• Corona-Symptome: Mediziner Matthias Schmuth kritisiert Studie aus Spanien
  • Muster der Hauterkrankungen zu stark vereinfacht
  • Warnzeichen für eine Corona-Infektion: Nesselausschlag

Zu Beginn der Corona-Pandemie veröffentlichten spanische Dermatologen eine Studie mit 375 Teilnehmern aus ganz Spanien, die alle entweder eine wahrscheinliche oder bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 hinter sich hatten. Dabei konnten anhand der Analyse von Fotos und ärztlichen Befunden klinische Muster von Hauterkrankungen entdeckt werden - besonders an den Füßen. Der Direktor der Universitäts-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der medizinischen Universität Innsbruck Matthias Schmuth kritisiert jedoch in einer Mitteilung vom Frühjahr 2021, dass die Muster der Hauterkrankungen zu stark vereinfacht wurden. "Eine Covid-19-Infektion kann einerseits Hautausschläge am ganzen Körper verursachen, und andererseits zu Zeichen von Blutungen beziehungsweise Thromboseereignissen der Haut führen", so Schmuth. Ein  frühes Warnzeichen für eine Corona-Infektion könne laut dem Experten ein sogenannter Nesselschausschlag sein. 

Umstrittenes Phänomen: "Covid-Zehen"

Die sogenannten "Covid-Zehen", eine rot-violette Verfärbung der Zehen, bezeichnet der Mediziner als ein umstrittenes Phänomen. "Eine Hypothese ist, dass insbesondere junge Menschen, die eine SARS-CoV-2 Infektion ohne Symptome durchmachen, die 'Covid-Zehen' im Rahmen einer effizienten Reaktion des angeborenen Immunsystems gegen das Virus entwickeln", erklärt Schmuth. Aktuell würden diese Fälle gesammelt und gemeinsam mit anderen Zentren im Rahmen einer Studie untersucht werden.

"Wichtig ist, dass wir nicht - wie man das in der Anfangsphase der Pandemie gesehen hat - vorschnelle Rückschlüsse ziehen, sondern mit Hilfe sorgfältiger, wissenschaftlicher Arbeit Antworten finden", betont Schmuth. 

Die spanische Studie nannte folgende Symptome der Haut als Anzeichen für Covid-19:

1. Muster: Pseudo-Frostbeulen

Rötliche bis violette Schwellungen zeigten sich damals bei 19 Prozent der Patienten. Die teilweise mit Pusteln und Bläschen aufgetretenen Hautveränderungen glichen optisch Frostbeulen, weshalb sie von den Medizinern als "Pseudo-Frostbeulen" bezeichnet wurden. Unter US-amerikanischen Dermatologen wurde deshalb die Aufnahme von "Corona-Zehen" in die Liste der Corona-Symptome diskutiert.

2. Muster: Bläschenartige Ausbrüche

Andere bläschenartige Veränderungen zeigten sich bei neun Prozent der Untersuchten, die dies als mittelschweren Krankheitsverlauf wahrnahmen. Diese traten meist im Anfangsstadium einer Covid-19-Erkrankung auf und betrafen vor allem Menschen mittleren Alters. Interessant: Bei 15 Prozent dieser Fälle traten die juckenden Hautirritationen bereits vor anderen Symptomen auf. Die kleinen Bläschen ähneln Windpocken. Sie sind meist mit Blut gefüllt, vergrößerten sich und  breiteten sich aus. Sie traten hauptsächlich am Rumpf und an den Gliedmaßen auf. Die nachfolgenden Auffälligkeiten wurden allesamt zusammen mit anderen typischen Corona-Symptomen wie Husten oder Fieber festgestellt.

3. Muster: Quaddeln

Quaddeln, also rote, juckende und leicht erhobene Stellen auf der Haut, traten bei 19 Prozent der Patienten auf. Diese sogenannten urtikarielle Läsionen machten sich überwiegend am Rumpf, aber auch an den Handinnenflächen bemerkbar.

4. Muster: Schuppen und Rötungen

Ähnlich wie Quaddeln zeichnen sich Schuppen und Rötungen durch Juckreiz aus. Bei den Patienten konnten unterschiedlich ausgeprägte Schuppungen und punktförmige oder großflächige Rötungen auf der Haut beobachtet werden. 

5. Muster: Nekrose

Das Symptom einer Nekrose wurde von den Medizinern mit einem sehr schweren Krankheitsverlauf assoziiert. Sechs Prozent der Teilnehmer an der spanischen Studie hatten demnach mit unterschiedlich schweren Hautproblemen zu kämpfen, die durch mangelnde Blutversorgung hervorgerufen wurden. Besonders in den Bereichen des Rumpfes, der Fingern und Zehen, sowie um Nase, Mund und Ohr konnten solche Veränderungen - zumeist bei älteren Patienten - festgestellt werden.

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