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Das Coronavirus "Sars-CoV-2" hält die Welt nach wie vor in Atem. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de. Sie wollen einen Mundschutz online bestellen? Hier gibt es noch Corona-Masken.

Update vom 06.07.2020, 15.45 Uhr: Merkel äußert sich zur Maskenpflicht in Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt die seit dem Wochenende diskutierte Abschaffung der coronabedingt eingeführten Maskenpflicht in Geschäften strikt ab. "Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, "um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um unsere Mitmenschen und uns selbst zu schützen".

"Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen." Das sei gerade jetzt in der Sommerferienzeit wichtig, erklärte Seibert. "Auch Regionen, die womöglich jetzt sehr geringe Fallzahlen hatten, bekommen nun Zulauf aus anderen Teilen des Landes." Die neue Mobilität sei zu begrüßen. "Aber sie muss einhergehen mit der Beachtung der Regeln, die uns bisher in den vergangenen Monaten im Kampf gegen diese Pandemie so gut gedient haben, nämlich Abstand, Hygieneregeln und eben da, wo es nötig ist, Maskenpflicht."

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte die Debatte über ein baldiges Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel in der Welt am Sonntag losgetreten.

Update vom 06.07.2020, 11.00 Uhr: Söder strikt gegen Abschaffung der Maskenpflicht in Bayern

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder lehnt ein Ende der Maskenpflicht strikt ab. Man werde die Maskenpflicht auf keinen Fall lockern oder abschaffen, sagte Söder am Montag vor einer Videokonferenz des CSU-Vorstands in München. Dies sei eines der ganz wenigen Instrumente, wenn es um den Schutz vor dem Coronavirus gehe. In dem Punkt sei man sich auch mit der CDU einig, darüber habe man sich am Morgen noch einmal abgestimmt. Die Maskenpflicht habe sich im Alltag auch bewährt, betonte Söder, die Abschaffung wäre ein Fehler.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte die Debatte über ein baldiges Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel in der Welt am Sonntag losgetreten. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte eine Lockerung favorisiert, seine Forderung am Montag aber relativiert. Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sprachen sich indes auch Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg aus.

Update vom 05.07.2020: Bayerische Staatsregierung gegen Aufhebung der Maskenpflicht

Für ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel ist es aus Sicht mehrerer Bundesländer noch zu früh. Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sprachen sich am Sonntag (5. Juli 2020) Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg aus. "Im Verlauf der Pandemie hat sich die Expertenmeinung gefestigt, dass die Mund-Nasen-Bedeckung eine sehr wirksame Maßnahme ist", argumentierte beispielsweise Hamburgs Senatssprecher Marcel Schweitzer gegenüber der dpa. Auch Nordrhein-Westfalen reagierte zurückhaltend. Die Debatte war ins Rollen geraten, nachdem sich der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in seinem Land ausgesprochen hatte. Näheres dazu lesen Sie im Update vom 5. Juli um 9.25 Uhr.

Die bayerische Staatsregierung hält also weiter an der Maskenpflicht beim Einkaufen fest und kritisiert die Überlegungen der anderen Bundesländer. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU): "Die bayerische Staatsregierung sieht nicht den geringsten Anlass, die Maskenpflicht aufzuheben.“ Die weltweit steigenden Infektionszahlen und die Hotspots in Deutschland zeigten, dass man bei Corona weiter „höchste Vorsicht walten lassen müssen“, ergänzte Herrmann. 

Auch Hamburgs erster Bürgermeister Tschentscher reagierte skeptisch auf den Vorschlag, die Maskenpflicht beim Einkaufen bald aufzuheben. Für nahezu alle Experten sei die Maskenpflicht eines der wenigen wirksamen Instrumente, um die Pandemie zu bremsen, sagte der Staatsminister weiter. 

Update vom 05.07.2020, 09.25 Uhr: Erstes Bundesland will Maskenpflicht in Läden abschaffen

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat eine Abschaffung der Mund-Nase-Bedeckung im Handel ins Gespräch gebracht. «Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten», sagte Glawe der «Welt am Sonntag». Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. «Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen». Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus bundesweit.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. «Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel», sagte er.

Am Dienstag hatte das Kabinett in Schwerin beschlossen, dass sich die Menschen im Nordosten in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen im öffentlichen Raum treffen können. Die Obergrenze von zehn Personen laufe am 10. Juli aus und werde nicht verlängert, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Allerdings bleibe das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören. Ebenso bleibe die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen oder beim Arztbesuch.

Update vom 03.07.2020: Prostituierte demonstrieren gegen Corona-Auflagen

Protest mit Sexpuppen: Mehrere Dutzend Prostituierte haben am Freitag (3. Juli 2020) vor dem Bundesrat in Berlin für eine Wiedereröffnung der Bordelle in der Corona-Pandemie demonstriert. Die Branche werde in die Illegalität getrieben, hieß es auf Transparenten. Die Sexarbeiterbranche brauche mehr finanzielle Unterstützung. Auch in Franken hat die Corona-Krise die Prostituierten hart getroffen. Sex-Arbeiterinnen in Nürnberg droht die Obdachlosigkeit.

Prostituierte haben derzeit Arbeitsverbot. Dass es keine Lockerungen gebe, sei sowohl für den Berufsverband der Sexarbeiter als auch für Bordellbetreiber unverständlich, hieß es in einer Erklärung. Denn andere Branchen mit körpernahen Dienstleistungen wie Massagesalons, Tantra-Institute, Tattooläden oder Saunen dürften wieder öffnen. Auch für Sexarbeit seien in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern bereits Hygienekonzepte erarbeitet worden.

Nachbarländer wie Österreich haben Sexarbeit inzwischen wieder erlaubt - allerdings nur mit Maske. Auch in Deutschland prüfen einzelne Bundesländer bereits Möglichkeiten für Lockerungen, darunter Thüringen.

Update vom 02.07.2020, 14.00 Uhr: Söder stellen weitere Corona-Lockerungen im Juli in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Hoffnung auf weitere Corona-Lockerungen im Juli gemacht. Das könnte vor allem im Veranstaltungsbereich neue Möglichkeiten eröffnen. Falls alles stabil bleibe, könne er sich vorstellen, die erlaubte Zahl von Besuchern bei Events zu erhöhen, sagte Söder im Interview mit dem Radiosender Bayern 3

Teil davon sei die Öffnung von Schankwirtschaften. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich in diese Richtung geäußert. Im Interview mit der Bild  sagte Aiwanger: "Jetzt fehlen noch die 5000 Schankwirtschaften wie Kneipen und Bars. Es muss auch die Anzahl der Gäste bei Geburtstagen, Hochzeiten, Tagungen von derzeit 50 drinnen beziehungsweise 100 draußen erhöht werden."

"Die Gespräche in der Koalition dazu laufen", so Aiwanger. Die möglichen Lockerungen würden auch den Kulturbereich betreffen, fügte er hinzu. 

Wie auch in den vergangenen Wochen betonten beide Politiker, dass die Maskenpflicht in Bayern weiterhin indiskutabel sei. Man werde diese schon noch länger brauchen, hieß es. Zuletzt hatte Ministerpräsident Söder (CSU) immer wieder vor einer zweiten Corona-Welle im Freistaat gewarnt. 

Update vom 02.07.2020, 12.05 Uhr: Tschechien schafft Maskenpflicht fast komplett ab

Tschechien hat nach über drei Monaten die Mundschutzpflicht fast ganz abgeschafft. Sie gilt seit Mittwoch (1. Juli 2020) flächendeckend nur noch in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Die Regierung in Prag begründete die Lockerung mit der stabilen Entwicklung bei den Coronavirus-Fallzahlen. Ausgenommen sind einige Corona-Hotspots im Osten des Landes sowie die Prager U-Bahn. Die Pflicht, selbst im Freien eine Maske zu tragen, war bereits vor mehreren Wochen ausgelaufen. Tschechien war mit der Einführung des Maskenzwangs Mitte März einer der Vorreiter in Europa gewesen.

Bereits am Dienstagabend feierten rund 2000 Menschen auf der historischen Prager Karlsbrücke einen symbolischen Abschied von der Corona-Krise. Sie nahmen an einem Festbankett an einem mehr als 500 Meter langen Tisch teil, zu dem sie selbst Speisen und Getränke mitbrachten. Initiiert wurde die Aktion von dem als exzentrisch geltenden Kaffeehausbesitzer Ondrej Kobza. Der Rückgang des Tourismus habe den positiven Effekt, dass die Stadt wieder den eigenen Einwohnern diene, teilte Prags Oberbürgermeister Zdenek Hrib mit. In der Hauptsaison wäre eine solche Aktion unter normalen Umständen nicht möglich.

Bis Mittwoch meldeten die Behörden des Landes 11.954 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Es gab 349 Todesfälle in Verbindung mit der Erkrankung.

Update vom 02.07.2020, 06.55 Uhr: Umfrage ergibt: Die meisten Bürger wollen kostenlose Corona-Tests für alle

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger befürwortet kostenlose Corona-Tests für alle.

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der «Augsburger Allgemeinen» sprachen sich 60 Prozent dafür aus, dass jeder Bürger unabhängig von Symptomen und Risiko einen vom Staat bezahlten Corona-Test in Anspruch nehmen können sollte. 31Prozent lehnten das ab.

Die bayerische Staatsregierung hatte in dieser Woche die kostenlosen Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen und damit eine Diskussion ausgelöst.

Update vom 01.07.2020, 16.30 Uhr: Ergebnisse zu Impfstoff-Tests "ermutigend"

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben erste Ergebnisse ihrer Tests in den USA für einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus als «ermutigend» bezeichnet. Bei allen 24 Probanden, denen bei jeweils zwei Injektionen der Wirkstoffkandidat verabreicht worden war, seien nach vier Wochen Antikörper gegen Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Schwerwiegende Nebenwirkungen seien bei dem Wirkstoff nicht festgestellt worden. Biontech-Mitbegründer und -chef Ugur Sahin nannte die vorläufigen Daten sehr ermutigend. Sie zeigten, dass der Impfstoffkandidat «eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann».

Außer in den USA testet Biontech auch potenzielle Impfstoffe in Deutschland. Es hatte hierzulande als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen.

Update vom 01.07.2020, 16 Uhr: US-Regierung kauft große Teile der Remdesivir-Produktion auf - "Also bleibt nichts für Europa."

Die US-Regierung hat sich einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge des Corona-Mittels Remdesivir gesichert. Ein entsprechende Vereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen Gilead Sciences sieht laut US-Gesundheitsministerium den Erwerb von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500 000 Behandlungen vor. Das entspreche 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September. Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt bei Covid-19 verkürzen.

Zu der Frage, ob durch die Vereinbarung die Versorgung mit dem Wirkstoff in Europa gefährdet sei, wollte sich ein Gilead-Sprecher auf Anfrage am Mittwoch nicht äußern. Pharma-Experte Andrew Hill von der britischen Universität Liverpool sagte laut «Guardian»: «Sie (die USA) haben Zugriff auf einen Großteil des Medikaments, also bleibt nichts für Europa.»

Gilead vereinbarte nach eigenen Angaben mit der US-Regierung, dass nicht zugeteilte Teile der Produktion «für andere Verwendungszwecke, auch für Länder außerhalb der Vereinigten Staaten, bereitgestellt werden können». Dazu werde man die Bedarfsmeldungen der Krankenhäuser engmaschig beobachten und alle zwei Wochen evaluieren, hieß es weiter.

