Bund und Länder haben am Mittwoch (03.03.21) stundenlang über die aktuelle Corona-Lage diskutiert und einige Lockerungen beschlossen. Der Lockdown wird vorerst bis zum 28. März verlängert. Einen Überblick über die aktuelle Corona-Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt finden Sie hier im News-Ticker von inFranken.de. Sie wollen einen Mundschutz online bestellen? Hier gibt es günstige Corona-Masken.

Update vom 07.03.2021, 18 Uhr: Deutschlands Hotspots liegen in Oberfranken

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht täglich die neuesten Corona-Fallzahlen. In einer Übersicht lassen sich aus allen Landkreisen Deutschlands die aktuellen 7-Tage-Inzidenzen ablesen. Ein Blick auf diese Übersicht zeigt am Sonntag (7. März 2021), dass die drei Regionen mit den höchsten 7-Tage-Inzidenzwerten allesamt in Oberfranken liegen. In keiner Region der Bundesrepublik gab es in den vergangenen sieben Tagen mehr Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet.

Mit einer Inzidenz von 320,8 liegt die Stadt Hof auf Platz eins der Hotspots in Deutschland. Alle Informationen zur aktuellen Lage in der Region Hof finden Sie hier. Die 7-Tage-Fallzahl für die Stadt Hof beträgt 147. 

Auf die Stadt Hof folgt ebenfalls mit einer Inzidenz von über 300 der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Hier ist der 7-Tage-Inzidenzwert auf 312,4 angestiegen. Innerhalb der vergangenen sieben Tage gab es 227 Neuinfektionen. 

Auf Platz drei der Hotspots in Deutschland liegt die Region Kulmbach. Die 7-Tage-Inzidenz ist zwar auf 262,7 gesunken, ist aber dennoch sehr hoch. Zuletzt bereitete eine "aggressive Virus-Mutation" Sorgen in der Region. Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner sprach von einer "furchtbaren Situation".

Die 7-Tage-Inzidenz für ganz Deutschland beträgt am Sonntag 66,1. In Bayern liegt der Wert laut RKI bei 69,8. Einen Überblick darüber, welche Corona-Lockerungen und Regeln ab Montag in welcher Region gelten, finden Sie hier

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Update vom 07.03.2021, 8.20 Uhr: Immunologe: Menschen mit meisten Kontakten vorrangig impfen

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann empfiehlt, Menschen für Corona-Impfungen nach der Menge ihrer Kontakte zu priorisieren. Jene mit vielen Kontakten zuerst zu impfen "hätte eine viel größere Wirkung", als weiter nach Alter vorzugehen, sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung dem Berliner «Tagesspiegel» (Sonntag). Durch die Impfung zuerst der älteren Bevölkerung sei die Todesrate deutlich gesenkt worden - aber dies sei die Gruppe mit den wenigsten Kontakten, eine Auswirkung auf die Epidemie sei daher nicht zu erwarten.

Wegen der Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 hält er die beschlossenen Lockerungen für gefährlich und erwartet, dass die Infektionszahlen "explosionsartig ansteigen werden" wie zuvor in Irland, England, Portugal und Tschechien. Aus Gesprächen mit Bundes- und Landesregierungen wisse er: "Man kann nicht sagen, dass die Politik nicht weiß, welche Folgen Maßnahmen haben werden."

Zugleich hält der Chef des Intensivmediziner-Verbands DIVI, Gernot Marx, ein baldiges Ende der Pandemie für realistisch - wenn sich alle an die Regeln halten und sich das Impftempo deutlich beschleunigt. "Dann werden wir die Pandemie bis Ende September besiegt haben", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist sogar gut möglich, dass wir schon im Hochsommer soweit sind." Er begründete das damit, dass Daten aus Israel nahelegen, dass Geimpfte andere nicht mehr infizieren. Man könne den "sicher geglaubten Sieg" über das Virus aber auch noch verspielen, sagte er - deshalb sollten nicht alle Einschränkungen beendet werden, etwa die Maskenpflicht an Orten, an denen sich viele begegnen.

Update vom 06.03.2021, 8.05 Uhr: Heidelberger Chefvirologe: Teilimmunität könnte Mutationen fördern

Der Chefvirologe am Heidelberger Universitätsklinikum, Hans-Georg Kräusslich, hat Sorge, dass sich in der Phase zwischen Erst- und Zweitimpfung weitere Corona-Varianten bilden könnten.

