Alzheimer ist eine hirnorganische Krankheit, an der nur selten Menschen unter 60 Jahren erkranken, wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft erklärt. Das heißt, der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung liegt im Alter.

Bei der Behandlung ist es wichtig, die Symptome so früh wie möglich zu erkennen und dagegen vor zu gehen, weil so die Leistungsfähigkeit länger erhalten bleiben kann. Nun gibt es laut einer Studie Hinweise darauf, dass Veränderungen in der Netzhaut schon Jahre vor dem Ausbruch auf die Krankheit hinweisen könnten.

Gedächtnis- und Sprachstörungen als Teil des Krankheitsbilds

Typische Symptome, die auf eine Alzheimer-Erkrankung hinweisen, sind neben Störungen des Gedächtnisses und der Sprache auch die Beeinträchtigung von Orientierungssinn sowie des Denk- und Urteilsvermögens. Die Störungen, die bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark auftreten können, verschlimmern sich mit Verlauf der Krankheit.

Erforschung der nicht-kognitiven Symptome

Aber neben den geläufigen kognitiven Beeinträchtigungen, sind es auch die psychischen Symptome wie Angst, Depressionen oder Schlaflosigkeit, die den Erkrankten und ihren Angehörigen den Alltag erschweren. Diese Symptome sind häufig ausschlaggebend dafür, dass die Betroffenen in Wohnheimen und ähnlichen Einrichtungen untergebracht werden müssen, da sie die größten Herausforderungen bei der Pflege darstellen.

Aus diesem Grund konzentrieren sich die Ergebnisse der jüngsten Forschungen, die auf der Alzheimer´s Association International Conference vorgestellt wurde, eben genau auf diese nicht kognitiven Symptome der Krankheit.

Neue Erkenntnisse zu möglicher Früherkennung

Da eine frühzeitige Diagnose von Alzheimer eine Behandlung aussichtsreicher gestaltet, wird weiterhin nach Möglichkeiten gesucht, die ein Erkennen der Krankheit vor Einsetzen von Vergesslichkeit und Desorientierung möglich machen. Amerikanischen Forschern soll das nun gelungen sein.

Forschungsergebnisse der Washington University School of Medicine legen nahe, dass eine Untersuchung der Augen der Schlüssel zur Frühdiagnose sein könnte.

Verdünnte Netzhaut als Hinweis

Die Untersuchungen waren dabei üblichen Untersuchungen in Augenarztpraxen ähnlich. Bei den Probanden im Alter von knapp 70 Jahren konnte ein Zusammenhang zwischen Hinweisen auf Alzheimer im Gehirn und den Augen festgestellt werden.

Demnach hatten die Untersuchten, die bereits alzheimertypische Eiweißablagerungen im Gehirn aufwiesen, auch eine verdünnte Netzhaut. Umgekehrt konnten diese Veränderungen der Netzhaut nicht nachgewiesen werden, wenn die Probanden noch keine Eiweißablagerungen hatten.

Bereits in der Vergangenheit hatten Forschungen ergeben, dass Menschen, die an Alzheimer gestorben waren, ebenfalls verdünnte Netzhäute aufwiesen. Dies könnte laut Medizinern auf den engen Zusammenhang zwischen der Netzhaut und des zentralen Nervensystems zurück zu führen sein.