Antibiotika-resistente Keime können durch Waschmaschinen übertragen werden. Das haben Wissenschaftler der Universität Bonn herausgefunden. Grund für Untersuchungen der Forscher waren mehrere Infektionen in einer Neugeborenenklinik. Den Forschungsergebnissen zufolge kann diese Entwicklung auch Waschmaschinen in Privathaushalten betreffen. Insbesondere zwei Personengruppen stehen dabei im Fokus. Die Studie wurde Ende September 2019 im Fachjournal "Applied Enviromental Microbiology" veröffentlicht.

Waschmaschinen: Antibiotika-resistente Keime lauern im Innern

Im Zentrum der Nachforschungen steht das Bakterium "Klebsiella oxytoca". Es wurde auf der Neugeborenenstation bei routinemäßigen Hygienekontrollen entdeckt. Die Mitarbeiter des betroffenen Krankenhauses seien zunächst ratlos gewesen, da selbst aufwendige Hygienearbeiten keinen und ein Antibiotikum nur eingeschränkt Einfluss auf die Wirkung gehabt hätten. Deshalb seien Experten hinzugezogen worden, so die Deutsche Presse-Agentur.

Zu einer Infektion im Klinikum sei es allerdings nicht gekommen: Folgen einer Infektion durch das Bakterium können Atemwegsinfektionen oder Magen-Darm-Beschwerden sein. Im schlimmsten Fall kann eine tödliche Sepsis drohen. Der lebensbedrohliche Zustand entsteht durch eine Kettenreaktion an Gewebe- und Organschäden. Informationen des Universitätsklinikums Jena zufolge, sind Sepsen die weltweit führenden infektionsbedingten Todesursachen.

Die Experten wurden in einer Waschmaschine der Klinik fündig: Dort hatten sich im Türgummi und im Spülfach massenhaft Bakterien angesammelt. Diese seien über Socken und Strickmützen zu den Babys gelangt, so Studienleiterin Ricarda Schmithausen. Wie die antibiotika-resistenten Keime den Weg in die Waschmaschine fanden, ist den Experten bislang ein Rätsel.

Waschen bei 30 Grad? Gefährlich für Kinder und Rentner

Um die Bakterien abzutöten, muss die Wäsche bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Der seit längerer Zeit aktuelle Trend zum stromsparenden und umweltfreundlichen Waschen bei 30 Grad Celsius, kann den Keimen allerdings nichts anhaben, so Schmithausen.

Hintergrund dessen ist, dass vor allem sehr junge und sehr alte Menschen gefährdet sind, infiziert zu werden. Bei diesen Personengruppen ist das Immunsystem entweder noch nicht vollständig ausgewachsen oder bereits geschwächt. Deshalb sei es wichtig, Kinderkleidung sowie Klamotten von alten Menschen heiß zu waschen. Die Zugabe von chemischem Desinfektionsmittel könne ebenfalls hilfreich sein, so die Studienleiterin zur dpa.

Menschen mit gesundem Immunsystem sind hingegen von einer Gefährdung ausgeschlossen. Die Gefahr durch die antibiotika-resistenten Keime besteht allerdings nicht nur in Kliniken sondern ebenfalls in Privathaushalten. Der Bayerische Rundfunk hat Tipps gesammelt, um dieses Risiko zu minimieren:

 

  • Reinigen Sie ihre Waschmaschine zweimal im Monat: Hierzu sollte die Schublade der Waschmaschine herausgenommen werden und gründlich mit einer Bürste geschrubbt werden. So kann verhindert werden, dass sich Keime in der Waschmaschine festsetzen.
  • Waschgänge mit 60 Grad Celsius schwächen Bakterien nur in einem bestimmten Maß ab. Bei 95 Grad Celsius werden die Keime allerdings abgetötet: Deshalb sollte ein Waschgang mit besonders hoher Temperatur durchgeführt werden.
  • Da sich Keime, wie im genannten Fall, im Gummi der Tür absetzen können, sollten keine aggressiven Flüssigkeiten zur Reinigung des Waschmaschineninnenlebens verwendet werden. Essigessenzen sollten beispielsweise vermieden werden, da diese sonst das Gummi beschädigen.

 

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