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Das Coronavirus "Sars-CoV-2" hält die Welt nach wie vor in Atem. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de. Sie wollen einen Mundschutz online bestellen? Hier gibt es günstige Corona-Masken.

Update vom 22.10.2020, 12.40 Uhr: Debatte um die Grenzschließung könnte wieder aufkommen

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. "Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät" , sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag (20. Oktober 2020).

"Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick." In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nahm am Mittwochnachmittag (21. Oktober 2020) vor dem Landtag klar Stellung zu dem Thema. "Unser Ziel ist es, die Grenzen offen zu halten", betonte er und kündigte an, dass Berufspendler in Zukunft einmal pro Woche getestet werde sollen.

Zuletzt hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. Man habe im Frühjahr dieses Jahres "schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen". Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen wiedereingeführt - an vielen Grenzen zu den Nachbarländern kam es zu Chaos. Erst Mitte Juni wurden die Regeln für eine Einreise wieder gelockert.

Update vom 22. 10.2020, 06.15 Uhr: RKI meldet mehr als 11.000 neue Corona-Fälle in Deutschland

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10 000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11 287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Coronatests pro Woche zwischen 1,1 und 1,2 Millionen - mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positivenrate ist in der Zeit jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen. Seit zwei Wochen steigt der Probenrückstau erneut an. Einige Labore wiesen auf Lieferschwierigkeiten für Arbeitsmaterialien hin.

Zuletzt lagen knapp ein Drittel aller vom RKI erfassten Kreise und Städte über dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche (Datenstand 21.10.), ab dem vielerorts verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen greifen. Bei rund 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 392 049 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 22.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9905. Das waren 30 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 306 100 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,09 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,17 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update vom 21.10.2020, 21.05 Uhr: Sammelklage im Berchtesgadener Land wegen Lockdown

Gewerbetreibende, wie Gastronomen, Hotellerie und Einzelhandel, bereiten im Berchtesgadener Land eine Sammelklage gegen den "faktischen Lockdown" vor. Das berichtet der BR. Sie möchten, dass die neue Allgemeinverfügung des Landratsamtes - der Lockdown - wieder aufgehoben wird, bis das Verwaltungsgericht endgültig über die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen entscheidet. 

Langfristig wollen die Kläger so weitere Lockdowns verhindern. Voraussichtlich am Montag (26. Oktober 2020) soll die Klage beim Verwaltungsgericht München eingereicht werden, so der BR. Aus der Sicht der Wirtschaftstreibenden sei der partielle Lockdown unverhältnismäßig und existenzgefährdend für alle Gewerbetreibende im Landkreis, sagte der Vorsitzende des Reichenhaller Unternehmerforums Mike Rupin gegenüber dem BR. 

Die an der Klage teilnehmenden Unternehmen wollen mit diesem Vorstoß ein Signal setzen. Der DEHOGA-Kreisverband unterstützt die Sache. Es habe bereits gut funktionierende Hygienekonzepte und Präventivmaßnahmen in der Gastronomie und in der Hotellerie gegeben. Die Wirte seien auch für den Winter gut vorbereitet gewesen, so der DEHOGA-Kreisvorsitzende Johannes Hoffmann gegenüber dem BR. 

Update vom 21.10.2020, 17.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Spahn positiv auf Corona getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit.

Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt, hieß es weiter.

Update vom 21.10.2020, 11.40 Uhr: Virologe plädiert für Verkürzung der Quarantänezeit

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit der Universität Hamburg spricht sich dafür aus ,die Quarantänezeit zu verkürzen - unter der Voraussetzung, dass das Testergebnis auch am fünften Tag der Quarantäne negativ ist. Das berichtet br24.  Mit seiner Meinung ist Schmidt-Chanasit nicht alleine. Auch der Virologe Christian Drosten hatte sich im September  für eine Verkürzung der Quarantänezeit auf fünf Tage ausgesprochen

Darüber hinaus spricht sich der Virologe außerdem für die Einführung eines Grenzwerts für die Viruslast aus. Entsprechend könnten die Personen, die nicht ansteckend sind, wieder am öffentlichen Leben teilhaben. Wichtig ist, dass alle Infizierten, die andere anstecken können, sich in Quarantäne begeben.

