• Neue Zeckenart in Deutschland auf dem Vormarsch
  • Auwaldzecke kann für Hunde gefährlich werden
  • Ein Biss kann "Hunde-Malaria" auslösen
  • Alle Symptome, die Sie kennen müssen, finden Sie hier

Die Auwaldzecke ist als Wirt der "Hunde-Malaria" genannten Babesiose-Erkrankung auf dem Vormarsch. Die Gefahr ist groß: Immer mehr Vierbeiner in Deutschland erkranken daran. Wird die Infektion nicht rechtzeitig entdeckt, endet sie für Hunde tödlich.

Vor allem Hunde von Auwaldzecke infiziert

Von Südwesten kommend breitet sich die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) derzeit deutschlandweit aus. "In diesem Jahr ist es besonders gravierend", sagte Dieter Barutzki, Fachtierarzt für Parasitologie und Leiter des Tierärztlichen Labors Freiburg, gegenüber t.online.de. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) kommt sie gehäuft in den Großräumen München und Leipzig vor. Doch auch in Franken und allen anderen Landesteilen Deutschlands seien mittlerweile Fälle aufgetreten.

Einst als Exot nach Deutschland gekommen, ist die Auwaldzecke längst heimisch geworden. Der Klimawandel hilft bei der Verbreitung, die laut Barutzki auch über andere infizierte Tiere erfolgt.  "Wir haben schon solch eine hohe Zahl an positiven Fällen, wie wir sie seit langem nicht gesehen haben – vielleicht sogar wie noch nie", sagt der Fachtierarzt. Die Erreger der Infektionskrankheit Babesiose befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Wird die Krankheit nicht schnell genug erkannt, verläuft sie für Hunde tödlich.

Die beige-braun marmorierte Auwaldzecke zählt zur Gattung der Buntzecken. Sie ist größer als die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zecke, der Holzbock. Die Auwaldzecke bevorzugt feucht-warme Lebensräume, überstehe aber auch kalte Winter. Im Gegenzug zu anderen Zeckenarten suche die Auwaldzecke schon bei Temperaturen ab vier Grad nach geeigneten Wirten. 

Zeckenbiss: Auf diese Symptome müssen Hundehalter achten

Zecken, die sich mit Blut vollgesogen haben, produzierten vor ihrem Tod ein Gelege von mehreren Tausend Eiern, erklärt Barutzki. Daraus würden Larven schlüpfen, die Kleinsäuger wie Kaninchen und Mäuse befielen. Entlang der Nahrungskette würden sie sich durch die heimische Tierwelt verbreiten und schließlich auf Hunde übergreifen - mit tödlichen Folgen. Ist der Vierbeiner infiziert, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. "Eine akute Babesiose ist bei Hunden eine sehr ernsthafte Erkrankung", sagte Elke Reinking vom FLI gegenüber ntv.

Zeckenschutz für Hunde anschauen

Zu erkennen ist "Hunde-Malaria" an folgenden Symptomen:

  • Blut im Urin
  • Hohes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Antriebslosigkeit

Ist die Zecke auch für Menschen gefährlich?

Über die Frage, ob die Auwaldzecke auch für Menschen gefährlich ist, besteht Uneinigkeit. Fest steht, dass die Zecke auch Menschen beißt, wenn auch nur in seltenen Fällen, wie eine  Sammlung aus der Tierärztlichen Hochschule in Hannover der Welt zufolge nahelegt. Die Babesiose wird von MSD Manuals als "relativ unüblich" für den Menschen beschrieben, allerdings wird eine Erkrankung nicht ausgeschlossen, wie das in der Deutschen Apotheker Zeitung der Fall ist.

Sollte sich ein Mensch mit Babesiose infizieren, wie es in MSD Manuals, einem umfassenden Portal für medizinische Fachinformation, suggeriert wird, können nach 1-2 Wochen Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Gliederschmerzen kommen. Außerdem können Gelbsucht und Anämie aufgrund des Zerfalls roter Blutkörperchen auftreten. Tatsächlich kommt die Härte des Verlaufs sehr auf die Stärke des Immunsystems des Menschen an. In der Regel vergeht eine Infektion für komplett gesunde Menschen sehr harmlos. Menschen, die Medikamente nehmen müssen oder an Krankheiten leiden, die das Immunsystem schwächen, sind anfälliger für die Krankheit und können malariaähnliche Symptome verspüren. Diese führen in seltenen Fällen zum Tod.

Insgesamt gilt die Krankheit vor allem für Tiere als gefährlich, für Menschen ist dies nur sehr selten der Fall. Jedoch ist die Auwaldzecke als Überträger von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nicht zu unterschätzen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt, kann es insbesondere bei Erwachsenen zu "bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Paresen, aber auch von Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen" kommen. Diese können mehrere Monate anhalten. Einer von hundert Erkrankten stirbt an der Krankheit. Zu den FSME-Hochrisikogebieten zählt 2021 auch Franken.

 

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