Gerade erst hatte Gilead den Preis für den US-Markt festgesetzt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2340 Dollar (etwa 2000 Euro) pro Patient kosten. Dieser Nettobetrag sei auch für Deutschland geplant, hatte der Sprecher von Gilead in Deutschland, Martin Flörkemeier, am Dienstag gesagt.

Erst vergangene Woche hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen in Europa empfohlen. Eine Entscheidung durch die EU-Kommission wird noch diese Woche erwartet.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen.

Update vom 01.07.2020, 11 Uhr: US-Corona-Experte warnt: "Bewegen uns in die falsche Richtung"

Einer der führenden Corona-Experten der US-Regierung hat angesichts der rapiden Zunahme der Neuinfektionen im Süden des Landes vor einer dramatischen Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100 000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im Senat. «Ich bin sehr besorgt», sagte er. «Wir bewegen uns in die falsche Richtung.» Zuletzt gab es in den USA rund 40 000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April.

Die Pandemie könne derzeit nur eingedämmt werden, wenn die Menschen in der Öffentlichkeit konsequent Masken trügen und auf ihren Sicherheitsabstand achteten, sagte Fauci, der Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten ist. Wenn sich die Menschen nicht daran halten würden, «werden wir weiter große Probleme haben», warnte er.

Die besonders betroffenen Bundesstaaten wie Texas, Florida, Kalifornien und Arizona haben wegen des rasanten Anstiegs der Neuinfektionen zuletzt die Lockerung von Corona-Auflagen pausiert oder wieder rückgängig gemacht.

In den USA gibt es seit Beginn der Pandemie bereits 2,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Mehr als 126 000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Update vom 30. Juni 2020, 19.30 Uhr: Drei Bundesländer lockern bestehende Kontaktbeschränkungen

Folgende Bundesländer lockern - unter anderem schon zur Wochenmitte hin - ihre Kontaktbeschränkunegn während der Corona-Krise:

Hamburg: Im privaten Rahmen können von Mittwoch an bis zu 25 Personen zu Feiern zusammenkommen, egal aus wie vielen Haushalten. Treffen in der Öffentlichkeit sind auf zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten begrenzt.

Mecklenburg-Vorpommern: Menschen können sich in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen treffen. Die Obergrenze von zehn Personen läuft am 10. Juli aus. Allerdings bleibt das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören.

Sachsen-Anhalt: Bis zu 10 Menschen dürfen sich treffen, zu privaten Feiern dürfen bis zu 20 Gäste eingeladen werden. Ab Donnerstag soll eine Kontaktempfehlung das Kontaktverbot ersetzen.

Update vom 30. Juni 2020, 10.00  Uhr: Maskenpflicht bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll fallen

Bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll die Maskenpflicht fallen. Im Saal dürfe die Maske auf dem festgelegten Sitzplatz künftig abgenommen werden, kündigte Ministerpräsident Markus Söder in der "Augsburger Allgemeinen" an. Demnach solle die neue Regelung am Dienstag (30.06.2020) im Kabinett beschlossen werden. "Man kann die Kultur dann eine Stunde oder eineinhalb Stunden, je nachdem wie das Ganze dann konzipiert ist, ohne Maske genießen", sagte Söder.

Der CSU-Chef argumentierte: "Die Kulturveranstaltungen verlaufen sehr seriös und sehr gut, deswegen werden wir so agieren." Beim Hineingehen und im Umfeld etwa im Garderobenbereich gelte die Maskenpflicht weiter und sei sinnvoll. Auf den Sitzen in den Veranstaltungsräumen werde sie gelockert, hieß es in der Zeitung. "Wir wollen eine Perspektive für die Kultur", sagte Söder.

Update vom 29. Juni 2020, 13.00 Uhr: Söder verteidigt Corona-Massentests und fordert bundesweite Nachahmer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Kritik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an den geplanten Corona-Tests für jedermann in Bayern zurückgewiesen. "Das ist die einzige ernsthafte Option, es wird sonst zu wenig getestet", sagte der CSU-Chef am Montag in München. Der Freistaat Bayern erweitere das Testangebot jetzt: "Wir warten nicht auf endlose Gespräche zwischen einzelnen Kostenträgern, sondern wir gehen in Vorleistung, weil wir glauben, dass neben Abstand halten Testen die einzige ernsthafte Chance ist, Infektionsketten zu unterbrechen."

Spahns Kritik, viele Corona-Tests ohne systematisches Vorgehen seien nicht zielführend, treffe auf Bayern nicht zu. "Wir haben ja genau ein System entwickelt", sagte Söder. Zunächst gebe es Serientests für das gesamte medizinische Personal sowie für die Bereiche Altenpflege und Behinderteneinrichtungen. Ferner werde dies auch Lehrern und Erziehern angeboten, da hier gerade nach den Ferien Gefahren für eine erneute Ansteckungswelle bestünden. Zum Konzept gehöre auch, dass es für jeden, der Krankheitssymptome verspüre, eine 24-Stunden-Garantie gebe, bis ein Testergebnis vorliege, sagte Söder.

Mit Blick auf die Lage außerhalb Bayerns mahnte Söder "dringend" an, beim Ausbau des Gesundheitssystems nicht nachzulassen. "Dazu gehört dringend, die Gesundheitskapazitäten in den Krankenhäusern zu verbessern, die Gesundheitsdienste auszubauen und eben auch Testen zu stärken", sagte er. "Jeder, der Tests weniger macht, gefährdet damit insgesamt die verbesserte Situation, die wir derzeit haben."

Spahn hatte am Montag bei Twitter das geplante Angebot von Corona-Tests für jedermann in Bayern kritisiert: "Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend. Denn es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität." der Gesundheitsminister betonte: "Testen, testen, testen - aber gezielt." Das entspreche der mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelten nationalen Teststrategie. "Dies beinhaltet umfassendes präventives Testen im Gesundheitswesen und bei lokalen Ausbrüchen wie in Gütersloh." Auch wie in Nordrhein-Westfalen in Schlachthöfen zweimal die Woche zu testen, habe Sinn.

Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für alle ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Update vom 29. Juni 2020, 08.00 Uhr: Spahn sieht Pläne des Freistaats kritisch

Bayern möchte als erstes Bundesland vorbeugende Corona-Tests einführen. Diese sollen kostenlos beim Hausarzt erfolgen, die Kosten trägt der Freistaat, wenn die Krankenkasse nicht zahlt. Von der Stiftung Patientenschutz wird die Ausweitung der Tests begrüßt. Ganz im Gegensatz zu Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er sieht die Pläne kritisch. 

Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur:" Diese Tests sind sinnvoll, weil wir kein anderes Instrument haben, zügig und schnell eine Infektionskette zu erkennen. Mit vorbeugenden Tests haben wir die Möglichkeit, Gefahrenlagen festzustellen." 

Brysch befürchtet aber, die Hausärzte könnten mit den PCR-Tests überfordert sein. Besonders massenhafte Tests in Pflege- und Behindertenheime könnten sie nicht leisten. Da müssten mobile Teams auf den Weg gebracht werden, betonte der Stiftungsvorstand. Trotzdem kritisierte er den Gesundheitsminister Spahn: " Ich wundere mich schon, dass der Gesundheitsminister so auf die Bremse drückt." Er könne Bayern verstehen, die Tests dann im Alleingang ausweiten zu wollen, heißt es weiter.

Der Gesundheitsminister hatte zurückhaltend auf die Pläne Bayerns reagiert. Zur Deutschen Presse-Agentur sagte er, " umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst. Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen." 

Update vom 28. Juni 2020, 08.22 Uhr: Viel mehr Corona-Tests in Bayern sollen weitere Ausbreitung eindämmen

Corona-Tests künftig auch ohne Symptome: Nach dem Willen von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU)werden die Coronavirus-Tests in Bayern „massiv ausgeweitet“. Das kündigte die Politikerin am Sonntag (28. Juni 2020) an. Sie spricht von einer „Corona-Testoffensive“.

„Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben“, betonte Huml. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.“

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, „größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen“, sagte die Gesundheitsministerin.

In 33 weiteren ausgewählten Fleischbetrieben, darunter 9 Schlachthöfe, 12 Zerlegebetriebe und 12 Betriebe, die Fleisch- oder Wurstwaren herstellen, sollen die Mitarbeiter reihenweise getestet werden. „Dabei wollen wir auch herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen“, sagte Huml.

Gleichzeitig treten am Montag (29. Juni 2020) weitere Corona-Lockerungen in Bayern in Kraft: Hier der Überblick.

Update vom 27.06.2020, 16.45 Uhr: Söder warnt vor früher zweiter Corona-Welle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. "Wir müssen wirklich aufpassen", sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. "Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen." In der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert", sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind“ – sondern man müsse "handeln und entscheiden". 

Bayern habe darum entschieden, dass Touristen aus Risikogebieten zwar in bayerischen Hotels übernachten dürfen – aber nur mit einem negativen Corona-Test. Bayern sei damit „ein Vorreiter in Deutschland“. Wer einen negativen Test habe, dürfe im Freistaat Urlaub machen, alle anderen sollten sich erstmal auskurieren. "Ich gönn’ allen ihre Ferien", sagte Söder. "Aber auch da müssen wir aufpassen." Er betonte: "Corona bleibt tödlich."

Pünktlich zum Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten die Chefs von Bundeskanzleramt und Staats- und Senatskanzleien der Länder am Freitag diesen Weg als einheitliches Vorgehen beschlossen. 

Reisenden aus einem Kreis mit hohem Infektionsgeschehen dürfen nur dann in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden oder ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen, wenn sie mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass sie keine Infektion haben.

Update vom 25.06.2020, 17.15 Uhr: Urlauber aus Corona-Hotspots müssen für zwei Wochen in Quarantäne

In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein müssen Reisende aus Risikogebieten künftig für zwei Wochen in Quarantäne.

Wer aus Corona-Risikogebieten im In- und Ausland nach Rheinland-Pfalz kommt, muss sich ab diesem Freitag (26. Juni 2020) unverzüglich nach der Einreise in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Risikoregionen innerhalb Deutschlands seien die, in denen binnen sieben Tagen die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus höher als 50 pro 100 000 Einwohner liege, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Donnerstag mit. Die Regelung trete rechtzeitig zum Start der Schulferien in den ersten Bundesländern in Kraft.

"Wir wollen als Landesregierung keine Lex-Gütersloh, sondern eine Regelung, die für Risikoregionen im In- und im Ausland gilt", betonten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Im Kreis Gütersloh war es zuletzt zu einem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies gekommen.

Auch in Schleswig-Holstein müssen Reisende aus Corona-Hotspots in Zukunft in Quarantäne. Ab wann das gilt, steht allerdings noch nicht fest.

Reisende aus Corona-Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen müssen in Schleswig-Holstein künftig in Quarantäne. Sie sollen unverzüglich nach der Einreise ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft beziehen, um sich dort 14 Tage zu isolieren, wie die Regierung in Kiel am Dienstag mitteilte. Man strebe aber ein bundeseinheitliches Vorgehen an - dazu werde es am Mittwoch eine Telefonkonferenz der Gesundheitsminister geben.

Die Landesregierung reagierte damit auf die massenhaften Neuinfektionen im Kreis Gütersloh in einem großen Fleischbetrieb. Ab wann genau die Quarantäne-Regelung gelten werden, teilte sie zunächst nicht mit.

