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Corona-Lockerungen in Bayern: Wiedereröffnung der Fitnessstudios- Termin steht fest

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete vergangenen Dienstag bei einer Pressekonferenz eine gute Nachricht für die Fitnessstudio-Betreiber und alle Studiogänger. Es werden schon bald alle Fitnessstudios in Bayern wieder öffnen dürfen. Eine Krankenkasse gibt Tipps, wie man das Infektionsrisiko beim Trainieren im Fitnessstudio gering hält.
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Auch der letzte Sportmuffel sehnt sich so langsam wieder nach Bewegung: Um sich von der Corona-Pandemie ablenken oder mal wieder etwas für die Gesundheit tun zu können, wünschen sich viele die Eröffnung der Fitnessstudios. Normalerweise besuchen über 11 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig ein Fitnessstudio - doch in Bayern sind sie aktuell noch geschlossen. Wahnsinnig beliebt sind daher momentan Trimm-Dich-Pfade - diese gelten als gute Alternative zu Fitnessstudios. Doch wann öffnen Fitnessstudios wieder? Und wie wird mit den gezahlten und noch ausstehenden Beiträgen umgegangen? i

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Update vom 26.05.2020: Söder verkündet - Fitnessstudios in Bayern dürfen ab 8. Juni öffnen

Am Dienstag (26. Mai) verkündete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Nachricht, auf die Fitnessfans und nicht zuletzt auch die Betreiber von Fitnessstudios lange gewartet haben. Die Studios in Bayern dürfen wieder öffnen.

Lange mussten sie warten, nun gibt es endlich auch eine Perspektive für die Fitnessstudios in Bayern. Sämtliche Studios dürfen ab dem 8. Juni 2020 wieder öffnen. Die Betreiber müssen sich allerdings an bestimmte Vorgaben halten. Details dazu verkündete Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag (26. Mai) bei einer Pressekonferenz.

Die Fitnessstudio-Kette McFit berichtet, dass Umkleidekabinen und Duschen voraussichtlich geschlossen bleiben werden. McFit bittet die Mitglieder auch, maximal eine Stunde zu trainieren, da die Anzahl der Mitglieder im Studio begrenzt ist. Es muss der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden, aber Schutzmasken müssen nicht getragen werden. Kurse und Gruppentrainings werden weiterhin nicht stattfinden. Die Geräte im Studio sind so aufgestellt, dass man auch beim Trainieren genug Abstand halten kann. Dabei soll auch immer das eigene Handtuch untergelegt werden.

Tipps zur Verringerung des Ansteckungsrisikos im Fitnessstudio

Die Fitnessstudio-Kette "Mrs.Sporty" ist speziell für Frauen und bietet funktionelles Training mit dem eigenen Körpergewicht an. Schon vor Corona war die Verweildauer dort durch die 30-minütigen Trainingseinheiten sehr kurz. Nun bekommt jedes Mitglied beim Training einen gekennzeichnet Bereich zur Verfügung gestellt. Beim Betreten und Verlassen des Clubs, sowie außerhalb des Trainingsbereichs muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Im Fitnessstudio besteht keine Maskenpflicht. Die Krankenkasse Barmer Bayern rät jedoch dazu, eine Maske beim Sport zu tragen. Am besten sollte man beim Training seine Masken mehrmals wechseln, da sie durch die verstärkte Atmung schneller durchfeuchten.

Die Landesgeschäftsführerin der Barmer Bayern, Claudia Wöhler, ist der Meinung, dass die Atemmuskulatur durch das Tragen einer Maske sogar bis zu einem gewissen Grad gestärkt werden könnte. Denn durch die Maske bekäme man auch etwas schlechter Luft. Wöhler rät außerdem dazu, dass beim Training alle Personen in die gleiche Richtung blicken. So soll man verhindern, dass sich die Sportler gegenseitig ins Gesicht atmen. Ansonst sollte man sich nicht ins Gesicht fassen und nach dem Training gründlich die Hände waschen.

Fränkisches Fitnessstudio: "Wir können die Zweifel an der Umsetzung der Hygienevorschriften nicht verstehen"

Ulrike Gspahn, die zusammen mit ihrem Mann ein Fitnessstudio in Fürth betreibt, ist ratlos. Für sie ist es nicht erklärbar, dass Gastronomie und Bekleidungsgeschäfte bereits wieder geöffnet sind, aber Fitnessstudios weiterhin geschlossen bleiben. Dabei schadet gerade die Schließung der Studios der Gesundheit vieler Mitglieder. Lesen Sie hier mehr.

