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Gesundheit

Öko-Test warnt vor Bambusware: Geschirr und Becher enthalten häufig gesundheitsgefährdende Stoffe

Geschirr, welches als "Bambusware" beworben wird, gilt als gesundheitsschädigend. Zu diesem Ergebnis kommen das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Verbrauchermagazin Öko-Test. Doch was macht die Ware so gefährlich?
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"Bambuswaren" werden zwar als umweltfreundliche Plastikalternative beworben,  sind jedoch laut Öko-Test und des Bundesinstituts für Risikobewertung gesundheitsschädigend und schwer recycelbar. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa
"Bambuswaren" werden zwar als umweltfreundliche Plastikalternative beworben, sind jedoch laut Öko-Test und des Bundesinstituts für Risikobewertung gesundheitsschädigend und schwer recycelbar. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa

Geschirr, welches als "Bambusware" beworben wird, besteht oft primär aus Kunststoff. Bambus wird nur als Füllstoff der Ware verwendet, während laut Dr. Janina Willers, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, vor allem Melamin- oder Harnstoff-Formaldehyd-Harze als formgebende Bestandteile verwendet werden.

Bambusware: Gesundheitliche Richtwerte bis zu 120-fach überschritten

Zwar gilt die Bambusware als umweltschonende Alternative zu Einweg-Varianten aus Pappe. Aber: Recycelbar sind die Produkte wegen ihres hohen Kunststoffanteils nicht.

Weiterhin konnte durch die Untersuchung verschiedener chemischer Labors festgestellt werden, dass viele der Produkte bei höheren Temperaturen gesundheitlich bedenkliche Mengen von Melamin und Formaldehyd an die Lebensmittel abgeben. Gesetzliche Höchstmengen werden häufig weit überschritten, berichtet Öko-Test.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) meldete sich zu Wort: "Häufig löst sich aus Bambusware sogar mehr gesundheitsschädliches Formaldehyd und Melamin als aus 'herkömmlichen Melaminharz-Bechern'", erklärt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR.

Das BfR setzte eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von Formaldehyd fest, bei der kein gesundheitliches Risiko für den Menschen besteht. Nach Berechnungen des BfR überschreiten einige "Bambusware"-Becher den TDI um das 30-fache beim Erwachsenen und sogar um das 120-fache bei Kleinkindern. Es wird daher stark angeraten, keine heißen Speisen in den Produkten aufzubewahren und sie auch nicht in der Mikrowelle zu benutzen. Sobald der Inhalt eine Temperatur von 70 Grad erreicht, kann das Material bedenklich werden.

Formaldehyd und Melamin in Bambusware

Formaldehyd kann Augen, Haut und Atemwege reizen und steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Melamin ist verdächtig, für Erkrankungen der Blase und der Nieren verantwortlich zu sein. Bemängelt wird neben den Schadstoffen auch, dass viele Hersteller teilweise damit werben, dass die Ware biologisch abbaubar sei. Das gilt aber nicht mehr für mit Kunststoff angereicherte Produkte. Auch das Recycling ist schwierig, da sich die Mischung nicht wieder in ihre Komponenten aufteilen lässt.

Edelstahl als umweltfreundliche Alternative zu beispielsweise Bambusbechern

Alternativen zu den Bambusvarianten sind beispielsweise Mehrwegbecher aus Edelstahl, Porzellan und auch Polypropylen (PP), erklärt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Steht auf der Ware oder auf den Verpackungen nicht ausdrücklich, aus welchem Material sie besteht, kann man sich am Recyclingcode orientieren. Das ist ein dreieckiges Pfeil-Piktogramm mit einer Zahl in der Mitte - 05 steht für Polypropylen und 07 für sonstige Stoffe, was Melamin einschließen kann.

Darüber hinaus gibt es einige Kennzeichen auf dem Becher oder der Verpackung, die zeigen, wofür der Mehrwegbecher taugt: zum Beispiel, ob er überhaupt für den Kontakt mit Lebensmitteln sowie für Mikrowellen geeignet ist.

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Wer Bambus vermeiden möchte, aber trotzdem nicht auf umweltfreundliche Materialien verzichten will, hat viele Alternativen: Edelstahl, Glas, Porzellan oder Polypropylen (thermoplastischer Kunststoff). Edelstahl hat den Vorteil, dass es Getränke bis zu 12 Stunden kalt und bis zu 8 Stunden heiß hält. Gerüche kommen sehr selten vor und das Material ist zu 100 Prozent BPA-frei und umweltfreundlich.

Isolierte Trinkflaschen sind der neuste Trend

Der letzte Schrei sind derzeit die isolierten Trinkflaschen von Chilly's*, FLSK* & Co. Diese halten Kaltgetränke bis zu 24 Stunden kalt, Heißgetränke bis zu 12 Stunden heiß. Wir haben eine Chillly's-Trinkflasche ein halbes Jahr lang einem Alltags-Test unterzogen.

Den vollständigen Öko-Test-Artikel zu der Bambusware lesen Sie kostenlos auf der Seite des Verbrauchermagazins.


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