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Das Coronavirus "Sars-CoV-2" hält die Welt nach wie vor in Atem. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de. Sie wollen einen Mundschutz online bestellen? Hier gibt es günstige Corona-Masken.

Update vom 14.08.2020, 8.50 Uhr: 1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225. Bis Freitagmorgen hatten 200.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,91. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13.8., 0.00 Uhr, bei 1,06. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. "Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind", hieß es.

Update vom 13.08.2020, 16.59 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert Maskenpflicht an Party-Hotspots

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich angesichts wieder steigender Corona-Zahlen für eine Maskenpflicht auf beliebten Partyplätzen ausgesprochen.

«Wir brauchen dringend eine Maskenpflicht auf Plätzen, wo spontane Partys stattfinden, bei denen ausgelassen mit viel Alkohol gefeiert wird. Nur so können wir erreichen, dass diese Partys unterbleiben oder zumindest sicherer werden», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). «Der Beginn der zweiten Welle ist da. Wir können das jetzt ohne neuen Lockdown in den Griff bekommen, aber wir müssen handeln.»

Update vom 13.08.2020, 10.15 Uhr: Corona-Neuinfektionen auf höchstem Stand seit Anfang Mai - Experten sind besorgt

1445 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland: Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend (12. August 2020) 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. «Dieser Trend ist beunruhigend», so das RKI. «Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.» Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 219 964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 13.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9211. Bis Sonntagmorgen hatten 199 500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 12.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,88 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 12.8., 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: ebenfalls 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. «Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind», hieß es.

Update vom 12.08.2020, 20.30 Uhr: Zehntausende Reiserückkehrer aus Bayern warten auf Ergebnis von Corona-Test

Zehntausende Reiserückkehrer warten nach Corona-Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Etwa 44 000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihre Ergebnisse bekommen. Der Zeitverzug ärgere sie "massiv", sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine "Übermittlungsproblematik", "da gibt es nichts schönzureden". An den Stationen seien Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich zu dem Vorfall. Er nannte den "Fehler" bei den Testzentren "sehr, sehr ärgerlich". "Das muss sofort behoben werden und darf nicht mehr passieren. Alle Strukturen sind umgehend zu überprüfen", verlangte der CSU-Politiker. In Folge der Test-Panne hat Söder seinen geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. "Bayern geht vor", schrieb er dazu am Mittwochabend auf Twitter.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie mehreren Autobahnraststätten. Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.

Update vom 12.08.2020, 6.30 Uhr: Bundesländer verschärfen Corona-Regeln

Angesichts der Sorge vor einer zweiten Corona-Welle verschärfen mehrere Bundesländer die Regeln im Kampf gegen das Virus. In Berlin etwa sollen 240 zusätzliche Mitarbeiter der Ordnungsämter darauf achten, dass die Corona-Auflagen eingehalten werden. Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen erhöhen die Bußgelder, die bei einem Regelverstoß drohen. Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen stärker kontrolliert werden.

"Wir sind uns alle einig, das Entscheidende bleibt, mit den vorhandenen Regelungen um Verständnis zu werben und mit Kontrollen die Umsetzung zu überprüfen", sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach einer Senatssitzung. Es müsse Schwerpunktkontrollen geben und bei Nichteinhaltung der Regeln gegebenenfalls auch "drastische Konsequenzen". Lockerungen stehen in der Hauptstadt dagegen für Kinobesucher an: Künftig gilt nicht mehr ein Mindestabstand von 1,50 Meter, sondern jeder zweite Platz darf besetzt sein.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstag (11. August 2020) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen – erstmals seit Anfang Mai wieder. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Höhere Bußgelder bei Missachtung der Maskenpflicht

Auch Mecklenburg-Vorpommern will aus Angst vor steigenden Infektionszahlen künftig strenger gegen Regelverstöße vorgehen. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin bekannt gab. Auch in NRW sollen Fahrgäste, die in Bussen und Bahnen ohne Maske unterwegs sind, mit 150 Euro sofort zur Kasse gebeten werden. Angesichts steigender Infektionszahlen könne es derzeit keine weiteren Lockerungen geben, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Düsseldorf.