Als ungeeignete Quarantäne-Unterkünfte gelten Campingplätze, Jugendherbergen und alle sonstigen Einrichtungen mit sanitären Gemeinschaftseinrichtungen, die von den Betroffenen benutzt werden müssten. Die Verordnung soll am Mittwoch beschlossen werden. In Schleswig-Holstein liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf niedrigem Niveau.

Update vom 25.06.2020, 14.50 Uhr: Erstes Corona-Medikament in EU zugelassen

Die "Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)" hat erstmals grünes Licht für einen Wirkstoff zur Corona-Therapie in der EU gegeben.

Der Empfehlung zufolge sollen bestimmte "Covid-19"-Patienten unter Auflagen mit "Remdesivir" behandelt werden dürfen, wie die "EMA" am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, was aber als Formsache gilt.

Update vom 25.06.2020, 10.15 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert Nachlässigkeit

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Neuinfektionszahlen einen weitere deutschlandweiten "Lockdown" - also die massive Einschränkung des öffentlichen Lebens - für ausgeschlossen. "Einen bundesweiten Lockdown, wie wir ihn gehabt haben, wird es nicht noch einmal geben. Solche Maßnahmen sind nicht wiederholbar. Aber es wird dann Beschränkungen geben", sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung.

Laut Lauterbach steigt die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle. "Die Leute verhalten sich derzeit zunehmend unvorsichtig. Wenn man abends vor allem durch Großstädte geht, hat man den Eindruck, dass vor allem jüngere Menschen sich so verhalten, als hätte es Corona nie gegeben." Im Herbst wäre dann eine zweite Welle tatsächlich zu erwarten, so Lauterbach, und: "Große Sorgen mache ich mir um die Schulen. Einen Regelbetrieb nach den Sommerferien so wie vor Corona, halte ich für nicht möglich."

Update vom 24.06.2020, 11.45 Uhr: Söder verteidigt Urlaubsverbot für Reisende aus Risikogebieten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht in den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten im Freistaat eine unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme. Es gehe um die Sicherheit für alle Beteiligten - für die Menschen in Bayern, die Urlauber von überall her und auch für die Menschen aus den betroffenen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, sagte Söder am Dienstagabend in der ARD und im Bayerischen Fernsehen. "Wir möchten nicht, dass der Urlaub in Bayern für viele Leute unsicher wird."

In Bayern dürfen Beherbergungsbetriebe künftig keine Menschen mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohner liegt. Ausnahmen soll es nur für Menschen geben, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen könnten. Das hatte das Kabinett am Dienstag (23. Juni) beschlossen. Im Kreis Gütersloh in NRW war nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück die sogenannte 7-Tages-Inzidenz auf einen Wert von weit über 200 gestiegen.

Direkte Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übte Söder nicht. Auf die Frage, ob die strikten Beschränkungen für die beiden betroffenen Landkreise zu spät verhängt worden sei, sagte er: "Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Ich glaube, dass die Entscheidung jetzt aber richtig ist." Er müsse Laschet keinen Rat geben, dieser wisse genau, was er zu tun habe. Söder sagte lediglich, man habe sich schon ein "bisschen gewundert", warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an für eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten.

Söder warnte, das Coronavirus bleibe eine tödliche Herausforderung. "Das ist wie ein Funke, der zu einem Buschfeuer innerhalb von Sekunden werden kann - das hat sich leider bestätigt." Er betonte, Bayern bleibe deshalb auf vorsichtigem Kurs. Wenn Entscheidungen notwendig seien, werde man diese schnell und konsequent treffen.

Update vom 24.06.2020, 07.20 Uhr: Corona-Ausbruch in Wiesenhof-Schlachterei

Ein weiterer Corona-Ausbruch in einem Schlachthof wird aus Niedersachsen gemeldet. Mitarbeiter der PHW-Gruppe ("Wiesenhof") in Wildeshausen sind nach Angaben des Unternehmens positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Eine am Montag erfolgte Reihentestung habe bei 23 von 50 Mitarbeitern eine Infektion ergeben, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der PHW-Gruppe zufolge sollen nun alle mehr als 1100 Mitarbeiter des Schlachthofes getestet werden.

Zusammen mit dem Unternehmen sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Ursachen aufzuarbeiten, sagte Landrat Carsten Harings (parteilos). Schon Anfang Juni waren mehr als 1100 Mitarbeiter getestet worden, dabei wurde ein Infektionsfall entdeckt.

Von den aktuell 23 Infizierten waren dem Landkreis zufolge zuvor 22 negativ getestet worden. Ein neuer Mitarbeiter sei bei den Tests Anfang Juni noch nicht dabei gewesen. Zur Unterstützung bei der weiteren Kontaktermittlung forderte die Kreisverwaltung beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt zusätzliche Containment-Scouts an.

Update vom 23.06.2020, 16.26 Uhr: Keine Beherbergung in Bayern für Personen aus Risikogebieten 

Bayern sichert Nordrhein-Westfalen (NRW) seine Unterstützung zu - kommuniziert per SMS von Markus Söder (CSU) an seinen Kollegen Armin Laschet (CDU). Das erwähnte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) bei einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstagmittag (23. Juni 2020).

Im Zuge dessen hatte er betont, dass Bayern den Lockdown für den Landkreis Gütersloh zwar begrüße. Gleichzeitig habe man sich gewundert, dass für den Kreis kein Ausreiseverbot beschlossen wurde. Deshalb sollen vorerst keine Personen, die von dort und aus anderen schwer betroffenen Landkreisen in das südliche Bundesland einreisen, in Hotels und Pensionen im Freistaat aufgenommen werden. Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt.

"Das ist eine Schutzmaßnahme, die wir für wirklich notwendig halten", sagte er. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Update vom 23.06.2020, 12.55 Uhr: Corona-Lockerungen in Berlin: Keine Kontaktbeschränkungen mehr

Nach Thüringen und Brandenburg fallen auch in Berlin die Kontaktbeschränkungen ganz weg. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen.

Bisher gilt, dass sich in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. In den meisten anderen Bundesländern sind Kontakte noch auf zwei Haushalte oder auf bis zu zehn Personen beschränkt.

Update vom 23.06.2020, 11.35 Uhr: Lockdown in Gütersloh vorerst bis zum 30. Juni angesetzt

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies schränken die Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh nun doch massiv ein. Erstmals in Deutschland werde ein Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen zurückgeführt, die noch vor einigen Wochen gegolten hätten, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher "größte Infektionsgeschehen" in NRW und in Deutschland.

Die Behörden im Kreis Gütersloh verbieten unter anderem wieder Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen. Fitnessstudios würden im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars, sagte der NRW-Ministerpräsident.

Der Lockdown gelte zunächst für eine Woche. Bis zum 30. Juni werde man dann mehr Klarheit haben, inwieweit sich das Virus womöglich auch bei Menschen, die nicht bei Tönnies arbeiten, ausgebreitet habe. Bisher gebe es hier nur 24 nachgewiesene Infektionen. Die Behörden werden die Tests in der Bevölkerung zudem massiv ausweiten, betonte der Regierungschef.

Nach dem Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat die nordrhein-westfälische Landesregierung drei Einsatzhundertschaften der Polizei in den Kreis Gütersloh geschickt. Die Polizisten sollen die Quarantäne der rund 7000 Mitarbeiter von Tönnies kontrollieren, so Laschet.

Die Polizei werde die mobilen Testteams begleiten. Zur Not müssten die Behörden auch mit Zwang die Anordnungen durchsetzen. Dolmetscher für Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch seien auch dabei. Es werde auch zusätzliche humanitäre Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geben.

Für die Bewohner des Kreises Gütersloh gilt überdies kein Ausreiseverbot aus dem Kreisgebiet.  Das verhängte Kontaktverbot und die Lockdown-Maßnahmen "gelten immer bezogen auf den Kreis", so Laschet.

Update vom 23.06.2020, 09.00 Uhr: Söder mit eindringlicher Warnung vor zweiter Corona-Welle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Welle des Coronavirus. Der 53-Jährige sagte am Montagabend (22. Juni 2020) auf einem Online-Podium der "Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft": "Dass es eine zweite Welle gibt, da bin ich ganz sicher."

Die bisherigen Erfolge der Corona-Krise dürfe man nicht leichtfertig verspielen, sö Söder. Die Lage bei "Tönnies" in NRW zeige beispielsweise, dass bereits ein Funke ausreiche, um neue Infektionsketten zu entfachen, so der Ministerpräsident weiter. 

Söder verwies abermals darauf, dass die Gefahr der Corona-Pandemie weiterhin bestehe, solange es keinen Impfstoff beziehungsweise Medikament gebe. 

Update vom 22.06.2020, 20.45 Uhr: Wegen Tönnies neuer Lockdown möglich

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit inzwischen mehr als 1500 nachweislich infizierten Mitarbeitern zeichnen sich weitere Schritte zur Eindämmung des Infektionsherdes ab. Fachleute des Robert Koch-Instituts und andere Wissenschaftler sind im Kreis Gütersloh nach Angaben der Behörden im Einsatz. "Deren Empfehlungen folgen weitere Maßnahmen", teilte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, ohne dabei Details zu nennen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte einen kurzen Lockdown mit massiven Tests in der Region. Er warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh.

Inzwischen hält auch der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) einen Lockdown in der Region für vorstellbar. "Ich würde sagen ja", sagte Adenauer am Montagabend auf die Frage, ob es nach einem Lockdown "rieche". Die mobilen Teams, die in den Wohnungen und den Unterkünften unterwegs seien und auch Familienangehörige ansprächen, stießen jetzt in ein gewisses Dunkelfeld. "Insofern ist das für mich schon eine neue Situation", erklärte Adenauer. Die mobilen Teams hätten einige positive Fälle bei ihrem Einsatz gefunden. Eine Zahl wollte der Landrat aber zunächst noch nicht nennen, da erst einmal ausgeschlossen werden solle, dass es hier doppelte Zählungen gebe.

Laschet verwies auf Twitter darauf, dass Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh bereits vorsorglich geschlossen sind. Die Quarantäne werde konsequent für 7000 Menschen durchgesetzt, auch für Nicht-Infizierte, die in Kontakt waren, erklärte der Regierungschef. Im betroffenen Tönnies-Werk, der größten deutschen Fleischfabrik, ruhe zudem der Betrieb. Die NRW-Landesregierung will am Dienstag zu einer Sitzung zusammenkommen, wie aus der Staatskanzlei in Düsseldorf verlautete. Der Landrat geht davon, dass er bei einer möglichen Entscheidung der Landesregierung zu einem regionalen Lockdown vorab informiert werde.

Die Zahl der nachweislich infizierten Tönnies-Mitarbeiter ist nach jüngsten Daten weiter gestiegen. Es gebe 1553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig sind, sagte der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Insgesamt seien 6650 Proben genommen worden. Zuvor hatten die Behörden von 1331 bestätigen Corona-Fällen (Stand Sonntag) in der Tönnies-Belegschaft berichtet.

Die hohe Zahl der Corona-Infizierten hat im Kreis Gütersloh eine Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung deutlich nach oben getrieben. Die sogenannte 7-Tages-Inzidenz zu den Corona-Neuinfektionen ist dort auf den Wert von 263,7 gestiegen. Er zeigt an, wie viele Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100 000 Einwohner gemeldet wurden. Auch im benachbarten Kreis Warendorf geht der Wert nach oben. Dort liegt er nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landeszentrum Gesundheit zum Stand 22. Juni 0 Uhr bei 41,8.

