Berlin

Impfstoff gegen den Coronavirus - weltweites wetteifern der Forscher

Die Zahl der Infizierten in Bayern geht langsam zuück. Von 14 Patienten sind nur noch drei in stationärer Behandlung. Das Problem des Coronavirus ist aber weltweit immernoch mehr als präsent. Ein Impfstoff würde helfen die schnelle Ausbreitung einzudämmen. Doch wie realistisch ist es, dass dies noch rechtzeitig kommt?
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  • Zahl der Coronavirus-Toten in chinesischer Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag verdoppelt
  • Zwei neue Infektionen in Bayern – nun 16 in Deutschland
  • Lungenkrankheit fordert mehr Todesopfer als Sars vor 17 Jahren
  • Alle aktuellen Informationen und Entwicklungen zum Coronavirus erfahren Sie im News-Ticker von inFranken.de
  • Verfolgen Sie die Ausbreitung von Corona auf der Live-Karte der Universität Baltimore

Update am 20.02.2020: Kommt der Impfstoff noch rechtzeitig zur aktuellen Epidemie?

Auf der Welt gibt es unter den Forschern einen regelrechten Wettstreit um die Herstellung eines passenden Impfstoffs für das neuartige Coronavirus. Dies berichtet n-tv.de.

400 Experten einigten sich auf einer Konferenz in Genf darauf, die Suche nach der Lösung für die schnelle Verbreitung zu beschleunigen. Dies teilte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Doch wie schnell kann so ein Impfstoff einsatzbereit sein?

Der Virologe Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilian Universität München erklärt," Ich bin insgesamt sehr sicher, dass wir erste experimentelle Impfstoffe noch dieses Jahr sehen werden." Das bedeutet aber nicht, dass dieser direkt an Menschen getestet werden kann. Einen Impfstoff zu entwickeln sei ein langer und mühsamer Prozess, sagt Gerd Sutter, vor allem aber die Zulassung und klinische Prüfung eines Kandidaten. Es werden für Impfstoffe meist eine Entwicklungszeit von 15 Jahren angesetzt.

Beschleunigung der Herstellung durch biotechnologisches Verfahren

Auch beim Mers-Virus, der 2012 auf den arabischen Halbinseln entdeckt wurde, konnte der Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft werden. Dieser zählt wie der neue Sars-CoV-2 zu den Coronaviren. Um diesen Vorgang wenigstens etwas zu beschleunigen setzen Forscher beim neuen Coronavirus auf das biotechnologische Verfahren. Das erleichtert später die Suche nach einem passenden Kandidaten für die klinischen Studien. Bei diesem Verfahren werden nur die genetischen Informationen des Virus verwendet und nicht wie üblich das Virus selbst.

Ob ein Impfstoff wirklich rechtzeitig fertig sein kann, um die aktuelle Epidemie zu beeinflussen, kommt laut dem Virologen Stephan Becker von der Universität Marburg darauf an, wie sich die Epidemie entwickelt. Sollte sich das Virus etablieren, wäre ein Impfstoff sehr hilfreich, sagt Becker. Die ersten Tests an Menschen könnten laut WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan in drei bis vier Monaten beginnen. Ein wirklich weitreichender Einsatz eines zertifizierten Impfstoff stehe aber wohl erst in 18 Monaten zur Verfügung.

Update am 19.02.2020: Nur noch drei Patienten in Bayern in Klinik

Von den 14 Coronavirus-Patienten in Bayern sind nur noch drei im Krankenhaus. Ein weiterer Fall aus der München Klinik Schwabing sei entlassen worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. In dem Krankenhaus befinden sich die drei mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 Infizierten.

Bis zum Mittwochmittag (Stand 13.00 Uhr) gab es nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) keine neuen Coronavirus-Fälle in Bayern. Alle 14 Infektionen im Freistaat standen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto.

Dort hatte eine symptomfreie chinesische Kollegin den Erreger im Januar während einer Dienstreise nichtsahnend eingeschleppt. Mehrere Mitarbeiter und einige Angehörige steckten sich an.

Update am 15.02.2020: Behörden bestätigen ersten Corona-Toten in Europa

Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Der chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit. Bei dem Mann handelte es sich demnach um einen 80-Jährigen.

Erst am Morgen des 15. Februars wurde bekannt, dass eine erste Infektion in Ägypten registriert wurde. Somit hat das Virus den afrikanischen Kontinent erreicht.

Update am 14.02.2020, 17.30 Uhr: Post verweigert Paketannahme wegen Coronavirus

Wie die Deutsche Presseagentur mitteilt, nimmt die Deutsche Post keine Päckchen und Pakete nach China, Hongkong und Macao mehr an. Grund seien die durch den Coronavirus-Ausbruch ausgelösten Probleme beim Transport, der Verzollung und der Zustellung, sagte eine Sprecherin des Logistik-Konzerns am Freitag in Bonn. Briefsendungen würden dagegen bis auf Weiteres noch angenommen und bearbeitet. Allerdings sei aufgrund der aktuellen Einschränkungen im Verkehr mit Verzögerungen bei der Zustellung zu rechnen.

Auch der Abhol-, Zustell- und Lagerverwaltungsbetrieb der DHL in der Provinz Hubei sei aktuell ausgesetzt, da die Provinzregierung unter anderem alle kommerziellen Flüge von und nach Wuhan ausgesetzt und alle Ausfallstraßen der Provinzhauptstadt abgeriegelt habe, teilte das Unternehmen mit.

Nicht betroffen vom Annahmestopp für Päckchen und Pakete seien Sendungen nach Taiwan, betonte die Post. Auch der Express-Versand von Dokumenten nach China sei grundsätzlich noch möglich. Doch gebe es auch hier Einschränkungen in einigen Regionen - etwa in Hubei.

Update am 14.02.2020, 6.30 Uhr: Deutsche Experten bereiten sich auf Covid-19 vor - wird das Coronavirus eine Pandemie?

Nach dem schweren Covid-19-Ausbruch in China sind mögliche Folgen in Deutschland laut Experten schwer abzuschätzen. "Wir sind momentan nicht in der Lage, die Dynamik des Ausbruchs zu prognostizieren", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Donnerstag in Berlin.

Bei einer Veranstaltung von Science Media Center und Nationaler Akademie der Wissenschaften Leopoldina appellierte der Berliner Virologe Christian Drosten zu gedanklicher Vorbereitung auch hierzulande.

Wann wird das Coronavirus eine Pandemie? Von einer Pandemie könne man noch nicht sprechen und es bestehe auch die Chance, dass es keine werde, sagte Wieler. "Das entscheidende Merkmal ist, dass es sich auf mehrere Kontinente verbreitet. Das ist zurzeit schon der Fall." Aber das wichtigste - und bisher nicht erfüllte - Kriterium seien Infektionsketten in der Bevölkerung, die sich nicht mehr nachvollziehen lassen.

Update vom 13.02.2020, 16.55 Uhr: In China werden Hunde und Katzen getötet

Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus (offizieller Name seit gestern: Covid-19) in China steigt sprunghaft an, die Angst wächst. Die Annahme, dass Hunde und Katzen die Lungenkrankheit übertragen könnten, hat jetzt dramatische Konsequenzen. Wie im Internet kursierende Videoclips belegen, werden Haustiere auf offener Straße erschlagen, überfahren und aus Hochhäusern geworfen. Die chinesische Wissenschaftlerin Li Lanjuan hatte öffentlich dazu geraten, Hunde und Katzen zu isolieren. "Wenn Haustiere draußen Kontakt mit einer infizierten Person haben, besteht die Chance, dass sie sich infizieren", hatte Lanjuan im chinesischen Fernsehen erklärt.

Die WHO hat diesem Gerücht mittlerweile widersprochen: Aktuell gebe es für die Behauptung keinerlei Belege.

50.000 Hunden und Katzen in China droht derweil ein nicht minder grausames Schicksal: Sie verhungern in den Wohnungen, die ihre Besitzer aufgrund der verhängten Quarantänemaßnahmen nicht mehr betreten dürfen. Das berichtet der britische "Mirror". Einziger Lichtblick für die Tiere seien Freiwillige, die die gesperrten Wohnungen trotz des Verbots beträten und die Hunde und Katzen fütterten. Allerdings brächten diese sich dadurch in erhebliche Gefahr.

