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Das Coronavirus "Sars-CoV-2" hält die Welt nach wie vor in Atem. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de. Sie wollen einen Mundschutz online bestellen? Hier gibt es günstige Corona-Masken.

Update vom 18.09.2020, 8 Uhr: RKI meldet neuen Höchstwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270 070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten rund 239 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,21 (Vortag: 1,15). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Symbolfoto: RAEng_Publications/Pixabay

Update vom 18.09.2020, 10.30 Uhr: Virologe Drosten: Corona-Lage könnte sich auch in Deutschland zuspitzen

Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité und gefragter Experte in der Corona-Pandemie, hat angesichts verschärfter Corona-Lagen in europäischen Nachbarländern vor einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland gewarnt. Angesichts der aktuell in Deutschland gemeldeten Neu-Infektionen müsse man sich klarmachen, "dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherkommen hinter Spanien, Frankreich und England", so der Virologe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur

Drosten betonte zudem, "dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders."

Drosten warnt vor verzögerter Corona-Welle in Deutschland

Es gebe zwar ein paar Details, die in Deutschland anders als im Süden Europas seien. Beispielsweise seien deutsche Haushalte häufig kleiner und es gebe mehr Einpersonenhaushalte, so Drosten. Es gebe weniger Mehrgenerationenhaushalte, in denen das Coronavirus über Altersgrenzen hinweg sehr leicht verbreitet werde, führte er aus. "Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Bezüglich derzeiger Cor

ona-Tests sagte er: "Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können." Diese sei aktuell zwar extrem groß - allerdings erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer auf "Sars-CoV-2" zu testen. Die Testrate, die es davor in Deutschland gegeben habe und die es Drosten zufolge auch bald wieder geben wird, unterscheide sich nicht gravierend so den Raten europäischer Nachbarländer. 

Update vom 17.09.2020, 14.05 Uhr: Corona-Ausbruch nach Hochzeit in Bayern - Großmutter der Braut zu spät getestet?

Nach einer Corona-Testpanne in einem bayerischen Krankenhaus sind offenbar mehr als 30 Menschen an Covid-19 erkrankt. Etwa 25 der Infizierten hatten laut einem Bericht der Deutschen-Presse-Agentur zuvor an einer Hochzeitsfeier in Niederbayern teilgenommen. Nach der Hochzeit wurden laut Landratsamt Passau dann acht weitere Personen positiv getestet, die Kontakt zu Hochzeitsgästen hatten. Derzeit würden zwei Covid-19-Patienten stationär behandelt. 

Dem Ganzen vorausgegangen ist anscheinend eine Corona-Panne im Vilshofener Krankenhaus: Obwohl zwei Patienten Corona-Symptome aufwiesen, waren sie in Mehrbettzimmern und nicht auf der Corona-Verdachtsstation untergebracht worden. Erst nachdem Tests eine Infektion nachgewiesen hatten, wurden beide Patienten schließlich isoliert. 

Bei einem der zwei Patienten handelt es sich dem Brautvater zufolge um die Oma der Braut. Der Brautvater sagte der Passauer Neuen Presse, die Großmutter der Braut sei am Freitag, dem 4. September, mit Symptomen in das Krankenhaus gekommen. Ein Corona-Test sei jedoch erst am 8. September erfolgt. Das positive Ergebnis habe schließlich am 9. September vorgelegen. „Dazwischen hat meine Tochter aber am Sonntag mit 100 Leuten Hochzeit gefeiert. Hätten wir von der Covid-Erkrankung gewusst, hätten wir die Feier abgeblasen.“

Update vom 17.09.2020, 10.15 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht höchsten Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen (17. September 2020) meldete.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Update vom 17.09.2020, 07.25 Uhr: Zahl der Neuinfektionen steigt auf 2194

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 265.857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Reproduktionszahl R

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Sieben-Tage-R

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,06 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.
Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Update vom 16.09.2020, 11.30 Uhr: Bundesweite Fan-Rückkehr in Fußballstadien beschlossen - Auslastung von maximal 20 Prozent

Die flächendeckende Fan-Rückkehr in Stadien und Hallen hat im Profisport für Erleichterung und Freude gesorgt. Wochenlang war kontrovers über eine bundeseinheitliche Lösung diskutiert worden, ehe nun ein Kompromiss gefunden wurde. Lob gab es vom DFB-Präsidenten Fritz Keller ebenso wie von Vertretern verschiedener Profiligen.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag (15. September 2020) auf eine sechswöchige Testphase mit einer Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität geeinigt. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden. Diese Regelung gilt neben dem Fußball auch für die anderen großen Teamsportarten Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey, die in den kommenden Wochen ebenfalls wieder den Spielbetrieb aufnehmen.

