstand in einigen Branchen. Seehofer widerspricht dem: "Die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen unter Inkaufnahme von vielen Toten oder auch Kranken, die geheilt werden, aber bleibende Schäden haben, scheidet für mich aus", betonte Seehofer. 

Aktuell gibt es in Deutschland 37.900 Coronavirus-Infizierte. Das "Robert-Koch-Institut (RKI)" meldet 215 Todesfälle. 

Update vom 26.03.2020, 08.40 Uhr: Aiwanger nennt Deadline für den aktuellen Stillstand

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat ein mögliches Datum für eine Lockerung der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise angedeutet. Besonders mit Blick auf die Wirtschaft sagte Bayerns stellvertretender Ministerpräsident im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks: „Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben.“

Derzeit seien vor allem Gastronomie und Hotellerie, aber auch global agierende Unternehmen aus Maschinenbau und Autoindustrie betroffen, sagte der Politiker der Freien Wähler am Mittwochabend im BR-extra-Interview. „Der Stillstand wäre nicht auf Dauer durchzuhalten, weil das die Wirtschaft so abwürgt, dass wir am Ende mehr Tote hätten, weil die Grundversorgung nicht mehr funktioniert.“

Update vom 26.03.2020, 06.40 Uhr: Zwei ganze Ortsteile unter Quarantäne

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in einem Pflegeheim stehen in der Stadt Jessen (Sachsen-Anhalt) zwei Ortsteile ab Donnerstagmorgen unter Quarantäne: Jessen und Schweinitz. Der Landrat des Landkreises Wittenberg habe eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 erlassen, teilte der Sprecher des Kreises am Mittwochabend mit. Ab Donnerstag, 07.00 Uhr, seien die Stadtteile gesperrt. 


Personen sei der Zutritt oder die Zufahrt nur gestattet, wenn sie dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. „Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen“, sagte der Sprecher.
Anlass für die Verfügung sei die kritische Entwicklung in einem Pflegeheim, sagte der Sprecher. Seit Anfang der Woche seien elf Bewohner und fünf Mitarbeiter des Seniorenheims positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Drei infizierte Bewohner mussten demnach ins Krankenhaus. Zuvor hatte die „Volksstimme“ über den Ausbruch berichtet. 


In den beiden Stadtteilen in Jessen gebe es insgesamt 41 Corona-Infizierte. Eine Feierrunde in einem Autohaus sei der Auslöser der Häufung.

Update vom 25.03.2020, 20.20 Uhr: Bundestag beschließt in Corona-Krise historisches Hilfspaket

Der Bundestag hat am Mittwoch (25.03.2020) in der Corona-Krise ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger.

Der Bundesrat muss am Freitag (27.03.2020) noch zustimmen, allerdings sind nicht alle Gesetze zustimmungspflichtig. Konkret verabschiedete der Bundestag einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm für größere Firmen. Der Staat will in großem Umfang Garantien geben und notfalls wichtige Unternehmen auch ganz oder zum Teil verstaatlichen.

Für kleine Firmen und Selbstständige soll es direkte Zuschüsse im Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro geben. Dazu wird derzeit an einer Bund-Länder-Vereinbarung gearbeitet, das Geld soll über die Länder ausgezahlt werden.

Auch um dies zu finanzieren, beschloss der Bundestag einen Nachtragshaushalt. Das Finanzministerium rechnet mit Kosten für die Hilfsprogramme von insgesamt mehr als 122 Milliarden Euro. Zugleich kommen wohl 33,5 Milliarden Euro weniger Steuern herrein. Deshalb plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro. Das sind rund 100 Milliarden mehr, als die Schuldenbremse im Grundgesetz erlaubt. Deswegen wurde eine Notfallregel gezogen - diese wurde mit der erforderlichen Kanzlermehrheit beschlossen.

Für Mieter beschloss der Bundestag Regelungen, dass ihnen nicht mehr gekündigt werden kann, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Außerdem sollen weitere soziale Härten abgefedert werden. Daneben gibt es eine große Finanzspritze für die Krankenhäuser. Der Bund bekommt zudem mehr Kompetenzen beim Seuchenschutz. Das Insolvenzrecht wird gelockert, so dass Firmen nicht so schnell pleite gehen.

Update vom 25.03.2020, 15.00 Uhr: Was bedeutet das neue Infektionsschutzgesetz in Bayern?

Der Bayerische Landtag hat am Mittwoch (25. März 2020) das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Alle Fraktionen des Parlaments stimmen dem Entwurf zu. 

Doch was bedeutet das für den Freistaat?
Konkret bedeutet diese politischen Veränderungen: 

  • Das neue Infektionsschutzgesetz erleichtert für die Staatsregierung den Zugriff auf Personal, wie Ärzte oder Pfleger. Davon nicht betroffen sind Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, z.B des "Bayerischen Roten Kreuzes (BRK)".
  • Hintergrund dessen ist, dass so flexibel auf akute Notsituationen reagiert werden kann. 
  • Zudem können Behörden in Zukunft im äußersten Notfall "von jeder geeigneten Person die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen" verlangt werden. 
  • Grundlage dieser politischen Befugnisse ist die Ausrufung des "Gesundheitsnotstandes". Der Bayerische Landtag kann diesen zu jeder Zeit aufheben. 
  • Das Gesetz zum "Gesundheitsnotstand" ist bis Ende 2020 befristet.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte am Rednerpult, dass es zudem nun möglich sei, Unternehmen zur Produktion bestimmter Materialien zu verpflichten.

Update vom 25.03.2020, 13.00 Uhr: Ebay-Kleinanzeigen startet Corona-Nachbarschaftshilfe

Mit einer neuen Kategorie namens Nachbarschaftshilfe will Ebay-Kleinanzeigen Hilfsangebote der Nutzerinnen und Nutzer rund um die Corona-Krise besser auffindbar machen. Die neue Rubrik sei ausschließlich für Anzeigen bestimmt, in denen kleinere Hilfen und Dienstleistungen, wie etwa für jemanden einkaufen gehen, kostenlos angeboten werden, teilt das Unternehmen mit.

Man habe auf zahlreiche Anzeigen reagiert, in denen Hilfsangebote wegen der aktuellen Krise gemacht werden. Die Kategorie Nachbarschaftshilfe soll dieses Engagement stärken und es den Menschen erleichtern, sich gegenseitig zu unterstützen.
Um Preiswucher Einhalt zu gebieten, hat Ebay-Kleinanzeigen sowohl Desinfektionsmittel als auch Atemschutzmasken vorübergehend vom Handel auf der Plattform ausgeschlossen. Wer unzulässige Angebote entdeckt, die durchs Filtersystem gerutscht sind, kann dies melden.
Zudem rückt der Marktplatz aus Infektionsschutzgründen von der normalerweise geltenden Empfehlung zur persönlichen Übergabe von Waren ab und rät zum Versand sowie grundsätzlich zum digitalen, bargeldlosen Bezahlen.

Der Grundsatz, wonach Verkäufer auf Ebay-Kleinanzeigen zwingend auch eine Abholung ermöglichen müssen, sei bis auf weiteres ausgesetzt, so das Unternehmen.
Weiterführende Tipps zum sicheren Handeln im Allgemeinen und in der aktuellen Krisensituation finden Nutzerinnen und Nutzer online auf einer speziellen Themenseite.