Brandenburg verlängerte unterdessen die Maskenpflicht für den Nahverkehr sowie beim Einkaufen mindestens bis zum 4. September. Zusätzlich beschloss das Kabinett den Mund-Nasen-Schutz für Schulen und Horte in der Corona-Verordnung festzuschreiben. Die Maskenpflicht gilt allerdings nicht für Klassenräume und Pausenhöfe. Für die berufliche Aus- und Weiterbildung lockerte die Landesregierung die Abstandsregel, dafür muss aber eine Maske getragen werden. Bisher galt auch dort die Pflicht zum Mindestabstand von 1,5 Metern.

Als Reaktion auf vermehrt aufgetretene Infektionen nach Auslandsreisen wollen einige Bundesländer auch in diesem Bereich strenger werden. In Mecklenburg-Vorpommern sollen all jene in Quarantäne gehen, die aus einem Risikogebiet einreisen, auch wenn das Land am Tag der Rückreise nicht mehr als Risikogebiet eingestuft ist. Entscheidend sei, ob das Land in den letzten 14 Tagen Risikogebiet gewesen ist, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Damit in Berlin künftig möglichst alle Rückkehrer aus Risikogebieten wie vorgeschrieben einen Corona-Test machen, halten Fernreisebusse nur noch am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). "Das soll dem Zweck dienen, die entsprechenden Testvorschriften praktikabel umsetzen zu können", sagte Kultursenator Lederer. 50 Prozent der Neuinfektionen würden aus dem Ausland mitgebracht.

Update vom 11.08.2020, 12.02 Uhr: Corona-Fake-News kosteten Hunderte Menschen das Leben

Studie zu Corona-Fehlinformationen im Netz - viele Tote durch Gerüchte: Kamelurin, Bleichmittel und Methanol: Fehlinformationen durch Gerüchte und Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit dem Coronavirus haben seit Beginn der Pandemie weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet.

Tausende Menschen mussten wegen der größtenteils in sozialen Netzwerken verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" veröffentlichte Studie. Die von einem Team internationaler Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan zusammengetragenen Daten stammen aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020.

So sei Menschen in Indien empfohlen worden, Kuhurin oder -dung zu verzehren, um sich gegen eine Ansteckung zu wappnen. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Limone als Wunderwaffe gegen Sars-CoV-2 beworben. Der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur vermeintlichen Desinfizierung des Körpers kostete weltweit sogar 800 Menschen das Leben. Rund 5900 landeten nach dem Trinken von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten.

Die Forscher untersuchten auch mögliche Folgen von Stigmatisierung. So habe sich ein Mann in Indien das Leben genommen, weil er glaubte, mit Corona infiziert zu sein - und die mögliche Erkrankung als Schande empfand. Auch sei es immer wieder zu verbaler und physischer Gewalt gegenüber Menschen asiatischer Herkunft und Mitarbeitern des Gesundheitssystems gekommen, weil beide Gruppen für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht wurden. Die Wissenschaftler hatten mehr als 2300 Berichte in 25 Sprachen aus 87 Ländern untersucht.

Neben der Pandemie gebe es demnach auch eine "Infodemie", so die Forscher. Sie forderten Regierungen und internationale Organisationen auf, Corona-Fehlinformationen im Internet besser zu überwachen, als falsch zu entlarven und "mit Social-Media-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten."

Update vom 11.08.2020, 07.00 Uhr: US-Forscher: Schon mehr als 20 Millionen Corona-Fälle weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) zuletzt 966 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt steigt dei Zahl der bestätigten Corona-Fälle hierzulande auf mindestens 217 293. Bayern ist unter den Bundesländern weiter Spitzenreiter mit etwa 51 882 Infektionen. Knapp dahinter liegt das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen - Bayern verzeichnet jedoch rund 1000 mehr Todesfälle durch das Coronavirus.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang mehr als 730 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Opfer stieg zuletzt unter anderem infolge besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich langsamer an als die Zahl der Neuinfektionen.

