Es ist der Alptraum aller Männer: Eine Verletzung am Penis, am "besten Stück". Das zeigt schon ein Blick in die Fußballkneipe um die Ecke. Dort wird nach fiesen Grätschen und damit einhergehenden Knie- oder Sprunggelenksverletzungen gerne abgewunken - der soll sich mal nicht so anstellen. Landet ein Schuss jedoch mit knapp 100 Stundenkilometern in den "Weichteilen", verzieht sich der Blick anwesender Männer kollektiv zur Grimasse - als könnten sie alle den Schmerz in diesem Moment körperlich spüren.

Eine Verletzung im Unterleib gilt unter Männern als Super-Gau, als größter anzunehmender Unfall. Schlimmer wird es nur noch, wenn eine peinliche Geschichte hinter dem Unfall steckt.

Der Schuss ging in die Hose: 32-Jähriger schießt sich aus Versehen in den Penis

So wie bei einem 32-jährigen Mann aus Lincoln in Nebraska: Der schoss sich Anfang Mai 2019 - versehentlich natürlich - auf offener Straße ins Gemächt. Warum der Mann überhaupt mit einer Pistole durch die Stadt flanierte, ist ebenso unklar wie die Frage, wie genau es zur Schussabgabe kam. Die Polizei geht zur Zeit davon aus, dass dem 32-Jährigen die Waffe einfach aus der Hosentasche fiel, auf dem Boden krachte und sich dadurch ein Schuss löste.

Laut des britischen Mirror zog sich der 32-Jährige "grauenvolle" aber nicht lebensgefährliche Verletzungen zu. Als wäre die Verletzung nicht schon schlimm genug, muss sich der Mann nun auch noch wegen illegalen Waffenbesitzes und der Schussabgabe in der Innenstadt verantworten.

Mit abgetrenntem Penis in der Hand durch die Stadt spaziert

Häufig stecken hinter den Unterleibsverletzungen Sexspielchen, die fürchterlich schief gingen. Ein solches Ereignis vermutet laut der britischen Sundie Polizei beispielsweise in Costa del Sol in Spanien: Dort wurde ein Mann auf offener Straße entdeckt, der seinen abgetrennten Penis in der Hand trug - eingewickelt in Gummibänder und Schnürsenkel. Zur Absurdität der Geschichte trägt erheblich bei, dass der Mann Passanten mit seinem besten Stück zugewunken haben soll.

Verletzungen beim Masturbieren - der Staubsauger war schuld

Dem Staubsauger kommt bei Penisverletzungen eine große, wie tragische Bedeutung zu. Dass das kein Randphänomen ist, zeigt schon allein der Umstand, dass der Urologe Michael Alschibaja Theimuras bereits 1978 zum Thema "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern" promoviert hat.

Demnach gebe es eine hohe Dunkelziffer bei Verletzungen durch gescheiterte Masturbationsversuche: Viele geben sie nicht zu. Ein Mann behauptete laut Theimuras etwa, er habe sich beim Reparieren einer Kaffeemühle am Penis verletzt, ein anderer gab an, er sei auf einen Gartenstuhl gestürzt. Dabei können autoerotische Praktiken tatsächlich katastrophale Ergebnisse haben: Zwischen 80 und 100 Todesfälle durch Selbstbefriedigung soll es in Deutschland pro Jahr geben.

Penis in der Hantel sorgt für stundenlangen Feuerwehreinsatz - und einen Rechtsstreit

Insofern kann man(n) dann doch froh sein, wenn es bei leichteren Verletzungen bleibt - selbst wenn die Geschichte hinter der Verletzung peinlich ist. Wie bei einem Fall aus Worms: Dort war ein Mann im Jahr 2017 mit seinem Penis im Loch einer Hantel stecken geblieben - und wusste sich nicht anders zu helfen, als mit der 2,5 Kilo schweren Hantel ins Krankenhaus zu gehen. Was folgte, war ein dreistündiger Einsatz der Feuerwehr (mit Schleifer, Vibrationssäge und hydraulischen Rettungsgeräte) und ein monatelanger Rechtsstreit mit einem Fotografen, der Bilder des kuriosen Einsatzes ins Netz gestellt haben soll.

Penis im Kugellager eingeklemmt - Feuerwehr kommt mit Kreissäge

Allgemein geht es häufiger unschön aus, wenn Männer ihren Penis irgendwohin stecken, wo er nicht hingehört. Beispielsweise in ein Kugellager. Dies musste ein Mann im polnischen Swinemünde an Silvester 2018 feststellen. Auch hier kam die Feuerwehr zum Einsatz. Allerdings rückten die polnischen Kollegen mit einer Kreissäge an. Das sei allerdings keine gute Idee gewesen, so Marcin Kubas von der Feuerwehr Swinemünde gegenüber der Ostsee-Zeitung: "Es stellte sich heraus, dass die Verwendung einer Kreissäge keine gute Lösung ist." Was folgte war stattdessen eine äußerst delikate Operation.

Wegen Rückenschmerzen: Eigenes Sperma in den Unterarm gespritzt

Übrigens kann es auch Probleme geben, wenn nicht der Penis selbst, sondern das, was er transportieren soll, an die falsche Stelle kommt: So entdeckten fassungslose Mediziner in Irland Anfang des Jahres 2019, das ein Mann sich über eineinhalb Jahre regelmäßig sein eigenes Sperma in den Unterarm gespritzt hatte. Was aus Sicht des Hobby-Mediziners gegen Rückenschmerzen helfen sollte, hatte gänzlich andere und fatale Auswirkungen: Der Unterarm des Mannes war komplett entzündet und angeschwollen.

Was die Faszination von Penis-Geschichten ausmacht

Die Bandbreite der mehr oder weniger schlimmen und kuriosen Penisverletzungen ist groß. Aber warum faszinieren diese Geschichten mehr als, sagen wir mal, eine Armverletzung? Schließlich ist das eine aus medizinischer Sicht nicht unbedingt schwerwiegender, als das andere. Die Meldung, dass sich ein Mann in den USA aus Versehen in den Arm geschossen hat, hätte es allerdings kaum in die Schlagzeilen internationaler Medien geschafft. Anders, wenn man das Wort "Arm" durch "Penis" ersetzt. Ist es nur die spätpubertäre Freude über Genitalgeschichten? Ist es die Frage, was man selbst in so einem Moment getan hätte, die die Menschen umtreibt? Ist unsere übersexualisierte Gesellschaft schuld? Vielleicht sogar die Grünen und die 68er Bewegung?

Schadenfreude ist die schönste Freude

Letztlich ist es wohl eine Mischung aus allen - bis auf den letzten Punkt vielleicht. Hinzu kommt die Faszination am Fremdschämen, am Missgeschick des anderen. So wie in der über Jahre erfolgreichen Fernsehshow "Pleiten, Pech und Pannen" - oder in dessen zahlreichen modernen Ablegern auf Youtube und in Facebook-Videos.