Komplett einheitlich ist die Regelung indes nicht. Kurz nach der Einigung verkündete Schleswig-Holstein, an seiner erlaubten Quote von 25 Prozent festzuhalten. Im nördlichsten Bundesland gibt es zwar keinen Fußball-Erstligisten, aber Handball-Bundesligisten. Die Teilzulassung von Zuschauern ist für den gesamten Profisport vor allem wirtschaftlich wichtig. Ob alle Fußball-Bundesligisten die Freigabe zum Wochenende umsetzen, wird sich kurzfristig zeigen. Vier Clubs hatten bereits von den zuständigen Gesundheitsämtern grünes Licht für einen Saisonstart vor Zuschauern erhalten.

Für die Partien Werder Bremen gegen Hertha BSC und RB Leipzig gegen FSV Mainz 05 wurden jeweils 8500 Besucher zugelassen - in beiden Fällen entspricht das rund 20 Prozent des Stadion-Fassungsvermögens. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben in jedem Fall das letzte Wort bei der Teilzulassung von Zuschauern.

1901 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen (16. September 20209  1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 263.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,00 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update vom 15.09.2020, 16.25 Uhr: Impfstoff für breite Masse wohl erst Mitte nächsten Jahres

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) geht weiterhin davon aus, dass es erst im kommenden Jahr einen Corona-Impfstoff für große Teile der Bevölkerung geben wird. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte sie am Dienstag (15. September 2020) in Berlin. «Von dieser Linie werden wir in Deutschland und Europa nicht abweichen.» Nach wie vor müsse man sich darauf einstellen, dass es erst Mitte nächsten Jahres einen Impfstoff für breite Teile der Bevölkerung geben werde.

Neben dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac soll die Mainzer Firma Biontech Forschungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe für die Corona-Impfstoffentwicklung erhalten, wie Karliczek am Dienstag mitteilte. Davon sollen 252 Millionen Euro an Curevac gehen. Das war bereits Anfang September bekanntgeworden. Daneben soll Biontech 375 Millionen erhalten. Mit beiden Unternehmen seien die Verhandlungen über die Förderung nun abgeschlossen, sagte Karliczek.

Für die beschleunigte Erforschung von Corona-Impfstoffen hatte das Bundesforschungsministerium ein Sonderprogramm mit einem Fördertopf von 750 Millionen Euro gestartet. Das dritte Unternehmen, das mit diesem Programm gefördert werden soll, ist nach Karliczeks Angaben die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau. Dort seien die Fördergespräche noch nicht ganz abgeschlossen.

Laut Weltgesundheitsorganisation wird weltweit in rund 170 Projekten nach einem Impfstoff gesucht. Bei 26 Projekten laufen demnach bereits Testimpfungen. In Russland wurde schon im August bereits vor Abschluss wichtiger Tests der erste Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - was international kritisiert wurde

Update vom 15.09.2020, 11.00 Uhr: Söder zu Garmisch-Superspreaderin: "Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben"

Mit Erkältungssymptom auf Kneipentour durch Garmisch-Partenkirchen: Der Fall einer corona-infizierten Frau hat die Justiz auf den Plan gerufen. Ministerpräsident Söder fordert Konsequenzen. Nach einem schweren Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen eine Frau, die trotz Quarantäne unterwegs war und mutmaßlich zur «Superspreaderin» wurde. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, teilte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer mit. «Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften.» Zuerst hatte der «Münchner Merkur» berichtet.

Die 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitszeichen durch Kneipen gezogen sein und könnte dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte Konsequenzen für sie. «Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall für Unvernunft», sagte Söder in München. Der Fall sei Beispiel dafür, wie schnell sich Infektionen verbreiten könnten. «Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben.» Es sei deshalb sinnvoll, mit «hohen Bußgeldern» zu agieren.

