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Whisky oder Whiskey: Der Unterschied liegt nicht nur in der Schreibweise

Was ist der Unterschied zwischen Whisky und Whiskey. Ein Blick in die Geschichte des "Wassers des Lebens": Ist das "e" nur Werbegag oder hat es etwas zu bedeuten?
Whisky oder Whiskey. Glaubensfrage oder begründet?
Whisky oder Whiskey. Glaubensfrage oder begründet? Foto: CC0 / Pixabay / holdosi
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  • Seit wann gibt es Whisky?
  • Woher stammt er eigentlich?
  • Wie wird er hergestellt?
  • Was bedeutet Whisky?

Die Geschichte des Whisky ist lang. Im Grunde genommen ist er nichts anderes als gebranntes Bier, das durch Destillation letztlich zu dem wird, was er ist. Er besteht aus Getreide, Wasser und Hefe. Angeblich, so eine Legende, wurde bereits vor über 5000 Jahren in Mesopotamien die Destillation erfunden, welche die Herstellung des Whisky erst ermöglichte. Von dort habe er seinen Weg nach Frankreich gefunden und ist von St. Patrick nach Irland gebracht worden. Um Whisky herzustellen, wird zunächst das Getreide, im Normalfall Gerste, "gemälzt", das heißt man befeuchtet es, lässt es keimen und wendet es regelmäßig. So entsteht Grünmalz. Der Vorgang wird durch das "Darren" mittels Hitze gestoppt. In Schottland wird dies meist durch Torffeuer, dessen Rauch durch das gekeimte Getreide geführt wird, erreicht. Im anschließenden "Maischen" wird das Getreide von den Keimlingen befreit, dann vergoren und gebrannt. Als Letztes wird er in Fässern gelagert, bis er "reif" ist. Hier gibt es keinen Unterschied, ob es am Ende Whisky oder Whiskey ist. Auch wenn es heißt, dass die Schotten es erfunden haben, so deutet doch eigentlich alles darauf hin, dass es die Iren waren. Bereits im 4. Jahrhundert nach Christus wurde in den irischen Klöstern Whisky gebrannt. Daher stammt auch der gälische Name uisge beatha, was übersetzt "Wasser des Lebens" heißt. Erst 1494 wird eine Herstellung in Schottland urkundlich belegt. Böse Zungen behaupten, die Iren hätten ihn erfunden und die Schotten trinkbar gemacht. Je nachdem, wo man sich aufhält, wird dieser Spruch umgedreht.

Woher stammt jetzt das "e" im Whiskey?

Aber warum gibt es jetzt genau die beiden Schreibweisen? Auch hier muss man die Geschichte bemühen. Fakt ist, dass die Schreibweise ursprünglich Whisky war. Die Herstellung war streng reglementiert, immer neue Verordnungen machten den Destillen das Leben schwer. Und wie auch Schottland, so gehörte Irland zum Commonwealth, stand also unter englischer Herrschaft, was den Iren beileibe nicht wirklich zusagte. Auch lief der Verkauf des Whisky nicht wirklich gut, den meisten Kunden war er zu stark. Man mischte also, verschnitt mehrere Sorten miteinander in der Hoffnung, so ein besseres Getränk zu erhalten. 1826 erfand der Schotte Robert Stein eine neue Technik, die 1831 von dem irischen Ingenieur Aeneas Coffey perfektioniert wurde. Es handelte sich dabei um ein Verfahren der kontinuierlichen Destillation in einer Säulenbrennanlage, die als Coffey Still, Column Still oder Patent Still bekannt wurde. Diese funktioniert im Prinzip wie eine Reihe mehrerer hintereinander geschalteter Pot Stills und vermag in einem Arbeitsschritt ein Destillat mit wesentlich höherem Alkoholgehalt zu erzeugen, als dies mit einer herkömmlichen Pot Still-Anlage möglich wäre. Den viel geringeren Unkosten steht freilich eine weniger anspruchsvolle Qualität des fertigen Destillats gegenüber. Diese Technik setzte sich in Schottland schnell durch, jedoch nicht in Irland. Denn die sogenannten "Big four" in Dublin waren der Meinung, dass dadurch ein wesentlich schlechterer Whisky entstand. Allerdings hatten sie damit auch das Problem, dass der Markt mit dem billigeren Whisky aus Schottland regelrecht überflutet wurde und sie damit in ihrer Existenz bedroht waren.