Update vom 13.02.2020, 06.11 Uhr: Coronavirus-Tote in China - Zahl steigt plötzlich sprunghaft an

Erschreckende Zahlen aus dem Coronavirus-Brennpunkt in China: In der Provinz Hubei verzeichnet die Statistik im Vergleich zum Vortag eine Verdopplung der Coronavirus-Todesopfer, berichtet das chinesische Staatsfernsehen am Donnerstag (13.02.2020), damit wurden 242 neue Tote erfasst. Und die Lungenkrankheit grassiert weiter: Die Zahl der Neu-Infektionen hat sich in der schwer betroffenen Provinz sogar verzehnfacht.

Wie vertrauenswürdig sind offizielle Coronavirus-Zahlen aus China?

An den offiziellen Zahlen zum Coronavirus gibt es Zweifel. Den aktuellen Anstieg erklärt die Gesundheitskommission der Provinz Hubei dadurch, dass Diagnose-Resultate "überarbeitet" worden seien. Seit Donnerstag (13.02.2020) würden demnach auch "klinische Diagnosen" in der Klassifikation aufgenommen werden. Wie damit allerdings der blitzartige Anstieg der Zahl der Coronavirus-Todesopfer zu erklären ist, war zunächst unklar.

Experten befürchten, dass es eine sehr hohe Dunkelziffer in China gibt. Nicht überall kann das neue Virus getestet werden. Wie aussagekräftig die aktuellen Zahlen sind, ist dementsprechend umstritten.

Update vom 12.02.2020, 14.30 Uhr: Coronavirus stoppt Formel 1

Das Coronavirus bremst jetzt auch die Formel 1 aus. Der Weltverband FIA verschob am Mittwoch (12. Februar 2020) unter dem Eindruck der Epidemie den für 19. April geplanten Großen Preis von China. Der Grand Prix in Shanghai war eigentlich als vierter der 22 Saisonläufe geplant gewesen und soll nun zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, "wenn die Situation sich verbessert".

Die Gesamtzahl der Opfer durch das Virus Sars-CoV-2 auf dem chinesischen Festland liegt inzwischen bei mehr als 1100. Bei mehr als 44.000 Menschen wurde die Covid-19 genannte Erkrankung bestätigt. Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt, davon 16 in Deutschland. Die Formel-1-Saison startet am 15. März im australischen Melbourne, eine Woche später geht es in der Wüste von Sakhir in Bahrain weiter.

In der Zwischenzeit hat auch die Zentrale des Automobilzulieferers Webasto wieder offen. Nach zweiwöchiger Schließung wegen mehrerer Coronavirus-Infektioneneröffnete die Unternehmenszentrale in Stockdorf am Mittwoch (12. Februar 2020) wieder. Am Morgen strömten die Mitarbeiter in das zuvor von einer Spezialfirma gereinigte und desinfizierte Gebäude. Eine chinesische Webasto-Mitarbeiterin hatte den Erreger bei einer Dienstreise eingeschleppt. Alle nunmehr 14 Infektionen in Bayern stehen in Zusammenhang mit Webasto. Neben Mitarbeitern haben sich auch Angehörige angesteckt. Webasto beschäftigt in Stockdorf etwa 1000 Mitarbeiter - der Großteil arbeitete zuletzt im Homeoffice.

Update vom 12.02.2020, 5.15 Uhr: Wieder fast 100 neue Todesopfer durch Coronavirus in China

Das Coronavirus hat in China innerhalb von 24 Stunden erneut fast 100 Todesopfer gefordert: Wie die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen landesweit im Vergleich zum Vortag 97 Todesfälle hinzu. Die Zahl der Infektionen stieg demnach um 2015 Fälle. Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Am Dienstag waren noch 108 Todesfälle und 2478 neue Infektionen gemeldet worden. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Die Gesamtzahl der Opfer auf dem chinesischen Festland liegt nun bei 1113. Bei mehr als 44 000 Menschen wurde eine Infektion bestätigt.

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist unterdessen bei weiteren 39 Menschen eine Infizierung mit dem neuen Coronavirus festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt. Vier Personen zeigten ernste Symptome. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 174. Die übrigen der rund 3600 Passagiere und Crew-Mitglieder sollen mindestens noch bis zum 19. Februar an Bord bleiben. An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind auch zehn deutsche Staatsangehörige.

Update vom 12.02.2020, 3.31 Uhr: Webasto-Zentrale in Stockdorf öffnet wieder

Der Autozulieferer Webasto will am Mittwoch seine wegen mehrerer Coronavirus-Fälle seit zwei Wochen geschlossene Unternehmenszentrale in Gautinger Ortsteil Stockdorf wieder öffnen. Eine Spezialfirma hatte das Gebäude in dem Münchner Vorort zuvor gereinigt und desinfiziert.

Eine chinesische Webasto-Mitarbeiterin hatte den Erreger unwissentlich bei einer Dienstreise eingeschleppt. Trotz zwei am Dienstagabend neuen bestätigten Corona-Fällen werde die Zentrale wieder öffnen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Vorstandschef Holger Engelmann will am Morgen (9.00 Uhr) ein Pressestatement geben. Es sehe so aus, als habe Webasto durch sein schnelles und konsequentes Handeln nach dem ersten positiven Test die Infektionskette im Unternehmen unterbrochen.

Alle nunmehr 14 Corona-Fälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit Webasto. Infiziert hatten sich unter anderem acht Mitarbeiter sowie vier Angehörige. Alle befinden sich noch in Krankenhäusern.

Update vom 11.02.2020: Zwei neue Coronavirus-Fälle in Bayern

In Bayern gibt es zwei neue bestätigte Coronavirus-Fälle. Damit ist ihre Zahl in Deutschland auf 16 gestiegen. Die zwei Neuerkrankungen stehen im Zusammenhang mit dem Automobilzulieferer aus Stockdorf bei München, bei dem vor einigen Wochen ein erster Mitarbeiter positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden war. Das berichtete das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstagabend in München unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Einzelheiten zu den neuen Fällen wollte das Ministerium am Mittwoch (12.02.2020) bekanntgeben.

Das Unternehmen Webasto hatte den Stammsitz in Stockdorf am 29. Januar vorsorglich geschlossen, nachdem einer der Mitarbeiter positiv getestet worden war. Er hatte sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die wenig später zurück in ihre Heimat flog. Alle nun insgesamt 14 bestätigte Coronafälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit Webasto. Infiziert hatten sich weitere Mitarbeiter sowie einige Angehörige. In Deutschland wurden zudem zwei am 1. Februar aus China nach Frankfurt/Main ausgeflogene Menschen positiv auf das Virus getestet.

Update am 10.02.2020, 20:30 Uhr: Inkubationszeit kann in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen

Die Inkubationszeit beim neuen Coronavirus könnte Analysen zufolge in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen und damit 10 Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl drei Tage und damit weniger als die bisher angenommenen gut fünf Tage, ergab eine Auswertung des renommierten Experten Zhong Nanshan nach Angaben der "China Daily" vom Montag. Der Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit hatte mit seinem Team 1099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China untersucht. Es handelt sich allerdings um vorläufige Ergebnisse, die weiterer Bestätigung bedürfen.

Ohne genaue Kenntnis der Methode lasse sich zunächst nicht sagen, wie gesichert die neuen Erkenntnisse seien, sagte der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité zu der Analyse in China. "Eine häufige Fehlerquelle bei scheinbar sehr langen Inkubationszeiten ist eine unbemerkte zwischenzeitliche Exposition." Nur unter sehr kontrollierten Bedingungen lasse sich ausschließen, dass Betroffene dem Erreger mehrfach hintereinander ausgesetzt waren. Einen Grund zur Änderung von Richtlinien oder Einschätzungen sehe er daher zunächst nicht.

Auch Guan Weijie, Mitglied des chinesischen Expertengremiums, sagte, es gebe derzeit keinen Grund, die übliche Quarantänezeit von 14 Tagen zu verlängern.

Update am 10.02.2020, 11.30 Uhr: Zweiter Corona-Fall in Spanien - britischer Mann auf Mallorca erkrankt

Nach Feststellung des Corona-Erregers liegt ein britischer Familienvater in Palma, der Hauptstadt der spanischen Insel Mallorca, isoliert im Krankenhaus. Angesteckt hatte er sich zuvor bei einem Freund in Frankreich. Dass dieser mit Corona infiziert war, stellten die Beteiligten erst nach dem Besuch fest.