Der Grenzwert muss Schmidt-Chanasit zufolge einen klar aussagen, wer infektiös ist und wer nicht. Er weist darauf hin, dass es Personen gebe, bei denen das Virus über Wochen nachgewiesen wird, die aber nicht infektiös sind. Schmidt-Chanasits Einschätzung nach würde der Grenzwert auch die Akzeptanz der Bevölkerung für die verhängten Maßnahmen steigern. Bislang konnten sich Bund und Länder allerdings noch nicht auf einen entsprechenden wert einigen.

Update vom 21.10.2020, 07.15 Uhr: Kassenärzte kritisieren "Angsterzeugung" im Umgang mit Corona

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Ton im Zusammenhang mit der Verschärfung von Corona-Maßnahmen kritisiert. "Wir glauben, dass etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit und etwas weniger Bedrohlichkeit vielleicht helfen könnten, die nächsten eineinhalb Jahre auch noch zu überstehen", sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende und Allgemeinmediziner Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. Drohungen und Angsterzeugung seien immer ein schlechter Ratgeber und nicht nachhaltig.

Nach Einschätzung der Kassenärzte wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann. "Und unter diesem Aspekt muss man sich die Maßnahmen, die jetzt propagiert werden, anschauen. Sind das Maßnahmen, die durchhaltefähig sind?" Das Virus sei nicht in Wellen da, sondern immer und wie andere Viren auch saisonal häufiger. Man werde jetzt im Herbst einen Höhepunkt erleben und im nächsten Frühjahr wieder, so wie bei anderen Viren auch.

"Dinge wie die AHA-Regel sollten selbstverständlich und positiv besetzt sein. Es sollte klar sein, dass man selbst, wenn man nicht so sehr an die Masken glaubt, diese aber aus Rücksicht gegenüber Dritten und Schwächeren trotzdem trägt", sagte Hofmeister. "Das ist etwas anderes, als zu drohen, dass Weihnachten ganz furchtbar wird, weil wir alle im Lockdown sein werden. Und da denken wir als KBV, dass wir vielleicht eine Besinnung brauchen und keinen Wettbewerb, wer kann's noch schärfer."

Update vom 20.10.2020, 21.15 Uhr: Berchtesgadener Land seit heute dicht - so ist die Lage vor Ort

Corona trifft mitten in den Herbstferien ein Ferienidyll. 272 Infektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen zählte das Berchtesgadener Land am Montag - ein trauriger Rekord bundesweit. Nach Monaten heißt es dort nun erstmals wieder: zuhause bleiben. Am Montag hatte das Berchtesgadener Land bundesweit einen traurigen Rekord aufgestellt. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 272,8. Am Dienstag sank die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen im Landkreis leicht auf 236, das Landratsamt meldete 40 neue nachgewiesene Sars-CoV-2-Fälle seit Montag.

Seit Dienstag gilt nun in dem Landkreis erstmals seit dem Frühjahr wieder eine Art Lockdown. Seit 14.00 Uhr ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Auch bayernweit sind es die ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten, sie gelten vorerst für 14 Tage. Herrschte bis Mittag noch reger Betrieb auf den Straßen, so war etwa der Ort Berchtesgaden am Nachmittag fast leer gefegt. Nur wenige Passanten waren unterwegs - mit Masken.

Schulen und Kitas wurden geschlossen. Mütter und Väter mussten sich schnell organisieren, um ihren Nachwuchs zu betreuen. Eine Notbetreuung sollte eingerichtet werden. Freizeiteinrichtungen aller Art blieben zu - und auch die Gaststätten. Warum die Infektionszahlen ausgerechnet im Landkreis Berchtesgadener Land so nach oben geschossen sind - die Behörden halten sich mit Aussagen zurück. Landrat Bernhard Kern (CSU) sprach am Dienstag erneut von einem "diffusen Infektionsgeschehen".