Update vom 18.05.2020, 14.45 Uhr: Österreich öffnet Fitnessstudios

Laut der Kronen Zeitung können die Fitnessstudios in Österreich ab dem 29. Mai wieder öffnen - unter strengen Vorschriften. Als am 20. März 2020 die Ausgangsbeschränkungen in Bayern verhangen wurden, kündigte Söder an, Bayern würde sich ab diesem Zeitpunkt "eins zu eins" an Österreich orientieren.

Deshalb wird nun spekuliert, ob Söder seiner Linie treu bleibt und beschließt, bayerische Studios ebenfalls Ende Mai oder zwei Wochen später wieder zu öffnen. Doch ein konkreter Termin ist noch nicht in Sicht.

Das Fitnessstudio Injoy  in Estenfeld (Kreis Würzburg) hat nun seine eigene Zwischenlösung für sich und seine Mitglieder gefunden. Hier können Kleingruppen von bis zu vier Personen ein Outdoor-Training auf dem Studio-Parkplatz absolvieren. Dazu bedarf es einer vorherigen Anmeldung. So kann die begrenzte Teilnehmeranzahl und auch der nötige Mindestabstand eingehalten werden. Doch die Inhaberin Silke Kestler betont auch, dass das keine Dauerlösung sein kann.

Update vom 16.05.2020, 17.00 Uhr: Erste Fitnessstudios wieder geöffnet

Einige Fitnessstudios haben bereits wieder geöffnet. Warum das erlaubt ist, geht aus einem Schreiben des Bayerischen Verwaltungsgerichts hervor, das vom "Deutschen Fitnessstudio-Verband (DSSV)" veröffentlicht wurde. 

Darin heißt es: "Der Betrieb von Studios zur Durchführung Elektrischer Muskelstimulations-Trainings (EMS) in Form von Personal Trainings (Einzeltrainings oder Trainings für zwei Personen, die demselben Hausstand angehören) in kontaktfreier Durchführung ohne Verwendung von Sporthilfsmitteln (z.B. Hanteln, Gewichte etc.) ist zulässig." Als Bedingung gilt dass die Vorgaben des Infektionsschutzes eingehalten werden. 

Zudem gilt während des Trainings in "EMS"-Fitnessstudios: 

  • Mundschutz-Pflicht: "Das Personal, insbesondere die Trainer, und der Kunde haben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen."
  • Mindestabstand: "Während des Trainings ist ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen dem Trainer und dem Kunden einzuhalten."
  • Trainierende: "Es dürfen nicht mehrere Trainings gleichzeitig stattfinden." Zudem muss das Training kontaktfrei ablaufen. 

Der Entscheidung, dass "EMS"-Fitnessstudios wiederöffnen dürfen, geht die Klage eines Würzburger Betreibers vorraus. 

Update vom 13.05.2020, 14.00 Uhr: Mit diesen Auflagen könnten Fitnessstudios in Bayern wieder öffnen

Trainingseinrichtungen sind in Bayern weiterhin geschlossen.Der Münchner Radiosender Charivari  listet auf seiner Onlineseite Vorschläge für Maßnahmen, unter denen eine Wiedereröffnung der Sporteinrichtungen erfolgen könnte auf. Diese richten sich nach  einer Empfehlung des Deutschen Industrieverbandes für Fitness und Gesundheit e.V. .

  • Desinfizieren der Hände vor dem Betreten des Studios
  • Dokumentation der Betretens und Verlassens der Einrichtung um im Ernstfall eine Infektionskette nachvollziehen zu können 
  • Maximal ein Sportler pro sieben Quadratmeter 
  • Eine maximale Trainingsdauer von 60 Minuten
  • Mindestens 1,5 Meter Abstand zwischen den Trainierenden und auch zwischen den einzelnen Geräten
  • Bei Kursen muss ein Mindestabstand von 2 Metern eingehalten werden
  • Mitarbeiter müssen eine Maske tragen
  • Die Kontaktfläche der Sportgeräte muss nach jeder Trainingseinheit desinfiziert werden
  • Die Nutzung von Duschen, Saunen, Schwimmbecken und Solarien etc. ist auf Weiteres nicht möglich
  • Offene Getränkespender sind verboten
  • Das Ausüben von Sportarten mit unmittelbarem Körperkontakt ist nicht erlaubt. Ebenso Sportarten die eine starke Aerosolbelastung mit sich bringen, wie zum Beispiel hochintensives Ausdauertraining.

