Moosinning

Krapfen mit Kassenbon: Bäcker protestiert kreativ

Mit Faschings-Gebäck und einem Beleg aus essbarer Zuckermasse macht eine Bäckerei aus Moosinning auf die kürzlich eingeführte Kassenbon-Pflicht aufmerksam. Bei den Kunden ist der Kassenbon-Krapfen der Hit.
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Der Kassenbon-Krapfen spart Papier und schmeckt lecker.  Foto: Tobias Hase/dpa
Der Kassenbon-Krapfen spart Papier und schmeckt lecker. Foto: Tobias Hase/dpa

Spätestens jetzt in die Kassenbon-Pflicht - wortwörtlich - in aller Munde. Seit Januar 2020 müssen Händler für jeden noch so kleinen Betrag eine Quittung ausstellen: So will es das Finanzamt. Bei rund 500 Kunden pro Tag kommt da in der "Bäckerei Ways" in Moosinning bei München ein ordentlicher Haufen Papier zusammen. Doch zumindest beim Kauf eines besonderen Krapfens kann man sich hier nun den lästigen Zettel sparen: Er klebt bereits auf dem Gebäck und besteht aus Fondant, einer essbaren Zuckermasse.

Die ungewöhnliche Idee stammt von Inhaber und Bäckermeister Ludovic Gerboin selbst. Er sieht den "Kassenbon-Krapfen" als seinen Beitrag zur Kassenbon-Pflicht, wie er inFranken.de erzählt. Es ist quasi eine Form des stillen Protests. Zwar speichert sein Kassensystem jede Abrechnung, aber da es der Bäckerei nicht möglich ist, den Käufern ihren Bon digital auszustellen, muss dieser nun massenhaft ausgedruckt werden.

Seit Anfang der Woche hat Gerboin daher den Kassenbon-Krapfen im Sortiment. Neben Gebäck mit Marmeladen-, Nougat- oder Vanillefüllung ist er einer von insgesamt zwölf angebotenen Krapfen-Sorten. Durch seine knallige, pinke Glasur sticht der Kassenbon-Krapfen sofort ins Auge. Der Neuzugang punktet auch durch innere Werte. Gefüllt ist er mit einer Vanille-Mascarponesahne und Himbeeren. Auf die Frage nach den enthaltenen Kalorien antwortet der Bäckermeister nur: "Viele!". Lust auf klassische Faschingskrapfen aus Franken? Wir haben das Rezept dazu.

Bei den Kunden entwickelte sich der Kassenbon-Krapfen sofort zum Verkaufsschlager. Tatsächlich rührten die sofort die Werbetrommel. So gehen allein an einem Morgen rund 100 besondere Krapfen über die Bäckerei-Theke - ganz ohne Kassenzettel aus Papier.

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