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Sars-CoV-2

Coronavirus in Muttermilch: Forscher mit Durchbruch - sind Babys in Gefahr?

Wissenschaftler haben zum ersten Mal Coronaviren in Muttermilch nachgewiesen. Sind schwangere Frauen und gewordene Mütter besonders durch "Sars-CoV-2" gefährdet?
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Körperkontakt mit Baby trotz Corona-Infektion möglich
Wissenschaftler haben erstmals das Coronavirus in Muttermilch nachgewiesen. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Update vom 22.05.2020: Forscher finden Coronaviren in Muttermilch

Virologen haben erstmals das neuartige Coronavirus "Sars-CoV-2" in Muttermilch nachgewiesen. Die Forscher der "Universität Ulm" entdeckten die Coronaviren bei einer infizierten Frau.  Erst kürzlich erschien dazu ein Artikel im Fachmagazin The Lancet

Teil der Untersuchung war, dass zwei Frauen, die sich ein Krankenhauszimmer teilten, analysiert wurden. In der Studie heißt es, dass sich die beiden gesunden Frauen nach der Entbindung mit dem Kind das Zimmer teilten. Als eine der Beiden plötzlich Corona-Symptome zeigte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen in der Klinik isoliert. In der Quarantäne wurde sie schließlich positiv auf das Virus getestet.

Ihre Zimmernachbarin bemerkte erst Tage später, dass sie ebenfalls Symptome, wie Husten und Fieber zeigte. Zudem bemerkte sie den Verlust ihres Geruchs- und Geschmackssinns: Ein Corona-Test fiel ebenfalls positiv aus. 

Muttermilchproben der ersten Frau  blieben negativ. Allerdings war der Test bei der Muttermilch der zweiten Frau, der gewordenen Mutter, positiv. Nach 14 Tagen war das Coronavirus schließlich nicht mehr feststellbar. Mutter und Kind erholten sich von "Covid-19". "Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können", sagt Jan Münch, Professor am "Institut für Molekulare Virologie" in Ulm. 

Erstmeldung vom 16.05.2020: Schwangere besonders durch Coronavirus gefährdet?

Mit verschiedenen Maßnahmen, beispielsweise Ausgehbeschränkungen oder die seit dem 27. April 2020 geltende allgemeine Maskenpflicht für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und beim Einkaufen, sollen die Ausbreitung des Coronavirus bekämpft werden. Im Zentrum der Maßnahmen steht der Versuch, insbesondere Risikogruppen vor einer Ansteckung zu schützen. Doch wer genau gehört zu der Risikogruppe? Sind auch Schwangere besonders gefährdet?

Die Maskenpflicht gilt in Bayern auch für Schwangere. Doch sind schwangere Frauen auch besonders anfällig und zählen daher zur Risikogruppe? Und was ist beim Stillen zu beachten? 

Coronavirus: Was müssen Schwangere beachten?

Grundsätzlich gilt: Schwangere scheinen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Das bestätigte das Netzwerk „Gesund ins Leben“ in einer Stellungnahme.  Bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus scheinen Schwangere seltener Symptome zu entwickeln. Auch die auftretenden Symptome wie Fieber seien oft milder ausgeprägt. Das bestätigt der Berufsverband der Frauenärzte sowie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: "Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist."

Auch das Stillen ist weiterhin möglich. Mehr noch, es wird von der nationalen Stillkommission empfohlen. Denn derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Muttermilch das Virus übertragen könne. Selbst bei einer Infektion mit dem Coronavirus oder einem begründeten Verdacht wird Stillen weiterhin empfohlen. Jedoch sollte die Mutter in diesem Fall besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, um nicht das Risiko einer Infektion zu erhöhen. Wie üblich gilt: Gründlich die Hände waschen und natürlich einen Mundschutz tragen.