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Infektionsschutz

Coronavirus: Kann man sich über Besteck, Türklinken und Lebensmittel infizieren?

Das Coronavirus verbreitet sich schnell. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Bundesinstitut für Risikobewertung erklären, ob man sich auch über tote Flächen mit dem Erreger infizieren kann.
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Eine Landtagsmitarbeiterin desinfiziert während der Plenarsitzung des hessischen Landtags die Türklinke am Eingang zum Plenarsaal. Doch kann man sich überhaupt über tote Flächen wie einer Türklinke mit dem Coronavirus infizieren? Foto: Arne Dedert/dpa
Eine Landtagsmitarbeiterin desinfiziert während der Plenarsitzung des hessischen Landtags die Türklinke am Eingang zum Plenarsaal. Doch kann man sich überhaupt über tote Flächen wie einer Türklinke mit dem Coronavirus infizieren? Foto: Arne Dedert/dpa

Angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus stellt sich auch die Frage, auf welchen Wegen das Virus übertragen wird. Gesichert ist, dass der Erreger von Mensch zu Mensch übertragbar ist, wie es auf der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eingerichteten Website zum Thema heißt. Die Tröpfcheninfektion scheine dabei der Hauptübertragungsweg zu sein.

Doch kann das Virus auch über Oberflächen, Gegenstände oder beispielsweise importierte Lebensmittel übertragen werden? Dazu heißt es auf der Seite der BZgA zunächst, dass Coronaviren in der Regel über Sekrete des Atmungstrakts übertragen werden.

Coronavirus: Hände gut und regelmäßig waschen

"Gelangen diese infektiösen Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise das Gesicht berühren, könnte auch auf diese Weise eine Übertragung stattfinden." Daher wird geraten, auf eine gute Handhygiene zu achten, also etwa die Hände immer wieder gründlich zu waschen.

Ob der Corona-Erreger über tote Flächen übertragen werden kann, ist unklar. Bislang sei kein derartiger Fall bekannt. "Eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines Erkrankten gehören, wie beispielsweise importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck erscheint daher unwahrscheinlich", erklärt die BZgA weiter.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet auf seiner Website, dass die Erkenntnisse zu den genauen Übertragungswegen des neuartigen Coronavirus noch begrenzt seien. Die Übertragungswege eng verwandter anderer Coronaviren hingegen seien gut bekannt.

Coronavirus: Zu einer Übertragung über Oberflächen sind bislang keine Fälle bekannt

Wie die BZgA erklärt auch das BfR, dass es derzeit keine Fälle gebe, "bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben." Es seien auch für andere Coronaviren keine derartigen Fälle bekannt.

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Jedoch sei eine Übertragung über Oberflächen durch Schmierinfektionen "denkbar". Nämlich dann, wenn die Oberflächen kurz zuvor mit Coronaviren verunreinigt wurden. Niest oder hustet also zum Beispiel eine infizierte Person und übertragt die Viren etwa auf eine Türklinke oder auf Besteck, können diese dort eine Zeit lang überleben.

Es sei möglich, dass sich eine andere Person dann über eine Schmierinfektion ansteckt. Nämlich, "wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraums oder die Augen übertragen wird".

Kurze Überlebenszeit auf Besteck und Plastik

Die Gefahr von Schmierinfektionen bestehe jedoch nur über einen kurzen Zeitraum, da Coronaviren in der Umwelt eine relativ geringe Stabilität aufweisen. Wie lange sich Coronaviren in der Umwelt halten, hänge von vielen Faktoren ab - unter anderem von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche sowie vom speziellen Virusstamm und der Virusmenge.

"Im Allgemeinen sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen", erklärt das BfR. In der Regel erfolge die Inaktivierung in getrocknetem Zustand innerhalb von Stunden bis einigen Tagen.

Für das neuartige Coronavirus zeigten erste Laboruntersuchungen, dass es nach starker Kontamination bis zu drei Stunden als Aerosol, bis zu vier Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und zwei bis drei Tage auf Edelstahl, beispielsweise auf Besteck, und Plastik infektiös bleiben kann.

Lebensmittel als Überträger?

Eine oft gestellte Frage ist zudem, wie hoch die Ansteckungsgefahr über Lebensmittel sei. Der BfR antwortet, dass eine Übertragung des Virus "unwahrscheinlich ist". Dennoch wird auf die Hygieneregeln wie "regelmäßiges Händewaschen" verwiesen. Zudem seien die Viren "hitzeempfindlich", es wird davon ausgegangen, dass "das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert" werden kann.

Interessant in diesem Zusammenhang: Bisher bekannte Coronaviren, wie SARS und MERS seien "kälteunempfindlich". Trotz Temperaturen von minus 20 Grad Celsius können sie "bis zu zwei Jahre [...] infektiös bleiben."

Gerade in Zeiten des Coronavirus ist es besonders wichtig, auf die Hygiene zu achten. Ein Alltagsgegenstand wird dabei häufig vergessen: Das Smartphone. Doch gerade hier wimmelt es nur so von Bakterien und Viren. Warum es so wichtig, das Handy zu reinigen, und wie das am besten geht, lesen Sie hier.

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