Update vom 19.10.2020, 21.30: Virologen warnen vor "Durchseuchung" für "Herdenimmunität"

Der Berliner Virologe Christian Drosten und andere Kollegen stellen sich entschieden gegen Forderungen, Corona-Beschränkungen aufzuheben und gleichzeitig den Schutz besonders gefährdeter Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. "Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen", heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV) mit Sitz in Heidelberg, an der auch Drosten beteiligt war. Herdenimmunität bedeutet, dass ein großer Teil der Bevölkerung nach einer Infektion oder Impfung immun geworden ist, und sich das Virus dadurch nicht mehr so gut ausbreiten kann.

Eine unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen, schreiben die Virologen. Denn selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen gebe es noch weitere Risikogruppen, die viel zu zahlreich, zu heterogen und zum Teil auch unerkannt seien, um aktiv abgeschirmt werden zu können. "Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ergibt sich beispielsweise bei Übergewicht, Diabetes, Krebserkrankungen, einer Niereninsuffizienz, chronischen Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schlaganfall, nach Transplantationen und während einer Schwangerschaft."

Laut GfV weiß man noch nicht zuverlässig, wie lange eine durch eine Infektion erworbene Immunität anhält. Das Anstreben der Herdenimmunität ohne Impfung sei unethisch sowie medizinisch, gesellschaftlich und damit auch ökonomisch hochriskant.

Die Virologen beziehen sich in ihrem Text auf die sogenannte Great-Barrington-Erklärung, die drei Forscher aus den USA und Großbritannien verfasst haben. Laut einer eigenen Webseite haben bereits viele Hunderttausend Menschen die Erklärung unterzeichnet. In dem Text heißt es unter anderem: "Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden."

Update vom 19.10.2020, 10.30 Uhr: Söder fordert bundesweite Maskenpflicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Montagmorgen eine bundesweite Maskenpflicht gefordert. Wo diese gelten und in welchem Fall sie eintreten soll, lesen sie hier. 

Zudem hat Söder vor einem einsamem Weihnachtsfest in der Pandemie gewarnt: "Entweder schaffen wir es, in den nächsten vier Wochen wieder die Zahlen unter Kontrolle zu bekommen - oder es wird sehr schwierig", so Söder. 

Update vom 19.10.2020, 06.15 Uhr: Gesundheitsämter massiv überfordert

Mit der steigenden Zahl an Infektionen kommen auch die Gesundheitsämter zunehmend an ihre Grenzen: Wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) berichtete, erfahre das RKI in weniger als 30 Prozent der Fälle den Ursprung einer Corona-Infektion.

Eine Umfrage der FAZ ergab zudem, dass die Gesundheitsämter Ausbrüche nur schwer zuordnen können - besonders in Bayer sei dies ein Problem. In 80 Prozent der Fälle konnten die bayerischen Gesundheitsämter den Ansteckungsort ermitteln. Rund die Hälfte der 20 Prozent, die in den vergangenen Wochen erfolgreich nachverfolgt werden konnten, hatten sich jedoch zu Hause angesteckt.

In allen Bundesländern sinke die Erfolgsquote bei der Nachverfolgung von Infektionketten jedoch zunehmend. Auch Gesundheitsminister Spahn betonte auf der Bundespressekonferenz, dass die Nachverfolgung nach wie vor eines der größten Probleme der Pandemie in Deutschland sei. Andere EU-Länder haben bereits aufgehört, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen, weil die hohe Anzahl der Fälle von den Gesundheitsämter nicht mehr bewältigt werden kann.

"Das ist hochgefährlich", kommentierte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Lage in einem Gespräch mit der Passauer Neuen Presse. "Wenn keine Nachverfolgung der Infektionen mehr möglich ist, so wie in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Tschechien, muss man die Kontakte generell begrenzen. Das geht nur mit einem Lockdown oder ähnlichen strikten Maßnahmen."

Update vom 16.10.2020, 15.15 Uhr: RKI-Chef Wieler schließt Abriegelung von Hotspots nicht aus

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie schließt der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, eine Abriegelung von Risikogebieten nicht mehr aus. "Vor neun Monaten habe ich in einem ähnlichen Interview gesagt, dass ich mir das nicht vorstellen kann. Inzwischen kann ich mir vorstellen, dass solche Maßnahmen durchgeführt würden", sagte Wieler am Donnerstag (15. Oktober 2020) dem Fernsehsender Phoenix. 