Bei der Marke von 50 sollen für eine betroffene Region wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden. Bund und Länder haben allerdings auch vereinbart, dass diese Zahl keine Rolle spielt, wenn es sich um einen lokal eingrenzbaren Infektionsherd handelt. So wird auch der Ausbruch bei Tönnies bisher von der Landesregierung eingestuft. Laschet schließt aber einen Lockdown in der Region weiter nicht aus. Die Bundesregierung betonte, über konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen entscheide das Land Nordrhein-Westfalen.

Lauterbach kritisierte das Vorgehen der NRW-Landesregierung. "Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind", sagte er der "Rheinischen Post" (Dienstag). Das Virus könnte sich so potenziell sehr weit verteilen. Deshalb sei es ein Fehler, "dass es jetzt keinen kurzen Lockdown mit einem massiven Testaufgebot gibt". Das sei nötig, um das tatsächliche Infektionsgeschehen in der Region genau einschätzen zu können.

Im Kreis Gütersloh ging es am Montag unter anderem um weitere Abstriche bei Haushaltsangehörigen von Tönnies-Mitarbeitern. Erneut waren mobile Teams unterwegs, um Proben zu nehmen und den in Quarantäne befindlichen Menschen Unterstützung anzubieten. Im Kreisgebiet können sich alle Menschen in den nächsten Tagen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Am Montag seien auf diese Ankündigung schon zahlreiche Menschen zum Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück gekommen, sagte Kreissprecher Jan Focken. Für die angekündigten Corona-Tests der Bevölkerung des Kreises richtet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ein Diagnosezentrum ein.

Die vielen Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern sorgten auch dafür, dass die für die Ausbreitung wichtige Reproduktionszahl (R-Wert) für ganz Deutschland deutlich auf 2,88 (Vortag: 1,79) gestiegen ist. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der Anstieg hänge mit lokalen Häufungen zusammen, wobei insbesondere der Ausbruch in Nordrhein-Westfalen eine große Rolle spiele, wie das RKI in seinem Lagebericht mitteilte.

Update vom 22.06.2020, 15.25 Uhr: Betreuungsverbot nicht mehr verhältnismäßig

Erst am vergangenen Freitag hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof überraschend die Sperrstunde für Restaurants und Biergärten gekippt. Nun folgte die nächste "Schlappe für die Staatsregierung" bezüglich der Anti-Corona-Maßnahmen, wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und der BR berichteten. 

Bis zum Monatsende gilt der Normalbetrieb in Kindertagesstätten eigentlich noch als eingeschränkt. Doch das Verwaltungsgericht Regensburg hält das geltende Verbot für nicht mehr verhältnismäßig.  Die Eltern eines vierjährigen Jungen hatten geklagt und Recht bekommen. Der Sohn, der keine Notbetreuung in Anspruch nehmen durfte, darf nun wieder in den Kindergarten. 

Die Corona-Pandemie sei zwar noch nicht überstanden. Doch dass Betreuungseinrichtungen, speziell Kitas, nicht vollständig besucht werden dürfen, finde "keine hinreichende gesetzliche Grundlage (mehr)". Um ein Infektionsrisiko klein zu halten, würden auch bestimmte Verhaltens- und Hygieneregeln reichen können, zitiert die dpa das Gericht.

Update vom 21.06.2020, 13.25 Uhr: Jetzt mehr als 1000 Infizierte in Fleischfabrik 

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies mit mehr als 1000 Infizierten hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vor Ort über die Lage informiert. Der Regierungschef nahm am Vormittag zusammen mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an einer Sitzung des Krisenstabs im Kreis Gütersloh teil. An der Sitzung nahmen nach Angaben des Kreises auch Vertreter der Botschaften Rumäniens, Polens und Bulgariens teil.

Am Sonntagmittag (21. Juni 2020) sollte das CDU/FDP-Landeskabinett in Düsseldorf zu einer Sondersitzung zusammentreten. Laschet wird dem Vernehmen nach per Video zugeschaltet. Der Regierungschef will nach Angaben der Staatskanzlei um 14.30 Uhr im Kreishaus Gütersloh ein Statement vor der Presse abgeben.

Am Samstagnachmittag hatte die Zahl der positiv getesteten Tönnies-Mitarbeiter in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück bei 1029 gelegen. Die Behörden haben alle rund 6500 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt. Bis Samstagmittag waren bereits rund 5800 Proben genommen worden. Zahlreiche Befunde standen noch aus.

Im Kreis Gütersloh werden derzeit insgesamt 19 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Es handele sich "fast ausschließlich" um Mitarbeiter von Tönnies, teilte der Kreis mit. Sechs von ihnen würden intensivmedizinisch behandelt. Davon seien fünf bei Tönnies beschäftigt. Zwei der sechs Patienten würden beatmet. Im Kreis Gütersloh wurden am Sonntag weitere Proben von möglicherweise coronainfizierten Tönnies-Mitarbeitern genommen. Geplant sei der Einsatz von 40 mobilen Teams, teilte der Kreis mit. An den Teams beteiligt seien jeweils Mitarbeiter des Ordnungsamtes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Bundeswehr. Auch Dolmetscher seien dabei. Einige Teams würden von Polizisten begleitet.

Ein wichtiges Thema bleibt die Einhaltung der Quarantäne durch die infizierten Mitarbeiter. Nach positiven Corona-Tests bei zahlreichen Tönnies-Mitarbeitern hatte die Stadt Verl (Landkreis Gütersloh) am Samstag in einem Stadtteil eine Quarantänezone eingerichtet. Mehrere Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma Tönnies untergebracht sind, wurden unter Quarantäne gestellt. Der gesamte Bereich wurde mit Bauzäunen abgeriegelt. In den betroffenen Häusern leben in drei Straßenzügen insgesamt knapp 670 Menschen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnte angesichts der Corona-Ausbrüche der vergangenen Tage vor sozialen Konflikten. "Wir dürfen Menschen nicht diskriminieren oder benachteiligen, die zum Beispiel im Niedriglohnbereich unter schlechten Wohnverhältnissen die preiswerte Fleischproduktion in bestimmten Betrieben gewährleistet haben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Landsberg betonte, man dürfe Menschen, die in beengten Verhältnissen wohnen, keinen Vorwurf machen, weil es dort eher zu Infektionen kommen kann. Hier seien insbesondere die Betriebe gefordert, nicht nur für anständige Löhne und Arbeitsbedingungen zu sorgen - sondern insbesondere auch für Wohnverhältnisse, in denen ausreichende Hygienestandards gewährleistet werden können.

Update vom 20.06.2020, 18.15 Uhr: Randale in Corona-Hochhaus - Polizisten verletzt

Bewohner des in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und mehrere von ihnen verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut über die Quarantänemaßnahmen wegen des Coronavirus bei den Bewohnern am Samstagnachmittag (20. Juni 2020) angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mehrere Bewohner hatten demnach versucht, die Zäune, die die Stadt aufgestellt hatte, zu überwinden. Zudem sei die zur Amtshilfe eingesetzte Polizei aus dem Gebäude heraus mit Gegenständen beworfen worden. Dabei wurden Polizeiangaben zufolge mehrere Beamte verletzt, wie viele war zunächst unklar.

Die Stadt Göttingen hatte am Samstag mit den Nachtestungen der Bewohner begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion untersucht werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. Zuvor hatte die Stadt die rund 700 Menschen unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Update vom 20.06.2020, 9.35 Uhr: Huml: Mehr als eine Million Corona-Tests in Bayern 

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Bayern die Tests von möglichen Infizierten massiv ausgebaut. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte am Samstag (20. Juni 2020): „Die Zahl der Corona-Tests in Bayern hat jetzt die Eine-Million-Marke überschritten. Das ist ein großer Erfolg bei dem Ziel, die Pandemie einzudämmen.“ Die Ministerin erläuterte: „Mittlerweile können wir mehr als 21.000 Tests pro Tag vornehmen. Das ist ein wichtiger Fortschritt. Denn um Infektionsketten zu durchbrechen und die Verbreitung des Virus zu bremsen, müssen wir schnell Klarheit bei Verdachtsfällen schaffen.“ Konkret hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bislang in Bayern 1.008.475 PCR-Tests auf SARS-CoV-2 registriert, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Die Tests werden vom LGL sowie von mehr als 50 privaten Laboren analysiert. Das LGL hat dabei mit rund 120.000 Tests die meisten Proben auf SARS-CoV-2 untersucht.

Huml betonte: „Um den Schutz der Bevölkerung vor einer Corona-Infektion zu gewährleisten, ist eine hohe Testkapazität unverzichtbar. Auf dieser Strategie bauen wir weiter auf. Deswegen hat der Ministerrat am 16. Juni beschlossen, ein bayerisches Testkonzept einzuführen. Ein Eckpunkt ist, dass alle Menschen, die auf eine COVID-19-Erkrankung getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben.“

Bald Tests auch ohne Symptome möglich

Dem Konzept zufolge wird allen Bürgern Bayerns so bald wie möglich angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen. Dazu werden derzeit die organisatorischen Vorbereitungen getroffen. Symptomatische Verdachtsfälle auf eine COVID-19-Erkrankung sollen wie bisher prioritär getestet werden.

Zudem sollen die freiwilligen Testungen in Einrichtungen mit gefährdeten Personengruppen in Pflege- und Altenheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in der ambulanten Eingliederungshilfe sowie Krankenhäusern ausgebaut werden. Gleiches gilt für die Testungen von Lehrkräften, Erziehern sowie von Betreuungsrichtern. Die Ministerin fügte hinzu: „Mit unserem Testkonzept, den allgemein geltenden Hygiene- und Abstandsregeln sowie der neuen Corona-Warn-App des Bundes haben wir starke Instrumente geschaffen, um die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen. Daher rufe ich alle Bürgerinnen und Bürger noch einmal auf, auch die neue Warn-App zu nutzen. Denn je mehr Menschen sie herunterladen, desto effektiver können wir uns alle schützen.“

Update vom 19.06.2020, 20.19 Uhr: Die Corona-Pandemie weltweit beschleunigt sich

Die Coronavirus-Pandemie ist trotz der Entspannung in Europa noch lange nicht vorbei, im Gegenteil. "Die Pandemie beschleunigt sich", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf. Innerhalb eines Tages seien der WHO mehr als 150.000 neue Infektionen gemeldet worden, so viele wie nie zuvor. Fast die Hälfte seien aus Nord-, Mittel- und Südamerika gemeldet worden, aber größere Zahlen seien auch aus Südasien und dem Nahen Osten gekommen.

"Die Welt ist in einer neuen und gefährlichen Phase", sagte Tedros. "Viele Menschen haben verständlicherweise die Nase voll davon, zu Hause zu sein. Länder wollen verständlicherweise Wirtschaft und Gesellschaftsleben wieder öffnen. Aber das Virus verbreitet sich schnell, es ist immer noch tödlich und die meisten Menschen können sich immer noch infizieren."

Tedros beschwor alle Menschen, weiter Distanz zu halten und die Hände häufig zu waschen sowie andere Hygienemaßnahmen umzusetzen. Alle Infektionen müssten aufgespürt und Betroffene isoliert werden.

Update vom 19.06.2020, 11.42 Uhr: WHO rechnet mit zwei Corona-Impfstoffen bis Ende 2020

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen bis Ende 2020 ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen. Vorhersagen seien immer schwierig, aber wenn alles glatt laufe mit den derzeitigen Studien, könnten dann auch schon einige Hundert Millionen Impfdosen hergestellt sein, sagte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan.

