• Uni Würzburg untersucht neuen Therapieansatz
  • Virus soll vom Immunsystem eliminiert werden
  • Wirkstoffe könnten Infektion verhindern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten derzeit Impfstoffe als vielversprechendste Mittel. Wissenschaftler der Universität Würzburg forschen nun an einem neuen Therapieansatz: Das menschliche Immunsystem soll Viruspartikel erkennen und beseitigen. Die Erkenntnisse könnten auch für künftige Viren bedeutend werden.

Neuer Therapieansatz entwickelt - Immunsystem soll Virus eliminieren

Das Forschungsprojekt soll schon in diesem Monat beginnen und bekommt für seine hohen Ziele einen 2,3 Millionen Euro schweren Zuschuss vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Um einen neuen Therapieansatz zu entwickeln, arbeiten Experten aus Jena, Würzburg und Hamburg aus den Bereichen der Wirkstoffentwicklung, Infektionsmedizin und Virologie zusammen. 

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Ziel sei es, dem menschlichen Immunsystem beizubringen, "die Viruspartikel eigenständig zu erkennen und zu beseitigen", heißt es in der Pressemitteilung der Universität Würzburg. Entscheidend dafür sei das "Schlüssel-Schloss-Prinzip", welches sich viele Viren, wie auch das Coronavirus Sars-CoV-2, zunutze machen, um in die menschlichen Zellen einzudringen. Hierbei interagiert das sogenannte "Spike-Protein" des Coronavirus mit den Rezeptoren menschlicher Zellen und dringt so in das Zellinnere vor. Da die Viren sehr klein sind, können sie von den menschlichen Fresszellen nicht aufgenommen und zerstört werden. 

Genau dieser Schritt soll in dem Forschungsprojekt verhindert werden. Dazu entwickeln die Wissenschaftler maßgeschneiderte Aggregate - sozusagen künstliche Kopien - der Rezeptoren einer menschlichen Zelle. Damit soll das Virus gewissermaßen ausgetrickst werden, indem es sich an den künstlichen Rezeptor statt an die menschliche Zelle bindet. "So könnten die Zellen des Immunsystems die Viren erkennen und eigenständig eliminieren", erklärt der Molekularbiologe und Direktor des Leibniz-Hanz-Knöll-Institus, Axel Brakhage. 

Potenzielle Wirkstoffe werden unter Laborbedingungen getestet

Im nächsten Schritt sollen die Wirkstoffe auf Funktionalität und Verträglichkeit analysiert werden, zudem sollen dann die Möglichkeiten für eine therapeutische Nutzung geprüft werden. Die Untersuchungen werden unter Laborbedingungen durchgeführt und von der Würzburger Virologin Simone Backes und dem Immunologen Georg Gastgeiger begleitet. Die beiden Experten erforschen dabei, ob der Wirkstoff mithilfe der künstlichen Aggregatoren tatsächlich eine Corona-Infektion verhindert.

Zusätzlich plant das Forscherteam, die antiviralen Eigenschaften der Wirkstoffe "in einem humanen Lungenmodell" zu evaluieren, wird Gülsah Gebriel, Leiterin der Abteilung "Virale Zoonosen - One Health" am Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg, zitiert. 

An dem Projekt sind Forschende des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut – (Leibniz-HKI), der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie des Heinrich-Pette-Instituts, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg beteiligt. Gemeinsam sind sie ein Teil des Forschungsnetzwerks "InfectControl", zu deren Hauptzielen die Suche nach neuen Wirkstoffen zählt.

Auch interessant: Die Uni Würzburg hat vor ein paar Monaten bereits ein Antidepressiva auf seine Wirkung gegen Covid-19 untersucht - und kam zu einem überraschendem Ergebnis.  

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