"Wenn die Maßnahmen nicht verschärft werden, werden die Infektionszahlen weiter hochgehen", warnte der RKI-Chef und nannte eine Zahl von bis zu 10 000 Neuinfektionen täglich. Vor diesem Hintergrund warb er auch für die umstrittenen Beherbergungsverbote zur Einschränkung der Reiseaktivität: "Mobilität ist einer der Treiber dieser Pandemie."

Update vom 13.10.2020, 16 Uhr: RKI dämpft Hoffnung auf normalen Alltag bei Impfstoff

Der Alltag in Deutschland muss nach Ansicht des Robert Koch-Instituts auch mit Einführung eines Corona-Impfstoffs zunächst eingeschränkt bleiben - einschließlich Maskentragen und Abstandsgeboten. Darauf weist das RKI in einem am Dienstag (13. Oktober 2020) veröffentlichten Strategiepapier hin. Demnach werden zwar voraussichtlich im kommenden Jahr ein oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen - und die Bekämpfung des Coronavirus entscheidend verbessern.

Allerdings dürfte es ein solches Mittel zu Beginn nur in begrenzten Mengen geben und insbesondere Risikogruppen zu Gute kommen. Deshalb seien weiterhin "gewisse Modifikationen des Miteinander-Seins" wichtig. Darunter versteht das RKI unter anderem Abstandhalten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen, Lüften sowie die Verlegung von Freizeitaktivitäten möglichst nach draußen.

Vor zwei Monaten wurde bereits ein ähnliches Papier veröffentlicht, in der eine frühere Verfügbarkeit eines Impfstoffs für möglich gehalten worden war. Dieses Papier hatte das RKI wenige Stunden später zurückgenommen, weil es sich um eine veraltete Version gehandelt habe.

In dem jetzt vorgelegten Dokument formuliert das RKI strategische Ziele: Im Vordergrund stehe, die Ausbreitung sowie die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie zu minimieren, während das gesamtgesellschaftliche und wirtschaftliche Leben möglichst wenig beeinträchtigt werden soll. "Wir brauchen im Umgang mit Covid-19 in den nächsten Wochen und Monaten zeitlich und regional beschränkte Maßnahmen, die an das jeweilige Risiko angepasst werden", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Eine Überlastung des Gesundheitssystems, Spätfolgen der Erkrankung und Todesfälle sollten soweit wie möglich vermieden werden, heißt es in dem Papier.

Das RKI beschäftigt sich auch mit Schulen und Kitas: Bisherige Erkenntnisse zeigten klar, dass "Bildungseinrichtungen einer der Orte sind, die eine Rolle im Infektionsgeschehen haben". Dennoch sei es wichtig, sie durch Einhalten von Hygienekonzepten weiter offen zu halten.

Mit Blick auf Reisen schreibt das RKI: "Erhöhte Mobilität (berufliche oder private Reisetätigkeit) bedeutet erweitertes Risiko." Allerdings hänge das Risiko nicht primär vom Ort der Reise ab, sondern wesentlich vom Verhalten des Einzelnen in einem Gebiet mit Virusübertragungen.

Das RKI spricht sich dafür aus, insbesondere Risikogruppen breit auf Influenza und Pneumokokken zu impfen. "Für die Pandemiekontrolle der kommenden Monate spielen Impfstoffe gegen andere Atemwegserkrankungen vor allem in der kalten Jahreszeit eine entscheidende Rolle." Dadurch könnten Menschen geschützt und das Gesundheitssystem entlastet werden.

Update vom 13.10.2020, 11.30 Uhr: EU-Staaten einigen sich auf Corona-Ampeln für Reisebeschränkungen

Bürger können sich künftig auf einer Ampelkarte über die Corona-Lage in Europa informieren. Auf Grundlage gemeinsamer Kriterien werden Regionen je nach Infektionsgeschehen entweder grün, orange oder rot markiert. Für grüne Gebiete mit niedrigen Infektionszahlen sollen künftig keine Einreiseverbote mehr verhängt werden, wie eine Mehrheit der Europaminister am Dienstag (13. Oktober 2020) in Luxemburg beschloss.