An rund 200 möglichen Impfstoffen werde zurzeit geforscht, ein knappes Dutzend werde schon am Menschen getestet. „Selbst, wenn der erste oder zweite schließlich doch nicht hält, was er verspricht, sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben“, sagte Swaminathan.

Eine Herausforderung seien die Herstellungskapazitäten, so Swaminathan weiter. Mehrere Firmen hätten aber schon kräftig investiert. Bis Ende nächsten Jahres könnten zwei Milliarden Impfdosen vorliegen, zeigte sich die Wissenschaftlerin überzeugt.

Bei Massenimpfungen könnten seltene Nebenwirkungen auftreten

Die WHO arbeite mit allen Ländern der Welt an einer Vereinbarung über Prioritäten bei der Verteilung. Dass sich ein Land einen Impfstoff für sich sichere, solle vermieden werden, sagte sie. Auf einer Prioritätenliste könnten zum Beispiel das Personal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Polizisten, Verkäufer, ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen stehen.

Obwohl Impfstoffe nun im Rekordtempo entwickelt würden, dürfe es keine Kompromisse bei der Sicherheit gehen, sagte Swaminathan. Sie schloss nicht aus, dass bei Massenimpfungen sehr seltene Nebenwirkungen auftreten. Man müsse Risiko und Nutzen stets gut abwägen. „Es gibt nichts in der Welt, das null Risiko hat“, sagte sie.

Update vom 19.06.2020, 07.15 Uhr: Steuereinnahmen im Mai um fast ein Fünftel gesunken

Die Steuereinnahmen sind coronabedingt im Mai um 19,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat eingebrochen. "Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise getroffenen steuerlichen Maßnahmen belasteten das Steueraufkommen im Mai 2020 signifikant", schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem neuen Monatsbericht. In den ersten fünf Monaten sank das Steueraufkommen um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zeitgleich steigen auch die Schulden der Regierung: Im Bundestag wird heute erstmals über das Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft in der Corona-Krise beraten - und über den Nachtragshaushalt, der dafür notwendig ist. Zur Finanzierung sieht der zweite Nachtragshaushalt eine Erhöhung der Neuverschuldung um weitere 62,5 Milliarden Euro auf dann insgesamt rund 218,5 Milliarden Euro vor. So viele neue Schulden hat nie zuvor eine Bundesregierung aufgenommen. Mit dem Geld will die große Koalition das Fundament für eine breite und nachhaltige wirtschaftliche Erholung nach dem coronabedingten Einbruch legen.

Geplant ist unter anderem, die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an befristet für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent zu senken. Der ermäßigte Satz wird für sechs Monate von 7 auf 5 Prozent reduziert. So sollen Einkäufe im Supermarkt, aber auch im Möbel- oder Autohaus billiger werden. Familien sollen mit dem Kindergeld einen Zusatzbonus von 300 Euro pro Kind ausgezahlt bekommen. Auch dies soll die Bereitschaft zum Einkaufen erhöhen.

Update vom 18.06.2020, 16.05 Uhr: Autozulieferer in der Corona-Krise - Söder will neues Hilfskonzept vorlegen

Nach der politischen Sommerpause will CSU-Chef Markus Söder neue Vorschläge zur Unterstützung der Autoindustrie und ihrer Zulieferer in der Corona-Krise vorlegen. "Es muss im Herbst eine Wiedervorlage zum Thema Auto geben", sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag (18. Juni 2020) vor Journalisten in München. Ohne eine dauerhafte Verbesserung der Entwicklung im internationalen Export werde es nicht so leicht sein, die deutsche Wirtschaft wieder zum Anspringen zu bewegen.

Söder betonte, dass er dazu nicht nur mit den Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg als Länder der Autohersteller, sondern auch mit der Industriegewerkschaft Metall und Ländern, in denen viele Zuliefererbetriebe beheimatet seien, das Gespräch suchen werde. Im Ergebnis könne er sich auch andere Konzepte als reine Kaufprämien vorstellen. Entscheidend sei, dass in der Industrie ein Transformationsprozess in Gang komme.

Zudem gehe er davon aus, dass in Deutschland die bisher noch bis zum Jahresende befristete Kurzarbeit noch verlängert werden müsse. Das Land werde wohl Anfang des neuen Jahres "noch nicht so über den Berg sein, wie wir es wünschen". Die wirtschaftlichen Herausforderungen würden Deutschland noch länger erhalten bleiben als die pandemische Entwicklung, sagte Söder. Gerade für ein Exportland wie Deutschland sei es schwierig, bei der unsicheren internationalen Infektionslage wieder durchzustarten.

Update vom 18.06.2020, 12.35 Uhr: Nach weiterem Corona-Ausbruch in Schlachthof - Fleischindustrie steht erneut in der Kritik

Als Reaktion auf einen Corona-Ausbruch mit Hunderten Infizierten beim Fleischunternehmen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind im Kreis Gütersloh ab diesem Donnerstag (18. Juni 2020) die Schulen und Kitas geschlossen. Bis zu den nordrhein-westfälischen Sommerferien - Start 26. Juni - wird nur eine Notbetreuung angeboten. Auf diese Weise hoffen Kreis und Landesregierung, die Gefahr einer Ausweitung des Virus einzudämmen.

Bislang gehen die Behörden von einem "lokalen Ereignis" aus, das sich auf die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs begrenzen lasse. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sprach deshalb von einer "Vorsichtsmaßnahme". Einen allgemeinen Lockdown wolle man nicht. Im ostwestfälischen Kreis Gütersloh leben rund 362 000 Menschen.

Am Mittwoch hatte Deutschlands Marktführer bei der Schlachtung von Schweinen einen deutlichen Anstieg von Infiziertenzahlen unter den Beschäftigten vermeldet. Bis zum Abend war die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Mitarbeiter auf 657 gestiegen. Landrat Adenauer hat Quarantäne für rund 7000 Menschen verfügt. Dazu zählen nach seinen Angaben die Beschäftigten auf dem Werksgelände, die Infizierten sowie ihre unmittelbaren Kontaktpersonen.

Das Unternehmen Tönnies geht bislang davon aus, dass von Heimaturlauben in Osteuropa zurückkehrende Beschäftigte das Virus mitgebracht haben könnten. Ein weiterer Faktor für die Verbreitung seien die kalten Temperaturen in den Zerlegebereichen.

Reaktionen von Kritikern der Fleischbranche kamen prompt: Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestsg, Anton Hofreiter, nannte die Zustände unhaltbar: "Die Gesundheit der Beschäftigten wird für die Profite der Fleischbarone aufs Spiel gesetzt."

Auch für die SPD ist nach dem erneuten Ausbruch in der Fleischindustrie klar, "Geschäftsmodell und Infektionsgeschehen hängen zusammen", wie die Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, sagte. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag): "Das Hygienekonzept muss komplett versagt haben."

Auch Greenpeace kritisierte, Branchengrößen wie Tönnies nähmen massive Infektionsrisiken in Kauf und gefährdeten die ganze Region. "Die Politik verkennt die Dimension des Problems. Die Produktion von Billigfleisch funktioniert nur auf Kosten von Gesundheit, Tier und Umwelt", teilte die Naturschutzorganisation mit.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus, der für den Wahlkreis Gütersloh I im Bundestag ist, sagte dem "Westfalen-Blatt" (Donnerstag), dass die Ursachen für das Infektionsgeschehen aufgeklärt werden müssten. "Ein "Weiter so" mit dem Versprechen, "Wir werden in Zukunft alles besser machen", kann es bei Tönnies im Interesse der Beschäftigten, aber auch aller Menschen im Kreis Gütersloh nicht geben", so der CDU-Politiker.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte am Mittwoch nach einem Treffen der Länderregierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), in dem unter anderem über das weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten wurde, man müsse "endlich über die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Menschen reden". "Und ich finde, man muss diese Arbeits- und Lebensbedingungen endlich unterbinden, weil das haben weder die Tiere verdient, noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient, noch wir Verbraucher."

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte an, erneut in ganz NRW alle Schlachthofbelegschaften mit Werkvertragsarbeitern auf das Virus testen zu lassen, um festzustellen, ob es sich bei dem Ausbruch um eine Ausnahme handele oder nicht. In den vergangenen Wochen war es an mehreren Standorten in Deutschland, darunter auch beim Tönnies-Konkurrent Westfleisch im Kreis Coesfeld, zu Ausbrüchen des Coronavirus gekommen.

Update vom 18.06.2020, 07.00 Uhr: Jeder Zweite in Bayern hat Angst vor zweiter Corona-Welle

Auf die Nachfrage hin, wie der "Schlachtplan" bei einer zweiten Corona-Welle in Deutschland aussehe, sträubte sich die Bundeskanzlerin am Mittwochabend eine Prognose zu wagen. "Damit haben wir uns heute nicht beschäftigt. Ich bin zufrieden, dass wir im Moment eine konstante Zahl von Infektionen haben. Wir sind von einem exponentiellen Wachstum weit entfernt." Es werde sehr viel getestet und man könne jederzeit flexibel reagieren, so Merkel in Berlin. 

Mehr als 50 Prozent der bayerischen Bevölkerung hat Angst vor einer zweiten Welle. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Civey" für die Augsburger Allgemeine. Demnach gaben 56,3 Prozent der Befragten an, ängstlich in Bezug auf eine mögliche zweite Corona-Welle zu sein. 

Rund ein Drittel der Befragten, 31.2 Prozent, sagte, dass er oder sie keine Angst davor habe. 12,5 Prozent blieb unentschieden. 

Update vom 17.06.2020, 18.37 Uhr: Bund und Länder in Corona-Krise - Was wurde beschlossen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Mittwochnachmittag (17. Juni 2020) mit den Chefs der Bundesländer in Berlin getroffen, um über die aktuelle Lage Deutschlands in der Corona-Krise zu beraten. Dabei wurden einige Eckpunkte geklärt und beschlossen. inFranken.de fasst kompakt zusammen, was neu ist: 

  • Der Mindestabstand, die Hygiene-Regeln und die Maskenpflicht bleiben weiterhin verordnet in Deutschland. "Abstandhalten, Hygiene, Masken bleiben ganz entscheidend", kommentierte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). 

  • Großveranstaltungen bleiben mindestens bis Oktober diesen Jahres verboten. Konkret seien damit größere Volksfeste und Events gemeint. Bei kleineren Veranstaltungen gebe es flexible Mechanismen, die im Einzelfall angewendet werden können, betonten Merkel und Söder.

  • Das Konjunkturpaket für die Wirtschaft wurde von den Bundesländern gebilligt und mitgetragen. Es umfasst 130 Milliarden Euro. Nun geht das Konzept in die Beratungen des Bundesrates. 

  • Alle Schulen sollen nach den Sommerferien wieder öffnen. Allerdings stehe das Infektionsgeschehen in Deutschland im Vordergrund, hieß es. 

  • Die Corona-Testungen sollen ausgeweitet werden. Merkel betonte: "Die Länder haben begrüßt, dass Testungen nun in breiterem Maße möglich sind, als das bisher der Fall war."

Update vom 17.06.2020, 16.50 Uhr: Merkel-PK live - Kommen weitere Corona-Lockerungen in Deutschland?

Angela Merkel informiert am Mittwochabend (17. Juni 2020) über neue Beschlüsse und Corona-Lockerungen in Deutschland. inFranken.de berichtet live von der Pressekonferenz.:

++ 18.30 Uhr: Auf die Frage hin, wie der Schlachtplan im Fall einer zweiten Welle aussehe, sagt Merkel: "Damit haben wir uns heute nicht beschäftigt. Ich bin zufrieden, dass wir im Moment eine konstante Zahl von Infektionen haben. Wir sind von einem exponentiellen Wachstum weit entfernt. Es wird sehr viel getestet - das ist gut. Wir sind jederzeit handlungsfähig, wenn sich das ändern sollte."