Mit Blick auf die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung (Samstag): "Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen inkompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden. Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten."

Wenn sich viele Menschen infizieren würden, die teilimmun, aber noch nicht richtig immun sind, dann sei die Warscheinlichkeit, dass sich das Virus dort festsetzen kann und resistente Varianten auftreten, höher, sagte der Virologe.

Update vom 05.03.2021, 10.30 Uhr: Corona-Ausbruch bei Edeka - 69 Mitarbeiter positiv getestet

In einem Fleischwerk der Handelskette Edeka in Baden-Württemberg haben sich zahlreiche Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Wie ein Sprecher des Landratsamts Karlsruhe am Donnerstag (04.03.2021) laut dpa berichtete, wurden 69 Mitarbeiter aus dem Werk in Rheinstetten positiv getestet, 140 Kontaktpersonen müssen ebenfalls in Quarantäne. In einem Fall wurde außerdem die britische Corona-Mutation nachgewiesen.

Folgen für den Landkreis wie etwa eine Ausgangssperre wird es jedoch nicht geben. Das Infektionsgeschehen sei nicht diffus und die Kontakte könnten gut nachverfolgt werden, so das Landratsamt.

Ein Sprecher von Edeka Südwest erklärte gegenüber der dpa, dass vergangene Woche während betriebsinternen Testungen zwei Mitarbeiter positiv getestet worden waren. Zu Beginn dieser Woche folgten dann weitere Fälle in der Belegschaft. Man gehe davon aus, dass die Infektionsquelle im privaten Bereich liege.

Insgesamt arbeiten in dem Fleischwerk 1.200 Menschen, bei weiteren Tests hat es bisher keine positiven Befunde mehr gegeben. Die Warenversorgung der Märkte sei also ausreichend sichergestellt.

Der Fall in Baden-Württemberg ist nicht der erste, bei dem es zu einem größeren Ausbruchsgeschehen in einem fleischverarbeitendem Betrieb oder Schlachthof kam. Die Bundesregierung hat aus diesem Grund bereits die Gesetze für die Branche angepasst, zum Beispiel Werkverträge verboten, höhere Bußgelder bei Verstößen eingeführt und die einheitlichen Kontrollstandards verschärft.

Update vom 03.03.2021, 12.30 Uhr: Kaum ein Landkreis unter Inzidenzwert von 35

Lediglich jeder achte Landkreis in Deutschland liegt bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz derzeit unter der politisch definierten Schwelle von 35. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen (3. März) hervor. Demnach wurden zuletzt in 55 von etwas mehr als 400 erfassten Landkreisen und kreisfreien Städten weniger als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche registriert. In rund 250 Kreisen lag die Inzidenz bei über 50 - in 57 Kreisen und kreisfreien Städten lag sie sogar bei über 100.

Auf Ebene der Bundesländer liegt bislang kein Land unter dem Wert von 35. Besonders niedrig war die Inzidenz laut RKI zuletzt in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit jeweils knapp unter 50. Fachleute gehen wegen der Verbreitung ansteckender Varianten nicht davon aus, dass die Inzidenz in nächster Zeit flächendeckend fällt.

Der Beschlussentwurf für die Gespräche der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag stellt für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 Öffnungen in Aussicht: Dort sollen demnach der Einzelhandel mit einer Beschränkung der Kundenzahl je nach Verkaufsfläche sowie Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten geöffnet werden und kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis zehn Personen im Freien erlaubt werden.

Update vom 02.03.2021, 20.05 Uhr: Infektionsschutzgesetz soll ergänzt werden

Für die Verhängung oder Lockerung von Corona-Schutzmaßnahmen sollen neben dem Inzidenzwert weitere Kriterien an Bedeutung gewinnen. Auf eine entsprechende Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes haben sich die Rechts- und Gesundheitspolitiker der Fraktionen von CDU/CSU und SPD am Dienstag (2. März 2021) geeinigt, wie beide Seiten bestätigten. So sollen künftig insbesondere auch die Zahl der gegen Covid-19 geimpften Personen und der R-Wert berücksichtigt werden. Die Neuerungen könnten schon am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden.