Mit dem Flickenteppich verschiedener Regeln dürfte es damit jedoch nicht vorbei sein. Denn gemeinsame Standards für Reisende aus stärker betroffenen - also orange oder rot markierten - Regionen sieht das Konzept nicht vor. Ebenso wenig gibt es einheitliche Kriterien für Quarantäne- und Testpflichten. Auch sind die Empfehlungen nicht bindend.

Die Ampelkarte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und wöchentlich aktualisiert werden. Grundlage soll die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100 000 Einwohner in den letzten 14 Tagen sein, dazu kommen die Quote positiver Tests sowie die Anzahl durchgeführter Tests pro 100 000 Einwohner.

Bislang entscheidet jedes Land mit eigenen Kriterien, welche anderen EU-Länder oder -Regionen es als Risikogebiet einstuft. Das führt zu großen Unterschieden. Deshalb hatte die EU-Kommission Anfang September Kriterien für einheitliche Reisebeschränkungen sowie Corona- und Quarantäneregeln vorgeschlagen, die noch umfassender als die jetzige Einigung waren.

Update vom 05.10.2020, 19.30 Uhr: Schäuble verhängt Maskenpflicht im Bundestag

Im Deutschen Bundestag gilt von Dienstag (06. Oktober 2020) an eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Das habe Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mit Blick auf die ernstzunehmende Entwicklung der Coronavirus-Pandemie entschieden, teilte die Parlamentsverwaltung am Montag (05. Oktober 2020) in Berlin mit.

Update vom 05.10.2020, 14.30 Uhr: Neue Quarantäne-Regeln für Reisende auf dem Weg

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Montag (5. Oktober 2020) mit den Fachministern zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie beraten. Im Fokus standen dabei zum Einen neue Quarantäne-Bestimmungen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, zum Anderen eine Anpassung der Test-Strategie. 

Wie Regierungssprecher Steffen Seibert anmerkte, sind die Infektionszahlen in Deutschland in den vergangenen drei Monaten wieder gestiegen. "Wir müssen sehr aufpassen", so Seibert. Dabei sollen Einschränkungen, wie sie Frühjahr nötig waren, vermieden werden.

In der kommenden Woche soll zunächst die Quarantäne-Verordnung für Reisenden angepasst werden. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Mit einem negativen Testergebnis kann die Quarantäne-Zeit jedoch künftig auf fünf Tage verkürzt werden.

Ab November wird außerdem die digitale Einreiseanmeldung eingführt. Die elektronische Anmeldung ist dann Pflicht für alle, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren. Die Weitergabe der Daten an die jeweiligen Gesundheitsämter soll auf diese Weise verbessert werden und auch die Nachverfolgung im Fall einer Infektion erleichtern.

Die Teststrategie der Bundesregierung wird ebenfalls angepasst: Neben den üblichen Tests im Labor soll verstärkt auf Schnelltests zurückgegriffen werden. Insbesondere Menschen aus Risikogruppen sollen mehr getestet werden, beispielsweise sollen in medizinischen Einrichtungen Reihentests durchgeführt werden.

Wie Seibert betonte, wurden in der heutigen Sitzungen noch keine festen Beschlüsse gefasst. Erst in der nächsten Woche wird endgültig über die anstehenden Änderungen entschieden.

Update vom 01.10.2020, 10.40 Uhr: Gastronom gewinnt Corona-Klage gegen Versicherung - Signalwirkung für ganz Deutschland?

Nach einer bundesweiten Corona-Klagewelle gegen zahlungsunwillige Versicherungen hat das Münchner Landgericht erstmals einem klagenden Gastwirt die geforderte Millionensumme zugesprochen. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag (1. Oktober 2020). Laut Urteil muss die beklagte Versicherungskammer die Kosten der coronabedingten Betriebsschließung an den Pächter des Münchner Augustinerkellers zahlen - exakt 1,014 Millionen Euro.

