Das Coronavirus verbreitet sich weiter in Deutschland, wenn auch inzwischen offenbar langsamer als bisher. Die Diskussion darum, was die Fallzahlen bedeuten und wie weiter vorzugehen ist, läuft. Was für an Covid-19 erkrankte Menschen letztendlich entscheidend ist, dürfte aber eher die Frage sein: Kann ich behandelt werden? Gibt es Kapazitäten in den Kliniken in Deutschland? Und: Was passiert, wenn die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt und ich etwa beatmet werden muss – gibt es dann genug Platz?

Zu Beginn der Coronakrise war die Frage, wo in welchen Krankenhäusern noch Betten frei sind, oft nicht einfach zu beantworten. In Heinsberg, einem frühen Hotspot an Corona-Infektionen, kam es teilweise zu chaotischen Zuständen und Ressourcenengpässen.

Kliniken melden Fälle und Belegung an deutsches Intensivregister

Seit dem 8.4.2020 gibt es für bayerische Kliniken die Verpflichtung, die Belegung ihrer Intensivbetten an ein neues, bundesdeutsches Register zu melden, das Intensivregister. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, genannt DIVI, betreibt es zusammen mit dem Robert-Koch-Institut und der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Die Daten sind teilweise auch öffentlich einsehbar – so können auch Fake-News zu angeblich leeren Kliniken oder angeblich völlig überlasteten Krankenhäusern schnell überprüft und entkräftet werden.

Unter intensivregister.de tragen Kliniken ein, wie viele Covid-19-Patienten sie behandeln und wie viele Betten belegt sind. Die Intensivbetten teilen sich hierbei in drei Kategorien: „ICU low care“ umfasst Standard-Intensivbetten. Diese haben Beatmungsmasken und es ist keine Organersatztherapie notwendig. Unter „ICU high care“ sind die Betten für schwere Fälle zusammengefasst. Patienten werden hier über Sonden beatmet. Diese Kategorie bietet vollständige intensivmedizinische Therapiemöglichkeiten. Unter „ECMO“(= Extrakorporale Membranoxygenierung) versteht man die Beatmung eines Patienten über eine „künstliche Lunge“. Diese versorgt den Körper mit Sauerstoff und ist für sehr schwere Verläufe vorgesehen. 


In dem Register melden die Kliniken die Belegung ihrer Intensivbetten. Das heißt nicht, dass diese Betten alle mit Covid-19-Patienten belegt sind, aber man erkennt die freien Kapazitäten. Dies ist für die entsprechende Verteilung von Patienten auf Krankenhäuser wichtig: Sollte eine Klinik vor Ort ausgelastet sein, kann schnell herausgefunden werden, wo noch Ressourcen frei sind. Auf diese Art sollen die verfügbaren Intensivbetten in Deutschland maximal ausgenutzt werden und dabei möglichst allen Covid-19-Patienten schnell und effektiv geholfen werden. 

So ist die Lage in Bayern - Zusammenfassung

Bei den aktuellen Zahlen für Bayern kann man sehen, dass noch viele Ressourcen frei sind – nur wenige Kliniken sind ausgelastet und die meisten haben in zumindest einer Kategorie noch Plätze frei. 

Insgesamt sind rund zwei Drittel der Intensivbetten in Bayern derzeit (Stand: 15.4.2020) belegt. Es sind also noch Kapazitäten vorhanden – entspannt ist die Situation aber noch nicht.