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Sars-CoV-2

Coronavirus-Infektion: Fränkisch am "gesündesten" - was steckt dahinter?

Bei der Coronavirus-Ausbreitung kann auch der Dialekt eine Rolle spielen. Das bestätigt ein Sprachwissenschaftler und verweist auf Tröpfcheninfektionen als Übertragungsweg. Der fränkische Dialekt ist am "gesündesten".
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Oberfränkisch
Tröpfcheninfektionen sind der Hauptübertragungsweg des Coronavirus "Sars-CoV-2". Symbolfoto: Stephan Jansen/dpa

Durch die Mundschutz-Pflicht in Bayern werden Tröpfcheninfektionen als Hauptübertragungsweg des Coronavirus weitestgehend eingedämmt. Die Ansteckungsgefahr mit "Sars-CoV-2" wird auf diese Weise auf ein Minimum gesenkt. In Situationen, in denen allerdings keine Schutzmaske getragen werden muss, spielt es eine Rolle, welcher Dialekt gesprochen wird.

Da regionale Dialekte eine mehr oder minder feuchte Aussprache mit sich bringen, verbreiten sich sogenannte "Aerosole" in der Luft. Dabei handelt es um circa 0,1 Mikrometer große Partikel. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar sind zwischen zehn und 100 Mikrometer dick. Laut Angaben des  "Paul-Scherrer-Instituts" werden "Aerosole" wissenschaftlich als "Dispersion von flüssigen oder festen Teilchen in einem Gas, üblicherweise Luft" definiert. Das "Robert-Koch-Institut" geht davon aus, dass die Partikel im "gesellschaftlichen Umgang übertragen werden können". 

Corona-Übertragung durch Dialekt-Sprache: Forscher mit Vorschlag an Söder 

Geht es nach der Feuchtigkeit der Aussprache und der Verbreitung von "Aerosolen", ist "Fränkisch" der "gesündeste" der bayerischen Dialekte. Das sagt Sprachwissenschaftler Werner König und betont: "Es gibt Dialekte, bei denen viele Tröpfchen entstehen", so König zu inFranken.de. Er begründet diese Aussage mit der vergleichsweise weichen Aussprache des fränkischen Dialektes. Innerhalb Frankens gebe es keine Unterscheidung zwischen ober-, unter- oder mittelfränkisch: "Die Wissenschaft denkt nicht in Regierungsbezirken", betont er.

Am meisten Potenzial, Tröpfchen in die Luft abzugeben, besitzen sogenannte "Reibelaute". Bei der Artikulation wird eine Engstelle gebildet, die ausströmende Luft aufwirbelt. Das sind beispielsweise deutsche Laute, die als "f" oder "s" geschrieben werden. Wird ein Dialekt relativ hart ausgesprochen, werden mehr "Aerosole" ausgestoßen, als im Fränkischen. So zum Beispiel bei südbayerischen Dialekten, die sprachlich nah am Tirolischen gelagert sind. Als Beispiel nennt König, welcher beispielsweise in Garmisch gesprochen wird. 

Neben "Reibelauten" betont der Sprachwissenschaftler, dass auch "Affrikate" und "Explosivlaute" eine entscheidende Rolle spielen. Als Beispiele für "Explosivlaute" führt er Laute, wie "p", "t" oder "k" auf. "Die sprechen die Franken weicher aus", sagt König gegenüber inFranken.de. Als "Explosivlaute" werden Konsonanten bezeichnet, bei deren Artikulation der Atemluftstrom kurzzeitig blockiert wird. Bei dessen Wiederöffnung kommt es zu einer "Explosion", die "Aerosole" freisetzen kann. 

Coronavirus-Übertragung: Fränkisch sprechen ist "gesünder"

Zum Hintergrund seiner Dialekt-Überlegungen erklärt der bereits emeritierte Professor, der an der "Universität Augsburg" gelehrt hat, dass das aus einem "Jux heraus entstanden" sei. Anhand seiner Überlegungen zur Übertragung des Coronavirus schlägt König Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einem Schmunzeln vor: "Es darf nur noch Fränkisch gesprochen werden. Das ist gesünder." Den gebürtigen Franken Söder dürfte das freuen, er stammt aus Nürnberg.