Update vom 12.05.2020, 10.30 Uhr: Riesiger Andrang vor Kölner McFit-Studio bei Wiedereröffnung um Mitternacht

In Nordrhein-Westfalen ist es dank der Corona-Lockerungen seit Montag (11. Mai 2020) wieder erlaubt, Fitnessstudios zu öffnen. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, hatte die Fitnesskette "McFit" zur großen Wiedereröffnung gerufen. Um 0.01 Uhr in der Nacht auf Montag sollten die Tore des Studios an der Wipperfürther Straße in Köln-Kalk wieder öffnen. Klar, dass vielen Sportlern der Weg zum Trainieren auch um Mitternacht nicht schwerfiel - nach endlosen Wochen Homeworkout.

  • Etwa 150 Menschen versammelten sich zur großen Neueröffnung und bildeten eine lange Schlange vor dem Studio. Gegenüber dem Express erklärte McFit-Sprecher Pierre Geisensetter: "Wir haben bewusst den Standort in Köln-Kalk für das Event ausgewählt, weil das große Studio die besten Voraussetzungen bietet, vor allem in Sachen Sicherheit."

Das Studio bietet mit seinen 3500 Quadratmetern tatsächlich ausreichend Platz - laut den Vorgaben der NRW-Landesregierung an "McFit" dürfen sich dort aktuell 500 Menschen gleichzeitig aufhalten. Doch nicht nur die Aussicht auf ein anständiges Training lockte die Sportler an. Unter den ersten 100 Trainierenden wurde zusätzlich eine Reise für zwei Personen nach Los Angeles verlost.

Mit einem regelrechten Boom rechne Geisensetter noch nicht, da es bei vielen Menschen noch Unsicherheit gebe. "Aber wir haben es in anderen Ländern gesehen, dass es sich in recht kurzer Zeit normalisiert", führt er fort. Außerdem zeigt er sich beeindruckt von vielen loyalen Kunden während der Corona-Krise. Trotz der geschlossenen Studios habe es kaum Abo-Rücktritte gegeben.

Die Euphorie der Mitglieder hielt sich noch etwas in Grenzen, schließlich müssen sich Studio und Sportler auf die neuen Umstände einstellen. Viele Geräte bleiben gesperrt, damit der nötige Abstand eingehalten werden kann. Auch von den Trainierenden ist in dieser Hinsicht viel Disziplin gefragt - funktioniert hat das Ganze größtenteils gut.

Um sich einen Überblick zu verschaffen und die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren, waren auch zwei Mitarbeiter des Kölner Ordnungsamtes vor Ort. Das Fazit des "Late-Night-Workouts": Es gab keine Beanstandungen, alles lief problemlos ab. Fitnessstudio-Kunden in Köln können nun also wieder trainieren gehen.

Update vom 07.05.2020, 16.15 Uhr: Erste Öffnungstermine stehen deutschlandweit fest

In einzelnen Bundesländern dürfen Fitnessstudios wieder öffnen - theoretisch, denn die Entscheidung darüber liegt bei den einzelnen Ländern. Das wurde bei der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (6. Mai 2020) beschlossen. Erste Termine für Öffnungen stehen inzwischen auch schon fest.

Den Anfang macht Nordrhein-Westfalen. Dort sollen die Mitglieder sogar schon ab dem kommenden Montag unter bestimmten Auflagen wieder trainieren dürfen, berichtete sportschau.de am Donnerstag (7. Mai 2020). Bei einer Öffnung der Studios wird aber Einiges eingeschränkt bleiben. Viele Geräte werden gesperrt sein, ebenso wie Duschen, Umkleiden, Schwimmbäder und Wellnessbereiche.

Über andere Bundesländer berichtet das Nachrichtenportal mannheim24. In Baden-Württemberg sollen ab dem 11. Mai zunächst kontaktlose Sportarten im Freien wieder möglich sein. Ab Pfingsten ist dann in einem nächsten Schritt die Öffnung von Fitnessstudios, Tanzschulen und Kletterhallen geplant. Für Rheinland-Pfalz werde angenommen, dass bald eine Entscheidung fällt. Und auch in He

ssen stimmen die Politiker die Sportler optimistisch. Eine Öffnung soll noch im Mai erfolgen, heißt es in dem Mannheimer Nachrichtenportal. 