"Ergänzend wird in der Gesetzesbegründung ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Nennung dieser beiden Kriterien nicht abschließend ist und insbesondere auch die Auslastung des Gesundheitswesens berücksichtigt werden muss", sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, der Deutschen Presse-Agentur. Der Vizevorsitzende der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), erklärte: "Ansteckendere Virus-Mutationen können zu einem höheren Infektionsgeschehen und damit zu einer stärkeren Belastung unseres Gesundheitssystems führen." Es sei deshalb richtig, diese Entwicklung zu berücksichtigen. "Wir können die zum Teil erheblichen Grundrechtseingriffe nicht allein an den Inzidenzwerten ausrichten", sagte Fechner. "Wenn etwa ein Großteil der älteren Bevölkerung geimpft ist und hauptsächlich Jüngere infiziert sind, wenn der R-Wert niedrig ist oder wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet ist, dann besteht für die Bevölkerung keine so große Gefahr, als dass erhebliche Grundrechtseingriffe wie Ausgangssperren oder Betriebsschließungen gerechtfertigt sind."

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet werden. Der R-Wert bildet hingegen ab, wie viele andere ein Infizierter ansteckt. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,01 (Vortag 1,08). 100 Infizierte stecken also rein rechnerisch 101 weitere Menschen an.

Update vom 24.02.2021, 11 Uhr: Spahn in der Kritik wegen fehlender Corona-Schnelltests

Angesichts von anhaltend hohen Infektionszahlen werden die Forderungen nach baldigen kostenlosen Corona-Schnelltests für alle immer lauter. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte bei einer Online-Veranstaltung der Bild-Zeitung, in Deutschland dauerten Zulassungen "immer so endlos lange". Er hoffe, dass es nach dem verschobenen Start zur Abgabe von Schnelltests nun kommende Woche eine Lösung gebe. Die FDP forderte, sich dabei Österreich als Vorbild zu nehmen. Damit sollen auch Lockerungen der Corona-Regeln schneller möglich werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will an diesem Mittwoch im Bundestag Auskunft geben.

Spahn hatte ursprünglich angekündigt, dass ab 1. März ein Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen - etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken. Darüber soll nun aber erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden. Söder sagte, mit vielen Schnelltests könne man viel machen. «Wenn wir pro Monat 300 Millionen für Deutschland hätten, dann könnten wir in vielen Bereichen viel mehr Freiheiten ermöglichen.»

Die FDP schlug vor, mit einer Regelung nach dem Vorbild Österreichs den Weg für stufenweise Lockerungen freizumachen. Ein entsprechender Antrag soll noch diese Woche in den Bundestag. «Beim Testen müssen wir auf die Tube drücken, nicht auf die Bremse», sagte der FDP-Abgeordnete Andrew Ullmann der Deutschen Presse-Agentur. Parteichef Christian Lindner zu «Bild»: «Testen verspricht Freiheit - zusammen mit Masken, Luftreinigern, digitaler Nachverfolgung von Infektionen und dem Schutz der verletzlichen Gruppen.»

Mit einer Änderung der Impfreihenfolge soll von diesem Mittwoch an die teilweise Öffnung von Kitas und Schulen besser abgesichert werden: Beschäftigte in Kitas, Kindertagespflege sowie Grund- und Förderschulen sollen jetzt schon eine Impfung erhalten können. Die geänderte Impfverordnung soll am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Für diese Impfungen kommen voraussichtlich zunächst Hunderttausende Impfdosen des Herstellers Astrazeneca in Frage, die bisher ungenutzt lagern.

Update vom 22.02.2021, 17.43 Uhr: Biontech-Impfstoff verhindert offenbar auch Ansteckungen mit Corona

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer verhindert möglicherweise auch Ansteckungen mit dem Virus. Daten aus Großbritannien weisen auf weniger Ansteckungen nach einer Impfung hin. Dies könnte ein entscheidender Wendepunkt der Pandemie sein: Verhindern die verwendeten Impfstoffe nicht nur Erkrankungen, sondern schon die Ansteckung mit Sars-CoV-2, ließe sich das Virus über großflächige Impfkampagnen rasch stoppen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind erste Daten entsprechend ermutigend.

Das Risiko für eine Infektion sinke nach der ersten der beiden vorgesehenen Dosen wohl um rund 70 Prozent, nach der zweiten um etwa 85 Prozent, jeweils verglichen mit dem Risiko ungeimpfter Menschen, teilte die britische Gesundheitsbehörde Public Health England am Montag (22. Februar 2021) unter Berufung auf vorläufige, noch nicht von unabhängigen Experten geprüfte Daten mit.

