• Was ist eine Chemotherapie?
  • Welche Krebs-Patient*innen bekommen eine Chemo?
  • Was passiert im Körper und wie hilft es gegen Krebs? 
  • Wie können sich die Therapien auswirken, wie sehr schwächen sie den Körper?
  • Welche Unterschiede gibt es in Therapien? 
  • Vorurteil: Chemotherapie bedeutet Haarausfall und Übelkeit – ist das immer der Fall?

Mehr als fünfhunderttausend Menschen erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Von den betroffenen Erwachsenen können etwa 50 Prozent geheilt werden. Außerdem überstehen etwa 4 von 5 Kindern heute eine Diagnose mit einer der verschiedenen Krebsarten. Chemotherapien spielen bei der Behandlung eine wichtige Rolle, da sie sowohl einzeln als auch in Kombination mit anderen Behandlungen eingesetzt werden können. Auch wenn die Therapie immer besser wird, hat sie große Auswirkungen auf den Körper und ist eine sehr anstrengende Behandlung für Betroffene. 

Was ist eine Chemotherapie?

Bei einer Chemotherapie wird versucht, mithilfe von chemischen Substanzen gegen bösartige Tumore vorzugehen. Diese Substanzen werden auch als Chemotherapeutika oder Zytostatika bezeichnet. Sie werden in Form von Spritzen, Infusionen oder auch Tabletten verabreicht.

Der Ablauf erstreckt sich meistens über einen längeren Zeitraum. Während der Therapie gibt es Behandlungsphasen und Behandlungspausen, die abwechselnd aufeinander folgen. In den Phasen der Behandlung bekommen die Patient*innen meist eine Kombination aus verschiedenen Zytostatika. Die Behandlungspausen sind zur Erholung des Körpers da. In der Zeit soll sich vor allem das normale Körpergewebe regenerieren können. 

Ein Zyklus kann aus einem oder mehreren Tagen bestehen, an denen die Patient*innen die Medikamente bekommen. Darauf folgt dann eine Pause aus mehreren Tagen bis Monaten. Durchschnittlich werden diese Zyklen vier bis sechs Mal wiederholt. 

Welche Personen bekommen eine Chemotherapie?

Die meistens Menschen, die einen bösartigen Tumor haben, werden mit einer Chemotherapie behandelt. Häufig wird die Therapie begleitend zu einer Operation oder Bestrahlung gemacht. Diese unterstützende Chemotherapie kann sowohl vor als auch nach einer der anderen Behandlungen stattfinden.

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Beginnt man sie vor einer Operation oder Bestrahlung ist das Ziel häufig den Tumor zu verkleinern, damit die weitere Behandlung möglichst erfolgreich sein kann. Startet man die Chemotherapie nach einem anderen Eingriff, geht es vor allem darum, eventuell verbliebene Tumorreste oder Metastasen zu entfernen.

Ein besonderer Fall ist die Behandlung von Leukämiepatient*innen. Hier wird versucht durch eine Chemotherapie das gesamte erkrankte Knochenmark zu zerstören. Danach wird dann mit einer Stammzelltransplantation versucht, eine neue Stammzelle anzusiedeln, sodass sie sich vermehren

Was passiert im Körper und wie hilft es gegen Krebs?

Zytostatika sind Zellgifte, die auf unterschiedliche Weisen in Teilungsvorgänge von unter anderem Krebszellen eingreifen. Manche Medikamente sorgen dafür, dass das Wachstum der Zellen gestoppt wird, andere stoppen die Vermehrung.

Die Gifte greifen vor allem Zellen an, die sich schnell teilen. Weil Tumorzellen sich besonders schnell vermehren, sind sie davon auch besonders stark betroffen. Dadurch wird der Krebs bzw. bösartige Tumor gezielt im Wachstum gehemmt.

