• Der Virologe Christian Drosten warnt vor dem "neuen" Coronavirus "Mers".
  • Das Mers-Virus existiert bereits seit acht Jahren, breitet sich aber zunehmend aus
  • Ursprung des Mers-Virus sind wohl Dromedare
  • Das Virus kann für Betroffene tödlich sein.
  • Mittlerweile sind schon mehrere Fälle bekannt

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, doch Virologe Christian Drosten warnt schon vor dem nächsten gefährlichem Virus: Dem Mers-Virus. „Wenn der Rummel jetzt vorbei ist, dann werde ich mit einer kleinen Arbeitsgruppe ein neues Thema aufbauen“, sagte Drosten der Zeitschrift Capital. Das Coronavirus bekäme bereits die nötige Aufmerksamkeit. Seine Forschung wolle Drosten daher auf das Mers-Virus richten. Dieses habe seiner Ansicht nach ebenfalls Pandemie-Potenzial. 

Virologe warnt vor neuen Virus: Wie gefährlich ist Mers?

Das sogenannte Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) wurde laut Robert Koch Institut bereits 2012 bei Patienten auf der arabischen Halbinsel nachgewiesen. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seither 2400 laborbestätigte Mers-Fälle gemeldet, darunter mehr als 800 Todesfälle. Die Mortalitätsrate ist damit höher als bei dem Coronavirus.

Die Symptomatik einer Mers-Erkrankung gleicht laut RKI dem Coronavirus: grippeähnliche Symptome, Lungenentzündung, Atemnot und Durchfall. Aber auch hier kann die Erkrankung asymptomatisch verlaufen.

Gerade ältere und chronisch kranke Menschen haben ein "deutlich erhöhtes Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe", warnt das Auswärtige Amt. Ähnlich wie bei dem aktuell grassierenden Coronavirus gehört das Mers-Virus zu den sogenannten Zoonosen. Also Krankheiten, die durch engen Kontakt mit Tieren auf den Menschen überspringen können.

Auch das Auswärtige Amt warnt: Schwere bis tödliche Krankheitsverläufe

Laut RKI sind wohl Dromedare, also einhöckrige Kamele, Ursprung des Mers-Virus. Die meisten der Erkrankten hätten nachweislich Kontakt zu den Tieren gehabt, allerdings seien nicht alle Erkrankungen darauf zurückzuführen. Die Übertragungswege sind noch nicht vollständig geklärt, so das Auswärtige Amt weiter. Auch der Verzehr von unzureichend gekochten tierischen Produkten sowie die Tröpfcheninfektion bei einer Übertragung von Mensch zu Mensch scheinen eine Rolle zu spielen.

"Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich", heißt es auch vonseiten des RKI. Die Infektionsrate innerhalb eines Haushaltes gelte bisher allerdings als niedrig. Trotzdem gab es bereits "mehrere, zum Teil auch große Ausbrüche" in Krankenhäusern. Aus diesem Grund stuft die WHO Mers als "Priority Disease" ein, also als eine "Krankheit, deren Erforschung und Entwicklung von Medikamenten höchste Priorität eingeräumt werden muss", so das RKI. Denn noch fehlt es an Medikamenten zur Bekämpfung des Virus.

Am stärksten von dem Virus betroffen ist aktuell Saudi-Arabien. Das scheint aus deutscher Sicht weit weg, doch jährlich reisen rund eine Million Menschen von der arabischen Halbinsel nach Deutschland. Demnach sind laut RKI "importierte Krankheitsfälle" jederzeit möglich.

Virologe warnt: Erste Fälle schon in Deutschland

Und tatsächlich gab es in Deutschland bereits Fälle des Mers-Virus. 2012 und 2013 wurden in Deutschland je ein Patient aus Katar und einer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten behandelt. Einer der beiden starb, obwohl er keinerlei Vorerkrankungen hatte, so das RKI. Auch 2015 erkrankte ein Mann an Mers. Dieser hatte laut RKI zuvor einen Kamelmarkt auf der arabischen Halbinsel besucht. Der Mann verstarb wenige Monate nach der Erstinfektion an Spätfolgen der Erkrankung. 

Erkrankungen mit dem Mers-Virus äußern sich laut RKI - ähnlich wie beim Coronavirus - durch grippeähnliche Symptome. Bei schweren Verläufen kann sich zudem eine Pneumonie entwickeln, die in einem akuten Atemwegsyndrom enden kann. Ein häufiges Begleitsymptom sei außerdem Durchfall - auch zu Nierenversagen kann es kommen. Besonders betroffen sind Menschen, die an chronischen Vorerkrankungen leiden, wie zum Beispiel Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen.

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Die WHO warnt aktuell noch nicht vor Reisen auf die arabische Halbinsel im Zusammenhang mit dem Mers-Virus. Dennoch empfiehlt die WHO den Kontakt zu Dromedaren zu meiden, das gelte auch für Märkte, auf denen sich die Tiere aufhalten sowie für den Verzehr von rohen oder unzureichend erhitzten Kamelprodukten.

Auf der Website des Auswärtigen Amtes sind alle wichtigen Informationen rund um Infektions- und Tropenkrankheiten aufgelistet. Hier gibt es auch aktuelle Informationen zum Mers-Virus. Alle Entwicklungen zum Coronavirus in Bayern gibt es in unserem Live-Ticker

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