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Coronavirus

Anti-Körper gegen Corona: Ist man nach einer Infektion immun?

Auf Hochtouren wird an einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht. Oftmals ist von Anti-Körpern und Immunität die Rede. Doch ist der Körper nach einer überstandenen Infektion wirklich immun gegen das Virus?
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Oberstes Gebot im Fall einer möglichen Coroanvirus-Infektion: Wer sich krank fühlt, sollte zu Hause bleiben und telefonisch einen Arzt kontaktieren. Symbolfoto: Christin Klose/dpa-tmn
Noch ist unklar, ob man nach einer Corona-Infektion gegen das Virus immun wird. Symbolfoto: Christin Klose/dpa-tmn

Neben der Frage was man tun kann, um sich erst gar nicht mit dem Covid-19-Erreger anzustecken, regt sich bei vielen die Frage, was eigentlich passiert, wenn man bereits angesteckt worden und die Erkrankung überstanden ist. Ist ein Patient nach einer überwundenen Infektion immun gegen das Coronavirus?

Normalerweise erfolgt der Kampf des menschlichen Körpers gegen Viren immer gleich: Eine Person infiziert sich mit dem Erreger und der Körper versucht, das Virus durch die Bildung von Antikörpern zu besiegen. Ist der Kampf erfolgreich, wurden ausreichend Antikörper produziert und die Krankheit ist geschlagen.

Keine Immunität? 91 Südkoreaner erneut infiziert

Allerdings: Laut dem Bayerischen Rundfunk ist in Südkorea bei 91 bereits genesenen Menschen erneut die Krankheit Covid-19 aufgetreten. Joeng Eun Kyeong, Direktor des koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung KCDC, geht davon aus, dass das Virus im Körper "reaktiviert" worden sei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann keine sichere Aussage darüber treffen, ob Antikörper des Virus eine erneute Ansteckung verhindern. "Wir wissen es nicht. Wir können unsere Schlüsse nur aus den Erkenntnissen über andere Coronaviren ziehen, und selbst bei ihnen sind unsere Daten begrenzt", sagt Mike Ryan, der Nothilfedirektor der WHO.

Experten sind den Ergebnissen zu Neu-Ansteckungen aus Asien gegenüber skeptisch. Sie bezweifeln, dass es sich dabei um eine erneute Ansteckung handelt.  François Balloux, Direktor des Genetic Institute vom Londoner University College, nach, könnte es sich auch um einen chronischen Verlauf der Krankheit handeln. Oder die Testergebnisse seien falsch gewesen und die Menschen würden das Virus über mehrere Wochen in sich tragen.

Antikörper gegen das Coronavirus: Noch herrscht Uneinigkeit

Ryan betont auch, dass frühere Untersuchungen zeigten, dass nur ein geringer Teil der Bevölkerung Antikörper aufweise. Normalerweise bleiben Antikörper im Organismus und schützen ihn vor einer erneuten Infektion. Sofern der Erreger sich also nicht vollständig verändert, kann die Person nicht erneut infiziert werden und hat einen natürlichen Schutz gegen das Virus ausgebildet.

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Trotzdem schließt der Virologe Ortiwn Adams, von der Uniklinik Düsseldorf eine erneute Infektion nicht gänzlich aus. Viren sind bekannt dafür zu mutieren und sich zu verändern. Eine neu ausgebildete Form des Covid-19-Erregers kann somit den Körper erneut attackieren. Epidomologen hoffen, dass der Körper eines genesenen Menschen wenigsten für ein paar Monate immun ist.

"Bisher sieht es so aus, als wenn der Erreger sich wenig verändert", sagte Adams auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. "Es wäre höchst ungewöhnlich, wenn man nach so kurzem Abstand nach einer überstandenen Infektion eine neue erleiden könnte. Das würde mich sehr überraschen."

Adams spricht außerdem davon, dass der menschliche Körper immer eine gewisse Teilimmunität behält. Derartig starke Abänderungen des aktuellen Covid-19-Erregers sind zwar möglich, könnte es aber frühestens in zwei bis drei Jahren geben.