Die 26-Jährige hatte nach Angaben des Landratsamts auf der Kneipentour bereits Krankheitssymptome. Sie hatte einen Corona-Test gemacht und eigentlich die Auflage, bis zum Ergebnis in Quarantäne zu bleiben. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden. Söder erklärte jedoch, dass geprüft werden müsse, inwiefern dies auch für die US-Amerikanerin gelte. Die Anklagebehörde geht bei ihren Ermittlungen zunächst davon aus, dass die deutsche Justiz zuständig ist. «Es ist, soweit ich das im Moment sehe, auch seitens der amerikanischen Behörden unstrittig, dass die deutsche Justiz zuständig ist», sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem Bayerischen Rundfunk.

Seit Freitag hatten sich bis Montag etwa 1000 Menschen in Garmisch-Partenkirchen auf das Virus testen lassen, die Ergebnisse werden für Dienstagnachmittag (15. September 2020) erwartet. Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Soldaten und deren Familien. Die Ferienunterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner Homepage mitteilte. Dem Landratsamt zufolge wurden in dem Hotel 24 Menschen positiv getestet. Unklar ist jedoch, ob die Frau sie angesteckt hat - oder ob jemand anders der erste Fall war. Die 26-Jährige war nach Angaben der Behörde aus einem Urlaub in Griechenland zurückgekehrt. Ob sie sich auf der Reise angesteckt hat oder in Garmisch, war ebenfalls unklar. Als Superspreader (deutsch: Superverbreiter) gilt bei einer Epidemie, wer eine ungewöhnlich hohe Zahl von anderen Menschen ansteckt.

In den vergangenen sieben Tagen gab es nach Angaben der Behörden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 49 neue Corona-Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner lag bei 55,39 und damit über dem kritischen Wert von 50. Bei diesem Wert müssen nach Vereinbarung von Bund und Ländern Maßnahmen umgesetzt werden. Dem Landratsamt zufolge gibt es im Landkreis derzeit 56 Infizierte. Eingeschlossen seien auch Menschen, die nicht im Landkreis wohnen, sich derzeit aber dort aufhalten.

Bereits am Freitag hatte das Landratsamt für die rund 26 000 Einwohner zählenden Marktgemeinde Beschränkungen für das öffentliche Leben verhängt. Alle Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. «Wir versuchen das Nachtleben einzudämmen, die normale Gastronomie aber nicht zu blockieren», sagte ein Sprecher. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

1407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen (15. September 2020) 1407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montagabend bei 1,18 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update vom 14.09.2020, 13.45 Uhr: Söder warnt vor "explodierender Lage"

Bei einer Pressekonferenz in München hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von einer schwierigen Lage in Europa gesprochen. "Die Situatiion um uns herum explodiert", sagte der CSU-Politiker am Montag. In Österreich berichte Kanzler Kurz von einer zweiten Welle, so Söder. Und in Frankreich "wächst die Krankheitswelle gerade wieder in die Krankenhäuser" und zeige, dass Corona gefährlich bleibt. Auch die Höchstmeldung der WHO an Neuinfektionen mit Corona unterstreiche dies, so Söder.

Söder warnt alle, die davon ausgehen, von diesen Entwicklungen verschont zu bleiben. "Dieser Hoffnung würde ich mich nicht hingeben", meint Söder zu Beginn der Pressekonferenz. Das zeige auch die aktuelle Entwicklung in Garmisch-Partenkirchen. Dort hatte mutmaßlich eine 26 Jahre alte Frau, die mit dem Virus infiziert ist, bei einer Kneipen-Tour viele Menschen angesteckt. Rund 700 Menschen wurden bereits getestet. Für Söder ist das ein "Musterfall von Unvernunft."

Update vom 14.09.2020, 08.00 Uhr: Corona-Pandemie bedroht Handwerk

Die Geschäfte im Handwerk liefen bis zum Beginn der Corona-Krise gut. Erstmals seit vielen Jahren aber rechnet der Branchenverband in diesem Jahr insgesamt mit einem Umsatzrückgang. Ein großes Problem ist das Eigenkapital. 

 Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die seit Pandemiebeginn bei fast der Hälfte der Betriebe deutlich verschlechterte Eigenkapitalsituation ist ein Warnzeichen. Dieses Alarmzeichen sollten alle sehr ernst nehmen und wirklich alles tun, um einen erneuten Lockdown zu vermeiden." In einer neuen Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks gaben 42 Prozent der Betriebe an, dass sich ihr Eigenkapital seit Beginn der Pandemie verringert habe. Dies treffe überdurchschnittlich für Betriebe im persönlichen Dienstleistungsbereich wie etwa Friseure zu oder beim gewerblichen Bedarf - wie im Messebau oder im Catering- und Café-Bereich.

Forderung des ZDH: Auch kleine Firmen sollen unterstützt werden

Laut Umfrage erwarten überdurchschnittlich häufig Soloselbständige und Kleinstunternehmen, dass sich ihre finanziellen Engpässe vergrößern werden. Die Ursache dafür ist laut ZDH, dass oft kein Eigenkapital aufgebaut wird, auf das in Krisenzeiten zurückgegriffen werden kann. Zugleich seien private Reserven seit Beginn der Corona-Pandemie zwischenzeitlich aufgezehrt. Hinzu komme, dass Unternehmen dieser Größe von einigen Hilfsmaßnahmen wie Schnellkrediten über die Staatsbank KfW rechtlich ausgeschlossen seien.

"Den großen Unternehmen wie Lufthansa oder Tui wurde über Staatsbeteiligungen geholfen. Da sollte man doch wohl auch für die kleinen und mittleren Unternehmen Beteiligungsformen finden, mit denen sich das Eigenkapital wieder erhöhen lässt", so Wollseifer. 80 Prozent der Firmen sehen laut Umfrage allerdings aktuell keine Gefahr der bilanziellen Überschuldung. Weiter heißt es aber, zu erwarten sei, dass diese Gefahr zeitverlagert ab dem vierten Quartal zunehmen könne.

Update vom 13.09.2020, 19.50 Uhr: Mit Corona-Symptomen in Mehrbettzimmern im Krankenhaus

Obwohl zwei Patienten Corona-Symptome hatten, sind sie im Krankenhaus Vilshofen in Niederbayern in Mehrbettzimmern untergebracht worden. Erst nachdem Tests eine Infektion nachgewiesen hatten, habe man beide Patienten isoliert, hieß es in einer Mitteilung des Krankenhauses am Sonntag. Infiziert habe sich bisher aber niemand. 

Die Patienten wurden vergangene Woche trotz der verdächtigen Symptome nicht auf der Corona-Verdachtsstation untergebracht. Tests habe man ebenfalls nicht zeitnah durchgeführt.

Wie es zu dem Vorfall kam, werde noch untersucht. "Unser bis dato sehr effizientes Hygienekonzept wurde in diesen Fällen von einzelnen Beschäftigten offenbar nicht umgesetzt", teilten die Verantwortlichen des Krankenhauses mit. Man bedauere den Vorfall. Josef Mader, der Geschäftsführer der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen, teilte weiter mit, dass das Krankenhaus Sofortmaßnahmen ergriffen habe. Den Angaben nach wurde das Krankenhauspersonal sofort getestet, bisher habe sich niemand infiziert. Das Gesundheitsamt soll weitere Kontaktpersonen ermitteln und klären, ob es Ansteckungen gab.

Update vom 13.09.2020, 09.30 Uhr: Virologe Hendrik Streeck will Strategiewechsel

Der Virologe Hendrik Streeck regt eine Debatte über Umfang und Dauer der staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie an. «Ich plädiere für einen Strategiewechsel», sagte der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn der «Welt am Sonntag». «Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken», sagte er. Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa signifikant an. «Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen.»

Der Wissenschaftler ergänzte, gesellschaftlich betrachtet seien Infektionen mit keinen Symptomen nicht zwangsweise schlimm. «Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind - zumindest für einen kurzen Zeitraum - immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen.» Streeck sagte, man könne «das Leben ja nicht pausieren lassen».

Update vom 12.09.2020, 16.16 Uhr: Corona-Zahlen in Österreich schnellen wieder nach oben

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs, stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Samstag lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 von ihnen auf der Intensivstation.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte am Samstag, die Zahlen seien nicht mit denen vom Frühjahr vergleichbar, da mehr getestet werde als je zuvor (zuletzt fast 15.000 Tests in 24 Stunden). Die Entwicklung sei trotzdem besorgniserregend; Experten sollen kommende Woche neue Empfehlungen erarbeiten.