Die Zytostatika können allerdings auch gesunde Zellen, die sich gerne und schnell teilen, angreifen. Weil normales Körpergewebe sich aber schneller wieder regenerieren kann als Krebszellen, sind die Behandlungspausen in den einzelnen Zyklen so wichtig

Wie können sich die Therapien auf den Körper auswirken?

Dadurch, dass die Zytostatika auch gesundes Zellgewebe angreifen, wenn es sich schnell teilt und vermehrt, gibt es einige, teilweise extreme Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie. Bei jeder betroffenen Person treten unterschiedliche Wirkungen auf. Außerdem werden sie von jeder Person unterschiedlich schlimm wahrgenommen. 

Durch die Medikamente wird die Produktion verschiedener Blutzellen beeinträchtigt, was ein verändertes Blutbild zu Folge haben kann. Der Körper hat während der Zeit zudem weniger weiße Blutkörperchen. Dadurch sind Patient*innen anfälliger für Infektionen. Auch eigentlich ungefährliche Krankheitserreger können während der Chemotherapie problematisch werden.

Appetitlosigkeit und Geschmacksstörungen gehören auch zu den Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Betroffene dürfen zwar fast alles essen, oft müssen sie sich dazu aber überwinden. Die Mundschleimhäute können durch die Therapie besonders gereizt werden und es kann sich eine Schleimhautentzündung entwickeln. Deswegen sollte noch mal mehr als sonst auf Zahn- und Mundhygiene geachtet werden

Chemotherapie bedeutet Haarausfall und Übelkeit – ist das immer so?

Viele Menschen haben bei dem Wort Chemotherapie oft das Bild im Kopf, dass Patienten ihre Haare verlieren und sie die ganze Zeit mit Übelkeit zu kämpfen haben. Beides sind tatsächlich häufige Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit einer Chemotherapie.

Haarzellen gehören zu den Zellen, die sich besonders schnell teilen und werden somit von den Medikamenten stark angegriffen. Dadurch fallen nach und nach neben den Haaren auf dem Kopf auch alle anderen Körperbehaarungen aus. Manche Patient*innen greifen deshalb zum Beispiel auf Perücken zurück. Nach der Therapie wächst vor allem das Kopfhaar relativ bald wieder nach. Von dem Haarverlust sind leider so gut wie alle Patient*innen betroffen.  

Übelkeit und Erbrechen werden ausgelöst, weil die Zytostatika auf den Bereich im Gehirn wirken, der dafür zuständig ist, das sogenannte Brechzentrum. Mittlerweile gibt es aber zusätzliche Medikamente, die das verhindern können. Diese werden schon vor Beginn der Therapie stufenweise verabreicht, sodass diese Nebenwirkungen nicht auftreten. Bei Bedarf bekommen Betroffene auch während der Behandlung noch Medikamente. Viele Patient*innen müssen dadurch nicht mehr darunter leiden

Welche Unterschiede in Therapien gibt es?

Neben der Chemotherapie werden bei der Behandlung von Krebs auch Operationen und Bestrahlungen eingesetzt. Die Chemo kann zwar als eigene Therapie genutzt werden, sie wird aber auch häufig unterstützend zu einer der anderen Behandlungsmöglichkeiten durchgeführt.

Bei Behandlung durch eine Operation ist das Ziel, den Tumor so gut wie möglich aus dem Körper der betroffenen Person zu entfernen. Es gibt viele verschiedene Operationstechniken, das Ziel ist immer, dass der Eingriff für die Patient*innen so schonend wie möglich ist. Vor allem bei Haut- und Brustkrebs stehen mit dieser Methode die Chancen auf eine Heilung gut.

Mit einer Strahlentherapie können Tumore besonders gut lokal bekämpft werden. Sie kann alleine, mit einer Chemotherapie, aber auch zusätzlich zu einer Operation gemacht werden. Neben der Vernichtung von Tumoren kann die Strahlenbehandlung auch zu Schmerzlinderung führen oder ihnen sogar vorbeugen. Circa jede zweite, an Krebs erkrankte Person, wird mit einer Strahlentherapie behandelt. 

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