• Was wurde in der Studie untersucht?
  • Warum soll es zu einem höheren Alkoholkonsum bei Stress kommen?
  • Wie hilft Alkohol gegen Stress?
  • Gefährlicher Teufelskreis? Wie kommst du da wieder raus?
  • Was hilft besser gegen Stress?
  • Fazit

Egal ob bei Stress, Angst oder anderen negativen Gefühlen - immer wieder greifen Menschen aufgrund dieser Emotionen zu Alkohol. Wissenschaftler*innen haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass das auch körperliche Gründe haben kann. Dabei spielen vor allem Neurotransmitter eine große Rolle. 

Was wurde in der Studie untersucht?

In der Studie sollte herausgefunden werden, was dafür sorgt, dass manche Menschen bei Stress immer wieder zum Alkohol greifen. Die Forscher*innen um Alexey Ostroumov an der University of Pennsylvania haben mithilfe von Experimenten an Mäusen versucht, diese Frage zu beantworten. 

Durch ihre Versuche konnte aufgezeigt werden, inwiefern sich Stress auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel auswirkt und welche Rolle Alkohol dabei spielen kann. Um ihre Erkenntnisse zu gewinnen, beobachteten sie während der verschiedenen Experimente unter anderem die Aktivitäten im Gehirn der Tiere. 

Die Forschenden setzten die Mäuse in ihrem Versuch erhöhtem Stress aus. Das erreichten sie, indem sie die Tiere fesselten und für eine Stunde in einen durchsichtigen Behälter sperrten. 15 bis 20 Stunden später gaben sie den gestressten Versuchstieren etwas zu trinken, nachdem sie die Folgen des Erlebten gemessen hatten.

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Warum soll es zu höherem Alkoholkonsum bei Stress kommen?

Verglichen wurde dann das Trinkverhalten der gestressten Mäuse und der Kontrollgruppe, welche vorher keinem Stress ausgesetzt wurde. Dabei ist aufgefallen, dass die durch Stress belasteten Tiere deutlich öfter Alkohol zu sich genommen haben als die entspannten Mäuse. Das konnte auch über einen längeren Zeitraum, bei regelmäßiger Wiederholung des Versuchs, festgestellt werden. 

Grund für die Bevorzugung des Alkohols lag laut Studie im Belohnungszentrum der Tiere. Die Forscher*innen konnten erkennen, dass die Dopaminausschüttung bei der gestressten Versuchsgruppe verringert war. Diese Tiere mussten also deutlich mehr Alkohol trinken, um eine positive Wirkung zu erhalten. 

Grund dafür war der Neurotransmitter GABA. Er ist normalerweise dafür zuständig, die Informationsübertragung an Synapsen zu hemmen. Beeinflusst durch die Stresshormone im Körper regte der Neurotransmitter die Informationsübertragung jetzt an, anstatt sie zu hemmen. Das sorgte wiederum für eine verminderte Dopaminausschüttung, was zu einem höheren Alkoholkonsum bei den gestressten Mäusen führte

Wie hilft Alkohol gegen Stress? Gefährlicher Teufelskreis?

Bei Stress, Angst oder Belastung kann Alkohol kurzfristig Erleichterung bringen. Normalerweise wird durch das Trinken von Alkohol im Gehirn Dopamin ausgeschüttet und das Belohnungszentrum aktiviert. Zudem wirkt Alkohol wie ein Betäubungsmittel und sorgt für ein Entspannungsgefühl im Körper. 

Die Gefahr besteht vor allem darin, dass zusätzlich zu den neuen Erkenntnissen aus der Studie von Alexey Ostroumov und seinem Team, regelmäßiger Alkoholkonsum immer zu einer höheren Toleranz führen kann. Je mehr du also trinkst, desto mehr verträgst du und desto mehr müsstest du trinken, um die gewünschte Wirkung zu erhalten. 

Dadurch kann ein Teufelskreis entstehen, da du immer mehr trinken müsstest, um einen Unterschied in deinem Wohlbefinden zu spüren. Noch dazu ist die durch Alkohol ausgelöste Entspannung nur kurzfristig. Um nicht in diese Spirale zu rutschen und vor allem dauerhaft mit Stress umgehen zu können, braucht es also andere Strategien

Was hilft besser gegen Stress?

Es gibt viele Möglichkeiten für einen gesünderen Umgang mit Stress, Angst und anderen Belastungen. Beispielsweise ist es hilfreich, dir genug Zeit für dich selbst und Dinge, die dir guttun zu nehmen. Auch ausreichend Schlaf und eine gesunde Lebensweise können sich positiv auf Stress auswirken. 

Regelmäßige Zeiten zu haben, in denen du Dinge machen kannst, die du gerne tust, sind wichtig, um genug Energie für Pflichten und die Arbeit zu haben. Sport und ausreichend Bewegung helfen ebenso, Stress abzubauen. Wichtig ist dabei allerdings, dass dir die gewählte Sportart Spaß macht und du dir nicht zu viel zumutest. 

Für den akuten Stressabbau können Entspannungsübungen besonders hilfreich sein. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel Yoga oder autogenes Training. Oft werden sogar Kurse angeboten, in denen man verschiedene Übungen lernen kann.

Was mit deinem Körper passiert, wenn du häufig Stress ausgesetzt bist, liest du hier. 

Fazit

Warum wir bei Stress mehr Alkohol trinken als sonst, hat also auch biologische Gründe. Es liegt unter anderem daran, dass der Stress die Dopaminausschüttung verringert. Bei einer hohen Stressbelastung zu Alkohol zu greifen, ist grundsätzlich keine gute Idee. Es kann schnell passieren, dass du immer mehr Alkohol trinken musst, um eine Wirkung zu merken. Dadurch kannst du in einen Teufelskreis geraten. Besser ist es, den Stress mit anderen Methoden abzubauen.

 

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