Der Brite kam am 29. Januar 2020 auf Mallorca an und meldete sich daraufhin selbst im Krankenhaus. Von anfänglichen leichten Grippesymptomen abgesehen ginge es ihm gut, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Seine Frau und seine beiden Kinder wurden negativ auf Corona getestet. Noch suchen die Behörden nach weiteren Personen, zu denen der Erkrankte Kontakt hatte.

In Spanien ist es bereits der zweite bestätigte Corona-Fall. Erst am 31. Januar war das neuartige Virus bei einem deutschen Tourist auf der Kanareninsel La Gomera festgestellt worden.

Barcelona bangt um Mobilfunkmesse Ende Februar

Im Hinblick auf den für den 24. Februar geplanten Mobile World Congress (MWC) wächst die Sorge in Barcelona. Aufgrund der jüngsten Corona-Meldungen haben bereits drei große Unternehmen ihre Teilnahme an der weltgrößten Mobilfunkmesse abgesagt. Die Elektronik-Riesen Ericcson (Schweden), LG Electronics (Südkorea) und Nvidia (Kalifornien) werden demnach nicht dabei sein. Nach Angaben der Messeorganisatoren sowie der Stadtverwaltung Barcelona solle es zwar Vorsichtsmaßnahmen geben, die Veranstaltung aber wie geplant stattfinden. Rund 100.000 Teilnehmer werden erwartet. Die chinesischen Handy-Hersteller Huawei und ZTE wollen kommen.

Update am 09.02.2020, 13.30 Uhr: Flugzeug mit China-Rückkehrern in Berlin gelandet

Ein Flugzeug der Bundeswehr ist mit Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan in Berlin gelandet. Die Maschine kam am Sonntagmittag auf dem Flughafen Tegel an, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Die 20 China-Rückkehrer kommen nun in Quarantäne. Sie werden in einem Gebäude der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick untergebracht.

Eine britische Chartermaschine brachte die Rückkehrer aus Wuhan zunächst zu einem Militärflughafen in der Nähe von Oxford. Nach dem Zwischenstopp dort flog eine Bundeswehr-Maschine die Deutschen am Vormittag weiter in die Bundeshauptstadt.

In Berlin-Tegel sollten die Menschen laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen werden. Er soll prüfen, ob bei Passagieren während des Fluges Symptome aufgetreten sind. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet, hieß es. Mit einem Ergebnis wurde für Montagmittag gerechnet.

Update am 09.02.2020, 6.30 Uhr: Mehr Tote als durch Sars - Deutsche starten in Wuhan

Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus hat die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren überstiegen. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit 774 gestorben. Allein in Festland-China und Hongkong hatte es 648 Todesfälle geben.

Chartermaschine bringt Deutsche in die Heimat

Unterdessen machte sich eine britische Chartermaschine mit deutschen Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan auf den Weg nach Großbritannien. Das Flugzeug mit 200 Briten und weiteren Staatsbürgern an Bord habe am Sonntagmorgen um 3.20 Uhr (Ortszeit; 20.20 Uhr MEZ Samstagabend) in Wuhan abgehoben, teilte das Außenministerium in London am Samstagabend mit. Es sollte am Sonntagmorgen auf dem britischen Militärflughafen in der Nähe von Oxford landen.

Das Auswärtige Amt twitterte am Samstagabend mit einem Dank an die britischen Behörden: "An Bord einer britischen Chartermaschine sind Deutsche und Familienangehörige aus Wuhan auf dem Weg in die Heimat." In Berlin werden am Sonntagvormittag etwa 20 deutsche Staatsbürger aus Wuhan erwartet.

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag in China um weitere 2656 auf 37 198 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 bestätigte Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland.

Wuhan: 780 Menschen sterben in Provinz

Bis auf ein Opfer auf den Philippinen und eines in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong haben sich alle Todesfälle auf dem chinesischen Festland ereignet - die meisten in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. In der Provinz kamen bislang 780 Menschen ums Leben.

In Tegel werden die Rückkehrer aus Wuhan laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Er soll prüfen, ob bei Passagieren während des Fluges Symptome aufgetreten sind. Sie sollen dann in einem Isolierbereich in den Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes im Stadtteil Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet.

Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen.

Update am 08.02.2020, 14.15 Uhr: Immer mehr Corona-Infektionen in China - Zwei Ausländer sterben

Nach dem Ausbruch des Coronavirus sind in China die ersten ausländischen Todesopfer bestätigt worden. Wie die US-Botschaft in Peking am Samstag mitteilte, kam ein mit dem Virus infizierter 60-jähriger US-Bürger in der besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan am 6. Februar ums Leben. Welches Geschlecht das Opfer hat, ließ die Botschaft offen.

Auch ein Japaner starb in Wuhan, wie Japans Außenministerium mitteilte. Demnach handelte es sich um einen Mann in seinen 60ern, bei dem eine Infektion mit dem Virus vermutet wurde. Der Patient habe an einer schweren Lungenentzündung gelitten.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das Virus stieg bis Samstag erneut kräftig an. Die Zahl der Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, kletterte innerhalb eines Tages um 3399 auf 34 546. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking mit.

Die neu nachgewiesenen Infektionen nahmen damit im Vergleich zum Vortag wieder zu, nachdem sie in den vergangenen zwei Tagen leicht zurückgegangen waren. Auch die Zahl der Toten legte erneut deutlich um 86 auf 722 zu. Allein die Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Metropole Wuhan ausgebrochen war, meldete 81 neue Todesopfer. Außerhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Fälle, davon 14 in Deutschland.

Bundesregierung holt Deutsche zurück

Am Wochenende möchte die Bundesregierung weitere Deutsche mit einigen Angehörigen aus Wuhan zurückholen. Es gebe dort "einzelne Personen", die sich erst nach dem Rückholflug am vergangenen Samstag gemeldet oder es nicht rechtzeitig zum Flughafen geschafft hätten, hieß es aus dem Auswärtigen Amt am Donnerstagabend. "Wir bemühen uns intensiv darum, auch diesen Personen eine Ausreise zu ermöglichen." Insgesamt sollen etwa 20 Menschen nach Deutschland kommen. Möglicherweise können sie mit einer größeren Gruppe von Briten ausfliegen. Sie sollen laut "Spiegel" in einer Klinik in Berlin-Köpenick in Quarantäne kommen.

Wegen der neuen Lungenkrankheit hatte die Bundeswehr bereits Anfang Februar Deutsche und ihre Angehörige mit einer Sondermaschine aus der stark vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan zurückgeholt. Rund 120 Passagiere des Fluges sind seit ihrer Rückkehr in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim in Quarantäne. Bei zwei Passagieren war das Virus festgestellt worden. Die Isolation ist auch deshalb nötig, weil die Erkrankung bis zu zwei Wochen nach der Infektion ausbrechen kann.

Unter Quarantäne: 64 Infizierte auf Kreuzfahrtschiff

Unterdessen ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen an Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama um 3 auf 64 gestiegen. Das teilte das japanische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Eine Person befinde sich in einem kritischen Zustand. Neben den bisher bekannten Fällen seien zwei Amerikaner und ein Chinese positiv getestet und in Krankenhäuser gebracht worden. Die Quarantäne der "Diamond Princess" mit rund 3700 Passagieren und Crew-Mitgliedern gilt laut japanischen Behörden vorläufig bis 19. Februar.

Die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong verstärkte am Samstag ihre Bemühungen, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Behörden verhängten eine Pflicht-Quarantäne für alle Reisenden vom chinesischen Festland. Demnach müssen Hongkonger, die aus China zurückkehren, für 14 Tage zuhause bleiben. Andere Besucher können die Zeit in Hotels absitzen. Mit Tracking-Armbändern soll demnach überprüft werden, ob die Quarantäne eingehalten wird. Wer gegen die Bestimmungen verstößt, kann zu einer sechsmonatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe verurteilt werden.