Das weltweit nach absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land waren die USA. Dort gibt es neben den meisten bestätigten Infektionen mit mehr als 163 000 Opfern auch die meisten Todesfälle. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit über 100 000 Toten.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Laut WHO gab es bis Montag 19,7 Millionen bestätigte Infektionen und 728 000 Todesfälle.

Update vom 10.08.2020, 15 Uhr: Massiver Anstieg der Krankschreibungen bei Jüngeren

Bei jungen Menschen sind die Krankschreibungen wegen einer Covid-19-Infektion in den letzten Wochen wieder deutlich angestiegen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der "Barmer" hervor, über die die Krankenkasse am Montag (10. August 2020) informiert. "Innerhalb von vier Wochen (vom 21. Juni bis 18. Juli) sind demnach die Fallzahlen in der Gruppe der bis 39-Jährigen um 31 Prozent gestiegen", heißt es in der Mitteilung der "Barmer". Die Zahlen beziehen sich auf Versicherte der Barmer-Krankenversicherung. 

„Die Corona-Pandemie ist keineswegs ausgestanden. Ganz im Gegenteil, die Gefahr einer zweiten Welle baut sich offensichtlich immer mehr auf. Wenn die Abstands- und Hygieneregeln zunehmend missachtet werden, kann das Menschenleben gefährden“, wird der Vorstandsvorsitzende der "Barmer", Christoph Straub, zitiert. Vor allem die Jüngeren müssten sich folglich wieder verstärkt an die Corona-Regeln halten, denn in der Gruppe ab 40 Jahren seien die Zahlen konstant geblieben. 

Die meisten Corona-Krankschreibungen über alle Altersklassen hinweg habe es in der 29. Kalenderwoche in Nordrhein-Westfalen mit 727 Betroffenen und in Bayern mit 607 Erkrankten gegeben.

Update vom 10.08.2020, 07.30 Uhr: Innenstaatssekretär für Anzeigepflicht vor Reise ins Risikogebiet

Innenstaatssekretär Günter Krings hat die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete vorgeschlagen. "Bei Reisen in Risikogebiete sollten wir darüber nachdenken, ob wir eine vorherige Anzeigepflicht einführen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" (Montag). "Wer in ein Risikogebiet reisen will, sollte das vorher dem Gesundheitsamt melden, damit es hinterher leichter überprüfen kann, ob der verpflichtende Corona-Test bei der Einreise gemacht und gegebenenfalls die Quarantäne eingehalten wurde."

Der Wirtschaftsrat der CDU hatte vor wenigen Tagen ein komplettes Verbot von Reisen in Risikogebiete gefordert, Krings ginge diese Verbot jedoch zu weit. Für Heimkehrer aus Risikogebieten gibt es derzeit zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legen einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder sie lassen sich nach der Rückkehr in Deutschland testen, was bis zu drei Tage kostenlos möglich ist, etwa auch beim Hausarzt.

Update vom 09.08.2020, 11.40 Uhr: Umfrage: Mehrheit der Deutschen hat kein Verständnis für Corona-Demonstrationen

Die Demonstrationen gegen die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden nach einer Umfrage von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. In einer am Samstag veröffentlichten Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL gaben 91 Prozent an, kein Verständnis für die Proteste zu haben. Nur 9 Prozent äußerten sich dem "RTL/ntv-Trendbarometer" zufolge zustimmend. Eine klare Mehrheit (87%) war auch der Meinung, dass die Menschen, die gegen die Maßnahmen auf die Straße gehen, nur eine Minderheit der Bevölkerung repräsentieren.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 6. und 7. August erhoben. Die Datenbasis bildeten 1005 Befragte.In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst.

Update vom 08.08.2020, 20.30 Uhr: Piazolo äußert sich zu möglichen Schulschließungen in Bayern

Auch in Bayern könnten Schulen schon nach einem einzigen Corona-Fall geschlossen werden, wie das zuletzt in zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern geschehen war.  "Wenn dieser Schüler viele Begegnungen hatte, dann kann es passieren", sagte Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Samstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). Das sei aber nur das letzte Mittel.