Der Wirt hatte kurz vor dem sogenannten Shutdown im März eine Betriebsschließungspolice abgeschlossen, um sich gegen Corona abzusichern. Die Versicherungskammer will dennoch nicht zahlen. In den Versicherungsbedingungen sind behördlich angeordnete Schließungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes gedeckt, der Covid-19-Erreger jedoch nicht genannt. Die Kammer argumentierte, dass diese Vertragsbedingungen intransparent seien. "Wir sind der Meinung, dass man von einem Versicherungsnehmer nicht erwarten kann, dass ihm das Infektionsschutzgesetz geläufig ist", sagte die Vorsitzende Richterin Susanne Laufenberg.

Der siegreiche Wirt Christian Vogler sieht die Entscheidung als Signal für existenzbedrohte Gastronomen in ganz Deutschland: Viele Wirte hätten nicht das Geld, um sich einen Prozess zu leisten. "Für die haben wir jetzt Vorarbeit geleistet." Die unterlegene Versicherungskammer will sich nicht geschlagen geben: "Wir werden uns nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsgründe sorgfältig mit diesen auseinandersetzen und die Möglichkeiten der Berufung nutzen", teilte das Unternehmen mit.

Update vom 29.09.2020, 20.45 Uhr: Alle Corona-Neuerungen im Überblick

Bund und Länder ziehen angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen unmittelbar vor den Herbstferien die Zügel wieder an. So droht nun ein Bußgeld von mindestens 50 Euro, wenn Restaurantbesucher falsche Angaben zu ihrer Person in Gästelisten machen. "Falsche Personenangaben, das ist kein Kavaliersdelikt", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag (29. September 2020) nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. 

  • Private Feiern: Alle Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feiern notwendig und mit Blick auf das Infektionsgeschehen vertretbar seien. Bei steigenden Infektionszahlen sollen Obergrenzen für die Teilnehmerzahl festgelegt werden, und zwar in zwei Stufen. Wenn es in einem Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen gibt, sollen in öffentlichen oder angemieteten Räumen wie Gaststätten höchstens 50 Personen gemeinsam feiern dürfen. Für Partys in Privaträumen wird eine maximale Teilnehmerzahl von 25 Menschen "dringlich empfohlen" - aber nicht verpflichtend festgeschrieben, wie der Bund es ursprünglich wollte. Wenn es in einem Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, sollen höchstens noch 25 Menschen in öffentlichen oder angemieteten Räumen feiern dürfen. Für Feiern in Privaträumen wird eine Obergrenze von zehn Teilnehmern "dringlich empfohlen". Ausnahmen könnten zugelassen werden, wenn es für angemeldete Feierlichkeiten vom Gesundheitsamt abgenommene gibt. 

  • Bußgeld bei Falschangaben in Restaurants: Wer falsche persönliche Angaben beim Restaurantbesuch macht, dem soll ein Bußgeld von mindestens 50 Euro drohen. In Schleswig-Holstein soll das sogar bis zu 1000 Euro kosten. Gastwirten, die falsche Angaben auf ihren Kontaktlisten dulden, drohte bereits zuvor ein Bußgeld in Höhe von mindestens 500 Euro.

  • Frühwarnsystem geplant: Eine von NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) und auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeschlagene Corona-Warnampel wird zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Es heißt aber, die Länder würden bereits vor Erreichen einer Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen "ein geeignetes Frühwarnsystem" einrichten, um möglichst ein Überschreiten dieser Inzidenz zu vermeiden.

  • Reisen in Risikogebiete: Bund und Länder appellieren angesichts der beginnenden Herbstferien an Bürgerinnen und Bürger, Reisen in Risikogebiete zu unterlassen. In vielen europäischen Ländern sowie weltweit gibt es hohe Infektionszahlen, es gelten Reisewarnungen. Es soll aber Sonderregelungen etwa für notwendige Geschäftsreisen geben.