Update am 07.02.2020, 19.30 Uhr: Schuppentier (Pangolin) möglicher Überträger des Coronavirus

Chinesische Forscher haben im Kampf gegen das Coronavirus einen weiteren wichtigen Schritt getan: Sie haben herausgefunden, dass das Schuppentier, auch als Tannenzapfentier oder Pangolin bekannt, ein möglicher Zwischenwirt für die gefährliche Lungenkrankheit ist. Die Wissenschaftler der Südchinesischen Agraruniversität wollen mit der Erkenntnis dazu beitragen, das Virus in seiner Ausbreitung einzudämmen.

Schuppentiere gelten als vom Aussterben bedroht, denn sie sind in China aus verschiedenen Gründen sehr beliebt: Als Delikatesse und ihrer Schuppen wegen. Die Schuppen des Pangolin haben angeblich Zauberkräfte und sollen gegen Athritis oder Impotenz helfen, bestehen aber nur aus Keratin. Der Preis für die Schuppen des Pangolin ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Auf dem Markt in Wuhan, auf dem die Infektion wohl ihren Ursprung hatte, werden auch exotische Tiere verkauft, zum Beispiel Schuppentiere.

Die Forscher vermuten, dass Schuppentiere als Überträger und Zwischenwirt fungieren: Die Coronaviren, wie sie in Fledermäusen vorkommen, sind nicht auf den Menschen übertragbar. Es ist also möglich, dass Schuppentiere die Infektion von Fledermäusen auf Menschen weiter tragen. Eine letztgültige Bestätigung dieser Forschungsergebnisse steht noch aus.

Update, 07.02.2020, 13.10 Uhr: Entdecker des Coronavirus tot

Der chinesische Augenarzt Li Wenliang ist tot. Er gilt als Entdecker des Coronavirus. Der Mediziner hatte bereits Ende Dezember vor einer Häufung von Infektionen mit dem gefährlichen Coronavirus gewarnt, das offenbar von einem Markt mit Wildtieren in der Millionenstadt Wuhan kam. Doch die Polizei verwarnte ihn und andere Mediziner wegen der Verbreitung von "Gerüchten". Sie mussten unterschreiben, dass sie nichts mehr über den Ausbruch enthüllen.

Der 34-jährige Arzt infizierte sich schließlich selbst bei einer Patientin, die er wegen grünen Stars behandelte. Er bekam Fieber und starb am Donnerstag (6. Februar 2020). Sein Schicksal symbolisiert für viele Chinesen die tragischen Folgen der anfänglichen Vertuschung und der langsamen Reaktion der Behörden - ohnehin eine chronische Krankheit des kommunistischen Systems.

Das chinesische Volk feiert den Verstorbenen jetzt als "einfachen Held" für seine "Professionalität" und "medizinische Ethik". Das Staatsfernsehen feiert ihn als "Whistleblower", obwohl das kommunistische System sonst niemanden ermutigt, Probleme oder Missstände zu enthüllen.

An diesem Wochenende ist es genau zwei Monate her, das alles begann: Die erste Ansteckung datierten chinesische Behörden rückwirkend auf den 8. Dezember 2019. Viele Versäumnisse gerade in den ersten Wochen haben dazu beigetragen, dass das Virus zu einer ernsten Bedrohung mit derzeit mehr als 31.000 Fällen in China wurde - und zu einer "internationalen Notlage" mit bald 300 Fällen in mehr als zwei Dutzend weiteren Ländern.

Update, 07.02.2020, 06.24 Uhr: China-Veranstaltungen in Nürnberg fallen wegen Coronavirus aus

Aufgrund des Coronavirus fallen zahlreiche internationale Flüge aus. Für den heutigen Freitag (07.02.2020) und morgigen Samstag (08.02.2020) waren China-Veranstaltungen in Nürnberg geplant, Diese müssen nun ausfallen, berichtet die Stadt. Die angekündigten Köche aus China konnten nicht anreisen.

Folgende Veranstaltungen in Nürnberg werden abgesagt:

  • Gala-Abend „Gourmet auf Chinesisch“ des Bildungszentrums im Südpunkt, Pillenreuther Straße 147, Nürnberg
  • Chinesischer Gourmet-Abend im Grand Hotel Nürnberg, Bahnhofstraße 1-3

Es ist geplant, beide Veranstaltungen nachzuholen, wenn sich die Situation entspannt hat, erklärt die Stadt. Die konkreten Nachholtermine stehen noch nicht fest, werden aber rechtzeitig bekannt gegeben.

Update, 06.02.2020, 20 Uhr: Virus erstmals bei Baby nachgewiesen - 30 Stunden nach der Geburt

Ein Baby, das am 2. Februar in Wuhan geboren wurde, ist mit dem Coronavirus infiziert worden. Das berichtet die BBC mit Berufung auf Chinesische Staatsmedien. Es ist der erste Nachweis bei einem Baby.

Bei der Mutter des Neugeborenen wurde das Virus bereits vor der Entbindung nachgewiesen. Wie die BBC weiter berichtet, ist es aktuell noch nicht klar, wie und wann das Baby angesteckt wurde - in der Gebärmutter, bei oder nach der Geburt.

Der Zustand des kleinen Kindes soll stabil sein. Es wurde nach dem Nachweis der Krankheit sofort auf die Isolationsstation gebracht.

Update, 06.02.2020, 16 Uhr: Elfter Corona-Fall in Bayern

In Bayern gibt es einen elften Coronavirus-Fall. Auch die Frau eines Erkrankten aus dem Landkreis Traunstein sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Ihr Mann ist wie die sonstigen in Bayern infizierten Erwachsenen Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg.

Die ganze Familie ist seit Donnerstag im Trostberger Klinikum in Quarantäne. Zwei Kinder des Paares wurden ebenfalls positiv getestet. Sie hatten nach Angaben des medizinischen Direktors der Kliniken der Südostbayern AG, Stefan Paech, nur leichte Symptome. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil. Er werde mit antiviralen Medikamenten behandelt. Bei dem dritten Kind des Paares, einem Säugling, sei das Virus bisher nicht nachgewiesen worden.

Die Familie, die dem Vernehmen nach auch auf eigenen Wunsch zusammenbleiben wollte, war auf behördliche Entscheidung hin in Quarantäne genommen worden. "Wir sind von vorneherein davon ausgegangen, dass die Familie insgesamt schon infiziert war", sagte Paech. Das bestätigten nun die Befunde, die Stück für Stück eingingen. Dass die Mutter erst jetzt positiv getestet worden sei, liege daran, dass die Reaktionszeit unterschiedlich sei.

Alle Fälle in Bayern im Zusammenhang mit Webasto

Man habe bewusst entschieden, auch den Säugling bei der Familie zu lassen, zumal die Verläufe gerade in diesem Alter sehr milde seien, sagte Paech. Es habe eine Abwägung gegeben: "Kindstrennung versus dem möglichen Risiko eines milden klinischen Verlaufes. Da haben wir uns in Abstimmung mit den Kinderärzten so entschieden, und es hat sich bestätigt, dass das die richtige Vorgehensweise war." Der Familie gehe es den Umständen entsprechend gut, wenngleich auch die Situation der Quarantäne belastend sei.

Bisher stehen alle Coronafälle in Bayern im Zusammenhang mit Webasto. Dort hatte sich ein Mitarbeiter bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die kurz darauf wieder in ihre Heimat flog.

Auch der deutsche Corona-Patient auf der spanischen Insel La Gomera hatte Kontakt mit einem Webasto-Mitarbeiter, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilte. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuerst darüber berichtet. Der 26-Jährige aus dem Landkreis Landsberg am Lech sei auf Gomera isoliert, hieß es.

Zudem ist eine Frau aus Bayern infiziert, die aus der besonders von dem Virus betroffenen Region Wuhan nach Frankfurt ausgeflogen worden war. Die 45-Jährige wurde wie ein anderer Rückkehrer positiv auf das Virus getestet. Sie stammt aus dem Landkreis Freising, wie das dortige Landratsamt mitteilte. Die Patientin befinde sich in Quarantäne auf der Infektionsstation des Universitätsklinikums Frankfurt am Main und sei in einem klinisch guten Zustand.

Update, 06.02.2020: Experten warnen vor Spam-Mails

Aus der Angst und Verunsicherung rund um das gefährliche Coronavirus versuchen inzwischen auch Kriminelle Profit zu schlagen. Es werden inzwischen massenweise Spam-Mails verschickt, die mit reißerischen Betreffzeilen versuchen, die Aufmerksamkeit der Internetnutzer zu erhaschen.