Die Schulen versuchten, feste Gruppen zu haben und auch in den Pausen zu schichten, "und insofern kann es auch sein, dass nur eine Klasse nach Hause geschickt wird oder manchmal auch ein Teil einer Schule". Weiter sagte Piazolo, Bayern wolle nach den Sommerferien an den Schulen in den Regelbetrieb zurück, unter strengen Hygienebedingungen. Wenn die Zahl von 20 Infektionen pro 100.000 Einwohner "überschritten wird, dann würden wir auch Maskenpflicht im Unterricht anordnen".

Update vom 08.08.2020, 18.00 Uhr: Den dritten Tag in Folge mehr als 1000 Neuinfektionen, R-Wert steigt über 1,0

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 8.8., 0.00 Uhr).

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Samstag etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Sie war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten 196.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 7.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,16 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 7.8., 0.00 Uhr, ebenfalls bei 1,16 (Vortag: 1,06). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update vom 08.08.2020, 10.32 Uhr: Ärzteverband warnt vor wachsender Nachlässigkeit in Deutschland

Der Ärzteverband Marburger Bund hat vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie in Deutschland gewarnt: "Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen - er ist flach, aber er ist da", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen. "Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann." Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden.

Johna mahnte, es gebe Dinge, die man sich jetzt nicht leisten sollte. "Dazu gehört, es zu tolerieren, wenn Menschen im öffentlichen Nahverkehr die Maske als Kinnschutz tragen. Das ist auch schnell eine Großveranstaltung, wenn in einem vollen Waggon viele Menschen eng beieinanderstehen." Vielleicht müsse man manche auch wieder damit konfrontieren, dass die Covid-19-Erkrankung weiter gefährlich sei.

"Viele empfinden das nicht mehr als Realität, weil sie in ihrem Bekanntenkreis niemanden kennen, der relevant erkrankt ist", erklärte die Verbandschefin. "Manche haben dadurch das Gefühl, es sei weit weg. Aber es ist nicht weit weg." Es gebe weiter schreckliche Schicksale Erkrankter, denen auch modernste Mittel der Medizin nicht mehr helfen konnten. "Was häufig vergessen wird: Unter den Erkrankten gibt es auch Menschen, die lang andauernde Schäden zurückbehalten."

Johna befürwortete es, den Schulunterricht wieder aufzunehmen. "Die Schule ist eine Großveranstaltung - aber eine, die wir uns leisten müssen." Dafür sei es wichtig, Corona-Regeln gut festzulegen. "Die Überlegungen dazu kommen teilweise erstaunlich spät, denn das Schuljahr beginnt ja nun nicht überraschend." Dazu gehöre eine Strategie zum regelmäßigen Belüften der Räume, die auch im Herbst und Winter durchzuhalten sei. Sinnvoll seien auch Masken auf dem Schulhof gerade in beengteren Bereichen. "Während des Unterrichts halte ich das nicht für angebracht. Da gibt es ja auch Abstandsregeln." Beim Krisenmanagement bleibe es wichtig, möglichst alle Corona-Fälle nachzuverfolgen, machte Johna deutlich. "Wenn wir einzelnen Fällen nicht mehr nachgehen, dann stoßen wir manchmal gar nicht auf eine Häufung von Infizierten." Dafür müssten die Gesundheitsämter dauerhaft personell gestärkt werden, gerade im ärztlichen Bereich. "Der öffentliche Gesundheitsdienst war schon vor Corona wichtig. Nur galt bisher: hoch gelobt und mies bezahlt. Damit muss Schluss sein, auch um dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen."

Johna schlug zudem spezielle Quarantäneregeln für Menschen vor, die bei Veranstaltungen mit vielen Infizierten waren und mit vielen Mitbewohnern zusammenleben. Sie sollten nicht zu Hause isoliert werden, sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Für solche Personen müssen wir eine besondere Quarantänesituation anbieten, etwa in Hotels, und sie für eine Woche auch von ihrer Familie oder anderen Mitbewohnern fernhalten." Um mehr Akzeptanz zu erreichen, könnten Quarantänezeiten auch von 14 Tagen auf die Hälfte verkürzt werden. Sieben Tage könnten ausreichen, vor allem in Verbindung mit einem abschließenden negativen Test.