"Das deutet darauf hin, dass das Vakzin auch dabei helfen könnte, die Übertragung des Virus zu unterbrechen, weil man das Virus nicht weitergeben kann, wenn man nicht infiziert ist", hieß es in der Mitteilung. Die Werte gehen auf die "Siren"-Studie zurück, bei der für eine Gruppe von etwa 40.000 Mitarbeitern aus dem Gesundheitsbereich regelmäßig Fragebögen zu Symptomen, Abstriche und Blutserum-Proben analysiert werden.

Impfstoff bei Verhinderung von Sars-CoV-2-Infektionen "hocheffektiv"

Am Wochenende waren bereits Ergebnisse einer bislang unveröffentlichten Publikation von Biontech und Pfizer zusammen mit dem israelischen Gesundheitsministerium bekanntgeworden, der zufolge der Impfstoff "hocheffektiv" bei der Verhinderung von Infektionen mit Sars-CoV-2 ist. Der Anteil der Menschen mit vollem Impfschutz, der in einem bestimmten Zeitraum positiv auf Corona getestet wurde, war demnach wesentlich niedriger als der Anteil bei den Nichtgeimpften. Die Studienautoren schreiben von einer Effektivität von 89,4 Prozent. Sie geben allerdings selbst zu bedenken, dass der Effekt durch ihre Herangehensweise überschätzt sein könnte. Auch Experten halten den Wert für vorerst wenig belastbar.

Bestätigt sich künftig durch weitere Analysen, dass die derzeit eingesetzten Impfstoffe die Weitergabe des Virus deutlich reduzieren, ließe sich die Pandemie mit den laufenden Impfkampagnen effektiv ausbremsen - und das umso schneller, je zügiger große Teile der Bevölkerung geimpft werden.

Belastbare Daten gibt es für die drei in der EU zugelassenen Impfstoffe bisher nur mit Blick darauf, wie gut sie vor einer Corona-Erkrankung schützen - also vor den mitunter heftigen Symptomen, die auf eine Infektion folgen. Der Wirkstoff von Biontech/Pfizer kommt dabei auf Wirksamkeitswerte von mehr als 90 Prozent. Unklar war bislang, ob die Impfstoffe nur dafür sorgen, dass Infizierte seltener Symptome entwickeln, oder auch vor der Infektion als solcher schützen. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn um die Pandemie schnellstmöglich einzudämmen, sollten sich so wenige Menschen wie möglich infizieren.

Die britische Regierung fühlt sich von der Auswertung der bisher im Land erfassten Daten in ihrer Impfstrategie bestärkt, bei der viele Menschen schnellstmöglich eine erste Impfung erhalten sollen. Die zweite Dosis wird erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht.

Insgesamt wurden im Vereinigten Königreich bereits rund 17,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis geimpft. Eine zweite Dosis erhielten erst rund 615 000 Menschen. Zum Vergleich: In Deutschland haben bisher nach RKI-Daten rund 3,3 Millionen Menschen eine erste und rund 1,8 Millionen die zweite Impfdosis erhalten.

Update vom 20.02.2021, 07.45 Uhr: RKI warnt vor Wendepunkt in Corona-Krise - wichtige Kennziffer gestiegen

In Deutschland mehren sich die Hinweise auf eine mögliche neue Verschärfung der Corona-Pandemie. Nachdem die sogenannte Reproduktionszahl des Coronavirus über Wochen hinweg unter eins lag, hat sie nach Angaben des Robert Koch-Instituts diese wichtige Schwelle jetzt erstmals wieder überschritten.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Freitagabend (19.02.2021) mit 1,01 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.  Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er über 1, gewinnt es an Dynamik. Noch am Mittwoch (17.02.2021) hatte das RKI den R-Wert mit 0,85 angegeben.

Grund dafür ist auch die Ausbreitng der britischen Corona-Mutation: RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Freitag erklärt, der Anteil der Virusvariante B 1.1.7., die nach konservativen Schätzungen 35 Prozent ansteckender ist, steige in Deutschland rasant an. "Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt. Der rückläufige Trend der letzten Wochen setzt sich offenbar nicht mehr fort", sagte Wieler.

Bei den Neuinfektionen und der Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in den vergangenen Tagen kaum Veränderungen gegeben - trotz des anhaltend strengen Lockdowns: Innerhalb des gestrigen Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland RKI 9164 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 490 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag (20.02.2021) hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 57,8 - und damit etwas höher als am Vortag (56,8). Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Vor vier Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 119,0 gelegen.