++ 18.23 Uhr: In Bezug auf eine mögliche zweite Welle sagt Merkel: "Wir bereiten uns vor, dass wir immer reagieren können."

++ 18.19 Uhr: Großveranstaltungen bleiben bis mindestens Oktober 2020 verboten

++ 18.16 Uhr: "Abstandhalten, Hygiene, Masken bleiben ganz entscheidend", betont der 53-Jährige.

++ 18.14 Uhr: "Das, was Bund und Länder gemacht haben, hat Tausende, vielleicht Zehntausende Leben gerettet", sagt Söder.

++ 18.11 Uhr: Nun spricht der bayerische Ministerpräsident Markus Söder 

++ 18.10 Uhr: "Die Länder haben begrüßt, dass Testungen nun in breiterem Maße möglich sind, als das bisher der Fall war", erklärt die Kanzlerin. Die Corona-Warnapp wurde als "Meilenstein" qualifiziert, sagt Merkel. 

++ 18.06 Uhr: Maskenpflicht und Mindestabstand bleiben vorerst in Kraft - "Solange es keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit der Pandemie leben. Das sind Basismaßnahmen, mit denen wir uns schützen", so Merkel.

++ 18.04 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt in diesen Augenblicken

++17.54 Uhr: Schulen sollen definitiv nach Sommerferien in allen Bundesländern öffnen: Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Ländern in den Regelbetrieb zurückkehren. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle. Das beschlossen Bund und Länder bei einem Treffen am Mittwoch in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. 

++ 17.40 Uhr: Mittlerweile lassen die Politiker die Öffentlichkeit fast eine dreiviertel Stunde warten. Was im Vorfeld und während der Beratungen bekannt wurde, lesen Sie weiter unten im Artikel. 

++ 17.12 Uhr: Weiterhin lassen Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer die Öffentlichkeit warten. Wie bereits bei der letzten Pressekonferenz zu umfangreichen Maßnahmen der Corona-Krise verzögert sich der Beginn. Seit 15.00 Uhr laufen die Beratungen. 

++ 17.05 Uhr: Die Pressekonferenz verzögert sich. 
Erst am Dienstag hat Bayerns Ministerpräsident Söder neue Lockerungen für den Freistaat verkündet. Auch er war Teil der Beratungen am heutigen Mittwoch. 

++ 16.55 Uhr: In Kürze soll die Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel beginnen. 

Update vom 17.06.2020, 16.30 Uhr: Beschlussvorlage sieht weitere Lockerungen bei Kontaktbeschränkungen vor

Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Ländern beraten über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie. Aus einer Beschlussvorlage Bayerns, die mit den anderen Ländern bereits abgestimmt wurde, gehen massive Lockerungen der Kontaktbeschränkungen hervor. Laut übereinstimmenden Medienberichten wird in der Vorlage keine genaue Anzahl an erlaubten Kontaktpersonen mehr genannt. Es heißt lediglich, die Zahl der Personen sei "möglichst gering zu halten".

Auch der Mindestabstand wird gelockert: Bei "Zusammenkünften sicher bekannter Personen" dürfe der Abstand von 1,50 Metern auch unterschritten werden. In festen Arbeitsumfeldern, wo die "Kontaktnachverfolgbarkeit gewährleistet" ist, können die Abstandsregel ebenfalls gelockert werden - dazu zählen auch Schulen und Kitas. 

In öffentlichen Räumen sollen Mindestabstand und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes jedoch weiter bestehen bleiben, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.

In einer Pressekonferenz um 17.00 Uhr will die Kanzlerin die Beschlüsse zum künftigen Umgang mit dem Coronavirus verkünden.

Update vom 17.06.2020, 11.00 Uhr: Großveranstaltungen bleiben möglicherweise bis Ende Oktober verboten

Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder Kirmesveranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie möglicherweise bis mindestens Ende Oktober verboten. Das geht aus einer mit anderen Ländern abgestimmten Beschlussvorlage Bayerns für die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichteten RTL und ntv sowie der Spiegel über die mögliche Fortsetzung des Verbots.

Update vom 16.06.2020, 10.45 Uhr: Erneuter Corona-Ausbruch in Peking: Was ist bekannt über die Mutation des Virus?

 Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus seit vielen Wochen in Peking geht die Angst vor einer neuen Welle von Infektionen um. Dutzende neue Ansteckungen wurden seit letzter Woche auf einem riesigen Großmarkt festgestellt, über den der größte Teil der frischen Nahrungsmittel für die mehr als 20 Millionen Einwohner Pekings geliefert wird.

Das neu entdeckte Virus ist nach einer vorläufigen Sequenzierung des Genstamms anders als der Typ, der das Land vorher heimgesucht hat, wie Zeng Guang, Epidemiologe des Gesundheitsamtes nach Angaben der "Global Times" vom Sonntag berichtete. Die Ergebnisse sollen mit Analysen aus anderen Länder verglichen werden, um die Herkunft zu ermitteln. Das Virus wurde bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Großmarkt zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden war. China importiert Lachs aus mehreren Ländern wie Norwegen, Chile, Australien, Kanada und von den Färöer-Inseln.

Zwar ist noch nicht sicher, ob die mutierte Version des Virus aus Europa stammt, jedoch haben sich Forscher bereits mit der in Europa verbreiteten Mutation des Virus befasst. Grundsätzlich sind Mutationen eines Virus vollkommen normal: Um sich zu verbreiten, muss sich der Erreger genetisch "kopieren" und dabei können zufällige Fehler - die eben genannten Mutationen - entstehen. Wie sich diese Veränderungen im Erbgut des Virus auswirken, ist unterschiedlich. Meistens fallen sie überhaupt nicht auf, es ist aber durchaus möglich, dass sie das Virus gefährlicher machen können.

Laut Berichten des Spiegel  haben kalifornische Forscher in einem Experiment nachgewiesen, dass die Mutation "D614G" des Coronavirus, die sich in Europa ausgebreitet hat, ansteckender ist. Einen Hinweis darauf gibt auch die Ausbreitung der mutierten Virusvariante im englischen Ort Sheffield: Hier konnten bei Patienten, die die Mutation in sich trugen, auch insgesamt mehr Viren gefunden werden. Ihr Krankheitsverlauf war dadurch allerdings nicht schwerer, als bei anderen Infizierten.

In einem Laborexperiment konnten die kalifornischen Forscher diesen Effekt ebenfalls beobachten und zogen den Schluss, dass durch die hohe Anzahl der Viren durch die Mutation, auch mehr Menschen angesteckt werden können. Ob sich dieser Effekt auch in der Realität bestätigen lässt, ist noch nicht klar. Zwar ist die untersuchte Mutation mittlerweile die dominante Version des Virus in Europa, dabei kann es sich jedoch auch um Zufall handeln, da es überhaupt die erste Version des Coronavirus auf dem Kontinent war. In den USA trat die Mutation ebenfalls auf, allerdings ließ sich dort nicht beobachte, dass sie sich schneller ausbreitet als andere Varianten des Erregers.

Weitere Mutationen könnten Corona auch schwächen. Der Berliner Virologe Christian Drosten erklärte in seinem NDR-Podcast zwei mögliche Verläufe. So könnte das Virus sich auf eine Weise anpassen, die die Nase stärker betrifft. Die Krankheit würde also mehr zu einem Schnupfen und weniger auf die Lunge gehen. Es wäre aber auch möglich, dass sich das Virus stärker vermehrt und die Symptome verschlimmert werden. Wenn sich die Menschen jedoch schneller krank oder schlimmer krank fühlen, bleiben sie auch eher zu Hause, wodurch die Ausbreitung wiederum verhindert wird. 

Update vom 15.06.2020, 21.00 Uhr: 192 registrierte Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 192 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186. 461 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 15.6., 0.00 Uhr).
Gestorben sind an dem Virus 8791 Menschen in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag.
Eine Infektion überstanden haben etwa 172 600 Menschen. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag erneut über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,19 (Datenstand 15.6., 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,05 gelegen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 15.6., 0.00 Uhr) zuletzt bei 0,95 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update vom 15.06.2020, 19.15 Uhr: Nach schwerem Corona-Ausbruch in Potsdamer Klinik: Ermittlung gegen Geschäftsführung und leitende Ärzte

Im März gab es einen schweren Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann. Mitarbeiter und Patienten erkrankten an dem neuartigen Virus, 47 Corona-Patienten sind in dem Klinikum verstorben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen drei leitende Ärzte und die damalige Geschäftsführung aufgenommen. "Ermittelt werde gegen die fünf Beschuldigten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. [...] In den Ermittlungsverfahren werde auch geprüft, ob sich die Mediziner auch wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz strafbar gemacht haben" teilte die Deutsche Presseagentur mit. Das Klinikum habe erst im Mai Fehler eingeräumt.

In den vergangenen Monaten kam es mehrmals zu Corona-Ausbrüchen in Kliniken  oder Pflegeheimen, zuletzt in Lichtenfels und Fürth. Bisher wurden aber jeweils immer sofort entsprechende Maßnahmen wie Besuchsverbot und Quarantäne unternommen.

Update vom 15.06.2020, 13.30 Uhr: Bund steigt bei deutschem Biotech-Unternehmen Curevac ein

Der Bund steigt beim Biotech-Unternehmen Curevac ein, das unter anderem einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Montag, für 300 Millionen Euro übernehme die bundeseigene Förderbank KfW rund 23 Prozent der Anteile. Ziel sei, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. Der Staat wolle keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen nehmen.

Altmaier sagte, die Beteiligung sei zugleich industriepolitisch von hoher Bedeutung. Wichtige Forschungsergebnisse und Technologien würden in Deutschland und Europa gebraucht. Hintergrund sei auch das Konjunktur- und Zukunftspaket der Bundesregierung in der Corona-Krise.

Hopp erklärte, er freue sich, dass auch von staatlicher Seite die Bedeutung der Biotechnologie erkannt und diese Schlüsselindustrie über die frühe Forschung hinaus unterstützt werde.

Weltweit gab es nach Angaben des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa) vom Mai mehr als 120 Impfstoff-Projekte, von kleinen Firmen wie Biontech aus Mainz oder Curevac in Tübingen bis zu Konzernen wie Sanofi und GlaxoSmithKline. Doch wann eine Impfung zugelassen wird, weiß derzeit niemand.

Update vom 14.06.2020, 16.45 Uhr: Corona-Warn-App startet am Dienstag

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und freigeschaltet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag in Berlin. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es.

Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark zunimmt.

Jeder kann frei entscheiden, ob er die App installieren möchte

Nach weiteren Informationen soll die App von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU), Vertretern der an der Entwicklung beteiligten Unternehmen T-Systems und SAP sowie Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) vorgestellt werden.

Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

App misst Kontakte über Bluetooth

Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Bei der App wurde ein mehrstufiges Datenschutzkonzept umgesetzt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber lobte es als "datenschutzfreundliche Lösung". Grüne und Linke hatte darüber hinaus eine eigene gesetzliche Grundlage für die App gefordert, um Diskriminierungen bei Alltagsgeschäften für Menschen zu verhindern, die die App nicht einsetzen wollen.

