"WHO" feiert "Durchbruch" mit Corona-Studie: Die "Weltgesundheitsorganisation (WHO)" hat die vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zu einem Medikament gegen die Lungenkrankheit "Covid-19" veröffentlicht.  Wissenschaftler der "Universität Oxford" waren daran beteiligt. Die "WHO" bezeichnet das Studienresultat als "Durchbruch" auf diesem Forschungsgebiet.

Konkret geht es in der Studie um den Entzündungshemmer "Dexamethason". Laut Angaben der "WHO" handelt es sich dabei um das erste Mittel, das die Sterblichkeit von "Covid-19"-Patienten verringert, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen sind. Das sagte "WHO"-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag (16. Juni 2020).

Neue Corona-Studie: Medikament soll Sterberate senken

"Das sind großartige Neuigkeiten", so Ghebreyesus. Der "WHO"-Chef wörtlich: "Ich gratuliere der Regierung des Vereinigten Königreichs, der "Universität Oxford" sowie den vielen Krankenhäusern und Patienten im Vereinigten Königreich, die zu diesem lebensrettenden wissenschaftlichen Durchbruch beigetragen haben."

Die vorläufigen Ergebnisse, der noch unveröffentlichten klinischen Studie weisen darauf hin, dass "Dexamethason" die Sterberate bei schweren "Covid-19"-Verläufen senken könnte. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, wie die federführenden Wissenschaftler von der Universität Oxford am Dienstag erklärten.

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Die Ergebnisse der "Recovery"-Studie sind aber bisher nicht von anderen Experten begutachtet worden. Ob es irgendwann ein Mittel gibt, durch welches das Coronavirus gänzlich verschwindet, bleibt mehr als fraglich.  Welche Szenarien Forscher aus den USA dazu aufgestellt haben, lesen Sie hier. 

In der britischen Studie haben die Forscher die Eignung verschiedener bereits zugelassener Medikamente als Mittel gegen Covid-19 analysiert. Insgesamt sind den Angaben der Studienautoren zufolge mehr als 11.500 Patienten aus über 175 Kliniken in Großbritannien in die Studie mitaufgenommen worden. Der "Dexamethason"-Teil der Studie umfasste demnach 2104 Patienten, die für zehn Tage einmal täglich sechs Milligramm "Dexamethason" bekamen. 4321 Patienten dienten zudem als Kontrollgruppe.

Coronavirus: "Dexamethason"-Behandlung bei schwerkranken Covid-19-Patienten am effektivsten

Die Sterblichkeit nach 28 Tagen war unter den künstlich beatmeten Patienten am höchsten, berichten die Wissenschaftler in ihrer Studie. Sie lag ohne "Dexamethason"-Behandlung bei 41 Prozent. In der Versuchsgruppe sank diese um ein Drittel. Bei den Patienten, die Sauerstoff bekamen, aber nicht künstlich beatmet wurden, sank sie um ein Fünftel. Bei den Patienten, die gar keinen Sauerstoff benötigten, zeigte die Behandlung keine Wirkung.

Basierend auf den Zahlen würde bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten durch Dexamethason ein Todesfall verhindert, hieß es. Das Medikament wird üblicherweise als Entzündungshemmer eingesetzt, etwa bei Entzündungen von Haut und Gelenken.

tu/dpa