Insgesamt gelten nun landesweit über 5300 Menschen als erkrankt, mehr als 3000 davon in der Hauptstadt Wien. Dort wird ebenfalls betont, dass die Werte mit März schwer vergleichbar seien. Anders als damals würden durch systematisches Testen aller Kontaktpersonen auch viele Infizierte entdeckt, die keine Symptome zeigten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Corona-Regeln in Österreich: Das müssen Reisende beachten

Am Freitag hatte die österreichische Regierung bereits neue Maßnahmen verkündet. Ab Montag soll unter anderem wieder eine Maskenpflicht in allen Geschäften und für Kellner in Lokalen gelten, Veranstaltungen werden auf 3000 Gäste unter freiem Himmel und 1500 in Innenräumen beschränkt.

Update vom 11.09.2020, 16.15 Uhr: Söder: Zu viel Unvernunft im Umgang mit Corona

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich über zu viel Unvernunft in der Bevölkerung im Umgang mit dem Coronavirus beklagt. "Meine Sorge ist, ehrlicherweise, dass wir zwar medizinisch besser gewappnet sind, aber dass wir uns im Moment tatsächlich mit mehr Unvernunft umgeben", sagte Söder am Freitag beim Besuch des Nürnberger Südklinikums. "Ich mache mir schon Sorgen", fügte Söder hinzu.

"Zu glauben, dass um uns herum die Zahlen explodieren und auch die Krankenhäuser langsam wieder volllaufen und zu glauben, das hätte mit uns nichts zu tun - das ist zumindest etwas blauäugig", sagte der Ministerpräsident mit Blick auf drastisch gestiegene Infektionszahlen in Ländern wie Frankreich.

Entscheidend sei, dass eine exponentielle Kurve auf alle Fälle vermieden werden müsse, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. Corona bleibe beherrschbar, solange das Infektionsgeschehen auf dem bisherigen Niveau bleibe und lokal eingedämmt werden könne. Frühes und schnelles Testen bleibe deshalb eine Chance, die Verbreitung der Infektion zu verhindern. "Wir brauchen für Corona einen langen Atem."

Update vom 28.08.2020, 7.30 Uhr: "Zu früh zu hoch": Söder bereiten die Infektionszahlen Sorge

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder derzeit mit Blick auf den anstehenden Herbst und Winter zu hoch. "Das Problem ist, es ist zu früh zu hoch", sagte der CSU-Chef am Donnerstag (27. August 2020) nach einer Videokonferenz von Bund und Ländern in Berlin. Es müsse daher jetzt das Ziel aller sein, "die Zahlen wieder runter zu kriegen und einen zweiten Lockdown zu verhindern". Derzeit sei nicht kalkulierbar, wie sich die Corona-Infektionen in den kommenden Monaten entwickeln würden, wenn wieder wegen der Witterung weniger Veranstaltungen im Außenbereich stattfinden müssten.

Söder betonte, dass der zuvor von Bund und Ländern vereinbarte gemeinsame Pfad helfen werde, die Infektionen zu reduzieren. Er lobte explizit die Einführung des Mindest-Bußgeldes von 50 Euro für Maskenverweigerer, wenngleich Bayern bei seinen höheren Sätzen von 250 Euro und 500 Euro im Wiederholungsfall bleiben werde. Zugleich sei es richtig, dass keine weiteren Lockerungen im Raum stünden.

Dies gelte auch für Sportveranstaltungen, bei denen vorerst keine Zuschauer erlaubt blieben. "Deswegen ist es auch beim Fußball nicht sinnvoll, jetzt im September mit Zuschauern zu starten", sagte Söder. Dies sei auch das falsche Signal in der derzeitigen Lage. Zunächst müsse es darum gehen, Schulen, Kitas und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Mit Blick auf die beschlossene Quarantäneregel betonte Söder, dass er skeptisch bleibe, was die Umsetzung angehe. Konkret nannte er die Durchführung von Kontrollen mit der derzeitigen Personalstärke in den Kommunen und die Digitalisierung bei den Aussteigerkarten in den Flugzeugen bis Anfang Oktober.

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