Gütersloh
Medizin im Internet

Jeder zweite vertraut dem Internet bei Gesundheitsfragen

Patienten suchen immer öfter Rat im Internet wenn es um Gesundheitstipps geht. Doch wie kann man wissen, ob die Informationen seriös sind?
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Mindestens jeder Zweite Patient sucht nach Gesundheitstipps im Internet. Dabei beliebt: Die Suchmaschine "Google". Symbolbild: Jussi Nukari/dpa
Mindestens jeder Zweite Patient sucht nach Gesundheitstipps im Internet. Dabei beliebt: Die Suchmaschine "Google". Symbolbild: Jussi Nukari/dpa
Patientenumfrage zu Informationsverhalten: Mehr als die Hälfte der Patienten, die zu Gesundheitsthemen Rat im Internet suchen, bewerten die gefundenen Informationen positiv. 52 Prozent der Befragten seien "immer zufrieden" oder "meistens zufrieden", 44 Prozent seien "teils, teils zufrieden", erklärte die Bertelsmann Stiftung am Freitag in Gütersloh bei der Vorstellung einer aktuellen Studie. Lediglich zwei Prozent der Befragten seien "selten zufrieden". Niemand sei mit den Suchergebnissen "immer unzufrieden".

Motive der Internet-Suche seien, sich über Behandlungsalternativen zu informieren, sich mit anderen auszutauschen und emotionale Unterstützung zu erhalten, erklärte die Bertelsmann Stiftung. Die Recherche im Internet gebe den Patienten ein Gefühl von Sicherheit, Beruhigung oder auch Zerstreuung. Das Internet zähle der Umfrage zufolge nach Gesprächen mit Ärzten und Angehörigen oder Freunden zu den drei am häufigsten herangezogenen Informationsquellen in Gesundheitsfragen, hieß es.

Für die Untersuchung der Bertelsmann Stiftung haben Psychologen 36 Tiefeninterviews geführt. Ergänzt wurde die Studie durch eine repräsentative Bevölkerungsbefragung unter mehr als 1.000 Bürgern.


So erkennen sie seriöse Gesundheitsseiten im Netz

Ob Erste Hilfe bei Husten oder das beste Mittel gegen Ausschlag: Das Internet ist längst zum wichtigen Ratgeber für Patienten geworden. Fast die Hälfte der Menschen (46 Prozent), die nach Gesundheitsinformationen suchen, tut dies laut einer eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung im Netz. Aber wie erkennen Patienten, ob die Informationen seriös und auf dem neusten Stand sind? Urs-Vito Albrecht, der an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter anderem über Gesundheits-Apps forscht, empfiehlt einen einfachen Schnelltest: Ist ein Impressum vorhanden, und gibt es eine Datenschutzerklärung? "Allein wenn eine dieser beiden Angaben fehlt, reicht mir das schon zur Skepsis", sagt er.

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