Ergo zogen die streitlustigen Iren vor die Royal Commission, die für solche Dinge zuständig war. Man wollte erreichen, dass nur die traditionelle Art des Brennens die einzig richtige sei und nur der so hergestellte Whisky sich so nennen durfte. Allerdings verlor man und musste mit ansehen, wie 1909 festgelegt wurde, dass man den so gebrannten Whisky so nennen durfte. Doch gaben die Iren nicht auf. Sie brannten weiter auf die althergebrachte Weise. Da sie das Produkt jedoch nicht Whisky nennen wollten, fügten sie schlicht und einfach ein "e" ein. Und so war der Whiskey geboren. Im Grunde genommen ist dieser einzelne Buchstabe als ein Zeichen des Widerstandes zu sehen, um sich auch ganz klar vom Rest des Commonwealth abzugrenzen.

Im Zuge der großen Hungersnot waren sehr viele Iren in die USA ausgewandert und hatten dort inzwischen ein großes Netzwerk aufgebaut. Der geschäftstüchtige Ire witterte seine Chance und nutzte die sogenannte "Irish Connection", schaffte den Whiskey in die Staaten und machte damit erste gute Geschäfte. Nach dem Ende der Prohibition 1933 gab es kein Halten mehr, es wurde mehr denn je getrunken. Und da die Amerikaner aus geschichtlichen Gründen als ehemalige Kolonie des Commonwealth nicht gut auf die Briten zu sprechen waren, zogen sie den irischen Whiskey vor. Und so wurde der irische Widerstand gegen die britische Besatzung, die sich zu diesem Zeitpunkt zwar nur noch in Nordirland abspielte, gleich mit exportiert. Und alle Destillen, die sich in den USA gründeten, wendeten die alte Technik der Iren an und brannten Whiskey. Die beiden beliebtesten Sorten in Deutschland stammen übrigens aus den Vereinigten Staaten. Damit wurde das "Protest-e" über die USA nach Deutschland exportiert. 

Geschmackssache oder Glaubensfrage? Was nimmt man am besten?

Mittlerweile ist die Anzahl der verschiedenen Whisk(e)y kaum noch zu überblicken. Generell gibt es jedoch sechs verschiedene Grundsorten, die sich hauptsächlich durch das verwendete Getreide und die Lagerung unterscheiden.

Eine feine Auswahl an Whisky findest du hier
  • Single Malt Whisky aus Schottland aus gemälzter Gerste, gelagert in Eichenholzfässern
  • Irish Whiskey aus Irland auf Getreide, je nach Hersteller, gelagert in Holzfässern
  • Bourbon Whiskey aus den USA mit mindestens 51% Mais, gelagert in neuen Eichenholzfässern
  • Rye Whiskey aus den USA mit mindestens 51% Roggen, gelagert in neuen Eichenholzfässern
  • Japanischer Whisky aus Getreide, gelagert in Holzfässern

Der Geschmack unterscheidet sich hier je nach Art der Destille, nach Trocknung und Lagerung. Auch spielen die Getreidesorten und das verwendete Wasser eine Rolle. Während der eine eher eine rauchige Note haben kann, so kann ein anderer eher torfig oder süßlich sein. Es ist also schwierig, hier eine Empfehlung abzugeben. Dazu kommt, dass manch einer mehr Irisch oder Schottisch angehaucht ist, rein von der Sympathie her. Die einzelnen Sorten zu benennen, ist schier unmöglich. Es scheint so zu sein, dass man für sich selber herausfinden muss, was einem am besten schmeckt. Viele Destillen, vor allem im irischen Raum, bieten oft Führungen mit Verkostung oder aber recht preiswerten Proben an, mit deren Hilfe man sich herantasten kann. Eine solche Führung ist absolut empfehlenswert, erfährt man dort auch viel über die Geschichte und Herstellung. 