Auch in den einzelnen Bundesländern stagnieren die Corona-Zahlen, laut Wieler allerdings auf einem zu hohen Niveau. Er warnt: "Jede unbedachte Lockerung beschleunigt das Virus und wirft uns zurück. Dann stehen wir in ein paar Wochen genau wieder an dem Punkt, wo wir Weihnachten waren." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ebenfalls zu Vorsicht bei weiteren Lockerungsschritten. Das Bedürfnis nach einem Ende des Lockdowns sei greifbar. Bei Öffnungen gelte es aber, behutsam vorzugehen, um Erreichtes nicht zu gefährden.

Update vom 19.02.2021, 20.25 Uhr: Nur noch Corona-Geimpfe in Alltours-Hotels ab Herbst

Reiseveranstalter Alltours will vom Herbst an in seinen eigenen Urlaubshotels der Marke Allsun nur noch Gäste mit einer Corona-Impfung beherbergen. Diese Regel solle voraussichtlich ab dem 31. Oktober gelten, teilte das Düsseldorfer Unternehmen am Freitag (19. Februar 2020) mit. Der genaue Zeitpunkt hänge vom Verlauf der Impfungen ab. 

"Wir wollen allen Gästen höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie ihren Urlaub entspannt genießen können", sagte Alltours-Inhaber Willi Verhuven laut Mitteilung. Bei steigenden Impfquoten und sinkenden Inzidenzen in den Urlaubsgebieten stehe einem Urlaub nichts im Wege. Alltours betreibt unter dem Namen Allsun 35 Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland.

Reisen in Corona-Zeiten gestaltet sich durchaus schwierig. Viele Menschen setzen ihre Hoffnung auf den Sommer 2021, in dem sie den lange ersehnten Urlaub antreten können. Welcher Urlaub in diesem Jahr möglich ist - ein Ausblick.

Update vom 17.02.2021, 11.45 Uhr: Spahn nennt Zahlen - so schnell breitet sich die britische Corona-Mutation aus

Die in Großbritannien entdeckte, wohl deutlich ansteckendere Variante des Coronavirus breitet sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil dieser Mutation an den untersuchten positiven Proben binnen zwei Wochen von knapp 6 Prozent auf mehr als 22 Prozent, wie Spahn am Mittwoch (17.02.2021) in Berlin sagte.

Die Verbreitung der mutierten Virusform könnte möglichen Lockerungen im März verhindern, da mit ihr auch das Risiko einer neuen Infektionswelle steigt. Am 7. März werden Bund und Ländern erneut zu den Corona-Maßnahmen beraten.

Update vom 16.02.2021, 11.30 Uhr: Gesundheitsminister Spahn will ab März mehr Gratis-Schnelltests anbieten

Der Einsatz von Corona-Schnelltests soll ab 1. März weiter ausgedehnt werden. Mittlerweile seien deutlich mehr Tests am Markt verfügbar, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können." Demnach sollen Kommunen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Die Pläne sollen zudem den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine demnächst erwartete Zulassung geprüft werden. Im Gespräch ist, sie gegen einen "geringen Eigenanteil" von einem Euro abzugeben. "Diese Tests können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas", wie Spahn auch auf Twitter bestätigte. Sie würden "schnellstmöglich geprüft und zugelassen".

Der Bund hatte den Einsatz von Corona-Schnelltests schon in mehreren Schritten ausgedehnt. Sie können bereits in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen verwendet werden - aber vorerst mit geschultem Personal. Dabei brauchen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt zu werden. Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden.

Update vom 16.02.2021, 06.00 Uhr: Corona-Mutation könnte angepeilte 35-er Inzidenz torpedieren

Der System-Immunologe Michael Meyer-Hermann sieht als möglich an, dass ansteckendere Varianten des Coronavirus die von der Politik angepeilte Inzidenz von 35 Infektionen pro 100 000 Einwohner und Woche torpedieren. Sollte sich das Vorkommen der Mutante B.1.1.7 ungünstiger entwickeln als erwartet, könne es sein, dass die 35 mit dem aktuellen Lockdown gar nicht zu erreichen sei, sagte Meyer-Hermann der Deutschen Presse-Agentur. "Das macht deutlich, dass jede Form von Öffnungen zum jetzigen Zeitpunkt ein hohes Risiko birgt, die gesetzten Ziele nicht erreichen zu können."

