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Alzheimer-Ausbreitung ähnlich wie Gehirninfektion: Was stoppt die Krankheit?

Forscher des Universitätsklinikums München haben herausgefunden, dass die Ausbreitung der Alzheimer-Erkrankung im Gehirn ähnlich wie bei einer Infektion abläuft. Diese Erkenntnis könnte in Zukunft die Therapiemöglichkeiten erleichtern.
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Lässt sich die Alzheimer-Erkrankung künftig besser therapieren? Eine vielversprechende Studie zur Wirkungsweise von Alzheimer zeigt erste Ergebnisse. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Lässt sich die Alzheimer-Erkrankung künftig besser therapieren? Eine vielversprechende Studie zur Wirkungsweise von Alzheimer zeigt erste Ergebnisse. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Alzheimer, einer Nervenkrankheit, die nach und nach die geistigen Fähigkeiten wie zum Beispiel das Erinnerungsvermögen mindert. Zumeist beginnt die Alzheimer-Erkrankung mit Gedächtnisverlust. Anfangs sind vor allem kurz zurückliegende Erinnerung betroffen, dann greift die Erkrankung immer weiter um sich. Die Folge sind Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen und Veränderungen der Persönlichkeit.

Alzheimer breitet sich wie eine Infektion aus

Im Fachmagazin "Nature" hat das Universitätsklinikum in München nun neueste Erkenntnisse über die Krankheit gewinnen können. Demnach sei der Verlauf und die Ausbreitung der Alzheimer-Krankheit vergleichbar mit der Ausbreitung einer Infektion. Anhand sogenannter "Tau-Proteine" die nach dem Kentnissstand der Wissenschaftler für das Fortschreiten der Erkrankung verantwortlich sind, konnten sie nachweisen, wie genau die Ausbreitung vonstatten geht.

Therapie: Studie mit mehreren Alzheimer-Patienten

Um diese Annahme zu stützen, haben die Ärzte die Gehirne mehrerer an Alzheimer erkrankter Personen in regelmäßigen Zeitabständen untersucht. Nicolai Franzmeier vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung erklärt, "dass sich diese Proteinablagerungen im Verlauf der Erkrankung zum einem großen Teil entlang vernetzter Hirnregionen ausbreitet." Das schildert er in einer Pressemitteilung.

Bessere Therapie für Alzheimer-Erkrankte

Das Forscherteam geht nun davon aus, dass sie konkretere Vorhersagen zur Ausbreitung der Krankheit treffen können. Das wiederum könnte der Startschuss sein, um die von Patient zu Patient sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufe besser zu prognostizieren. Damit könne in Zukunft auch schneller mit Medikamenten der Krankheit Einhalt geboten werden.

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