Update vom 14.06.2020, 9.55 Uhr: Große Nachfrage nach Haustieren während der Krise

In der Corona-Krise haben Menschen in Deutschland vermehrt Haustiere aus Tierheimen angefragt. Einige Heime hätten in den letzten Wochen sehr viele Anfragen erhalten, teilte der Deutsche Tierschutzbund mit. Das Berliner Tierheim bekam während der Krise beispielsweise an einem Wochenende 500 E-Mails. "Das ist vorher noch nie passiert", sagte die Sprecherin des Tierheims, Annette Rost.

In Köln ist ebenfalls eine gestiegene Nachfrage zu beobachten. "Bei Kaninchen zum Beispiel war es so, dass viele Menschen durch Corona Zeit hatten, endlich das schon lange geplante Gehege im Garten zu bauen und Tiere dann aufzunehmen", erklärte die erste Vorsitzende des örtlichen Tierschutzvereins, Anne Kolditz.

Der Deutsche Tierschutzbund führt die höhere Nachfrage auf die besonderen Umstände seit dem Ausbruch der Pandemie zurück. "Unsere Tiere fühlen mit uns, leisten uns Gesellschaft, lenken uns ab und spenden Trost", sagte Sprecherin Lea Schmitz.

Update vom 13.06.2020, 13.48 Uhr: Größerer Coronavirus-Ausbruch auf Pekinger Großmarkt 

Erstmals seit vielen Wochen erlebt Peking wieder einen größeren Ausbruch des Coronavirus. Auf dem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt wurden bei anfangs 500 Tests schon 45 Infektionen entdeckt. Der Xinfadi-Markt im Stadtviertel Fengtai, der rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der 20-Millionen-Metropole liefert, wurde geschlossen. Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt sowie neun Kindergärten und Grundschulen zugemacht. Rund 10.000 Händler und Mitarbeiter des Marktes sollen getestet werden.

Die Ermittler haben das Virus bis auf ein Hackbrett zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet wurde, wie der Chef des Großmarktes der Pekinger Zeitung "Beijing Qingnianbao" berichtete. Der Lachs wiederum stammte von einem anderen Markt für Meeresfrüchte. Viele Supermärkte in Peking nahmen daraufhin importierten Lachs aus ihren Regalen. Ob der Fisch aus Norwegen kam, von wo viel Lachs nach China importiert wird, war anfangs unklar.

Großaufgebot von Sicherheitskräften in Peking

Der Xinfadi-Markt ist der größte in Peking und hat eine Fläche von 112 Hektar - umgerechnet rund 150 Fußballfelder. Er soll "umfassend" desinfiziert werden. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften marschierte auf, um das Gelände zu sichern. Auch andere Märkte in Peking mussten ihre Tore für Untersuchungen schließen. Die Zeitung "Global Times" zitierte Experten, nach deren Ansicht die Versorgung der Hauptstadt mit Lebensmitteln beeinträchtigt werden dürfte.

Von Donnerstag bis Freitag waren bereits sieben neue Ansteckungen mit Sars-Cov-2 in Peking berichtet worden - die ersten lokalen Infektionen in der Hauptstadt seit eineinhalb Monaten. Alle hatten nach Angaben von "China Daily" eine Verbindung zu dem Xinfadi-Markt, auf den sich die Ermittlungen daraufhin konzentrierten. Die bei den ersten Tests zunächst entdeckten 45 Infizierten zeigen nach Angaben lokaler Medien zunächst keine Symptome.

Angst vor einer zweiten Welle

Die neuen Fälle weckten die Angst vor einer zweiten Welle mit dem Virus in China, das den Ausbruch bislang weitgehend im Griff hatte. So wurden in Peking sofort alle Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zuletzt hatte China nur noch vereinzelt Infektionen gemeldet, die meistens aus dem Ausland importiert waren. Chinas Hauptstadt war schon seit Beginn der Pandemie in Wuhan in Zentralchina vor einem halben Jahr besonders geschützt und stärker als andere Städte vom Rest des Landes abgeschottet worden. Die scharfen Sicherheitsvorkehrungen waren erst vor wenigen Wochen gelockert worden.

Der Covid-19-Krisenstab der Hauptstadt kündigte an, die Kontrolle von Fracht und Reisenden bei der Einreise verschärfen zu wollen, um eine weitere Einschleppung des Virus zu verhindern. China vergibt ohnehin keine Visa mehr an Ausländer und beschränkt die Einreise von heimkehrenden Chinesen, indem internationale Flüge stark begrenzt sind und Corona-Tests sowie 14 Tage Quarantäne verlangt werden.

Peking hat 98 Labors, die eine Kapazität von mehr als 90.000 Tests pro Tag haben, berichtete ein Sprecher der Gesundheitskommission der Stadt "China Daily" zufolge. "Es wird genug sein, um den Bedarf zu decken." In der Elf-Millionen-Metropole Wuhan, wo das Virus Anfang Dezember erstmals entdeckt worden war, hatten die Behörden in der zweiten Maihälfte fast zehn Millionen Menschen getestet. Dabei waren nur noch 300 asymptomatische Fälle entdeckt worden.

Schon in Wuhan wurde ein Markt mit Meeresfrüchten, wo auch wilde Tiere verkauft worden waren, als möglicher Ursprung des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 verdächtigt, die sich seither in der ganzen Welt ausbreitet. Mehr als sieben Millionen Infektionen sind weltweit gezählt worden, mehr als 400.000 Menschen sind gestorben.

Update vom 13.06.2020, 09.05 Uhr: Ärzte setzen auf Verbesserungen der Krisenmechanismen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt dringt angesichts der Corona-Pandemie auf weitere Verbesserungen der Krisenmechanismen. "Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, damit wir für ein mögliches Wiederaufflackern der Corona-Infektionen und für künftige Epidemien gut gerüstet sind", sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Die Krise habe gezeigt, dass engere europäische Vernetzung und Abstimmung nötig seien. Das gelte für Meldestrukturen, technische Plattformen von Corona-Apps, Vorräte an Schutzausrüstung und das Entwickeln von Medikamenten und Impfstoffen.

"In Deutschland hat die Politik vieles richtig gemacht", sagte Reinhardt. "Trotzdem müssen wir auch hier Strukturen reformieren." Die Zuständigkeiten von Bund und Ländern in Krisenzeiten seien klar zu regeln. "Wir brauchen ein vernetztes System von Krisenstäben, das dauerhaft auf Standby geschaltet ist." Nachzuhalten sei zudem, dass Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen Pandemiepläne regelmäßig aktualisierten und zu Übungszwecken scharf schalteten.

Reinhardt befürwortete weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen, deren Auswirkungen aber sehr genau zu beobachten seien. Auch nach den bisherigen Öffnungsschritten spiele sich das Infektionsgeschehen glücklicherweise nach wie vor auf einem niedrigen Niveau ab. "Es ist deshalb geboten und auch aus Sicht des Infektionsschutzes durchaus verantwortbar, die Aufhebung weiterer Einschränkungen zu prüfen."

Update vom 12.06.2020, 10.57 Uhr: Hygienearzt Zastrow: Keine Gefahr bei zerknüllten Schutzmasken

Der Hygienearzt Klaus-Dieter Zastrow hat Kritik an der Aussage des Bonner Virologen Hendrik Streeck geübt. Streeck hatte sich bezüglich des Einsatzes von Atemmasken im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch geäußert: "Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen", sagte Streeck der "Neuen Osnabrücker Zeitung" . "Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze", so der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn.

Dieser Aussage widerspricht nun Klaus-Dieter Zastrow, Leiter des Hygiene-Instituts des Regiomed-Klinikverbunds: Bakterien auf der Maske, die nach dem direkten Tragen zusammengeknüllt und eingesteckt werden,  würden in der Hosentasche absterben. "Wenn sie nicht eine gewisse Feuchtigkeit haben und eine Temperatur von mindestens 37 Grad, passiert da überhaupt nichts", sagte er in einem Interview mit der "Welt".  Auch in Krankenhäusern würde die Mund-Nase-Bedeckung über mehrere Stunden hinweg getragen.  "Wenn dann erzählt wird, dass die Leute davon krank werden, ist das kompletter Unsinn."

Er merkte an, dass Hygieniker zur Corona-Krise insgesamt zu wenig befragt worden seien. Die Virologen seien in ihrem Fachbereich zwar hervorragend, von Hygiene allerdings hätten sie "nicht die blasseste Ahnung", so Zastrow.

Update vom 11.06.2020, 16.15 Uhr: Weitere Infizierte nach Corona-Ausbruch auf bayerischem Spargelhof

Nach 21 positiven Corona-Tests bei Erntehelfern auf einem Spargelhof im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg hat das dortige Gesundheitsamt 500 Mitarbeiter des Betriebs getestet. Unter ihnen gebe es weitere Corona-Fälle, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag mit. Bei 200 dieser Mitarbeiter stehe das Ergebnis noch aus, hieß es weiter. Symptome waren bei keinem der Getesteten aufgetreten. Die neuen Infektionszahlen sollen am Montag bekanntgegeben werden.

Offenbar beschränken sich die neuen Corona-Fälle in Aichach-Friedberg auf den Spargelhof: "Außerhalb des Spargelhofs sind die Infiziertenzahlen im Landkreis weiterhin völlig unauffällig, lagen zuletzt bei Null", teilte das Landratsamt am Mittwoch mit.

Die Rate der positiven Corona-Testergebnisse in Deutschland war laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) (10.06.) in der vergangenen Woche so niedrig wie noch nie seit Anfang März: Nur 0,1 Prozent der durchgeführten Tests wiesen eine Infektion nach. Anfang April (Kalenderwoche 14) hatte die Rate der positiven Testergebnisse noch bei 9 Prozent gelegen.

122 von 412 Landkreisen meldeten in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen an das RKI. Vergleichsweise hohe Neuinfektionsraten gibt es demnach etwa in Bremerhaven, Coburg, Sonneberg, Cuxhaven, Göttingen und Hersfeld-Rotenburg.

Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem RKI in Deutschland 555 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185 416 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 11.6. 0 Uhr).

8755 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 26 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Update vom 11.06.2020, 06.55 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in USA

Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich in den USA seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das ging in der Nacht zum Donnerstag aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Landesweit starben bisher knapp 113.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Hinter den USA liegt Brasilien mit rund 772.000 Infizierten, gefolgt von Russland mit knapp einer halben Million infizierter Menschen.

Die zweithöchste Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus meldete zuletzt Großbritannien mit knapp 41.000, dahinter liegt Brasilien mit rund 40.000.

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert.

Update vom 10.06.2020, 16.20 Uhr: Wegen Corona-Lockerungen - Bayern wirft Thüringen Verantwortungslosigkeit vor

Bayerns Staatsregierung hat die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen zur Corona-Bekämpfung im Nachbarland Thüringen massiv kritisiert. "Es ist unverantwortlich, dass Thüringens Regierung an ihrem umstrittenen Kurs beim Umgang mit der Corona-Pandemie festhält", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch (10. Juni 20202) in München. Obwohl die Infektionszahlen in ganz Deutschland zurückgingen, "sind wir noch nicht über dem Berg". Sie verwies in dem Kontext insbesondere an die aus bayerischer Sicht "leicht erhöhten Infektionszahlen genau an der Grenze zu Thüringen und auch in Thüringen selbst, etwa im Landkreis Sonneberg".

"Ganz wichtig ist nun, dass die erforderlichen Abstandsregelungen und Hygienekonzepte sowie die Maskenpflicht eingehalten werden", betonte Huml. Umsicht und Vorsicht müssten weiter das Handeln bestimmen. Die erzielten Erfolge dürften nicht verspielt werden.

