Das neuartige Coronavirus breitet sich weiter in Deutschland aus. Über den Krankheitsverlauf indes gibt es bisher nur wenig konkrete Daten. Die Krankheitsverläufe sind "unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod." schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI). Bei leichteren Fällen konnten häufig Husten und Fieber festgestellt werden.

Gerade bei den erfassten Infektionen aus China waren diese Symptome am stärksten vertreten. Dort verlief die Erkrankung in rund 80 Prozent der Fälle milde bis moderat. 14 Prozent der Erkrankungen nahmen einen schweren Verlauf. Bei sechs Prozent der Erkrankten erwiesen sich die Infektionen kritisch bis lebensbedrohlich. Die bisher erhobenen Daten geben Hinweise darauf, bei welchen Personengruppen die Gefahr einer Infektion und einem starken Verlauf besonders hoch ist.

Corona-Infektion: Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Ab welchem Alter das Risiko einer Infektion und einem schweren Krankheitsverlauf steigt, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. In China lag das durchschnittliche Alter der Erkrankten bei 51 Jahren, das RKI stuft Menschen ab einem Alter von 50 Jahren als Risikogruppe für einen schweren Verlauf ein.

Es zeichnet sich die Tendenz ab, dass ansteigendes Lebensalter ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, sowie einen schweren Krankheitsverlauf begünstigt. Verantwortlich dafür ist das Immunsystem, welches mit steigendem Alter schwächer und anfälliger wird. Die Viren können sich leichter ausbreiten und die Erkrankung verstärken.

Problematisch ist zudem, dass der Körper spät oder gar nicht Fieber zur Bekämpfung der Viren einleitet. Durch den Wegfall dieses Symptoms bleibt die Erkrankung weiter unbemerkt, da ein Arzt zunächst seltener aufgesucht wird.

Stärkerer Krankheitsverlauf bei geschwächtem Immunsystem möglich

Ein (ab)geschwächtes Immunsystem - unter anderem bedingt durch Krankheiten wie Tumorerkrankungen oder Diabetes - erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und einem schweren Krankheitsverlauf. Dazu zählen nach bisherigen Erkenntnissen Patienten mit Herzkreislauf-, Lungen-, Leber-, oder Nierenerkrankungen sowie Diabetiker und Krebserkrankte. Das Alter ist unabhängig davon. Bei älteren Menschen mit bestehender Vorerkrankung jedoch "dürfte das Risiko höher sein als bei nur einer Grunderkrankung", wie das RKI mitteilt.

Auch Raucher werden als Risikogruppe eingestuft, vor allem das Risiko eines stärkeren Krankheitsverlaufs gilt als erhöht. Grund dafür könnte auch hier das Immunsystem sein, welches durch regelmäßiges Rauchen Schaden nimmt. Über die Gefahr des Rauchens und eine mögliche erhöhte Ansteckungsgefahr an dem Coronavirus hat inFranken.de bereits berichtet.

Für ein unterdrücktes oder eingeschränktes Immunsystem können auch Medikamente sorgen, die zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden: Das eigene Immunsystem wird gehemmt, damit es nicht länger eigenes Gewebe oder Organe, wie beispielsweise die Leber, angreift. Negativer Nebeneffekt dieser Methode ist, dass auch körperfremde Schädlinge - beispielsweise Viren - weniger stark angegriffen werden, was den Ausbruch einer Krankheit wahrscheinlicher macht.

Keine Risikogruppe: Schwangere und Kinder

"Daten zur Empfänglichkeit für eine SARS-CoV-2 Infektion bei Schwangeren" gibt es aktuell noch nicht, so das RKI. Dabei könne "aufgrund der physiologischen Anpassung und immunologischen Anpassung während der Schwangerschaft" eine erhöhte Ansteckungsgefahr "nicht ausgeschlossen werden". Bisher gibt es zudem wenige Studien über die Schwere des Krankheitsverlaufs bei Schwangeren. Diese gaben "keinen Hinweis" darauf, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf haben.

Kinder werden ebenfalls nicht als Risikogruppe eingestuft. Allerdings liegen laut dem RKI auch hier bisher "nur sehr wenige Studien vor." Diese ergaben, dass der Krankheitsverlauf "eher mild und unspezifisch" sei.