Berlin
Zahnbehandlung

Corona-Infektion beim Zahnarzt? So hoch ist das Infektionsrisiko wirklich

Aufgrund des Coronavirus fürchten viele Menschen den Gang zum Zahnarzt. Dabei sind die Hygienevorschriften in den Zahnarztpraxen extrem genau. Ist das Infektionsrisiko beim Zahnarzt dennoch höher - oder ist die Angst unbegründet?
 
Mund-und Nasenschutz, Handschuhe und Schutzbrille: Die Hygienestandards in deutschen Zahnarztpraxen waren schon vor der Corona-Krise sehr hoch. Symbolfoto: Hans Wiedl/dpa
Mund-und Nasenschutz, Handschuhe und Schutzbrille: Die Hygienestandards in deutschen Zahnarztpraxen waren schon vor der Corona-Krise sehr hoch. Symbolfoto: Hans Wiedl/dpa

Aufgrund des Coronavirus waren die Zahnarztpraxen in Deutschland zeitweise kaum bis gar nicht besucht. Das Fernbleiben von zahnärztlichen Untersuchungen erhöht allerdings das Karies-Risiko. Nachdem sich die gesellschaftliche Lage inzwischen etwas normalisiert hat, treten auch wieder mehr Patienten den Weg zum Zahnarzt an.

Doch die Angst vor einer Corona-Infektion beim Zahnarzt bleibt bestehen - zu Unrecht? Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) erklärt, dass die Hygienemaßnahmen allerhöchsten Standards entsprechen. Auch einige Behandlungsmethoden wurden aufgrund einer Infektionsgefahr angepasst.

Coronavirus beim Zahnarzt: Hygienestandards in Zahnarztpraxen top 

Wer lange nicht zum Zahnarzt geht, läuft Gefahr, Karies zu bekommen. Und das kann schlimme Folgen haben, denn: Wenn Karies nicht behandelt wird, muss möglicherweise der Gang ins Krankenhaus angetreten werden. Eine Wurzelentzündung oder ein Abszess können innerhalb weniger Wochen entstehen - ohne rechtzeitige Behandlung. Die Angst, sich beim Zahnarzt mit dem Coronavirus anzustecken, ist aufgrund der nahen Behandlung am Körper weit verbreitet - dabei wird beim Zahnarzt besonders viel Wert auf Hygiene gelegt.

Schon vor der Corona-Pandemie galten bei Zahnarztpraxen höchste Hygienestandards. Laut der BZÄK werden Behandlungen nur unter Berücksichtigung eines Hygieneplans durchgeführt, der sich an den Empfehlungen des Robert Koch Instituts orientiert. So konnte auch während vergangener Grippewellen die Infektionsgefahr auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden. Sich nun mit Sars-CoV-2 beim Zahnarzt zu infizieren, wird als äußerst unwahrscheinlich eingeschätzt - sofern die Hygieneregeln konsequent eingehalten werden.

Hierzu zählen zum Beispiel das Tragen von besonderen Schutzmasken, Handschuhen und eine Mundspülung vor der Behandlung. Auch sollen abseits einer Behandlung alle allgemeinen Schutzvorkehrungen, wie Abstandsregelungen, regelmäßiges Händewaschen und eine telefonische Absprache zum Corona-Risiko der Patienten, eingehalten werden.

Coronavirus: Tröpfcheninfektion beim Zahnarzt vermeiden

Zudem solle beim Zahnarztbesuch möglichst die Verwendung von feinen Wasserdämpfen vermieden werden. Solche Aerosole (feine Tröpfchen) können in Form von Spraynebel unter anderem durch den Einsatz von Kühlwasser oder eines Pulverstrahls entstehen. Zwar gebe es bislang keinen Nachweis, dass Covid-19 durch Aerosole in der Zahnmedizin übertragen wurde, dennoch soll aus vorbeugenden Gründen auf die Verbreitung von solchem Spraynebel verzichtet werden.

Mithilfe von einer effektiven Absaugung kann dies verhindert werden. Und auch der Einsatz von anderen Werkzeugen, etwa eines langsameren Bohrers, kann dabei helfen - auch, wenn die Behandlung dann etwas länger dauert.

Mittlerweile sind auch Vorsorgebehandlungen wieder weitgehend an der Tagesordnung. Patienten nutzen diese Möglichkeit nun immer öfter - und das ist gut. Denn für die Gesundheit der Zähne ist eine regelmäßige Prävention enorm wichtig. Hier spielt auch das Bonusheft für Kassenpatienten eine wichtige Rolle. Wer ein ganzes Jahr nicht zum Zahnarzt geht, dem kann der Bonus entzogen werden. Das kann teuer werden, sollten zukünftig einmal  Zahnersatzbehandlungen anstehen - denn der Kostenzuschuss reduziert sich bei einem lückenhaften Bonusheft.

Übrigens: Nach Einschätzung der BZÄK gebe es keine Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsrisiko in zahnärztlichen Praxen. Die äußerst geringe Infektionsrate sei vor allem auf die hohen Hygienestandards und deren konsequenter Einhaltung zurückzuführen.

ml