Bayern werde weiter genau beobachten und wachsam sein, wie sich die Lockerungen auswirkten, betonte Huml. Weiter: "Bei weiterhin günstigem Verlauf des Infektionsgeschehens kommen Änderungen der allgemeinen Kontaktbeschränkungen in absehbarer Zeit auch in Bayern in Betracht". Für eine Entscheidung darüber sei es jetzt aber noch zu früh. Am Dienstag hatte das thüringische Kabinett in Erfurt beschlossen, zum 13. Juni die während der Corona-Pandemie eingeführten Kontaktbeschränkungen wegfallen zu lassen. An ihre Stelle tritt eine Empfehlung an die Menschen, sich nicht mit mehr als zehn weiteren Menschen oder einem weiteren Haushalt zu treffen. Künftig dürfen auch Einrichtungen wie Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos wieder öffnen.

Update vom 10.06.2020, 12.00 Uhr: Grenzkontrollen zu vier Ländern werden aufgehoben

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat am Mittwoch (10. Juni 2020) angekündigt, dass die Grenzkontrollen zu vier Ländern bald aufgehoben werden. Ab dem 15. Juni 2020 entfallen diese an den Grenzen zu Frankreich, Österreich, Dänemark und der Schweiz. Die Freizügigkeit innerhalb der EU sei somit wiederhergestellt, sagte Seehofer. 

Falls sich die Corona-Lage "wider Erwarten verschlechtern, werden wir im Kabinett überlegen, was wir tun", so der Minister. Mit der Aufhebung der Grenzkontrollen fallen auch die Quarantänebestimmungen weg. 

Ab dem 21. Juni 2020 sollen auch die Corona-Bestimmungen für Spanien aufgehoben werden. Hintergrund dessen ist, dass Spanien ihre Grenzkontrollen auch erst ab dem 21. Juni aufhebt. "Wir handeln da gleichberechtigt", so Seehofer. 

Update vom 10.06.2020, 10.40 Uhr: Virologe Streeck warnt - Masken sind "wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze"

Der Virologe Hendrik Streeck sieht den Einsatz von Atemmasken im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch. "Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen", sagte der Bonner Virologe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze", so Steeck, der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn ist.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das allgemeine Tragen von einfachem Mund- und Nasenschutz in der Öffentlichkeit weiter skeptisch. Sie hatte ihre bis dahin kritische Haltung gegenüber dem Tragen von Mundschutz in der Allgemeinbevölkerung zwar kürzlich geändert: Selbstgemachte Masken aus Stoff oder solche aus dem Supermarkt seien durchaus empfehlenswert in öffentlichen Verkehrsmitteln, Läden und anderen Einrichtungen, wo ein Abstand von mindestens einem Meter nicht eingehalten werden könne, heißt es in Anfang der Woche veröffentlichten Empfehlungen.

Die Organisation warnte aber erneut, dass solche Masken das Risiko einer Ansteckung auch erhöhen können. Etwa, wenn die Masken oft angefasst oder zeitweise nach unten ans Kinn und dann wieder über Mund und Nase gezogen würden. Außerdem könne ein falsches Sicherheitsgefühl die Träger veranlassen, weniger oft die Hände zu waschen oder weniger Abstand zu halten. Die Masken machten nur Sinn, wenn sie sachgemäß verwendet und alle anderen Vorgaben eingehalten werden, so die WHO.

Die Masken sollten demnach aus drei Schichten bestehen: einer inneren etwa aus Baumwolle, einer zweiten aus einem thermoplastischen Kunststoff wie Polypropylen und einer äußeren aus Polyester. Sie sollten nur mit sauberen Händen und nur an den Halterungen angefasst und einmal am Tag bei mindestens 60 Grad oder in einer verdünnten Chlorlösung gewaschen werden. Medizinische Masken seien sinnvoll für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Covid-19-Patienten sowie ihre Pflegekräfte und Menschen ab 60 oder gesundheitlich vorbelastete, hieß es von der WHO auch.

Update vom 09.06.2020, 20.15 Uhr: Reisewarnung wird für mehr als 160 Länder bis Ende August verlängert

Die Bundesregierung will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen aber gegebenenfalls Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden, die bestimmte Kriterien erfüllen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch einen entsprechenden Beschluss fassen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt - und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil in diesen beiden Ländern noch Einreisesperren gelten.

Für die anderen mehr als 160 Länder soll die Reisewarnung nun zunächst pauschal bis zum 31. August verlängert werden. Gleichzeitig sollen aber Ausnahmen ermöglicht werden. Dafür sollen Kriterien aufgestellt werden. Dabei sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

Zu den betroffenen Ländern außerhalb der Europäischen Union zählen auch Hauptreiseländer, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland der Deutschen.

Update vom 09.06.2020, 13.15 Uhr: Thüringen beendet Kontaktbeschränkungen

Am Dienstag vermeldete der Kreis Sonneberg einen weiteren Todesfall und zehn neue Fälle - dennoch will der Freistaat laut dpa bereits am Samstag alle Kontakbeschränkungen aufheben. Statt Verboten wolle die Landesregierung demnach nur noch mit Empfehlungen arbeiten. Das Kabinett beschloss, den Thüringer Bürgern weiterhin zu empfehlen, sch nur mit einem weiteren Hausuhalt oder maximal zehn Menschen zu treffen. 

Bund und Länder hatten ursprünglich miteinander vereinbart, die Kontaktbeschränkungen in einer abgemilderten Form noch bis zum 29. Juni zu verlängern. Etliche Bundesländer haben die Regeln bereits gelockert. In Thüringen werden die Beschränkungen nun zum 13. Juni aufgehoben. 

Eine Maskenpflicht bleibt in Thüringer Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr bestehen. Mit der neuen Verordnung dürfen aber noch mehr Einrichtungen wieder öffnen - zum Beispiel Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos. Allerdings müssen dafür zunächst Infektionsschutzkonzepte genehmigt werden.

Dorf- und Volksfeste sowie Festivals sollen in Einzelfällen wieder erlaubt werden können. Die Genehmigung sei aber zu versagen, wenn die Veranstaltung mit ihren Charakteristika "in besonderem Maße geeignet ist, die Ausbreitung der Pandemie zu fördern", heißt es in der neuen Grundverordnung.

Bordelle, Diskotheken und Swingerclubs bleiben weiterhin geschlossen. Institutionell geförderte Theater und Orchester sollen ihren Spielbetrieb erst nach dem 31. August wieder aufnehmen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich bereits Ende Mai für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land zentral verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte, sondern nur lokale Regeln. Dieses Vorpreschen war bundesweit auf viel Kritik, aber auch auf Zustimmung gestoßen.

Update vom 09.06.2020, 10.45 Uhr: Beispielloser Exporteinbruch in Deutschland

Der deutsche Export ist im April in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950 Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24,0 Prozent.

Das Schließen von Grenzen gerade auch im europäischen Binnenmarkt, die weltweite Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der See- und Luftfracht führten zu einem drastischen Rückgang der Ausfuhren. Die Importe verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat.

Je nach Handelspartner waren die Exporte unterschiedlich stark beeinträchtigt: Die Ausfuhren nach China gingen im April 2020 vergleichsweise moderat um 12,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Das Corona-Virus war zuerst in der Volksrepublik festgestellt worden und hatte dort zeitweise zu drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt.

Im März hatten sich die Pandemie dann in Europa und den Vereinigten Staaten ausgebreitet. Die Exporte in die besonders betroffenen Länder Frankreich (minus 48,3 Prozent), Italien (minus 40,1 Prozent)
und Vereinigte Staaten (minus 35,8 Prozent) brachen gegenüber dem Vorjahresmonat ein.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet mit einem Rückgang der Exporte im Gesamtjahr um mindestens 15 Prozent. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet ein Minus von 15 Prozent bei der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen. Da das wirtschaftliche Wachstum bei nahezu allen Handelspartnern dramatisch einbreche, werde auch die Nachfrage nach "Made in Germany" deutlich sinken, erläuterte der BDI.

Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) könnte der Welthandel in diesem Jahr um 13 bis 32 Prozent zurückgehen, je nach Verlauf der Corona-Pandemie. Schon 2019 hatte der Welthandel mit Waren stagniert, belastet von internationalen Handelskonflikten und der Abkühlung der globalen Konjunktur.

Update vom 09.06.2020, 09.00 Uhr: "Sargnagel" für Corona-Regeln - Lauterbach äußert sich zu Demonstrationen

Karl Lauterbach (SPD) hat sich zur aktuellen Debatte rund um Demonstrationen in der Corona-Krise geäußert. Der Gesundheitsexperte fordert strengere Regeln, um eine zweite Infektionswelle in Deutschland zu verhindern. 

"Solche Demonstrationen sind ein Sargnagel für die noch bestehenden Regeln", sagte Lauterbach dem Tagesspiegel.

Bei lauten Sprechchören seien auf den Demonstrationen Unmengen an Aerosolen freigesetzt und auf engstem Raum verteilt worden. "Viel zu viele Leute, zu wenige Masken, zu wenig Abstand - das ideale Super-Spreading-Event!", ergänzte Lauterbach. 

inFranken.de-Autor Tobias Utz kritisiert die Demonstrationen am Wochenende ebenfalls: "Leichtsinnig & naiv: Rassismus-Demonstrationen in der Corona-Krise - ein Kommentar"

Update vom 08.06.2020, 19.30 Uhr: Studie beweist Wirksamkeit von Mund-Nasen-Schutz

Maskenpflicht, ja oder nein? Eine neue Studie beweist, dass die Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutz durchaus ihre Berechtigung hat. Die Johannes Gutenberg-Universität aus Mainz teilte am Montag (08.06.2020) die Ergebnisse der Arbeit mit. Beteiligt waren außerdem Forscher der Universität Kassel, der Technischen Universität Darmstadt und der University of Southern Denmark.

Ausgangspunkt der Studie war die Stadt Jena, denn dort wurde die Maskenpflicht bereits Anfang April - also zwei bis drei Wochen vor dem Start in den meisten anderen Städten - eingeführt. Die Zahl der Corona-Infizierten ist danach nur noch leicht angestiegen. Die Wissenschaftler verglichen die Infektionszahlen mit Städten, die von der Bevölkerung und Struktur ähnlich aufgebaut sind. Aus diesen wurde dann ein Durchschnitt berechnet, der quasi ein künstliches Jena ohne Mundschutzpflicht darstellte.

Das Ergebnis zeigt "eine signifikante Kluft" zwischen Jena und Städten ohne Maskenpflicht. Nach 20 Tagen war die Zahl der Corona-Infizierten in Jena um 16 Fälle gestiegen - in anderen Städten lag der Anstieg bei durchschnittlich 62 Fällen.

Zusätzlich verglichen die Forscher den Verlauf der Corona-Fallzahlen mit Städten und Gemeinden, die die Pflicht erst zwei bzw. drei Wochen nach Jena eingeführt hatten. Auch hier zeigte sich, dass die Ausbreitung des Coronavirus durch die Maskenplicht deutlich verlangsamt wurde. 

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Maskenpflicht ein Baustein auch für die weitere Eindämmung von Covid-19 ist", sagt Klaus Wälde von der Universität Mainz. Die Ergebnisse der Studie unterstützen ebenso die Aussagen von Virologen und Epidemiologen, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes den Luftstrom beim Sprechen hemmt und dadurch die Übertragung der Viren über Luftpartikel verringert.