Update vom 07.08.2020, 12 Uhr: Erste Schulen schon wieder zu - Virologen weisen auf Risiken hin

Mehrere namhafte Virologen haben zum Beginn des Schuljahres in mehreren Bundesländern vor dem Risiko von Corona-Infektionen unter Schülern gewarnt und Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen gemacht. "Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen", heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die am Freitag verschickt wurde.

Wie schnell die Hoffnungen auf einen weitgehend normalen Schulbetrieb im neuen Schuljahr zerstört werden können, zeigte sich am selben Tag in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium und eine Grundschule geschlossen. An dem Gymnasium in Ludwigslust war eine Lehrerin positiv getestet worden an der Grundschule in Graal-Müritz im Landkreis Rostock ein Schüler. Mecklenburg-Vorpommern war am Montag als erstes Bundesland ins neue Schuljahr gestartet, am Donnerstag folgte Hamburg. Kommende Woche sind Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Die Virologen - darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Helmholtz-Forscherin Melanie Brinkmann - schreiben in ihrer Stellungnahme: "Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen". Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten. Die Experten schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Übertragungsrisiken in den Schulen zu minimieren.

Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem für das "konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts" aus. "Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen", heißt es. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass "pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch" in den Schulen gefunden werden.

Sollte es gegen Jahresende zu einem kritischen Anstieg der Neuinfektionen kommen, und dabei auch Bildungseinrichtungen eine Rolle spielen, bringen die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel, um die Zeiten mit höchster Infektionsaktivität zu verringern.

Update vom 07.08.2020, 06.30 Uhr: Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-"Heute Journal". "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen."

Spahn unterstrich die Linie, im Fall der Fälle vor allem auf regionale Maßnahmen zu setzen. Auf die Frage, ab wann neue Einschränkungen nötig würden, betonte Spahn, es gebe nicht "die eine Zahl, auf die alles reduziert werden kann". "Es gibt den Steigerungsfaktor - also um wie viel dynamischer wird das Infektionsgeschehen? Es gibt die absolute Zahl der Infektionen. Mit um die 1000 Neuinfektionen pro Tag kann das Gesundheitswesen umgehen."

Update vom 06.08.2020, 19.30 Uhr: Erstmals mehr als 1000 neue Corona-Infektionen seit Anfang Mai

Erstmals seit drei Monaten hat das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Donnerstagmorgen hieß. Die Schwelle von 1000 neuen Corona-Fällen war zuletzt am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt.

Als Ursache für den Anstieg nannte RKI-Präsident Lothar Wieler bereits vorige Woche Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handele, sei unklar.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 213 067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6. August 2020, 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9175. Bis Donnerstagmorgen hatten 195 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Update vom 06.08.2020, 11.00 Uhr: Corona-Testpflicht ab Samstag

Wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstagvormittag (6. August 2020) bekannt gegeben hat, gilt bereits ab Samstag (8. August 2020) eine Corona-Testpflicht für Einreisende und Rückkehrer aus Risikogebieten. Inzwischen gehören auch 15 europäische Länder zu den Risikogebieten. Das RKI hat für folgende Länder eine Reisewarnung ausgesprochen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, müssen sich Einreisende nach Deutschland auf das Virus testen lassen, wenn sie zuvor in einem Risikogebiet waren.

Spahn sagte, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man "auf Nummer sicher" gehen. "Mir ist sehr bewusst, dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist." Es sei aber ein zumutbarer Eingriff. Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich bisher schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

Bereits seit vergangenem Samstag können sich alle Einreisenden aus dem Ausland freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Jede bisher unentdeckte Infektion mache einen Unterschied, sagte Spahn. Er verteidigte es erneut, dass die Reisenden dafür nicht selbst zur Kasse gebeten werden sollen. Die Kosten übernimmt letztlich der Bund.