  • Fieberambulanzen für die Herbst- und Winterzeit: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der gleichzeitig zu erwartenden Grippewelle in der Herbst- und Winterzeit sollen die Möglichkeiten des Einsatzes von Fieber-Ambulanzen, Schwerpunktsprechstunden und Schwerpunktpraxen genutzt werden. Zugleich sollten sich gerade auch Risikogruppen vorsorglich gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

  • Aha-Formel ergänzt: Gerade in der kalten Jahreszeit werden zu der gültigen "AHA"-Formel für Abstand halten, Hygiene und Alltagsmasken zwei weitere Buchstaben hinzugefügt: "C" wie Corona-Warn-App und "L" wie Lüften. "Regelmäßiges Stoßlüften in allen privaten und öffentlichen Räumen kann die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern".

Update vom 29.09.2020, 15.15 Uhr: Deutschland von vielen Länder zum Risikogebiet ernannt - viele Beschränkungen

Einige Länder haben Deutschland aufgrund der steigenden Infektionszahlen zum Corona-Risikogebiet ernannt. Beschränkungen für Reisende sind die Folge. Hier ein Überblick über die Maßnahmen der wichtigsten Länder:

In Finnland ist die Einreise für Menschen aus Deutschland seit Montag wieder beschränkt. Freizeitreisen sind gar nicht erlaubt - nur die Rückkehr, der Transit auf dem Weg in andere Staaten, Dienstreisen und Reisen mit anderen triftigen Gründen. Wer begründet einreist, muss 14 Tage in Quarantäne. Mit zwei freiwilligen Coronatests lässt sich das abkürzen.

Auch in Norwegen ist Deutschland mit einer Warnung versehen. Wer kommt, muss zehn Tage in Quarantäne. Das Außenministerium rät von nicht notwendigen Reisen in die Bundesrepublik ab.

In Island gelten keine Beschränkungen für Deutschland, aber Einreisende müssen generell 14 Tage in Quarantäne oder zwei Tests machen.

In Irland steht Deutschland seit Montag nicht mehr auf der "Green List". Das bedeutet, dass Einreisenden aus Deutschland - und den meisten anderen Staaten - empfohlen wird, 14 Tage nach der Einreise ihre Bewegungen im Land stark einzuschränken.

Für Belgien ist Deutschland zwar kein Risikogebiet. Allerdings empfiehlt das Außenministerium bei Einreisen aus einigen Regionen - darunter Köln, Düsseldorf, Hannover sowie weite Teile Bayerns und Baden-Württembergs - Corona-Test und Quarantäne.

In Slowenien gilt Deutschland als Risikogebiet mittlerer Stufe. Weil Deutschland ein EU-Mitgliedstaat ist, gelten aber weder Einreisebeschränkungen noch Quarantänepflicht.

Für Ungarn ist die ganze restliche Welt Risikogebiet. Ausgenommen von der Grenzsperre sind Ausländer mit einem Wohnsitz in Ungarn. Sie müssen bei einer Einreise zehn Tage in Quarantäne. Ausnahmen gelten auch für Geschäftsleute. 

Das Außenministerium der USA ruft ihre Bürger weiterhin auf, Reisepläne nach Deutschland zu überdenken. Auf einer Warn-Skala von eins bis vier steht Deutschland auf Stufe drei. Der gesamte Schengenraum gilt als Risikogebiet. Für Nicht-Amerikaner, die in den vergangenen 14 Tagen dort waren, gilt ein Einreiseverbot. Niemand weiß, wann es aufgehoben wird - zumal auch die EU ihre Grenzen für Reisende aus den USA dicht hält.

China betrachtet Deutschland nicht speziell als Risikogebiet. Vielmehr gelten für Reisende aus allen Ländern gleich strenge Beschränkungen. Normale Visa werden nicht vergeben. Meist sind Sondergenehmigungen erforderlich. Auch müssen Reisende grundsätzlich 14 Tage in Quarantäne in Hotels oder andere Einrichtungen. Es gibt auch wenig Flüge. Selbst Chinesen haben große Mühe, zurückzukehren.

Bei diesem Überblick handelt es sich um eine Zusammenfassung einiger Länder, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat.

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