Whisk(e)y: Für Einsteiger und Kenner

Für den Einsteiger in die Welt des Whisk(e)y empfiehlt es sich, mit einer Sorte aus einer normalen Abfüllung zu beginnen. Diese sind meist für den Massengeschmack hergestellt, nicht zu rauchig und auch nicht zu stark. Danach kann man sich langsam weiter orientieren, die rauchigen oder stärkeren Sorten ausprobieren oder auch die besonderen Sorten, die man auf dem Markt findet. Die Vielfalt ist groß und für jeden Geldbeutel geeignet. Ein sogenanntes Whisky-Tasting kann einem da weiterhelfen, dort lernt man die einzelnen Sorten genau kennen und kann sie probieren.

Whisky-Gläser und Zubehör findest du hier

Ob man sich am Ende für Whisky oder Whiskey entscheidet, das ist demnach eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber wie verhält es sich mit Whisk(e)y als Geschenk? Wie kann man einen Whisk(e)y-Trinker oder Kenner glücklich machen? Am einfachsten wirft man einen Blick in die Bar. Dort erkennt man, was er oder sie für eine Vorliebe hat. Vielleicht ist es ja jemand, der sich gerne immer wieder neu orientiert? Dann kann man durchaus auch mal eine exotische Variante wählen. Oder eher traditionell? Dann greift man zu etwas Bewährtem, etwas Bekanntem oder einer Sorte, die in etwa das Spektrum abdeckt, das bereits in der Hausbar steht.

Und Geschmack ... wie trinkt man ihn? In Filmen sieht man immer den sogenannten "Tumbler", ein gleichmäßig breites Glas. Doch der wahre Kenner wird dieses Glas meiden, denn so gehen die Aromen, welche in die Nase gelangen sollen, an ihr vorbei, das trübt das Geschmackserlebnis. Richtig, so die Experten, ist das "Nosing-Glas", das sich nach oben verjüngt und so die Aromen in die Nase leiten. Mit Eis? Oder ohne? Auch hier gilt: Der Kenner wird seinen wertvollen Whisk(e)y nicht im Eis ertränken. Dieses schmilzt und verwässert sowohl Aroma als auch Geschmack. Gleichzeitig wird er so stark heruntergekühlt, dass er sogar ausflocken kann und das ist nicht mehr appetitlich. Wer ihn gekühlt genießen möchte, der greift zu Whisky-Steinen aus Speckstein oder Metall, die vorher kurz gekühlt werden.

Whisky richtig trinken: Mit Wasser - aber ohne Eis

Diese senken die Temperatur, ohne zu verwässern. Experten raten allerdings, seinen Whisk(e)y bei Zimmertemperatur zu genießen, da er so das Aroma voll entfalten kann. Wie verhält es sich mit Wasser? Im Gegensatz zu Eiswürfeln kann das sogar zu einem verbesserten Geschmackserlebnis führen. Was sich wie ein Widerspruch anhört, ist am Ende logisch. Das Wasser löst im Whisk(e)y befindliche Öle und kann Aromen intensivieren. Aber Vorsicht: Man soll Wasser nur mit einem Teelöffel oder einer Pipette hinzufügen, auch sollte es die gleiche Temperatur wie der Whisk(e)y haben. Mit ein wenig Übung und ausprobieren findet jeder so seinen persönlichen Geschmack. Übrigens, im Gegensatz zu Wein eignen sich Käse oder Brot nicht als "Beilage". Whisk(e)y ist kein Getränk, welches man zum Essen serviert. Es bleibt am Ende nur zu erwähnen, dass gerade Whisk(e)y nicht zu den alkoholarmen Getränken gehört. Mit einem Alkoholgehalt meist zwischen 50 und 65 Prozent sollte man ihn nur dann wirklich genießen, wenn man hinterher nicht mehr hinter das Steuer muss. Aber das sollte selbstverständlich sein.

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