Experten warnen: In diesen Emails, die Tipps zum Schutz gegen das Virus oder aktuelle dramatische Informationen beinhalten sollen, sind nicht selten Viren, Trojaner oder sonstige Schad-Software versteckt. Das Sicherheitsunternehmen Mimecast rät zum bewährten Vorgehen bei Spam-Mails: Nichts anklicken, Anhänge nicht öffnen und die Mail direkt in den Papierkorb schieben.

Vorsichtig sein sollte man auch bei Links zu vermeintlichen Shops, die Schutzkleidung wie Atemschutzmasken etc. anbieten. Hier könnte es sich ebenfalls um ein Fake-Angebot handeln, das Kreditkartennummern und Adressdaten abgreift.

Update, 06.02.2020: Fieberkontrollen am Flughafen Wien

Ab Donnerstagmorgen (6. Februar 2020) wird am Flughafen Wien die Temperatur von Fluggästen gemessen. Insbesondere die Direktflüge aus China beziehungsweise Peking rücken dabei in den Fokus. Das berichtet kleinezeitung.at.

Die Kontrollen starten in der Früh ab 6 Uhr. Nach vielen Gesprächen habe man sich zu dieser Maßnahme entschlossen, sagte der Sprecher einer Gesundheitspolitikerin. Eine Landessanitätsdirektorin, eine Amtsärztin und mehrere Rettungssanitäter führen die Temperaturkontrollen durch.

Update, 05.02.2020, 16:30 Uhr: Adidas schließt Läden in China

Der Sportartikelhersteller "Adidas" schließt in China wegen des Coronavirus vorübergehend viele seiner eigenen Geschäfte. Das bestätigte der Dax-Konzern am Mittwoch auf Anfrage. Darüber hinaus würden ähnliche Entwicklungen innerhalb des Franchise-Geschäfts beobachtet, heißt es. Das belaste das China-Geschäft. Allerdings ist es laut "Adidas" noch zu früh, um die Auswirkungen zu beurteilen.

Update, 05.02.2020, 19.53 Uhr: Vater in Corona-Quarantäne - Sohn mit Behinderung stirbt, weil er nicht versorgt wird

Ein Jugendlicher mit Behinderung soll laut dpa in China gestorben sein, weil sein Vater aufgrund des Coronavirus in Quarantäne musste. Bereits am vergangenen Mittwoch soll der Junge verstorben sein, heißt es in Medienberichten. Der 16-Jährige litt unter zerebraler Kinderlähmung.

Am vergangenen Montag war der Vater mit dem Coronavirus diagnostiziert und in ein Krankenhaus gebracht worden. Er wollte sich um Hilfe für seinen Sohn kümmern, dokumentierte sogar die Anrufe an den Parteichef des Dorfes Huajiahe. Die Anrufe waren allerdings vergebens. Parteifunktionäre des Dorfes hätten ihn nach eigenen Angaben zufolge darüber informiert, dass sein Sohn zwischen Freitag und Dienstag nur zweimal Nahrung bekommen habe, wie eine Zeitung aus Hongkong berichtet. Sowohl der Parteichef als auch der Bürgermeister des Dorfes Huajiahe wurden auf den Vorfall hin entlassen.

Update, 04.02.2020, 17.38 Uhr: Gesundheitsministerin Huml äußert sich zu bayerischen Corona-Virus-Fällen

Zwei Patienten zeigen leichtes Fieber, einer von ihnen hat auch Atemwegssymptome, berichtet Melanie Huml am Dienstag (04. Februar). Insgesamt sei die Lage aber nicht bedrohlich: "Es geht den Patienten gut", sagte die Gesundheitsministerin nach einer Kabinettssitzung. Auch die beiden Männer mit Symptomen seien in einem klinisch stabilen Zustand.

Die beiden ebenfalls infizierten Kinder des Mannes in Traunstein seien wohlauf. Insgesamt sei der Zustand von allen Patienten stabil, so Huml. Das berichtet die dpa.

Update, 04.02.2020, 16.10: Deutsche Passagiere auf Kreuzfahrtschiff in Quarantäne

Japanische Behörden haben ein komplettes Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne gestellt, berichtet die Bild Zeitung. Das Schiff "Diamond Princess" liegt im Hafen von Yokohama und die 2666 Passagiere werden auf den Corona-Virus überprüft. Unter den Passagieren befinden sich laut Angaben der Reederei acht deutsche Reisende. Grund für die Beunruhigung ist ein chinesischer Passagier, der vom 20. bis 25. Januar auf dem Schiff war und mit dem Virus infiziert ist.

Außerdem ist heute in Belgien der erste Coronavirus-Patient bestätigt worden, teilt die dpa mit. Der Mann ist vergangenen Sonntag aus Wuhan zurückgeholt worden. Ähnlich wie bei den deutschen Patienten, gehe es dem Mann gut, erklärt die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block auf einer Pressekonferenz. Wie die deutschen Patienten befindet sich auch der Belgier nun unter klinischer Aufsicht.

Die Lage für die Corona Patienten in Deutschland bleibt weiter unklar: Gesundheitsministerin Melanie Huml erklärte heute auf einer Kabinettssitzung, dass es den Patienten gut gehe, eine Entlassung aus den Kliniken jedoch noch nicht absehbar ist. Dafür müsse zunächst geklärt werden, wie lange eine Ansteckungsgefahr besteht, meint Andreas Zapf, Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Update, 04.02.2020, 06.20 Uhr: Höhepunkt in zehn bis 14 Tagen - zwölfter Fall in Deutschland

Die Coronavirus-Epidemie wird ihren Höhepunkt nach Einschätzung chinesischer Experten in zehn bis 14 Tagen erreichen. Dafür müssten aber vorbeugende Maßnahmen verstärkt werden, sagte der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus, Zhong Nanshan, nach Angaben chinesischer Staatsmedien vom Montag. In Wuhan, dem Ausgangsort der Epidemie, wurde nach weniger als zwei Wochen Bauzeit ein erstes von zwei Notkrankenhäusern eröffnet. In Deutschland wurden am Montagabend eine elfte und zwölfte Infektion bekannt. Allen Patienten gehe es soweit gut, hieß es.

Update, 03.02.2020, 20.40 Uhr: Weiterer Fall in Bayern - jetzt bundesweit 11 Infizierte

Die Zahl der Coronavirus-Patienten in Deutschland steigt: Am Abend meldete das bayerische Gesundheitsministerium einen weiteren Fall. Damit gibt es in Bayern neun und bundesweit elf Infizierte. Bei dem weiteren Coronavirus-Fall handelt sich um ein zweites Kind des Mannes aus dem Landkreis Traunstein, der vergangene Woche positiv getestet worden war, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Der Mann ist wie die sechs anderen erwachsenen Infizierten Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Zunächst war eines seiner Kinder positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden. Der Vater und beide Kinder seien wie die anderen Infizierten in "gesundheitlich stabilem Zustand", erläuterte das Ministerium weiter. Sie müssen aber alle weiter im Krankenhaus bleiben.

Der Webasto-Firmensitz bleibt wegen der Krankheitsfälle weiter geschlossen. Die zunächst bis zum Dienstag geplante Regelung werde bis zum 11. Februar verlängert, teilte das Unternehmen mit. Bei der Firma hatte es in der vergangenen Woche umfangreiche Tests für Mitarbeiter gegeben, bisher liegen laut Ministerium 143 Ergebnisse vor. Der Großteil der Mitarbeiter sei nun weiter gebeten, im Homeoffice zu arbeiten, hieß es.

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sind bayerische Arztpraxen und Krankenhäuser gut auf eine mögliche Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorbereitet. "Wir haben alle ambulanten Ärzte informiert und wir haben auch in den Krankenhäusern Bayerns, vor allem im südbayerischen Raum, nach Bettenkapazitäten gefragt, um hier eine gewisse Vorbereitung zu treffen, falls es notwendig sein sollte, mehrere Hundert Personen isolieren zu müssen", sagte Huml dem Radiosender Bayern 2.

In Deutschland wurde der Virus außer bei den Betroffenen in Bayern auch bei zwei Deutschen nachgewiesen, die aus China ausgeflogen wurden. Ihnen ging es den Ärzten zufolge gut, sie seien symptomfrei. Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei seien. Sie waren mit rund 120 weiteren Deutschen und deren Angehörigen mit einem Bundeswehrflugzeug aus Wuhan nach Frankfurt am Main gebracht worden.