Update vom 06.08.2020, 06.30 Uhr: Drosten: Bei zweiter Welle auf Infektionsgruppen konzentrieren 

Der Charité-Virologe Christian Drosten schlägt vor, sich nicht mehr auf einzelne Corona-Fälle, sondern auf Infektionsgruppen zu konzentrieren, sollte es in Deutschland zu einer zweiten Welle kommen. "Waren bisher die meisten Infektionsketten nachvollziehbar, können neue Fälle bald überall gleichzeitig auftreten", schreibt Drosten in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Zeit". Dies könnte alle Landkreise und Altersgruppen betreffen. "Dann sind die personell schlecht ausgestatteten Gesundheitsämter endgültig damit überfordert, die Quarantäne jeder einzelnen Kontaktperson zu regeln", so der Wissenschaftler.

Die Behörden sollten sich dann auf Gruppen konzentrieren, in denen sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Wenn sich ein Mitglied eines dieser sogenannten Cluster infiziert habe, könne auch eine Isolation von fünf Tagen ausreichen. Nötig sei eine entscheidende Strategieänderung: "eine Testung auf Infektiosität statt auf Infektion". Eine niedrige Viruslast bedeute, dass ein Patient nicht mehr ansteckend sei.

Update vom 05.08.2020, 17.00 Uhr: Bayern: Schon jetzt 150 Euro Bußgeld für erstmalige "Masken-Muffel"

"Masken-Muffel" im öffentlichen Nahverkehr in Bayern müssen anders als in Nordrhein-Westfalen auch bei erstmaligen Verstößen schon jetzt mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. "Wenn eine Minderheit meint, sich nicht an die Maskenpflicht halten zu müssen, ist das nicht akzeptabel. Wer andere gefährdet, muss zu Recht mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch. "Die Einhaltung der Maskenpflicht ist entscheidend bei der Bekämpfung der Pandemie", betonte er. Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger verhielten sich aber sehr verantwortungsbewusst und trügen Masken in U-Bahn, Bus und Tram.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hatte zuvor in der "Rheinischen Post" angekündigt, die Regeln in Nordrhein-Westfalen zu verschärfen und nun auch Erstverstöße mit 150 Euro Bußgeld zu ahnden.

Das bayerische Innenministerium betonte, die Aufnahme von Anzeigen durch die Polizei erfolge stets mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl. "Es ist jedoch zwingend geboten, dass auch in den Bereichen des ÖPNV bestehende Regelungen durchgesetzt und Verstöße konsequent verfolgt werden." Unter diesen Maßgaben und nach Würdigung des Einzelfalls schreite die Polizei somit grundsätzlich auch bei Erstverstößen ein, etwa nach Hinweisen von Fahrgästen oder Meldungen durch das Personal.

Nach Angaben des bayerischen Verkehrsministeriums hält sich der weit überwiegende Teil der Fahrgäste (mehr als 95 Prozent) an die Maskenpflicht. Es gebe nur vereinzelte Meldungen über Verstöße, beispielsweise in den Abend- und Nachtstunden in den Großstädten oder im Ausflugsverkehr an den Wochenenden. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht droht im Regelfall ein Bußgeld von 150 Euro - die Summe kann "je nach den Umständen des Einzelfalls" erhöht oder ermäßigt werden. Bei Fahrlässigkeit etwa ist der Regelsatz zu halbieren.

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Update vom 04.08.2020, 14.30 Uhr: Ärzteverband: Zweite Corona-Welle schon da - Kliniken vorbereitet 

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. "Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle", sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der Augsburger Allgemeinen. Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April.

Das Robert-Koch-Institut vermeldete zuletzt 879 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Damit wurden bisher mindestens 211 281 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. "Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen", warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. "Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen", sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert - Schritt für Schritt, bis die höchste Kapazität ausgeschöpft ist.

Johna mahnte eindringlich, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Sie verglich die Maske mit der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto, wogegen es damals auch heftigen Widerstand gegeben habe. Heute fühlten sich viele Menschen von einer Mundschutzpflicht bevormundet. Aber das Gegenteil sei der Fall: So wie der Gurt Leben rette, "so rettet auch der Mundschutz Leben", betonte die Verbandschefin.

Update vom 04.08.2020, 10.15 Uhr: Bayerisches Innenministerium plant höhere Strafen bei Corona-Verstößen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will auf die massiven Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen bei Demonstrationen in Berlin reagieren. Wie er im "Rundschau Magazin" des Bayerischen Rundfunks  sagte, werde diskutiert, in welchem Außsmaß die Bußgelder in bestimmten Bereichen erhöht werden müssten, "um einen noch stärker abschreckenden Effekt zu erzielen". Herrmann sprach dabei von mehreren Tausend Euro.