Mit einem Fünf-Punkte-Plan soll ein Wiedereröffnen problemlos möglich sein

Auch Fitnessstudios in der Region Franken stehen schon in den Startlöchern. In Kitzingen sind die Studios bereit für eine Wiedereröffnung. Einzelne Fitnessstudios haben unter anderem bereits ein Konzept entwickelt, damit Sportler die Hygienevorschriften beim Trainieren einhalten können. 

Der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit (DIFG) weist außerdem auf die physischen und psychischen Folgen von Bewegungsmangel durch Isolation hin. Deshalb hat der Verband am Montag (4. Mai 2020) die an die Politik gerichtete Kampagne „Gesundheit braucht Fitness“ gestartet, um eine "zeitnahe, verantwortungsvolle Wiedereröffnung der Fitnessstudios" zu bewirken. Dafür habe der DIFG in Zusammenarbeit mit Experten einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt, der unter anderem die Schulung von Mitarbeitern und den Schutz von Risikogruppen beinhaltet. 

"Das Innenministerium wird in Zusammenarbeit mit den Sportfachverbänden und in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium ein Konzept für weitere Lockerungen im Sport erarbeiten", heißt es unterdessen auf der Internetseite des Bayerischen Innenministeriums nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen am vergangenen Dienstag.

Update vom 05.05.2020, 16.19 Uhr: Immer noch keine Öffnung in Sicht

Am Dienstag (05.05.2020) informierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Pressekonferenz über Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen. Wann Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, wurde dabei allerdings nicht genannt. Eine Entscheidung dazu hänge von der Entwicklung der Infektionszahlen ab, so Söder.

Kontaktlose Einzelsportarten im Freien, bei denen Abstand zueinander eingehalten werden kann, sind ab kommenden Montag hingegen wieder erlaubt. Dazu zählen beispielsweise Leichtathletik, Tennis, Segeln und Golf. Training und Wettkämpfe in Mannschaftssportarten sind weiterhin nicht möglich.

Ursprüngliche Meldung: Fitnessstudios öffnen - Spahn fordert pragmatische Lösungen

Die Lockerungen von Beschränkungen sind dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht pragmatisch genug. Er äußerte sich gegenüber der Funke Mediengruppe, dass es nicht um Quadratzahlen, sondern eher um allgemeine Abstands- und Hygieneregeln in den nächsten Schritten gehen solle. Wer also einkaufen gehen oder sich fit halten wolle, solle dies doch tun können. "Je nachvollziehbarer die Regelungen sind, desto eher werden sie akzeptiert und gelebt", betonte Spahn.

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Gutscheine für Reisen, Kultur- und Sportveranstaltungen

Wer wegen der Corona-Auflagen das Abo für ein Fitnessstudio nicht nutzen kann, soll mit Gutscheinen entschädigt werden. Das „Corona-Kabinett“ hatte sich schon am vergangenen Donnerstag auf die Gutschein-Lösung für abgesagte Reisen, Kultur- oder Sportveranstaltungen geeinigt. Das aktuelle Papier präzisiert nun die Pläne für den Veranstaltungsbereich. Für Reisen wird es separate Regelungen geben.

Aus dem Papier wird deutlich, dass auch für Musik-, Sprach- oder Sportkurse Gutscheine geplant sind. Umfasst sind auch Dauerkarten etwa für Fußballvereine. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Geplant sind auch Härtefallklauseln für alle Kunden, für die ein Gutschein wegen ihrer „persönlichen Lebensumstände“ nicht zumutbar ist.

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Verbraucherschützer lehnen die Gutschein-Lösung ab. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Nutzer auf den Kosten sitzen bleiben, wenn der Anbieter pleite geht, argumentieren sie. Die Regierung will den Anbietern mit der Regelung hohe Rückzahlungen ersparen und so Pleiten verhindern.

Der Weg zurück ins Sportleben

Wie die Rückkehr zum normalen Leben und zum Sportbetrieb genau aussieht ist noch unklar. Der Hamburger Sportsenator Andy Grote erklärt in einem Interview mit dem ndr, dass ab der ersten Mai-Woche bundesweit der Sportbetrieb Schritt für Schritt aufgenommen werden soll. Begonnen werden soll mit Individualsportarten unter freiem Himmel - doch auch hier müssen dann die Abstandsregelungen weiter eingehalten werden. "Wir waren uns auch einig, dass das Thema Hallen- und Indoorsport, auch Fitnessstudios, erst zu einem späteren Zeitpunkt ansteht.", erklärt Grote weiter.