In China erhöhte sich unterdessen die Zahl der Toten auf mehr als 360, die Zahl der bestätigten Infektionen in China kletterte sprunghaft um knapp 3000 auf mehr als 17.000 Fälle.

Update, 03.02.2020, 11 Uhr: Mehr Tote in China als bei Sars - Aktienmärkte sacken ab

Jeden Tag meldet China einen Rekordanstieg bei Infektionen mit dem Coronavirus. Die Aktienmärkte in der Volksrepublik sacken zum Wochenbeginn ab. In Deutschland ist der Erreger inzwischen bei zehn Patienten nachgewiesen worden.

In China sind schon jetzt mehr Menschen durch das neuartige Coronavirus ums Leben gekommen als bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Montag den bisher stärksten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. An der Lungenkrankheit starben demnach erneut 57 Menschen. Damit stieg die Gesamtzahl auf 361 Tote - mehr als es 2002/2003 in der Volksrepublik durch das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Sars) gegeben hatte. Weltweit waren damals allerdings 774 Tote zu beklagen gewesen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in China kletterte den Angaben zufolge erneut sprunghaft um 2829 auf 17.205 Fälle. Die Behörden sprachen zudem von mehr als 20.000 Verdachtsfällen.

Die rasante Verbreitung des Virus ließ zum Wochenbeginn Chinas Aktienmärkte um rund neun Prozent absacken. Die Börsen öffneten am Montag erstmals wieder nach den - wegen des massenhaften Ausbruchs der Lungenkrankheit verlängerten - Ferien zum chinesischen Neujahrsfest. Chinas Regierung versuchte das Finanzsystem zu stärken und die Auswirkungen der Epidemie abzufedern - unter anderem mit einer ungewöhnlich hohen Geldspritze von 1,2 Billionen Yuan (rund 156 Milliarden Euro) für Geschäftsbanken, um den chinesischen Geldmarkt und das Bankensystems zu stabilisieren.

Zehn Coronavirus-Fälle in Deutschland

Weltweit sind rund 180 Erkrankungen in zwei Dutzend anderen Ländern bestätigt. Auf den Philippinen starb am Wochenende ein Chinese aus der besonders schwer betroffenen zentralchinesischen Metropole Wuhan - der erste Todesfall außerhalb Chinas. In Deutschland ist das Virus bei zehn Menschen nachgewiesen. Unter ihnen sind zwei am Samstag (1. Februar 2020) mit einer Bundeswehrmaschine aus Wuhan ausgeflogene Deutsche.

Auch immer mehr andere Länder holen ihre Staatsbürger heim. In Frankreich traf am Sonntag (2. Februar 2020) ein zweiter Flieger mit 250 Rückkehrern aus Wuhan ein. Etwa 20 Passagiere zeigten allerdings Symptome einer Infektion, wie Gesundheitsministerin Agnès Buzyn mitteilte. Testergebnisse lagen zunächst nicht vor. Außer eigenen Staatsbürgern hat Frankreich auch Belgier, Niederländer und Dänen ausgeflogen. Alle kamen in Quarantäne in einem Feriendorf bei Marseille. In Frankreich sind bisher sechs Virus-Fälle bestätigt.

Auch Brasilien will jetzt doch Staatsbürger ausfliegen. Verzweifelte Brasilianer, die in Wuhan festsitzen, hatten ein Video auf YouTube veröffentlicht, in dem sie sich direkt an den Präsidenten Jair Bolsonaro wenden. Dieser hatte zuvor rechtliche Hindernisse als Hürde für Hilfsflüge geltend gemacht: Es fehle dem Land an Gesetzen, um Menschen in Quarantäne zu nehmen. Jetzt heißt es, dass Rückkehrer entsprechend internationaler Verfahren behandelt werden sollten.

Den beiden infizierten deutschen Heimkehrern geht es nach Einschätzung der Ärzte gut. "Sie werden gegenwärtig isoliert stationär betreut und sind medizinisch wohlauf", sagte der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Frankfurt, Jürgen Graf. Sie waren mit 122 weiteren Deutschen und deren Angehörigen mit einem Bundeswehrflugzeug aus Wuhan nach Frankfurt am Main ausgeflogen worden.

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten die beiden zunächst keine Symptome gezeigt. So wurden sie nach medizinischen Untersuchungen mit anderen Passagieren zu der Kaserne nach Germersheim gebracht. Da die Erkrankung bis zu zwei Wochen nach der Infektion ausbrechen kann, ist die zweiwöchige Quarantäne nötig.

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, warnte derweil vor Panikmache: "Ich habe vor der Grippe deutlich mehr Angst - aus Sicht der Gesundheitsbehörden - als vor diesem Virus. Nach allem, was wir wissen, ist der Verlauf in Europa sehr mild."

Acht Coronavirus-Infizierte in Bayern

Die anderen acht Infizierten in Deutschland haben sich allesamt hierzulande mit dem Erreger angesteckt. Ihre Fälle stehen im Zusammenhang mit der Firma Webasto in Bayern, die chinesische Mitarbeiter zuu Besuch hatte. Angesteckt haben sich sieben Angestellte des Autozulieferers und das Kind eines Infizierten. Alle acht sind nach Auskunft des bayerischen Gesundheitsministeriums in guter Verfassung. Ein weiterer infizierter Deutscher wurde auf der Kanareninsel La Gomera registriert. Er soll Kontakt zu einem in Deutschland infizierten Patienten gehabt haben.

Mehrere Länder haben Einreiseverbote oder -beschränkungen für Menschen aus China verfügt, nach den USA zuletzt auch Neuseeland, Australien und Israel. China hat seinen Staatsbürgern vergangene Woche von Reisen ins Ausland abgeraten und bekämpft die Ausbreitung im Land mit radikalen Maßnahmen. In der Krisenregion in Zentralchina sind 45 Millionen Menschen in mehreren Städten von der Außenwelt abgeschnitten, indem die Verkehrsverbindungen gekappt wurden.

Auch andere Städte in der Volksrepublik haben Überlandverbindungen mit Bussen ausgesetzt sowie Flüge und Züge reduziert. Die Metropole Wenzhou - mehr als 800 Kilometer östlich von Wuhan - hat praktisch eine Ausgangssperre für die neun Millionen Einwohner verhängt. Jede Familie dürfe lediglich ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen rausgehen könne, teilte die Stadtregierung mit.

Update, 03.02.2020, 10.45 Uhr: Corona-Notklinik mit tausend Betten in Wuhan eröffnet

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern in Wuhan hochgezogen. Das "Huoshenshan" ("Berg des Vulkan-Gottes") genannte Hospital in Schnellbauweise hat rund tausend Betten und wurde am Montag eröffnet. Rund 1400 medizinische Kräfte des Militärs betreiben das Behelfshospital, in dem Lungenkranke zentral in Quarantäne kommen und behandelt werden. An den Unterkünften war seit 23. Januar Tag und Nacht gearbeitet worden.

Ein zweites Hospital mit mehr als tausend weiteren Betten soll am Mittwoch eröffnet werden. Es wird "Leishenshan", "Berg des Feuergottes", genannt. Nach dem chinesischen Volksglauben sollen die Götter des Feuers oder des Vulkans helfen, Krankheiten zu bekämpfen. Die beiden Nothospitäler sollen helfen, den akuten Mangel an Krankenbetten zu beheben.

Update, 03.02.2020, 5.30 Uhr: Wirksame Therapie gegen Coronavirus entdeckt; Zwei Verdachtsfälle in Thüringen in Quarantäne, bis zu 75.000 Fälle in China

Während offizielle Stellen in China von 14.500 Fällen des Coronavirus sprechen, gehen Forscher der Universität Hongkong davon aus, dass bis zu 75.000 Menschen an der gefährlichen Lungenkrankheit in China leiden.

In Deutschland sind insgesamt zehn Fälle der Krankheit bekannt. In Thüringen wurden zwei Studienbewerber aus China unter Quarantäne gestellt. Sie seien mit Erkältungssymptomen in ein Klinikum eingewiesen worden.