Laut Herrmann kann wegen Verstoß gegen die Hygienevorschriften bereits mit den bestehenden Strafen ein Bußgeld in Höhe mehrere Tausend Euro gegen den Veranstalter der Demonstration verhängt werden. Auch einzelne Demonstranten, die sich nicht an den Mindestabstand gehalten haben, können zur Verantwortung gezogen werden. Im Extremfall könne eine solche Veranstaltung "insgesamt unterbunden werden", so Herrmann.

Bei der Anpassung der Bußgelder geht es aber nicht nur um Demonstrationen. Auch Verstöße gegen die Quarantäne-Vorschrift und die Pflicht für Reisende, sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet testen zu lassen, sollen härter bestraft werden. "Es geht darum, das Risiko zu minimieren, dass andere Menschen angesteckt werden. Deswegen sind wir da so hinterher", sagte Herrmann.

Auch die Mehrheit der Deutschen würde härtere Strafen bei Corona-Verstößen auf Demonstrationen befürworten: Laut einer neuen YouGov-Studie waren 77 Prozent der Befragten dafür, nur 14 Prozent lehnte höhere Strafen ab.

Update vom 04.08.2020, 06.15 Uhr: Maskenpflicht - Deutsche Bahn will gegen Mundschutz-Verweigerer vorgehen

Die Deutsche Bahn will sicherstellen, dass die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in ihren Zügen und Bussen durchgesetzt wird. Nach wie vor halte sich die große Mehrheit der Reisenden daran, erklärte der bundeseigene Konzern auf Anfrage am Montag in Berlin. "Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar."

Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung. "Dies setzen wir gemeinsam mit der für die Gefahrenabwehr bei der Bahn zuständigen Bundespolizei konsequent um."

Die Bahn erläuterte, über die Maskenpflicht werde seit ihrem Bestehen in Zügen, Bahnhöfen und im Internet breit informiert. Neben der Einhaltung von Verordnungen gehe es darum, "gegenseitige Rücksichtnahme zu leben und Verantwortung für die Gesundheit jedes Einzelnen und in der Gesamtbevölkerung zu empfinden." Der Schutz der Gesundheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen habe oberste Priorität.

Update vom 03.08.2020, 10.15 Uhr: Bundesbildungsministerin Karliczek für Maskenpflicht an Schulen

Kurz vor dem Ferienende in sechs Bundesländern hat sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden ausgesprochen. Es sei zwar nachvollziehbar, "wenn Länder auf Abstandsregeln in den Schulen verzichten wollen, weil die räumlichen Bedingungen ansonsten nur eingeschränkt Präsenzunterricht zulassen würden", sagte sie der "Welt am Sonntag". "Dennoch wird der Präsenzunterricht nur dann funktionieren können, wenn weitere Regelungen zur Hygiene, zum Tragen von Schutzmasken sowie zum Abstandhalten auf dem Schulhof und auf den Fluren strikt eingehalten werden."

Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll allerdings nicht im Unterricht gelten. In anderen Ländern wie etwa Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt - wie in Hessen oder Sachsen - im Ermessen der Schulen.

An diesem Montag startet Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland ins neue Schuljahr. Hamburg folgt am Donnerstag. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein los. Trotz der Corona-Pandemie sollen die Schulen nach den Ferien in den Regelbetrieb zurückkehren.

Die Bildungsminister der Länder zeigten sich optimistisch, dass der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen gelingen kann. "Tourismus, Restaurants und sogar Fitnessstudios sind längst wieder geöffnet, ohne große Probleme", sagt die mecklenburg-vorpommerische Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) der "Welt am Sonntag". "Es ist höchste Zeit, die Belange der Kinder nach vorne zu rücken."

Update vom 29.07.2020, 14.45 Uhr: Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten, einen genauen Tag nannte das Ministerium noch nicht. Sie solle so schnell wie möglich kommen, damit sich alle darauf einstellen könnten.