Meyer-Hermann, Physiker und Mathematiker, ist Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. "Wir sind aktuell mit mindestens zwei Pandemien konfrontiert", erläuterte der Forscher. "Die alte haben wir mit den aktuellen Maßnahmen unter Kontrolle und bringen die Inzidenzen mit einer Reproduktionszahl von 0,85 runter." Eine Inzidenz von 35 könne so Anfang März erreicht werden - allerdings ohne die geplanten leichten Öffnungen und ohne ungünstiges Dazwischenfunken von Mutanten.

Die Mutante B.1.1.7 habe in konservativen Schätzungen aber eine um 35 Prozent höhere Übertragungswahrscheinlichkeit. "Sie befindet sich in Deutschland bereits wieder in einer Phase des exponentiellen Wachstums und die aktuellen Maßnahmen reichen nicht, um diese Entwicklung auszubremsen", ergänzte er. "Je mehr man jetzt aufgrund der fallenden Inzidenzen lockert, desto früher wird die dritte Welle mit B.1.1.7 sich entwickeln."

B 1.1.7. expandiere mit niedrigen absoluten Fallzahlen exponentiell mit einer Reproduktionszahl über 1. "Grob geschätzt 1,2", sagte der Forscher. "Das sieht man nur nicht, weil immer noch die meisten Fälle mit der alten Variante auftreten. Über kurz oder lang wird B.1.1.7 dominieren." Die Expansion dieser Variante lasse sich aber durch Beibehaltung der aktuellen Maßnahmen so lange verzögern, dass die Fallzahlen hinreichend sinken würden - wie im No-Covid-Konzept bereits beschrieben. Darin wird für Inzidenzen um die 10 plädiert. Mit der dann besseren Nachverfolgung lasse sich die dritte Welle noch abfangen, prognostizierte Meyer-Hermann.

"Grundsätzlich haben die Gegenden, die an Hochinzidenz-Regionen angrenzen, mehr Schwierigkeiten, die Inzidenzen zu senken", ergänzte der Forscher. "Dies gilt umso mehr, als dort auch eine höhere Gefahr existiert, die neuen Varianten einzuschleppen." Daher könne es in einigen Regionen länger dauern und in anderen schneller gehen. Wenn man den Ursprung aller Infektionen in einer Region kenne, dann könne man dort auch schon lokal öffnen.

Update vom 03.02.2021, 10.20 Uhr: Epidemische Notlage soll bis Juni verlängert werden

Die Bundesregierung strebt an, den Status der sogenannten epidemischen Lage von nationaler Tragweite bis mindestens Juni aufrecht zu erhalten. Per Bundestagsbeschluss soll die Ausnahmelage entsprechend verlängert werden, wie ein Entwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium vorsieht. Das "Handelsblatt" und das Portal "The Pioneer" hatten zuerst darüber berichtet.

Der Bundestag hatte eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" erstmalig am 25. März 2020 festgestellt. Im November stellte das Parlament dann im Zuge der Abstimmung über das sogenannte dritte Bevölkerungsschutzgesetz auf Antrag von Union und SPD den Fortbestand der Ausnahmelage erneut fest.

Der Schritt ist laut Infektionsschutzgesetz Grundlage für Sonderbefugnisse der Regierung, um im Kampf gegen die Pandemie Rechtsverordnungen zu erlassen, ohne dass der Bundesrat zustimmen muss. Das können etwa Reiseregeln, Impf- oder Testvorgaben sein. Normalerweise ist bei den meisten Verordnungen ein Ja der Länderkammer notwendig.

"Die Pandemie wird Ende März nicht vorbei sein. Damit die zahlreichen finanziellen Hilfen und flexibilisierten Regelungen für Pflege und Gesundheit weiter bestehen können, müssen sie gesetzlich verlängert werden", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag. "Nur der Bundestag kann die Ausnahmelage jeweils feststellen und beenden. Das muss so sein und wird so bleiben."

Man habe sich mit dem Koalitionspartner prinzipiell darauf verständigt, die epidemische Lage bis zum 30. Juni zu befristen, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich der "Welt". "Damit geben wir dem Parlament die Möglichkeit, noch vor der Sommerpause erneut darüber zu beraten, ob eine weitere Verlängerung nötig ist."

 

Foto: Screenshot RKI Covid-19-Dashboard

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