In Thailand hat unterdessen ein Forscherteam mit einem Medikamentenmix Erfolge in der Behandlung des Coronavirus erzielt. Grippe- und HIV-Medikamente wurden einer infizierten Person verabreicht. Bereits zwei Tage nach der Einnahme seien keine Anzeichen der Erkrankung mehr festgestellt worden sein.

In Italien haben Forscher nach Medienberichten das Virus isolieren können. Das sei wichtig, um es weiter zu verstehen und zu studieren und es eindämmen zu können, sagte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntag.

Update, 02.02.2020, 19.15 Uhr: Wird der Coronavirus durch Kot übertragen?

Mittlerweile gibt es das erste Opfer des Coronavirus, das sich außerhalb von China aufgehalten hat. Die Sorgen bezüglich des Virus "2019-nCoV" werden immer größer. Die Forschung an der Krankheit laufen auf Hochtouren. Wissenschaftler aus China wollen nun herausgefunden haben, dass der Coronavirus durch Kot übertragen werden kann.

Angaben des "Renmin"-Krankenhauses, das zur "Universität Wuhan" gehört, und des "Virus-Instituts der chinesischen Akademie der Wissenschaften" ist eine Kot-Übertragung eine zweite Möglichkeit neben einer Tröpfcheninfektion. Grund zur Annahme der Forscher sind Stuhlproben und Rektalabstriche, die gezeigt haben, dass einige Patienten Durchfall statt herkömmlichem Fieber bekamen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Weltweit sind mittlerweile mehr als 14.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Update, 02.02.2020, 06.47 Uhr: 44-jähriger Mann stirbt auf Philippinen an Coronavirus

Nun gibt es das erste Todesopfer, das außerhalb Chinas am Coronavirus gestorben ist. Am Sonntag (2. Februar 2020) bestätigte das lokale Gesundheitsministerium, dass ein 44 Jahre alter Mann auf den Philippinen an einer Lungenkrankheit gestorben ist, die durch das Coronavirus ausgelöst worden war.

Bei dem Mann handelt es sich um einen Chinesen aus Wuhan, der mit seiner ebenfalls am Coronavirus erkrankten Partnerin am 21. Januar 2020 auf die Philippinen gereist war. Nach Angaben der "Weltgesundheitsorganisation (WHO)" handelt es sich bei den beiden um die einzigen bestätigten Infektionen auf den Philippinen.

Update, 01.02.2020, 20.00 Uhr: Achter Coronavirus-Infizierter in Bayern

Der achte Coronavirus-Fall in Bayern wurde festgestellt. Das gab das Bayerische Gesundheitsamt am Samstagabend bekannt. Erneut handelt es sich um einen Mitarbeiter des Automobilzulieferers "Webasto". Der Mann ist 33 Jahre alt und aktuell in einem "gesundheitlich stabilen Zustand".

Update, 01.20.2020, 17.30 Uhr: Ausbreitung auf Live-Karte verfolgen

Um die Ausbreitung und das Ausmaß des Coronavirus zu dokumentieren hat die "John Hopkins Universität" aus Baltimore (USA) eine Live-Karte veröffentlicht. Darauf können Nutzer das Virus nachverfolgen. Zudem werden durch die Forscher Daten zur Verfügung gestellt: Live-Zahlen, Statistiken und Diagramme sind hier zu finden.

Update, 01.02.2020, 17.00 Uhr: Flugzeug in Frankfurt gelandet - darunter fränkische Familie

Die aus dem chinesischen Coronavirus-Gebiet ausgeflogenen Deutschen sind mit einiger Verzögerung in Frankfurt gelandet. Die Bundeswehrmaschine mit mehr als 100 Bundes- sowie weiteren Staatsbürgern an Bord setzte am Samstagnachmittag (1. Februar 2020) auf dem Frankfurter Flughafen auf. Gestartet war der Airbus A 310 der Luftwaffe um 02.22 Uhr MEZ (09.22 Uhr Ortszeit) vom Flughafen des schwer von der Lungenkrankheit heimgesuchten Wuhan in Zentralchina, wie das Einsatzführungskommando berichtete.

Der Flieger durfte nicht wie ursprünglich geplant in Moskau zwischenlanden. Stattdessen sei er zur finnischen Hauptstadt Helsinki umgeleitet worden, um zu tanken und die Crew auszutauschen, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Bonn. "Wir haben die Überfluggenehmigung gehabt, und auch die Landegenehmigung war in Aussicht gestellt. Das hat sich jetzt anders entwickelt", ergänzte sie. "Was jetzt neben der offiziellen Erklärung von mangelnden Kapazitäten am Flughafen in Moskau die Gründe sind, das werden wir sicherlich in der nächsten Woche gemeinsam dann noch mit dem Auswärtigen Amt besprechen."

Nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen sollten die Passagiere der Bundeswehrmaschine zunächst noch im Flieger von Medizinern begutachtet und befragt werden, danach auch in einem sogenannten "Medical Assessment Center" - eine umgewidmete Sporthalle. Sollte dabei jemand Symptome zeigen, werde er in die Frankfurter Universitätsklinik in eine Isolierstation gebracht, hieß es vom "Frankfurter Gesundheitsamt". Danach sollen die gesunden Rückkehrer zu einem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Germersheim gebracht werden, wo sie für zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen.

Nach Angaben der Behörden sind weder Erkrankte noch Verdachtsfälle an Bord. Nur wer gesund war, durfte mitfliegen. Die Rückreise war freiwillig. Unter den Betroffenen herrschte vor dem Abflug in Wuhan Erleichterung: "Glücklich am Gate zu sein", berichtete eine Frau, die nicht genannt werden wollte, der dpa kurz vor dem Start. Die Gruppe hatte sich schon am Vorabend am Flughafen versammelt und dort auch die Nacht verbracht. "War bis hier doch alles schon ganz schön anstrengend." Informationen der Main Post zufolge, war eine fränkische Familie unter den Reisenden an Bord und wird nun in einer Bundeswehrkaserne für 14 Tage untergebracht.

Die Epidemie mit dem neuartigen Coronavirus in China erlebte am Samstag den bisher höchsten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. Die Gesundheitskommission in Peking meldete einen Zuwachs um fast 2000 auf 11 791 Erkrankte. Die Zahl der Todesfälle kletterte um 46 auf 259. In Deutschland liegt die Zahl bei sieben. Alle deutschen Fälle stehen im Zusammenhang mit dem bayerischen Automobilzulieferer "Webasto". Außerhalb Chinas sind in zwei Dutzend Ländern rund 150 Infektionen gezählt.

Update, 01.02.2020, 12:30 Uhr: Rückkehrer dürfen nicht in Russland zwischenlanden

Das Flugzeug der Bundeswehr mit Rückkehrern aus China an Bord darf nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" nicht wie eigentlich geplant in Moskau zwischenlanden. Ursprünglich sollte die Bundeswehrmaschine auf dem Weg nach Frankfurt/Main in Moskau aufgetankt werden, auch das Flugpersonal sollte wechseln. "Russland hat uns zwar den Überflug genehmigt. Aber eine Landung an den Moskauer Flughäfen wurde mit Verweis auf mangelnde Kapazitäten am Boden verweigert", bestätigte Oberst Daniel Draken, Kommandeur der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums, der "BamS".

Nun werde der Luftwaffen-Airbus auf einer Ausweichroute über die finnische Hauptstadt Helsinki geleitet, schreibt die Zeitung weiter.

Update, 01.02.2020, 11.00 Uhr: Zustand der Corona-Infizierten ist stabil

Die bisher sieben infizierten Corona-Patienten in Bayern befinden sich in einem stabilen gesundheitlichen Zustand. Dies teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag in München mit.

Der neueste Fall mit dem Nachweis des Coronavirus zeige aktuell nur leichte Symptome, sagte Chefarzt Prof. Clemens Wendtner am Samstag. Auch die anderen mit dem Virus infizierten Patienten sind weitestgehend symptomfrei, so der Chefarzt. Alle Patienten bleiben allerdings weiterhin zur klinischen Beobachtung in der Klinik.

Update, 01.02.2020, 7.30 Uhr: Rückholflug der Bundeswehr in Wuhan gestartet

Ein Flugzeug der Bundeswehr mit mehr als 120 Deutschen und anderen Staatsbürgern an Bord ist im chinesischen Wuhan zum Rückflug nach Deutschland gestartet. Das Einsatzführungskommando berichtete den Start über Twitter.

