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Menstruation

Aufklärung zum Tabuthema Menstruation: Ist ein Tampon giftig?

Tampons sind ungesund - das hört man öfter mal. Doch Fieber und Erbrechen durch die Verwendung? Durch Fasern aus Polyester können sich giftige Stoffe bilden. Die Folge: Das Toxisches Schocksyndrom. Wie kann ich mich selber vor dem Risiko schützen? Und welche Alternativen gibt es überhaupt?
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Tampons kosten die Frauen sehr viel Geld und können die Gesundheit gefährden. Deshalb steigen immer mehr Frauen auf Alternativen um. Foto: Delia Baum/-/dpa
Tampons kosten die Frauen sehr viel Geld und können die Gesundheit gefährden. Deshalb steigen immer mehr Frauen auf Alternativen um. Foto: Delia Baum/-/dpa

Milliarden von Menschen bekommen einmal im Monat ihre Periode. Dabei verbraucht eine durchschnittliche Frau im Zeitraum der fruchtbaren Phase ihres Lebens um die 12.000 Binden und Tampons. Dafür zahlt sie je nach Stärke und Länge der Periode sowie Marke des Produkts locker an die 2000 Euro im Leben. Und nicht nur das: Somit trägt jede Frau auch zu den fünfeinhalb Milliarden entsorgten Hygieneartikeln bei, die in Deutschland im Müll landen.


Immer noch ein Tabuthema


Das handhaben Frauen in der Regel so, dass es keiner mitbekommt. Sie nehmen Schmerztabletten gegen Unterleibsschmerzen. Sie lassen auf dem Weg zur Toilette mit geübtem Griff den Tampon in der Hosentasche verschwinden - oder umschließen ihn fest mit der ganzen Hand.

Teures Tabuthema Menstruation: Frauen zahlen über 2000 Euro für ihre Periode

 


Was ist das Toxische Schocksyndrom?


Als wären die unangenehmen Situationen, die Kosten und die Müllproduktion nicht schon genug: Tampons können auch richtig gefährlich sein und bakterielle Infektionen auslösen. Vewendet man den extrem saugfähigen Tampon zu lange, können sich Keime, etwa Toxinbildner bilden. Über die Schleimhäute können ihre Gifte schnell in den Kreislauf gelangen. In der Folge kommt es zu plötzlichem Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Blutdruckabfall, Schwindel und Benommenheit. Außerdem kann mit der Zeit ein sonnenbrandähnlicher Ausschlag auftreten. Treten solche Beschwerden auf, sollte man sofort zum Arzt fahren oder einen Krankenwagen rufen. Frauen, die nicht zum ersten mal an dem Toxischen Schocksyndrom erkranken, müssen in Zukunft auf Tampons verzichten.

Durch umsichtiges, hygienisches Verhalten, kann man dem Risiko vorbeugen. Doch trotz dieses Risikos, macht sich kaum einer Gedanken, was in Tampons eigentlich wirklich drin ist. Neben Baumwolle und Co. ist ein Tampon von einer synthetischen Schicht umgeben. Diese wird aus Polyester, Polyethylen und Polypropylen hergestellt. Und diese synthetischen Fasern der Tampons werden mit dem Toxischen Schocksyndrom in Zusammenhang gebracht.

Doch wie können Frauen ihre Periode gesünder, günstiger und umweltfreundlicher gestalten? Inzwischen gibt es immer Alternativen zu Tampons. Ob Menstruationstasse, Menstruationsschwamm oder waschbare Stoffbinden: Immer mehr Frauen steigen um.

Menstruationstasse: Die Alternative zu Binde und Tampon?

Eine Menstruationstasse hält, je nach Hersteller, bis zu zehn Jahre und ist solange immer wiederverwendbar. Beim ersten Kauf sind zwar gleich um die 30 Euro weg. Allerdings entspricht der Preis der Menstruationstasse ungefähr den Kosten für die Versorgung von einem halben Jahr mit Tampons. Heißt also: Frauen sparen eine Menge Geld.

 

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Es gibt verschiedene Hersteller für die Menstruationstassen, wie LadyCup, Lunette oder Yuuki. Der Hersteller Ruby Cup bewirbt mit dem Slogan "Buy one, Give one" den Kauf seiner Menstruationstasse.

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Menstruation ist immer noch ein Tabu-Thema, was dazu führt, dass viele Frauen unaufgeklärt sind. Frauen in Entwicklungsländern bekommen ihre Periode zum ersten Mal und wissen nicht, wie ihnen geschieht. Andere gehen während ihrer Menstruation nicht vor die Tür also auch nicht zur Schule oder zur Arbeit. Viele jungen Frauen haben keinerlei Hygieneartikel zur Verfügung und versuchen, sich mit Blättern oder Papier zu schützen. Das bringt ein hohes Infektionsrisiko mit sich.

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Wird ein Ruby Cup gekauft, schenkt das Unternehmen einer jungen Frau in einem Entwicklungsland eine Menstruationstasse. Trainer und Partner von Ruby Cup klären zudem vor Ort auf und versuchen, alle Fragen und Mythen über den weiblichen Körper zu klären.

Menstruationstassen sind sehr simpel zu reinigen. Einfach unter klarem Wasser ausspülen. Am Ende einer Periode die Menstruationstasse in klarem, heißem Wasser auskochen. Wer seine Menstruationstasse alternativ lieber regelmäßig desinfizieren möchte, kann extra Reinigungstücher oder geeignete Flüssigseife dazu bestellen. Diese eignen sich auch für Orte, an denen kein Wasser in der Nähe ist.

Reinigungstücher für die Menstruationstasse

 

Flüssigseife zum Reinigen von Menstruationstassen



Als weitere Alternative zum Tampon, verwenden immer mehr Frauen einen Menstruationsschwamm, auch Softtampon genannt. Dieser ist aus einem hautverträglichen Schaumstoff gefertigt. Sport, Sauna, Schwimmen und Sex sind mit den saugstarken Schwämmen uneingeschränkt möglich.

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Die Stoffbinde ist eine weitere Alternative zu Tampon und Wegwerfbinde. Diese kann einfach gewaschen und wiederverwendet werden. Zunächst ist sie erst mal teurer, lohnt sich dann aber durch die lange Verwendung. Sie kann einfach bei 90 Grad gewaschen werden.

Wiederverwendbare Menstruationsbinde aus Baumwolle



Wer mit allen oben genannten Möglichkeiten immer noch nicht so wirklich zufrieden ist, der kann eine Menstruations-Unterhose ausprobieren. Klingt ers mal komisch, doch soll funktionieren. Während der Periode einfach anziehen und danach ganz normal waschen. Die Schichten des Materials saugen nicht nur auf, sondern verhindern auch, dass Blut daneben geht.

Menstruations-Unterhose aus Baumwolle

 



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