Es gibt unterschiedlichste Wege, um das persönliche Gewichtsziel zu erreichen. Dass man auch im Sitzen abnehmen kann, hättest du wahrscheinlich nicht vermutet.

Doch genau dies hat ein Forschungsteam mit Blick auf einen häufig unterschätzten Muskel in einer aktuellen Studie herausgefunden.

Im Sitzen abnehmen: Unterschätzter Muskel kann dabei helfen

Im Jahr 2021 verfolgten laut einer Verbrauchs- und Medienanalyse rund 8,18 Millionen Menschen in Deutschland das Ziel einer Gewichtsabnahme. Im Vergleich mit den Vorjahren ist dabei die Anzahl derjenigen, die gerne abnehmen wollen, gestiegen.

Das Ziel der Gewichtsabnahme kann beispielsweise durch eine Ernährungsumstellung, eine Änderung des persönlichen Lebensstils oder ein Sportprogramm erreicht werden. Häufig sind es die drei Aspekte in Kombination, die dich deinem Ziel ein Stück näher bringen. 2021 verwendeten überdies rund 330.000 Personen täglich oder fast täglich sogenannte Schlankheitsmittel. Dies sind Präparate, die beim Abnehmen helfen sollen. Außerdem sind rund 4,12 Millionen Menschen besonders interessiert an Diäten und Diätprodukten. Dabei gibt es eine Vielzahl an schlankmachenden Ernährungsweisen, die von der Low-Carb-Diät über die Dukan-Diät bis hin zur Keto-Diät reicht.

In einem Aspekt scheinen sich alle sicher zu sein: Wer viel sitzt, kann das Abnehmziel nicht erreichen. Doch Wissenschaftler*innen an der University of Houston in Texas fanden im Zuge ihrer Studie Überraschendes heraus: Ein kleiner Muskel an unserer Wade arbeitet anders als andere Muskeln. Er kann zum Fettabbau und der Aktivierung des Stoffwechsels beitragen.

Abnehmen mit Soleus-Muskel-Aktivierung: So klappt es

In unserem Körper befinden sich rund 640 Muskeln. Darunter gibt es eine Vielzahl an Muskeln, die so klein sind, dass du sie beim Sport nicht gezielt trainieren kannst. Einer dieser Muskeln ist der sogenannte Soleus-Muskel. Er verläuft von knapp unterhalb des Knies bis hin zur Ferse. Das Besondere an diesem Muskel ist, dass er, wenn er richtig trainiert wird, den Stoffwechsel extrem beeinflussen kann.

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Das Forschungsteam konnte durch eine Muskelbiopsie erstaunliches herausfinden. Bei einer Muskelbiopsie werden Gewebeproben des Muskels, hier des Soleus-Muskels, untersucht. Während Muskeln im Normalfall bei der Aktivierung Glykogen, wie die Speicherform der Kohlenhydrate genannt wird, abbaut, baut der Soleus-Muskel Blutzucker und Fette ab. Infolgedessen, dass der Glykogen-Spiegel konstant bleibt, ist die Muskelausdauer besser. Marc Hamilton, einer der Forscher, betonte in einer Pressemitteilung, dass dies eine bisher unerforschte Möglichkeit sei, unsere Gesundheit zu optimieren. Der lokale oxidative Stoffwechsel könne durch die Aktivierung des Muskels stundenlang auf ein erhöhtes Niveau gebracht werden.

In der Regel wird der Muskel beim Stehen oder Gehen aktiviert. Das Team fand jedoch auch eine Möglichkeit, den Soleus-Muskel im Sitzen zu trainieren: Du hebst die Ferse so weit wie möglich an, während Zehen und Ballen am Boden bleiben. Anschließend setzt du die Ferse ab und hebst sie wieder an. Die Forscher*innen untersuchten einige Testpersonen, die diese Soleus-Push-Ups machten. Das Fazit: Der Blutzuckerspiegel verbesserte sich um ganze 52 Prozent. Überdies sank der Insulinbedarf um 60 Prozent und der Fettstoffwechsel arbeitete doppelt so effektiv. Diese Effekte hielten über drei Stunden hinweg an. Wird der Muskel im Sitzen aktiviert, sei der Effekt den Forscher*innen zufolge sogar noch effektiver als beim Gehen oder Stehen.

Fazit

Zusammengefasst konnten die Forscher*innen Unglaubliches feststellen: Wird ein kleiner Muskel in den Waden im Sitzen trainiert, kann er den Stoffwechsel effektiv und über Stunden hinweg aktivieren. Die Entdeckung ist in dem Bereich ein wahrer Durchbruch und offenbart großes Potenzial.

Wichtig zu bedenken ist, dass es sich bei der Methode nicht um einen Fitnesstipp handelt, der jegliche sportliche Aktivität oder eine gesunde Ernährung ersetzen kann. Dennoch kann die Aktivierung des Muskels nützlich sein und ist vor allem für jene sinnvoll, die im Alltag viel sitzen. Die Übung sollte dem Forschungsteam zufolge am besten erstmals unter Anleitung von erfahrenen Trainer*innen oder medizinisch Fachkundigen durchgeführt werden. Nur so kannst du sicher sein, dass du sie wirklich richtig machst.

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