Der Airbus wird heute Mittag in Deutschland erwartet. Unter den Betroffenen herrschte Erleichterung: "Glücklich am Gate zu sein", berichtete eine Frau kurz vor dem Start. Nach ihren Angaben wurden 126 Personen aus Wuhan gezählt. Auch die USA, Japan und andere Länder haben bereits Staatsbürger aus der Metropole geholt oder planen Rückholaktionen.

Update, 31.01.2020, 20.35 Uhr: Siebter Corona-Infizierter in Bayern

Am Freitagabend teilt das bayerische Gesundheitsministerium mit, dass inzwischen ein weiterer Mensch nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist. Damit ist die Zahl der Infizierten in Bayern auf sieben angestiegen. Bei dem neuen Betroffenen der Lungenkrankheit handelt es sich um einen Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Auch er arbeitet bei dem Autozulieferer Webasto, wie die fünf ersten bekanntgewordenen Fälle.

Update, 31.01.2020, 14.15 Uhr: Kind in Bayern mit Coronavirus infiziert

Sechster Coronavirus-Fall in Bayern: Das Kind eines infizierten Mannes aus dem Kreis Traunstein hat sich mit dem Virus angesteckt. Das gab das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagmittag (31. Januar 2020) bekannt.

Update, 31.01.2020, 11.00 Uhr: Das sind die Symptome des Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Nach den ersten Fällen aus Bayern fragen sich viele Menschen, wie sie sich schützen können. Hier erklären wir alles zu Symptomen, Schutz und Gefahren des Coronavirus.

Update, 31.01.2020, 10.20 Uhr: Deutsche Luftwaffe schickt Evakuierungsflugzeug nach China

Die Luftwaffe will noch am Freitag (31. Januar 2020) ein Flugzeug nach China schicken, um Deutsche aus der Coronavirus-Krisenregion zu holen. Die chinesische Provinz Hubei ist besonders betroffen.

Angaben der dpa zufolge, soll das Flugzeug noch am Vormittag in Köln-Wahn (NRW) um 10 Uhr gestartet sein. Die Teilnahme am Flug ist demnach freiwillig. Mitfliegen darf nur, wer symptomfrei ist. Schätzungen zufolge soll es sich um 90 Bundesbürger handeln, die sich aktuell in China aufhalten.

Update, 31.01.2020, 09.20 Uhr: Ärztekammer sieht Krankenhäuser nicht gut vorbereitet

Krankenhäuser in Deutschland sind nicht ausreichend auf den Coronavirus vorbereitet. Dieser Meinung ist Susanne Johna, Pandemiebeauftragte der "Bundesärztekammer". Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung äußerte die Expertin Bedenken zur aktuellen Lage in den Kliniken.

Optimal für Infizierte seien Einzelzimmer mit Vorschleusen. Von denen gebe es jedoch zu wenige. Grund dafür, seien Kosteneinsparungen in den Krankenhäusern. Zudem fehlen "Einzelboxen" auf den Intensivstationen, die ebenfalls die Übertragungsgefahr minimieren würden, sagte Johna.

Johna sprach sich dennoch gegen Panikmache rund um das Coronavirus aus. Die Gefahr, die von der aktuellen Grippewelle ausgehe, sei deutlich höher. Das sagte auch ein fränkischer Gesundheitsexperte.

Update 31.01.2020, 08.29 Uhr: Uni Bayreuth verzichtet auf Dienstreisen

Wegen des Coronavirus verzichtet die Universität Bayreuth bis auf Weiteres auf Dienstreisen nach China. Auch die Hygienemaßnahmen wurden erweitert, berichtet der Bayerische Rundfunk. Aktuell seien rund 500 Studierende aus China an der Uni eingeschrieben. Die Hochschulleitung habe den Betroffenen von Reisen in die Heimat abgeraten, hieß es in dem BR-Bericht. Für Studierende, die von einem bereits versprochenen Austauschplatz zurücktreten müssen, will sich die Hochschule um Ersatz kümmern.

Ebenso werden an der Universität Bayreuth die Hygienemaßnahmen verstärk. So sollen etwa auf Toiletten zusätzliche Mittel zur Desinfektion bereitgestellt werden. Dies geschehe aber auch, um die aufkommende Grippewelle besser abwehren zu können.

Update, 31.01.2020, 6.27 Uhr: Coronavirus: Mehr Infizierte als bei SARS-Pandemie

Die Auswirkungen durch das Coronavirus sind mittlerweile schwerwiegender als bei der SARS-Pandemie. Das geht aus Statistiken der WHO hervor. Vor 17 Jahren wurde der SARS-Erreger bei 8096 Menschen nachgewiesen, beim Coronavirus sind es bereits nahezu 10.000 Infizierte. Bis Donnerstag (30. Januar 2020) verstarben 170 Menschen an den Folgen des Coronavirus.

Update, 30.01.2020, 22.15 Uhr: Fünfter Infizierter in Bayern

Erneut hat es eine Coronavirusinfektion in Bayern gegeben. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der Firma "Webasto" aus dem Kreis Starnberg. Alle vier andere Infizierten stammen ebenfalls aus dieser Firma. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (30. Januar 2020) mit.

Update, 30.01.2020, 20.45 Uhr: WHO ruft weltweite Notlage aus

  • Experten der "WHO" haben die Ausbreitung des Coronavirus zu einer "Notlage von internationaler Tragweite" erklärt.
  • Mehr als 8100 Menschen sind mittlerweile erkrankt.

170 Menschen sind bisher gestorben. Genug für die Weltgesundheitsorganisation "WHO" eine weltweite Notlage auszurufen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Dieser drastische Schritt dürfte in erster Linie dazu dienen, die internationale Politik dazu aufzufordern, gemeinsam und koordiniert zu handeln. Zwar sei die Zahl der Betroffenen durch den Coronavirus außerhalb Chinas bisher relativ gering, jedoch sei unklar, welch Schaden das Virus in einem Land mit schwachem Gesundheitssystem und schwacher Infrastruktur anrichten könne, sagte "WHO"-Direkt Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend (30. Januar 2020).

Update, 30.01.2020, 20.30 Uhr: Erste Coronavirus-Übertragung von Mensch zu Mensch

In den USA ist die erste Übertragung des neuen Coronavirus von Mensch zu Mensch nachgewiesen worden. Dabei handele es sich um den Ehemann einer Frau, bei der nach einer Reise nach Wuhan vor rund zehn Tagen das Virus nachgewiesen wurde, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit. Der Mann sei um die 60 Jahre alt und in stabilem Zustand. Die Frau befinde sich isoliert in einem Krankenhaus und sei in gutem Zustand. Außer den beiden gibt es in den USA bislang vier bestätigte Fälle von Menschen mit Coronavirus, alle von ihnen hatten das Virus aus Wuhan mitgebracht.

Update, 30.01.2020, 20.00 Uhr: Sechste Infektion in Frankreich -Arzt betroffen

In Frankreich ist eine sechste Infektion mit dem neuen Coronavirus bestätigt worden. Es handele sich dabei um einen Arzt in Frankreich, der mit einem Menschen in Kontakt war, dessen Erkrankung später in Asien festgestellt worden sei, teilten Frankreichs Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend mit. Der Arzt sei nun schnell isoliert worden. Der Gesundheitsdirektor Jerome Salomon lobte die Kommunikation mit den asiatischen Behörden - diese hätten Frankreich über den Fall in Asien informiert. "Man ruft sich gegenseitig an, um Fälle zu melden", sagte er.

In Frankreich waren zuvor fünf Fälle bekannt, alle Patienten waren zuvor selbst in China und befinden sich weiterhin im Krankenhaus. Ein rund 80-jähriger Tourist aus China ist in einem ernsten Zustand, auch hatte sich der Zustand eines etwa 30-Jährigen verschlechtert. Frankreich hatte ein erstes Flugzeug nach China geschickt, das Franzosen aus dem Land holen soll. Sie sollen am Freitagmorgen ankommen und in der Nähe von Marseille isoliert werden, hieß es weiter.

Das neuartige Coronavirus kann eine Lungenkrankheit auslösen. Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist inzwischen auf mehr als 8100 gestiegen. Durch das neue Virus, das mit dem Sars-Erreger verwandt ist, sind bisher mindestens 170 Menschen ums Leben gekommen.

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