Gerade der Sport in geschlossenen Räumen, in denen kein Luftaustausch stattfindet, bietet sich besonders gut für die Verbreitung des Covid-19 Erregers an. Der Kontakt mit vielen Menschen ist ein weiterer Punkt, den Ärzte als kritisch betrachten. Doch die körperliche Gesundheit und ein starkes Immunsystem sind aktuell auch sehr wichtig, was Birgit Schwarze, die Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV), als Anlass für einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt. 

Schwarze geht besonders auf die Aussage ein, dass es riskant sei, mit mehreren Menschen zusammen Sport zu machen: Sie meint, dass dies nicht zwingend der Fall sein müsse. In vielen Studios stünden zahlreiche Geräte bereit, die ohne eine zusätzliche Person bedienbar seien. 

Fitnessstudios stellen ein hohes Risiko dar - oder nicht?

In den Schritten, die Schwarze der Kanzlerin in dem Brief vorschlägt, stehen unter der Einhaltung des Sicherheitsabstandes auch der Verzicht auf Duschen und Sauna, sowie das Trainieren mit Einmalhandschuhen. Die ständige Desinfektion von Geräten und Studiomaterial setze sie voraus.

Hier der Brief vom 20. April im Wortlaut:

"Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

tausenden Fitness-Anlagen droht in den nächsten Monaten die Insolvenz – weil es keine Planungs- sicherheit gibt, mit welchen Hygienemaßnahmen wir wieder öffnen können.

Dabei wollen Fitness- und Gesundheitsanlagen Auflagen erfüllen, die das Kraft- und Herzkreislauf- Training in unseren Betrieben genauso sicher machen wie z.B. das Einkaufen im Baumarkt- und Gartencenter. Hier reichen offensichtlich ein Schild am Eingang und einige Klebestreifen auf dem Boden. Das ist leider für unsere Betriebe und die Studiomitglieder nicht nachvollziehbar und wird als Ungerechtigkeit empfunden.

Bitte beachten Sie: Fitness- und Gesundheitsanlagen sind kapitalintensive Betriebe, die permanent Millionen EURO investiert haben, um den Kunden das gesundheitlich bestmögliche Training anzubieten. Wir haben hohe Miet- und Raumkosten, denn unsere Flächen lassen es zu, dass sich die Mitglieder sehr gut verteilen können.

Wir können Umkleiden, Duschen und Saunen sperren, kontaktlose Zugangskontrollen und Hygienemaßnahmen durchführen, Einlasskontrollen zur Begrenzung von Anzahl und Dauer des Aufenthaltes gewährleisten. Mindestabstände zwischen den fixen Stationen für Kraft- und Cardiotraining sind dabei selbstverständlich.
12 Mio. Menschen vermissen ihr Training für die mentale Stärkung und die Stärkung ihres Immunsystems. Es erleichtert das Alltagsleben und fördert die Gesundheit.

Die 10.000 Fitness-Anlagen sind sehr oft familiengeführte Gewerbebetriebe, die keinerlei Zuschüsse oder ähnliches bekommen, sondern genau wie die Betriebe der DEHOGA vollständig im Risiko stehen. Daran ändert auch ein Kurzarbeitergeld nichts, wir brauchen genau dieselbe Unterstützung wie die Hotel- und Gaststättenbetriebe – eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 % wäre eine wichtige Entlastung.
Bitte beschäftigen Sie sich mit Auflagen für eine Wieder-Eröffnung – wir brauchen diese Perspektive!

Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg"

Selbst die Klage eines Fitnessstudio-Betreibers vor dem Thüringer Oberverwaltungsgericht wurde zurückgewiesen. Die Betriebsschließung habe ihre Rechtsgrundlage im Infektionsschutzgesetz. Es sei nicht ernstlich streitig, dass es sich bei der Coronavirus-Krankheit Covid-19 um eine nach dem Infektionsschutzgesetz zu bekämpfende, im ganzen Bundesgebiet verbreitete übertragbare Krankheit handele, hieß es in der Urteilsbegründung des Gerichts. 

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